Coaching einer Sonderpädagogin

  • Hm, aber als Lehrer bist du doch in erster Linie Wissensvermittler (selbst als E Lehrer) und musst Inhalte vermitteln. Daran kann man Sozialziele, Verhaltenziele knüpfen, aber das Wissen ist doch das Entscheidende...

    Wie kannst du also ein bestimmtes Wissen in die Kinder bringen und nebenher ihre Frustrationstoleranz trainieren?

  • Ja das hätte ich sonst auch immer genau so unterschrieben, allerdings haben meine Ausbilder mir zu verstehen gegeben, dass sie es so sehen möchten. Ich bringe den Kindern also die Strategie(n) bei als Inhalt. Das Fach ist nur das "Geschenkpapier"

  • Wie kommst du darauf, dass ich nicht in den Austausch gehen möchte? 🫤

    Weil du auf ausführliche Beiträge von Kolleginnen mit 20, 30 Jahren Berufserfahrung an Grund- und Förderschulen komplett ignorierst und weitersuchst, ob noch irgendwo ein Mensch da draußen sein könnte, der dir die Arbeit abnimmt:

    Vielleicht habe ich hier eine gute Ansprechpartnerin? Darf ich fragen was dein Mann damals gefördert hat?

    Dieser Mann ist nicht hier anwesend und niemand wird dir seine Prüfung zum Abschreiben vorlegen.

    Was mache ich, wenn sie bei aufkommenden Frust dann doch ausrasten? Falle ich dann durch, weil ich mein Ziel nicht erreicht habe?

    Das will ich hoffen.

    Diese Kinder haben Vernachlässigung und häufig psychische und/oder physische Misshandlung erlebt. Lies als erstes die Akten. Es geht sicher an deiner Stelle als Letztes darum, rumzuprobieren, was die Kinder gerade noch aushalten, bevor alle die Kontrolle verlieren.

    Du bist in der Ausbildung, deine Aufgabe ist es, als erstes zu lernen, eine geordnete, friedlich verlaufende Stunde zu organisieren, in der niemand ausrastet. Der völlige Kontrollverlust ist Gift für die Kinder und auch für dein Erfolgserleben.

    Auch mein Hinweis mit der Literatur war nicht dahergesagt, sondern essenziell. Beschäftige dich als Erstes mit Emotionsregulation. Keine Ahnung, warum ihr das nicht im Studium hattet, aber du kannst nicht vollständig im Nebel stochern, was deine Ziele angeht. Du beschäftigst dich doch auch mit den Grundlagen des unterrichteten Fachs? Hoffe ich jedenfalls, dein letzter Beitrag klingt nicht danach.

    Es geht darum, Wünsche und Ziele der eigenen Emotionsregulation zu erkennen und zu formulieren, Emotionen überhaupt erst mal wahrzunehmen, zu lernen, angenehme Emotionen auf gesunde, altersgerechte Weise hervorzurufen, Funktionen auch von als negativ bewerteten Emotionen kennenzulernen bevor Bewältigungsstrategien bewusst vermittelt werden und um Selbstmitgefühl, Akzeptanz. Und das schreibe ich in drei Sätzen hin, nicht weil damit alles gesagt wäre, sondern weil du dich zuerst theoretisch mit deiner sonderpädagogischen Fachrichtung auseinandersetzen musst.

  • Diese Kinder haben Vernachlässigung und häufig psychische und/oder physische Misshandlung erlebt. Lies als erstes die Akten. Es geht sicher an deiner Stelle als Letztes darum, rumzuprobieren, was die Kinder gerade noch aushalten, bevor alle die Kontrolle verlieren.

    Eben. Deswegen habe ich auch ein ganz mulmiges Gefühl, was die angedachte Vorgehensweise betrifft. Selbst in der Grundschule kann es sein, dass Kinder ungeplant "ausrasten" und da ist man dann in seiner ganzen Pädagogik gefragt. Ich würde es nicht noch provozieren, vor allem nicht über die Hintertür eines vermeintlichen Sachkundethemas. Wenn man an solchen Sachen arbeiten will, dann eignen sich in meinen Augen gezielte Spiele dafür. Da wissen aber auch die Kinder, dass sie eine Problemlösung eines scheinbar schwer zu lösenden Problems finden müssen. Aber so durch die Hintertür über ein Thema die Kinder absichtlich herausfordern und Spuren legen, wo eine Frustration provoziert wird, finde ich sehr gewagt, vor allem bei diesen Kindern, die so oder so eine geringe Frustrationstoleranz haben. Man lernt doch durch positives Erleben und gute Gefühle!

  • Man kann Hilfsstrategien bestimmt auch für die Kinder bewusst in den Unterricht integrieren und ich kann mir vorstellen, dass man im Referendariat auch Stunden zeigen muss, in denen der Schwerpunkt auf einem Ziel des Förderschwerpunkts liegt. Mir ist nur nicht klar, warum die Lehramtsanwärter*innen keinerlei Konzepte haben, in Sport würde man ja auch nicht überlegen, ob man "irgendwas mit Schwimmen" macht und ob es reicht, wenn manche Kinder nur einen Teil der Ziele erreichen können, die man aber noch gar nicht definiert hat, vielleicht über Wasser bleiben. Ich überspitze.

    Eben gegoogelt, in Meck-Pomm werden offenbar die gängigen Förderprogramme vermittelt, die Autoren zu lesen macht im pädagogischen Kontext auf jeden Fall Sinn.

    https://www.rim.uni-rostock.de/storages/uni-r…kbriefe_esE.pdf

    Die Reihe "Therapie-Tools" vom Beltz-Verlag ist teilweise sehr hilfreich, da kommt es aber auf die Autor*innen an.

    Jetzt hab ich doch wieder was getippt, man ist einfach schon zu lang im Geschäft...

  • Ich empfinde diese Nachricht als sehr schwer "geschossen" dafür dass ich lediglich eine Unterstützung suche, um selbst wieder etwas mehr Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten zu bekommen. In keiner meiner Nachricht habe ich den Eindruck erwecken wollen, jemand solle mir die Arbeit abnehmen. Jedoch bin ich auch nicht hier, um mich zu rechtfertigen. Eventuell möchtest du mich und meine Situation auch nicht verstehen. Sollte jemand diesen Beitrag lesen und sich vorstellen können einer Referendarin in einer schweren Situation helfen zu können, ganz gleich wie genau. Dann würde ich mich über eine Nachricht freuen. Hier weiter zu erzählen wie es mir geht und was genau meine Gedanken sind, fühlt sich nicht gut an.

    Einen schönen Freitagabend in die Runde.

  • Ich empfinde diese Nachricht als sehr schwer "geschossen" dafür dass ich lediglich eine Unterstützung suche, um selbst wieder etwas mehr Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten zu bekommen. In keiner meiner Nachricht habe ich den Eindruck erwecken wollen, jemand solle mir die Arbeit abnehmen. Jedoch bin ich auch nicht hier, um mich zu rechtfertigen. Eventuell möchtest du mich und meine Situation auch nicht verstehen. Sollte jemand diesen Beitrag lesen und sich vorstellen können einer Referendarin in einer schweren Situation helfen zu können, ganz gleich wie genau. Dann würde ich mich über eine Nachricht freuen. Hier weiter zu erzählen wie es mir geht und was genau meine Gedanken sind, fühlt sich nicht gut an.

    Einen schönen Freitagabend in die Runde.

    Willst du "etwas mehr Vertrauen", dann brauchst du Coaching und es ist egal, woher die Person kommt.
    Willst du fachliches Vertrauen und fachliche Unterstützung, hast du sie hier geballt. Aber es ist egal, ob es eine Privatperson wäre, oder hier im Forum: den ersten Schritt musst du alleine machen, sonst bekommst du die nächsten nicht hin. Der Vorteil im Forum: mehrfache Kompetenz, unterschiedliche Perspektiven, jahrelange Erfahrung (!), zum Teil jahrelange Reffi-Betreuung (!!) und ich glaube sogar Reffi-Ausbildung (!!!). Alleine an deiner Schulform.
    Du magst es "geschossen" wahrnehmen, hier kommt es zum Teil wie "ich will nichts preisgeben" oder "ich habe noch nicht viel angefangen". Such dir aus, was dir besser passt, auf jeden Fall ist die Wirkung kontraproduktiv.

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