Beiträge von Maylin85

    Chilli, das liegt aber vielleicht auch ein bissi an deiner Ecke... ich weiß nicht, ob ich dich völlig falsch verorte, aber ich hab dich gedanklich so grob in Ostwestfalen einsortiert und als jemand, dessen Familie zu einem Viertel aus dem Kreis Höxter kommt, wage ich zu behaupten, dass das auch ein etwas spezieller Menschenschlag ist.

    Und Hundervereine sind eh eine Welt für sich. Ich glaube, da wird man reingeboren und von den eigenen Eltern reininitiiert, sonst ist man erstmal lange außen vor^^

    Aber ich gebe zu, dass sich manches vielleicht einfacher sagt, als es tatsächlich ist. Dennoch bleibt der Punkt, dass sich ja auch MIT allen Kursen, Dolmetschern und Unterstützungsangoten keine sonderlich überzeugenden Effekte zeigen (in meiner Erfahrungswelt jedenfalls nicht), also halte ich Einsparungen an der Stelle für ausreichend begründet.

    natürlich ist die mangelnde Mitarbeit von Eltern auch mal ein Problem.
    Aber: eyh, es werden gerade die Integrationskurse groß gestrichen, oft haben die Menschen keine Möglichkeit zu arbeiten und wir sollten nicht vergessen, dass die absolute Mehrheit (quasi Alle?) der Menschen, die ohne Übersetzer keine Gespräche führen können, nicht unbedingt freiwillig hier sind.
    (Aissatou ist ein weiblicher Vorname, aus Westafrika)

    Wieder was gelernt 🙂

    Ich sehe das anders. Ich hatte vor ein paar Jahren einen syrischen Schüler, der am 2. Tag nach Ankunft in seiner zugewiesenen Unterkunft durch die Stadt gelaufen ist und gefragt hat, wo er mithelfen kann. Er hat dann noch in der gleichen Woche ehrenamtlich bei der Tafel angefangen, dort mehrere Jahre gearbeitet und im Wesentlichen erstmal auch dort Deutsch gelernt. Klar, man kann natürlich auf seinen Integrationskurs warten - oder man geht halt los und tut selbst was für seine Integration. Ich denke, das kann man durchaus erwarten und machen Zuwanderer seit ewig und überall auf dem Erdball so. Was dem Ganzen entgegen läuft, ist einzig die Vollversorgung, die man inzwischen auch ohne entsprechendes Engagement bekommt. Dass das übermäßige an-die-Hand-nehmen keine sonderlich erfolgreiche Strategie war und Integrationskurse auch oft nicht ernst genommen wurden, wissen wir mittlerweile, insofern bin ich mit den Streichungen tendenziell eher einverstanden.


    Auf den schulischen Kontext bezogen finde ich interessant, dass in den PISA Auswertungen festgestellt wurde, dass es keine unmittelbare Korrekation zwischen dem Angebot an Fördermaßnahmen und dem Bildungserfolg gibt. Wenn durch viele Hilfsangebote Selbstständigkeit und Eigenverantwortung verloren gehen, verpuffen die Effekte. Ein gewisses Maß an Eigenverantwortlichkeit einzufordern und dem Eindruck entgegenzuwirken, Schule liefere schon alles im Rundumservice an, halte ich also nicht für verkehrt.

    Aber ich sehe es zum einen wie chilipaprika , dass man eben nicht abwarten kann, damit diese Kinder leider scheitern müssen.

    Das befürworte ich auch nicht, ich bezweifel aber, dass es dazu zwingend Kommunikation mit desinteressierten oder wenig zuträglichen Eltern braucht.

    Formalrechtliche Erwägungen sind natürlich ein anderer Punkt (an dem wir aber auch dringend mal wieder Vereinfachungen benötigen).

    WIRTSCHAFTLICH gesehen, weil es für Einige eher der Maßstab ist, ist alles, was man in das Bildungssystem steckt, deutlich besser und eine Zukunftsinvestition.
    Oder ist es unser gesellschaftliches Ziel, am Ende sagen zu können "Siehste, Aissatou, schade, dass deine Eltern vor 15 Jahren keine KI zum Übersetzen des Elternbriefs benutzt haben / dass deine Eltern keine eigene Dolmetschunterstützung hatten, tja, dann bleibst du jetzt im Harz IV / Bürgergeld / was auch immer - Bezug bis zum Rentenalter mit Minijobs daneben und vermutlich gilt dasselbe für deine Kinder" ?

    In der idealen Welt wäre alles so einfach.

    Wenn es zielgerichtete Investitionen sind, ja. Die öffentlichen Bildungsausgaben steigen kontinuierlich, die Ergebnisse in Leistungsstudien leider nicht.

    Wenn Aissatou und seine Eltern das richtige Mindset mitbringen, scheitert seine Bildungskarriere nicht am fehlenden Übersetzer. Umgekehrt kann man sich bei Eltern mit mangelndem Bildungsbewusstsein den Mund fusselig reden, egal in welcher Sprache, und das Kind landet mit gewisser Wahrscheinlichkeit trotzdem im Bürgergeld. Das ist einfach ein Punkt, an dem Ressourcen verschwendet werden. Jedem ist mehr geholfen, wenn man die Kohle bündelt und Aissatou einfach in verpflichtende Intensivsprachförderung steckt.

    Ich bin hier mal wieder der Geisterfahrer, aber ich würde mir als Steuerzahler wünschen, dass solche Dinge wie teuer finanzierte Sprachmittlungen einfach ersatzlos abgeschafft werden. Wer Interesse an seinen Kindern hat, schafft es, selbst jemandenzu organisieren, Schreiben in die Muttersprache übersetzen zu lassen (mit KI ja kein Hexenwerk mehr) usw. Wer das nicht schafft, ist meist auch nicht sonderlich interessiert und die Gespräche sowieso mäßig effektvoll. Eine Streichung dieser Farce-Gespräche, bei denen man oft ohnehin gegen eine (freundlich lächelnde und nickende) Wand redet, spart sowohl finanzielle als auch zeitliche Ressourcen.

    Gleiches bei Beratungen für jede Individualbefindlichkeit - ganz ernsthaft, das kann doch keiner finanzieren und auch irgendwie nicht der Anspruch sein. Es lief im Bildungssystem sehr lange Zeit deutlich besser, auch ohne Förder-, Diagnostik- und Beratungsschlacht. Möglicherweise liegen die Probleme ja ganz woanders, als an angeblich mangelhaften Angeboten und Strukturen.

    Im Großen und Ganzen stimme ich dir zu. Als junger, gut gebildeter, gesunder Mensch kann man aus heutiger Sicht aber auch eine verbeamtete Lehrkraft werden und von Steuergeldern finanziert werden.

    Diese große Dummheit würde ich niemandem empfehlen und auch sicherlich kein zweites Mal begehen.

    natürlich werden wir von Steuergeldern finanziert! Und es ist gut so!
    Wollen wir etwa, dass Bildung ein (noch mehr) verkäufliches Gut wird und die Eltern das Schulgeld bezahlen, das uns entlohnen würde?!

    Ich glaube nicht, dass sich das allgemeine Bildungsniveau damit noch nennenswert schlechter entwickeln könnte, als es das eh schon tut.

    Warum sollen Rentner nicht leben, wo die Lebenshaltungskosten niedriger sind und das Wetter besser ist? Die Versorgungsleistungen haben sie sich schließlich erarbeitet. Ich finde allerdings, dass das Wahlrecht an Staatsbürgerschaft und Wohnsitz geknüpft sein sollte. Aus der Ferne Lebensrahmenbedingungen mitbestimmen wollen, von denen man selbst gar nicht betroffen ist, hat für mich ein Geschmäckle.


    Als junger, gut gebildeter, gesunder Mensch würde ich aus heutiger Sicht ebenfalls die Zelte hier rechtzeitig abbrechen und mir ein Land mit niedrigeren Steuersätzen suchen. Das Schröpfen der Leistungsträger wird hierzulande perspektivisch nicht besser werden, der Gegenwert für die hohe Abgaben wird immer mieser und dazu lebt man noch mitten im gesellschaftlichen Niedergang. Wer clever ist, setzt sich nach dem Studium ab.

    Mein Cousin (Wirtschaftsjurist) lebt in Zürich, eine Schulfreundin (Intensivkrankenschwester) in Texas, mein Ex (ITler) mittlerweile in Portugal, meine Cousine ist noch in Großbritannien und sucht nun in Skandinavien oder den Emiraten... keiner bereut was.

    ich denke nicht, dass es so traumtänzerisch ist. Ich denke, dass der Ukraine Krieg ähnlich enden wird wie der erste Weltkrieg. 1918 standen deutsche Truppen auch weit auf französischen Boden. Trotzdem hat Frankreich gewonnen, weil Deutschland einfach wirtschaftlich nicht in der Lage war den Krieg weiterzuführen. Die Zivilbevölkerung ist hier schlicht verhungert.

    Aktuell stehen russische Truppen weit in der Ukraine, aber wenn die russische Wirtschaft durch den Krieg wieder so kollabiert wie 1991 am Ende der Sowjetunion, dürfte das Regime in Moskau stürzen und eine neue Regierung den Krieg beenden.

    Das es um die russischen Staatsfinanzen nicht allzu gut steht, kann man hier lesen: https://www.fr.de/politik/aus-de…r-94238962.html

    Nun, wir sehen ja bereits Sanktionslockerungen. Abwarten, in welche Richtung der globale Konsens sich hier entwickelt, wenn die Lage auf dem Energiemarkt weiterhin angespannt bleibt. Ich halte es für ziemlich realistisch, dass die wirtschaftliche Ächtung irgendwann ein Ende haben wird.

    Einer meiner Kurse verstand neulich den deutschen Boykott der Eröffnungsfeier der Paralympics überhaupt nicht und war sich insgesamt auch gruselig einig, dass man langsam mal wieder auf sich selbst gucken könne und russisches Gas vielleicht doch nicht so verkehrt wäre. Ich teile diese Haltung nicht, aber dass sich entsprechende Stimmen in Europa wieder mehren, ist nunmal so.

    Dein Szenario gefällt mir allerdings natürlich besser 😊


    Architect

    Du sprachst von "gewinnen". Wie definierst du das denn für dich?

    Ich finde die Unterstützung der Ukraine grundsätzlich richtig und hätte befürwortet, von Anfang an richtige Hilfe bereitzustellen, statt Helme zu schicken und Angstdebatten darüber zu führen, ob Putin uns bei Waffenlieferungen als Kriegspartei einstufen könnte. So, wie es gelaufen ist und läuft, kann man anerkennen, dass die ukrainische Armee sich in Anbetracht ihrer Ausgangslage wacker schlägt, gleichzeitig ist es aber völlige Traumtänzerei zu glauben, dass dieser Krieg ohne Gebietsabtretungen enden wird oder Russland gar in irgendeinem denkbaren Szenario "zerstört wird". Früher oder später wird die Ukraine Gebiete abgeben. Die Frage ist, wie viele Ressourcen - Menschenleben, Gelder, Waffen - bis dahin noch verballert werden.

    Irgendwann muss man sich mal klar positionieren, ob die Ukraine unabdingbar wichtig für die europäische Sicherheit ist und zwingend gehalten werden muss - dann müsste man sich konsequenterweise aber auch direkt und aktiv militärisch beteiligen, denn mit der Strategie, lediglich Gelder und Waffensysteme zu schicken, gelingt es ja sehr offensichtlich nicht, die Ukraine in die Lage zu versetzen, die Russen zurückzudrängen. Möchte man das nicht oder kommt man zu einem anderen Schluss, muss es irgendwann erlaubt sein die Frage zu stellen, wie lange man (neben den ganzen Menschenleben) noch Milliarde um Milliarde in einem Krieg vernichten möchte, der nicht zu gewinnen ist. Oder ob man nicht doch irgendwann mal eine Beendigung gegen Gebietsabgaben und Sicherheitsgarantien o.ä. verhandeln muss.

    Für die 35.000 ukrainischen Männer, die nicht bereit sind, sich in diesem Krieg zu opfern, habe ich vollstes Verständnis. Würde ich auch nicht und wäre sofort weg. Dass sie irgendwo in Europa einen Genozid befürchten müssen, halte ich für genauso absurd, wie die "Russland zerstören"-Phrase. Dennoch passt es nicht so recht zusammen, einereits mit horrenden Summen das ukrainische Militär zu unterstützen und andererseits aktiv zu deren Personalproblemen beizutragen, indem Wehrpflichtige aufgenommen werden. Hier kollidieren individuelle und systemische Betrachtungsweisen.

    meine Deutsche Dogge, die ich nächste Woche als Welpe bekomme

    Hast du die nach möglichst passender gemeinsamer Lebenserwartung ausgesucht?

    (in Gedenken an Lilly, Welpenfreundin meiner Hündin, die mit 5 gebrechlich wurde und von ihr inzwischen seit 9 Jahre überlebt wird)


    Den Ansatz, es sich möglichst nett zu machen, solange es geht, teile ich. Wir sind eh an einem Punkt, an dem man nicht überrascht wäre, wenn uns gesellschaftlich, innenpolitisch oder außenpolitisch perspektivisch alles hier um die Ohren fliegt.

    Ich will ein vernünftiges Altersgeld und die Freiheit, mit gutem Gefühl auf Stellensuche gehen zu können. Die Erhöhung ist mir auch eher nachrangig wichtig 😊

    EDIT 2: Solche "Info-Runden" hatten wir in den einzelnen Lehrkräftezimmer früher auch. Das Blöde war halt, dass dort immer nur ein Teil der KuK anwesend war, bedingt durch Aufsichten, unterrichtsfreie Tage, krankheits- oder fortbildungsbedingte Abwesenheit usw. Diesen Newsletter finde ich sehr viel besser, da er alle Lehrkräfte und eben auch die weiteren schulischen Mitarbeiter*innen erreicht.

    Gabs beides.. persönliche Info und das Ganze kam dann anschließend nochmal kurz zusammengefasst per Mail. Fand ich gut und hat dazu beigetragen, dass man generell einen besseren Überblick hatte, was an der Schule gerade so los ist, weil auch sowas wie "Mittwoch sind unsere 5er beim Volleyballtunier und letzte Woche hat Schülerin X die nächste Runde im Debattierwettbewerb erreicht" kurz erwähnt wurde..

    Meine Ref-Schule kam auch mit Infomails aus, an der Schule danach hat die SL montags in der 1. Pause im Lehrerzimmer eine kurze Wocheninfo gemacht. Meinem Eindruck nach wurde bei beiden Varianten viel abgefrühstückt, was an Schule 3 in epischer Breite auf den GLKs vorgelesen wurde. Da hat TOP2/Infos dann auch regelmäßig eine Stunde oder länger gedauert.

    Schulen unterscheiden sich in Sache Effizienz schon deutlich.

    Das ist ja gerade WillGs Idee gewesen. Über die Hausordnung stimmt die Schulkonferenz ab, in der Vertretung von SuS, LK und Eltern sitzen. Wenn man die Hausordnung in der GK überarbeitet, schlägst du vor, dass darin der Passus "das Trinken im Unterricht ist erlaubt" auftaucht. Da dem niemand widersprechen wird, kann dich dein Schulleiter diesbezüglich gern haben.

    Ich hoffe sehr, dass das Thema nicht auf der GK auftaucht. Wäre für mich ein Paradebeispiel für den ganzen nichtigen Blödsinn, mit dem häufig Konferenzzeit (und damit letztlich Lebenszeit) verplempert wird.

    Wassertrinken ist ja erlaubt.

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