Wie mit Ablehnungsbescheid der weiterführenden Schule umgehen?

  • Niemand wollte auf eine Gesamtschule und schon gar nicht in den gebundenen Ganztag.

    Man kann nur hoffen, dass die Eltern bei der nächsten Kreistagswahl auch kultuspolitische Themen bei ihrer Kreuzchenwahl berücksichtigen.

    Einmal editiert, zuletzt von Gymshark (21. Oktober 2024 17:48) aus folgendem Grund: Korrektur

  • Man kann nur hoffen, dass die Eltern bei der nächsten Landtagswahl auch kultuspolitische Themen bei ihrer Kreuzchenwahl berücksichtigen.

    Ich weiß nicht, wie das bei euch ist. Hier wäre vermutlich der Schulausschuss des Schulträgers der bessere Ansprechpartner, wenn es um die konkrete Zuweisung von Schulformen für einzurichtende Schulen geht. Soweit ich das überblicke, ist auch in anderen Gegenden die Schulnetzplanung eher Sache der Schulträger und nicht des Landes.

  • Gymshark

    Die Frage ob Gesamtschulen ausgeweitet werden oder nicht entscheiden in NRW ausschliesslich die Kreise und kreisfreien Städte.

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • OK, danke für die Zusatzinfo.

    Bedeutet konkret: Duisburg könnte theoretisch sagen "Gesamtschulen? Nicht mit uns.", während Köln flächendeckend auf Gesamtschulen setzt?

  • Bedeutet konkret: Duisburg könnte theoretisch sagen "Gesamtschulen? Nicht mit uns.", während Köln flächendeckend auf Gesamtschulen setzt?

    Genau so ist es.

    Man kann nur hoffen, dass die Eltern bei der nächsten Kreistagswahl auch kultuspolitische Themen bei ihrer Kreuzchenwahl berücksichtigen.

    Bei uns sitzt die SPD fester im Sattel als die CSU in Bayern. Konkret hatten wir seit dem 2. Weltkrieg nur einen Nicht-SPD Bürgermeister. Dieser Sonderfall kam auch nur dadurch zustande, dass er aus der SPD rausgeflogen ist, als Amtsinhaber aber so bekannt war, dass er auch parteilos wiedergewählt wurde.

    Die Gesamtschule ist halt das Prestigeprojekt der SPD. Die beiden Realschulen werden aus politischen Gründen, so benannten des deren beide Schulleiter bei der gemeinsamen Vorstellung aller Schulen in der Stadthalle, kleingehalten und dürfen seit 20 Jahren keine weiteren Züge aufmachen. Genug Anmeldungen für gleich mehrere zusätzliche Parallelklassen hätten sie gehabt.

    Ich mache seit 25 Jahren das Kreuzchen immer wieder bei der Opposition, ändert aber nichts.

    Im Nachgang des Elternabends kam aus lauter Frust bei den anderen Eltern die Frage auf, ob man denn wirklich erst die AfD wählen muss, damit sich etwas ändert?

  • Mit dem Kreuzchen bei der (den) Regierungspartei(en) geht man mit dem grundsätzlichen Kurs mit. Möchte man eine andere Bildungspolitik, muss man Opposition wählen, da sich sonst die Regierungspartei(en) nachvollziehbarerweise in ihrem Handeln bestätigt fühlt (fühlen).

  • Mit dem Kreuzchen bei der (den) Regierungspartei(en) geht man mit dem grundsätzlichen Kurs mit. Möchte man eine andere Bildungspolitik, muss man Opposition wählen, da sich sonst die Regierungspartei(en) nachvollziehbarerweise in ihrem Handeln bestätigt fühlt (fühlen).

    Nein, man kann sich schlicht auch an die verantwortlichen Lokalpolitiker wenden und diesen den Eltern- und Wählerwillen verdeutlichen. Das kann bei entsprechender Anzahl von Willensbekundungen durchaus auch die Inhaber von Mehrheiten beeindrucken. Aber noch einmal: wir befinden uns hier eher in der Kreis- als in der Landespolitik.

  • Danke. Die gute Nachricht ist, dass man gerade auf dieser Ebene durch Initiativen wirklich Einfluss auf die Entscheidungsgremien nehmen kann...und das ziemlich unabhängig von parteipolitischen Überlegungen.

  • Das Thema Anmeldung bei weiterführenden Schulen ist immer mit Kritik am Anmeldeverfahren verbunden. Es gibt einen Anwalt , vertritt solche Anliegen. Oft sind die Losverfahren intransparent, die Angabe von Wunschschulen obsolet, sobald eine Überanmeldung auftritt.

  • Das Thema Anmeldung bei weiterführenden Schulen ist immer mit Kritik am Anmeldeverfahren verbunden. Es gibt einen Anwalt , vertritt solche Anliegen. Oft sind die Losverfahren intransparent, die Angabe von Wunschschulen obsolet, sobald eine Überanmeldung auftritt.

    Da gibt es nicht nur einen Anwalt - der hoffentlich hier nicht bald verlinkt werden soll - sondern grundsätzlich können da diverse Personen konsultiert werden. Ansonsten halt erst einmal begründet Widerspruch gegen den Bescheid einlegen und versuchen nachzuweisen, dass es Fehler bei der Zuteilung gab (also z.B. nicht ausgeschöpfte Kapazitäten, nicht berücksichtigte Kriterien im Losverfahren o.ä.)


    Unser Verfahren ist da ziemlich transparent und wird unter Aufsicht des Schulträgers durchgeführt. Das führt dann aber auch dazu, dass es sehr rechtssicher ist, auch wenn immer mal wieder versucht wird, gegen die Ablehnung anzugehen.

  • Ach, muss es schön sein, an einer solchen Schule zu arbeiten.
    (Da spricht nur mein Neid als arbeitende Kraft, die Schwächen und Ungerechtigkeiten des Systems dahingestellt)

    Ehrlich gesagt kann ich dir da gerade nicht folgen. Ein transparentes Losverfahren bei den Anmeldungen halte ich nicht gerade für eine Besonderheit, sondern sollte eher der Standard sein und hat auch erst einmal wenig mit den eigentlichen Arbeitsumständen der Kolleginnen und Kollegen zu tun. Dass intransparente Verfahren wiederum durchaus zurecht das Bedürfnis von Eltern wecken, die Schulplatzvergaben auch auf rechtlichem Weg zu hinterfragen, ist nachvollziehbar und einfach unnötiger Stress. Aber auch mit dem haben die Kolleginnen und Kollegen vor Ort herzlich wenig zu tun, das ist eher für die SL ein Problem.

  • Oh, mein Beitrag war nicht deutlich, obwohl ich es mit dem Neid gekennzeichnet hatte.
    Nicht nur meinte ich es unironisch, sondern: Ich bin ganz ehrlich neidisch darauf, dass (viele) andere Schulen sich die Schüler "aussuchen" können. Das konnten wir in den letzten über 15 Jahren, an denen ich an der Schule war, nicht machen und umgekehrt sind wir "froh" über jede Anmeldung. Dass ein sehr großer Teil gar keine Gymnasialempfehlung hat, müssen wir nicht nur hinnehmen (freie Elternentscheidung), sondern "sichert unsere Arbeitsplätze".

  • Ah, verstehe. Ich denke, im Ergebnis ist der Unterschied gar nicht so groß. Denn auch ein Losverfahren wie beschrieben führt nicht gerade dazu, dass man sich die Schüler "aussuchen" kann. Ich möchte aber nicht ausschließen, dass es Schulen gibt, an denen diese Verfahren tatsächlich intransparent ablaufen und ein solches Ergebnis haben können.

  • Es wäre für alle Beteiligten besser, Schulen könnten sich die Schüler aussuchen. Denn gäbe es in jeder Stadt wenigstens ein paar Reste an "guten Schulen", an denen das Niveau gehalten werden kann und nicht nur flächendeckend verkappte Gesamtschulen.

  • Es wäre für alle Beteiligten besser, Schulen könnten sich die Schüler aussuchen. Denn gäbe es in jeder Stadt wenigstens ein paar Reste an "guten Schulen", an denen das Niveau gehalten werden kann und nicht nur flächendeckend verkappte Gesamtschulen.

    Nein, dann gäbe es auf der anderen Seite gerade erst "Resterampen"-Schulen, in denen die Probleme konzentriert sind.

  • Ja. Da kann man dann meinetwegen doppelte Ressourcen reinstecken, Klassen halbieren und versuchen zu retten, was zu retten ist, versaut aber wenigstens nicht eine komplette Schülergeneration.

  • sondern "sichert unsere Arbeitsplätze".

    Das ist an den anderen Schulen auch so, wird aber gerne bei denen vergessen, die sich, wie Maylin85 , eine stärkere Segregation wünschen.

    Dann sind an den auswählenden Schulen eine Menge Lehrkräfte übrig, die dann an die anderen Schulen wechseln müssten. Diese Lehrkräfte übernehmen dann bereitwillig das das Retten?

    Da kann man dann meinetwegen doppelte Ressourcen reinstecken, Klassen halbieren und versuchen zu retten, was zu retten ist,

    Fangen wir doch damit an. Vielleicht wandern dann eine Menge Schüler:innen zu den weit besser versorgten Schulen.

Werbung