Beiträge von Maylin85

    Da haben wir ja ausgesprochenes Glück, dass wir in NRW keine Hymne haben 😊

    Next Level, Schuhplattler als verpflichtender Abschlusstanz?

    Es geht logischerweise darum, auf wen die Kosten umgelegt werden. Das sollte eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sein und aus Steuergeldern finanziert werden, nicht auf GKV-Versicherte abgeladen werden.

    In Deutschland wandern überproportional viele Hochqualifizierte aus, das ist nunmal leider Fakt. Und bei unseren abartigen Steuersätzen, der deutschen Missgunstkultur, einer Regierung, die ständig nur überlegt, wie sie noch stärker auf Gutverdiener und deren Kapital zugreifen kann, und attraktiven Ländern mit besseren Verdienstmöglichkeiten, ist das ja auch überhaupt kein Wunder. Und da sind die zunehmend negative gesellschaftliche Grundstimmung und die Tatsache, dass im öffentlichen Raum alles auseinander fällt, noch gar nicht berücksichtigt.

    Genau da scheiden sich halt die Geister. Die einen sagen, man müsse hier investieren und die andren meinen, es sei besser dort.

    Deswegen gibt's unterschiedliche Parteien.

    Gut wäre ja schonmal, überhaupt zu investieren, statt einfach nur auszugeben 😊

    Warum sollte der Arzt bei abgesenkten Gehältern dann später in Deutschland bleiben?


    Vielleicht erkennt man einfach mal an, dass es Lebensbereiche gibt, in denen Investitionen notwendig und gut angelegt sind, und andere, wo unnötig Milliarden verballert werden. Eventuell könnte man das mal ein wenig in Balance rücken.

    Meine Schüler in der Ausbildungsvorbereitung haben absurde Vorstellungen von Gehältern und davon, welche Karrierewege einem so offen stehen, wenn man ggf. nichtmals einen Hauptschulabschluss hinkriegt. Praktika in realistischen Berufsbildern werden wegen "Ausbeutung" und "keine Lust" abgebrochen. Überhaupt ist alles zu schlecht bezahlt. Es gibt zig Hilfsangebote zur beruflichen Orientierung, die am Großteil dieser Klientel genauso wirkungslos verpuffen, wie der Großteil des Schulunterrichts. "Wir müssen diese Menschen qualifizieren" funktioniert nicht, das sind Ressourcengräber.

    Was sie bräuchten, wäre schnöde Notwendigkeit, den Hintern hoch zu bekommen, weil die Alternative Bürgergeld erheblich spürbar unatraktiver ist. Und ebenfalls braucht es eine stärkere Bekämpfung von Schwarzarbeit. "Mein Kumpel arbeitet seit 5 Jahren schwarz aufm Bau und fährt AMG" (ob das so stimmt, sei dahingestellt, abee die Sätze fallen) machts nicht besser.

    Beide Ziele sind aber durchaus sinnvoll. Und es gibt objektiv wirklich wenig Grund, wieso die Gattin eines Gutverdieners umsonst mitversichert sein soll.

    Meine Mum hat sich heute auch ganz furchtbar drüber aufgeregt, aber ernsthaft... die haben ein überdurchschnittliches Haushaltseinkommen und sie arbeitet schon seit Anfang 50 nicht mehr, warum bitte sollen andere Beschäftigte das bezahlen? Ist doch absurd.

    Vermutlich ist keine Partei außer der CSU dagegen, weil die Mehrheit der arbeitenden und beitragszahlenden GKV-Mitglieder die kostenlose Mitversicherung ohnehin als ungerechte Belastung empfindet.

    Verständlicherweise.

    Irgendwas ist in der Berechnung schief. Ich komme bei A13/9 auf 4525.20 € netto, mit Kirchensteuer immer noch knapp über 4400€. PKV mit 600€ scheint mir etwas arg hochgegriffen. Ich zahle knapp 400€ und wäre bei Vollzeit damit immer noch bei haarscharf über 4000€ netto nach PKV. Mit A13, wohlbemerkt.

    Das Ding hat zwei Weltkriege überlebt. Ich glaube nicht, dass unsere Generationen daran Änderungen erleben werden. Man würde gegen die Verfassung verstoßen. Pacta sunt servanda und so.

    Trotzdem, die Stimmung beim Mob ist ja zur Zeit wirklich feindselig. Ich sorge privat gut vor, um auf den Fall vorbereitet zu sein, dass irgendeine Regierung Verfassungsbruch begehen wird und die Bedingungen für die Beamten sich noch massiv weiter verschlechtern.

    Es braucht gar keinen Verfassungsbruch, sondern bloß eine Verfassungsänderung. Dass sich bei diesem Thema mittelfristig entsprechende Mehrheiten finden lassen, halte ich jedenfalls nicht für ausgeschlossen.

    Der Staat muss allgemein Maßnahmen ergreifen, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern. Bessere Kinderbetreuung und bessere Bildung. Mehr Kindergeld von mir aus. Aber doch bitte für alle und nicht für Beamte.

    Man fragt sich, wieso Länder wie die USA, die das alles nicht haben, eine höhere Geburtenrate haben, als wir.

    Oder anders ausgedrückt: ich halte das ja alles für zum Fenster rausgeschmissenes Geld. Aber OT.

    Wir reden von ein paar Euro Fünfzig. Da müssen wir dann überlegen, ob wir vom Prinzip her argumentieren oder auf den tatsächlichen Betrag schauen.

    Spaßhalber geguckt, bei mir wären es 168,76€.

    Sorry, aber für wen das "paar Euro Fünfzig" sind, der lebt auch etwas entrückt von der Realität sehr vieler Menschen.

    Ein zentrales Argument gegen die Abschaffung des Beamtentums bei Lehrkräften war ja das Streikrecht. Ich sehe da ein viel gravierenderes Problem. Wenn Lehrkräfte künftig wie "normale" Angestellte ihre Jobs an ihren Schulen im Extremfall mit der gesetzlichen Kündigungsfrist kündigen können und dann an einer anderen Schule anheuern können, dann haben insbesondere Brennpunktschulen künftig ein ganz erhebliches Problem - oder die Stellen dort müssten besser bezahlt werden, was aber aufgrund des öffentlichen Arbeitgebers nicht passieren wird.

    Das Beamtentum bietet die einzigartige Möglichkeit, Schulen in unattraktiven Lagen ohne Mehrkosten gegen den Willen der Beschäftigten mit Personal zu versorgen. Gleichzeitig hätten wir da pädagogisches Kontinuitätsproblem und die Schulen können auch nicht mehr über ein Halbjahr hinaus mit Personal planen.

    Das sehe ich auch so, "da draußen" sieht es aber niemand. Und wenn ich als Politiker Wählerstimmen priorisieren würde, wäre das für mich ein we'll-cross-that-bridge-when-we-get-there-Punkt.

    Realistisch betrachtet wird der Privatschulsektor ohnehin immer stärker und der Anteil an Beamten im Schulsystem damit wahrscheinlich langfristig rückläufig sein.

    Von den Zuschlägen wissen die wenigsten, daran stößt sich niemand außer kinderlose Beamte. Es wird sich immer an den Pension und der DRV gestoßen.

    Nehme ich anders wahr und kriege immer öfter Screenshots und Diskussionen dazu auf diverse Social Media Feeds gespült.


    Meinst du die Höhe und Ausgestaltung in NRW je nach Wohnort oder meinst du das Prinzip der Zuschläge generell?

    Ich meine generell das Prinzip, ganze Familien statt nur den Menschen zu alimentieren, der seine Arbeitskraft zur Verfügung stellt. In NRW ist das ganze System natürlich nochmal besonders pervertiert.


    Ok. Nur wann ist dieses Empfinden "gestillt"?

    Sehr hypothetische Frage. Weiß ich nicht. Aber um des sozialen Friedens Willen wird man meines Erachtens irgendwo anfangen und Zugeständnisse machen müssen. Finde ich als Betroffener auch nicht toll, aber geboten.

    Ich verstehe den Unmut bei Nichtbeamten, denn gerade die Zuschläge sind einfach überhaupt nicht mehr zeitgemäß, teuer und sozial ungerecht. Mich würde sehr wundern, wenn demnächst nicht massiv an Beamtenprivilegien geschraubt würde - seien es Zuschläge oder Maximalpensionen oder Beihilfesätzen oder was auch immer. Man kann Arbeitnehmern nicht immer mehr Einschnitte zumuten und Beamte aussparen. Es spielt auch gar keine Rolle, wie sich das tatsächlich kostentechnisch niederschlägt, es geht im Wesentlichen sicherlich auch im Gerechtigkeitsempfinden beim Wähler.

    Was wären wohl die steuerrechtlichen und sozialrechtlichen Konsequenzen, wenn ich 2 mal Vollzeit arbeite. Muss einer der Arbeitgeber irgendwelche Schutzvorschriften einhalten, weil ich dann 2 mal 40 h arbeite? Muss ich meine Nebentätigkeiten von beiden Arbeitgebern genehmigen lassen? Was ist, wenn man neuer AG das nicht so witzig findet. Wäre das ein Kündigungsgrund? Spannende Fragen.

    Naja, mal realistisch betrachtet.. Sozialversicherungen und Krankenkasse werden bei zwei Vollzeitmeldungen vermutlich nachfragen, was da los ist... man wird feststellen, dass das arbeitsrechtlich nicht okay ist... da man das nicht als Dauereinrichtung plant, sondern eh nur ein paar Wochen Überschneidung überbrückt, kann einem das letztlich egal sein, man behebt die Zustände ja schnell... das Land wird einen Verstoß gegeh den Arbeitsvertrag feststellen, fristlos kündigen und ggf. Schadensersatz geltend machen, danach ist der Drops gelutscht

    Wenn man sicher (!) nicht mehr vor hat, jemals wieder im ÖD zu arbeiten, ist das meines Erachtens die bessere Variante, als sich eine sehr passende Stelle mit Zukunftsperspektive durch die Lappen gehen zu lassen. Man sollte mit dem neuen Arbeitgeber aber vermutlich offen kommunizieren, der könnte das sonst möglicherweise komisch finden^^

    Wieso nicht bei Versagen der Vertragsauflösung zum 31.5. einfach sagen "verstehe ich, werde aber trotzdem ab 1.6. woanders arbeiten und nicht mehr hier antreten"? Mehr als im allerschlimmsten Fall Schadensersatz zahlen zu müssen, kann ja nicht passieren.

    Krankmeldungen und ein herbeiphantasiertes zerrüttetes Arbeitsverhältnis wären mir zu unaufrichtig. Wenn der neue Job eine Investition in die Zukunft und es wert ist, würde ich mit klarer Ansage und Haltung gehen, auch wenn es ggf. am Ende etwas Geld kostet.

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