Beiträge von Maylin85

    Auf welche Grenze beziehst du dich da?
    Es klingt nach PKV/GKV-Rückkehr-Grenze und nicht nach "Wiederverbeamtung" (sonst wäre ich gerade sowas von weg..)

    https://lehrernrw.de/wp-content/upl…chulen-2022.pdf

    S. 31, unten links. Dort wird beim Wechsel von Privatschulen in den Landesdienst 55 als Altersgrenze angegeben. Ich stelle allerdings gerade fest, dass es diese Verordnung inzwischen nicht mehr so gibt und die Info möglicherweise veraltet ist.

    Ich bin trotzdem ziemlich sicher, in den letzten Jahren von Wechseln zwischen Ersatzschuldienst und Landesdienst jenseits der 42 zu wissen. Kann es aber nicht an Paragraphen festmachen.

    Ich finde seit dem Schulformwechsel das Unterrichten teilweise einfach nur todeslangweilig. Manche Klassen sind soooo krass langsam, brauchen zigtausend Wiederholungen, man kommt inhaltlich überhaupt nicht vorwärts, weil jede Phase 3-4x länger dauert, als antizipiert... mich strengt das Aushalten dieser Langeweile so an, dass ich an Tagen mit vielen Stunden in solchen Klassen erstmal 2-3 Stunden schlafe. So richtig sinnvoll mit Alternativtätigkeiten füllen lässt sich die Zeit im Unterricht ja auch nicht.

    Wieso möchtest du im laufenden Schuljahr raus? Ein sauberer Wechsel zum neuen Schuljahr wäre natürlich die schönere Variante. Ansonsten hilft nur, Entlassungsantrag zum Tag x stellen und abwarten, ob man dich mittendrin gehen lässt. Hier könnte ich mir vorstellen, dass das Land aber ggf. nicht mitspielt.


    Bei der anderen Frage denke ich, so lange Mangel besteht, wird ein Wechsel vermutlich immer möglich sein. Jedenfalls, solange du nicht an der Altersgrenze (ich meine 55 bei Wechseln?) kratzt.

    Der Punkt bei der ganzen Fragerei ist doch aufzuzeigen, dass Inklusion und gesellschaftliches Miteinander abseits von zwangsverordneten Kontexten meist nichtmals von denjenigen gelebt werden, die sie befürworten. Im echten Leben findet das alles kaum statt.

    Man könnte ja auch mal fragen, warum wir keine Kollegen mit Down Syndrom oder geistigen Behinderungen oder unterdurchschnittlichem IQ in den Schulen haben - wäre als Alltagshelfer oder Klassenassistenz oder pädagogische Unterstützung oder dergleichen doch durchaus vorstellbar und es würde das ganze Inklusionsunterfangen deutlich glaubwürdiger machen, wenn wenigstens ein staatlicher Arbeitgeber auch Anschlussperspektiven sichtbar vorleben würde. Passiert aber nicht, ebenso wenig wie (abseits von speziell bezuschussten Projekten) in der freien Wirtschaft. Also wo genau ist diese vielbeschworene gesellschaftliche Teilhabe denn außerhalb des Bildungswesens zu finden?

    Ja, ist mir klar und bekannt.
    Aber dann nimmt doch die Schule denjenigen mit der richtigen Schulform (und wenn sie Auswahl haben, jemanden, der ein bisschen was Affines hat) und mutet nicht dem Schulformwechsler noch einen ZK parallel zu. Sondern vielleicht irgendwann.

    Jein. Ich hab zuletzt Sek I Ausschreibungen gesehen, die für lehramtsfremde Bewerber geöffnet waren und gleichzeitig den Zertifikatskurs mit drin hatten. Aktuell z.B. die Ausschreibungen ES-R-21211 und 3-R-4301.


    edit: ok, ob das so gemeint ist, dass auch beides in Kombination geht, hab ich vielleicht reininterpretiert und geht aus den Ausschreibungen nicht zwingend hervor.

    Die Hattie-Studie zeigt, dass alle Kinder, im Sinne von Kinder mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf, in inklusiven Settings mindestens genau so gut lernen, wie unter der Bedingung der Seperation von Menschen mit Behinderungen.

    (...)

    bedarf aber natürlich Ressourcen, die an den meisten Schulen leider so erstmal nicht gegeben sind.

    Verkürzen wir doch mal aufs Wesentliche 😊

    Dass die Hattie-Studie immer noch vermeintlicher Beleg für allen möglichen Kram herangezogen wird, der sich in der realen Unterrichtspraxis hierzulande ganz anders darstellt, ist auch spannend.

    Überlege dir gut, ob du wirklich Spaß an ausschließlich Sek I hättest. In Geographie habe ich die Oberstufe sehr gerne gemacht, dort finden sich auch interessante Themen im Lehrplan. Speziell die erste Hälfte der Sek I ist aber extreeem zäh und inhaltlich schnarchlangweilig (daher wenig überraschend, dass Schüler das Fach meist nicht so dolle finden). Ich war immer dankbar, wenn ich erst ab Klasse 9 eingesetzt war. An Gesamtschulen gibts Erdkunde meist auch gar nicht als eigenständiges Fach, sondern es wird in Kombination mit Geschichte als Gesellschaftslehre unterrichtet.

    Ich würde wohl eher ein gesuchteres Drittfach dazu nehmen, als auf Sek I zu wechseln.

    Mich hält ausschließlich das Gehalt vom Jobwechsel ab. Ich habe keine Qualifikationen, mit denen ich anderswo ähnlich verdienen würde, und wäre auch kein guter Selbstständiger. Wäre das anders, wäre ich längst weg.

    Dabei mache ich das Kerngeschäft unter den richtigen Rahmenbedingungen durchaus gerne, die gibts aber eben nur in sehr kleinen Nischen des Bildungssystems.

    Wenn du das 2. Staatexamen für Gym/Ge abgelegt hast, kannst du dich auf für Gym/Ge-Bewerber geöffnete Sek I Stellen bewerben. Der normale Weg ist meines Wissens, dass man dann zunächst im Angestelltenverhältnis eingestellt wird und berufbegleitend die Lehramtsbefähigung für Sek I erwerben kann. Liegen die laufbahnrechtlichen Voraussetzungen dann vor, erfolgt auch eine Übernahme ins Beamtenverhältnis.

    Um deine Vereinfachung aufzugreifen: Der Schwererziehbare stört an der Oberschule genauso

    Eben. Deswegen braucht es eigentlich dringend Schulen mit Förderschwerpunkt Verhalten. Da dieses Problem mittlerweile in jeder Schulform und fast jeder Klasse auftritt, gehören die in jede einzelne Kommune und es müsste eine niederschwellige Überweisung ohne großes Elternvetorecht möglich sein. Eventuell erschließt sich Eltern dann auch mal wieder der Mehrwert von Erziehung. Wunschdenken, ja... aber es ist nunmal so, dass diese Kinder das Hauptproblem im Schulsystem sind und auch Schüler selbst Unterrichtsstörungen als die größte Belastung beim Lernen benennen.

    Den Autisten brauchst du nicht nochmal erwähnen, nachdem ich mehrfach (!!!!) geschrieben habe, dass der nicht das Problem ist, solange sein Verhalten händelbar ist. Ich hatte selbst Autisten, die komplett unproblematisch waren (mit und ohne Schulbegleitung). Ich hatte aber auch eine Autistin, die eine glatte Zumutung für ihre Klasse war und die trotzdem erduldet werden musste. Hier muss es doch möglich sein, zu differenzieren und auch mal Interessen der 25 anderen Personen im Raum zu berücksichtigen.

    Ich verstehe den Grundgedanken schon. Inklusion führt Menschen mit Unterschieden zusammen. Im Bereich GE liegen diese Unterschiede in den kognitiven Fähigkeiten, im Bereich ESE im Verhalten, im Bereich LE (jedenfalls so beobachtet an meiner Schule damals) und auch bei Verhaltensauffälligkeiten ohne Förderbedarf ggf. im Herkunftsmilieu. Man kann Schüler in der Schule aus ideologischen Gründen zwangsvergesellschaften, dass daraus aber auch private Kontakte entstehen, ist doch eher selten. Bei unseren GE/LE Schülern gab es in Klasse 5 noch Verabredungen und Einladungen zum Geburtstag, das endete aber schnell und war damals auch Anlass für Elterngespräche (weil Eltern von I-Kindern das als Ausschluss und Mobbing werteten).

    Neben der sozialen Teilhabe, muss man sich aber vor allem auch beim Blick aufs Berufsleben ehrlich machen - spätestens an der Schwelle zum 1. Arbeitsmarkt ist oft Endstation und bisher ist nicht feststellbar, dass inklusive Beschulung dazu führt, spürbar mehr Schüler mit Förderbedarfen in den 1. Arbeitsmarkt zu überführen.

    Daher muss die Frage erlaubt sein, ob dem hohen Preis der Inklusion (und auch dem Mitziehen von unerzogenen oder schwererziehbaren Schülern) überhaupt ein nennenswerter Nutzen gegenüber steht, der die Verschlechterung der Lernbedingungen für alle anderen rechtfertigt. Ich bezweifel das.


    Und zur Sicherheit nochmal: das betrifft explizit nicht den zielgleich beschulten Autisten, der vom Verhalten her tragbar ist, sondern all jene, die masive Störungen verursachen oder zieldifferent mitgezogen werden.

    Ich nehme an, trance wollte auf den Punkt hinaus, dass du, Quittengelee, ja selbst in einem selektiven Setting mit einer selektierten Klientel arbeitest. Und nimms mir nicht böse, aber du pickst nach wie vor nur einzelne Punkte raus und verzerrst, was ich geschrieben habe - mir ist egal, ob das stategische Absicht oder Unvermögen zur Erfassung einer vollständigen Position ist, mir scheint die Diskussion an dieser Stelle nicht weiter sinnvoll.


    Grundsätzlich zur Thematik: bei der Argumentation...

    aus Sicht des Kindes und mit der Fragestellung "Welches ist der beste Förderort für das Kind"

    ...wird immer vergessen, dass da noch 25 oder mehr andere mit im Klassenraum sitzen, deren Lernumgebung und Förderung sich durch Mitschüler mit Verhaltensauffälligkeiten und Sonderbedarfen teils massiv verschlechtern kann. Alles selbst erlebt. Das ist aber leider egal und interessiert niemanden - bei Beschwerden weist man Eltern und Kinder darauf hin, dass sie das gefälligst hinzunehmen haben, weil Individualinteressen von Minderheiten nunmal höher gewichtet werden. Es ist gut, dass diese Eltern dann noch auf Privatschulen ausweichen können. Und im Gegensatz zu Privatschulen mit Schulgeldern, ziehen die kirchlichen Schulen keine finanziellen Hürden ein und ermöglichen qualitativ gute Bildung für alle Herkunftsschichten (sofern man sich verhaltenstechnisch an die Spielregeln hält). Ich halte das in diesen Zeiten für sehr wertvoll 😊

    Du hast Recht, der Begriff Lernbehinderte fiel überhaupt nicht. Du schriebst aber zur Bekräftigung deiner vorher getätigten Aussage:

    Was nur auf Kinder mit Lernbehinderung und Geistiger Behinderung zutrifft.

    Und die Funktion von Gymnasien ist nicht, Behinderte auszusortieren, diese Begrifflichkeiten sind falsch und offenbaren ein bestimmtes Menschenbild, ja.

    Ich spreche gar nicht nur von Gymnasien, sondern von allen Schutypen. Das Bistum, für das ich gearbeitet habe, hat auch Realschulen und Förderschulen betrieben. Ich halte die Mehrgliedrigkeit für alle oder zumindest diegroße Mehrheit der Schüler grundsätzlich für vorteilhaft. Ausnahmen bestätigen die Regel. Ein Autist wird nicht zieldifferent beschult und wenn er verhaltenstechnisch tragbar ist, ist er in meinem Beitrag nicht gemeint. Autisten, die andere beim Lernen stören, halte ich aber wiederum für sehr problematisch und hier ist aufgezwungene Inklusion eine Belastung für alle anderen Beteiligten inkl. Mitschüler. Es ist gut, dass es noch Schulen gibt, die Eltern die Möglichkeit bieten, ihre Kinder dem nicht auszusetzen.

    Ich habe den Begriff "Lernbehinderte" überhaupt gar nicht verwendet. Und ich habe zieldifferente Inklusion und Selektion nach Schulleistung und wo nötig nach Verhalten im gleichen Satz unmittelbarer nebeneinander benannt, mir geht es also ganz schnöde und grundsätzlich um den Ansatz der Wahrung möglichst umfassender Homogenität und Ordnung im Schulbetrieb. Ich sehe darin einen großen Mehrwert privater Träger, die im Gegensatz zu staatlichen Schulen nicht verordnet im Chaos versinken müssen und wenigstens einen kleinen Teil der aktuellen Schülergenerationen noch auf angemessenem Niveau beschulen können. Das ist imo erhaltenswert.

    Dr. Rakete

    Du konstruierst Zusammenhänge und eine Metaebene, die an jeder Sachebene vorbeischießen. Nein, nicht jeder Mensch, der Inklusion ablehnt und Leistungsselektion für richtig und essentiell hält, ist ein bitterböser Menschenfeind. Und ja, ich halte das für einen der wesentlichen Vorteile von nicht-staatlichen Trägern.

    Wie schnell mittlerweile wilde Nazi-Analogien gezogen werden, ist schon ziemlich absurd. Ich werde meinen Sprachgebrauch nicht zensieren und Sachverhalte umständlich umschreiben, weil der den Sachverhalt nüchtern beschreibende Begriff von Einzelnen möglicherweise emotionalisiert aufgenommen wird und weithergeholte Assoziationen triggert. Das dein ganz subjektives Problem, nicht meins 😊

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