Ich stimme dir, Seph, grundsätzlich zu, aber inwiefern ist es valider, eine Note für drei Doppelstunden zu geben? (und mangels "Zwischenbewertungen" irgendwelchen Effekten zu verfallen (letzter Eindruck, Halo-Effekt, usw..)
Nur kurz zur Klarstellung: diese Variante habe ich nicht als Alternative ins Spiel gebracht und halte ich tatsächlich ebenfalls nicht für valide.
Ich kenne drei Wege, eine Note für die SMa zu generieren. SMa besteht bei mir zu 50% aus mündlicher und zu 50% aus sonstiger Mitarbeit.
1. Ich gebe mir denen eine Note, die sich melden.
2. Ich suche mir jede Stunde einige SuS raus, die ich gezielt befrage.
3. Ich gebe allen jede Stunde eine Note.
Jede Methode hat Vor- und Nachteile. Ich habe mich für 3. entschieden. Nur diese Methode betrachte ich als fair.
Gibt es noch weitere Methoden?
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Ja, die gibt es. chilipaprika hat das schon ganz gut beschrieben:
Aber kontinuierliche Notizen sind mir lieber als dass ich an einem Tag drei SuS beobachte.
Nur heißen kontinuierliche Notizen eben nicht, dass daraus sofort Einzelnoten entstehen. Man kann innerhalb einer Sequenz aber sehr wohl notieren, wie gut die einzelnen Schüler mit Problemstellungen klar kommen, ob sie Inhalte einordnen und miteinander verknüpfen können usw. Dafür muss es dann auch nicht für jeden einzelnen Schüler in jeder Stunde Notizen geben, im Verlauf einer Einheit kommt aber für jeden einiges zusammen. Anschließend kann man kriteriengestützt auch eine Note festlegen. Ich nutze dafür eine Kriterienliste, in der eines von mehreren Kriterien z.B. auf den Umgang mit Problemstellungen abzielt. Die könnten dann so aufgefächert sein:
sehr gut - kann neue Problemstellungen sachgerecht beurteilen und eigenständig lösen
gut - kann neue Problemstellungen meist eigenständig lösen
befriedigend - kann neue Problemstellungen mit Unterstützung meist eigenständig lösen
ausreichend - kann neue Problemstellungen mit Unterstützung teilweise eigenständig lösen
mangelhaft - kann neue Problemstellungen auch mit Unterstützung oft nicht lösen
ungenügend - kann neue Problemstellungen auch mit Unterstützung nicht lösen
Das ist etwas, was ich im Unterrichtsverlauf über mehrere Stunden hinweg in meinen Fächern sehr gut beobachten kann und bei dem die Schwankungen bei den einzelnen Schülern auch nicht sehr groß sind, sodass es nicht schlimm ist, das nicht jede Stunde lückenlos für alle notiert zu haben. Auch die Schüler können sich anhand solcher Kriterien meist sehr zielsicher selbst einschätzen.