Ehrlich, null Verständnis habe ich für so eine geizige Denkweise. Da fehlen mir echt die Worte, und das ist echt selten. *Kopfschüttel*
Jetzt ist nur die Frage, verstehst du den Geiz des Lehrers nicht oder den des Dienstherren nicht?
Ehrlich, null Verständnis habe ich für so eine geizige Denkweise. Da fehlen mir echt die Worte, und das ist echt selten. *Kopfschüttel*
Jetzt ist nur die Frage, verstehst du den Geiz des Lehrers nicht oder den des Dienstherren nicht?
Naja, das kann ich verstehen. Dank Kostendämpfungspauschale und Beitragsrückerstattung bleibt man de facto auf den Kosten sitzen. Und die werden fürstlich abgerechnet.
Das hat der Kollege angegeben, ja. Und das meinte ich mit "verständlicherweise". Ich habe wie gesagt deutlich gemacht, dass mir persönlich das Wissen um das Ergebnis wichtig wäre und ich es gezahlt hätte, um dann im Nachgang den Dienstherrn zur Zahlung zu zwingen.
Aber ich habe Verständnis für den Kollegen, denn genau durch so ein Verhalten (ach, dann zahle ich es selber) kommt der Dienstherr nie in die Verlegenheit etwas zu zahlen.
- FFP2 Masken? Kaufen die Lehrer selber haha
- Webcam und Computer für Video-Unterricht? Kaufen die Lehrer selber haha
- Lehrer infizieren sich in der Schule? Lehrer zahlen den Test und die Behandlung selber haha (siehe Beitrag von state of trance)
Alles anzeigenAktuell in SH:
Lehrkraft ist 6 Tage nach Präsenzunterricht mit leichten Symptomen einer Atemwegserkrankung zuhause geblieben, die Inkubationszeit passt sehr gut zu einer Ansteckung durch den Unterricht. Dort sind in der Folgewoche außerdem zwei SuS krank gemeldet (ohne, dass man Details erfährt).
Als Symptome wie Geruchsverlust hinzukommen will die Lehrkraft selbstverständlich einen Test auf SARS-CoV-2 durchführen auch zum Schutz und zur Information der übrigen Mitglieder der Schulgemeinschaft und erfährt, dass der Dienstherr sich weigert die Kosten zu übernehmen. Man könne ab dem 22.02. in SH Schnelltests machen, vorher wird da nix gezahlt. Lehrkraft macht daraufhin verständlicherweise keinen Test, die KuK werden natürlich von der Schulleitung auch nicht informiert. Wir haben das erst durch ihn selber erfahren.
Aus meiner Sicht sollte die Lehrkraft den Test aus eigener Tasche bezahlen und danach den Dienstherrn ordentlich verklagen.
Das muss richtig rappeln in Kiel!
Der Dienstherr ist seiner Fürsorgepflicht doppelt nicht nachgekommen. Er konnte die Lehrkraft nicht vor einer Ansteckung schützen und er hat eine sehr wahrscheinlich im Unterricht erfolgte Infektion nicht testen lassen, was seine Verantwortung wäre im Rahmen der Fürsorgepflicht.
Das alles natürlich gesetz des Falles, dass es sich bei der Erkrankung tatsächlich um Covid-19 handelt, aber das wird mal eventuell erst ab dem 22. erfahren.
Wundern einen da noch Inzidenzzahlen in Schleswig-Holstein?
Hervorrhebung in meinem Zitat macht ja sehr deutlich, dass auch ich den Test erstmal zahlen würde. Deine Kritik zeigt einfach mal wieder, dass Du entweder nicht richtig gelesen hast, oder Aussagen absichtlich falsch darstellst:
Auf jeden Fall bleibe ich nicht mit gebrochenem Bein auf dem Boden liegen und quengele wie ein Kind in der Trotzphase, dass ich nichts mit mir mache lasse, bevor ich eine schriftlich garantierte Kostenübernahme vom Dienstherr habe.
Der Dienstherr ist nicht für annlassbezogene Tests aufgrund von Symptomen verantwortlich, bei den in der Schule zur verfügung stehenden Testmöglichkeiten ist das Vorhandensein von Symptomen sogar ein Ausschlusskriterium. Wenn man Symptome hat, ist man krank, dann hat man das zu tun, was man macht, wenn man krank ist: zum Arzt gehen, sich da anhand der ärztlichen Empfehlungen behandeln zu lassen und die Behandlung, wie üblich, mit seiner Krankenkasse abrechnen.
Wenn du in der Schule stürzt, rechnest du das etwa auch mit deiner Krankenkasse ab? Da füllst du doch wohl auch Dienstunfallformular aus. Vor allem, wenn zum Sturz eine unzureichende Sicherung von Bauarbeiten in der Schule beigetragen haben.
Wenn der Dienstherr Lehrer während einer PAndemie in den Präsenzunterricht zwingt, dann muss er auch seiner Fürsorgepflicht nachkommen.
Die ist sträflich missachtet, wenn ein Lehrer erkrankt und dann nicht getestet wird.
Leider ist der Kollege noch nicht davon zu überzeugen das Ganze als Dienstunfall anzugeben, wie es von den Gewerkschaften empfohlen wird. Es muss mehr Druck auf den Dienstherrn ausgeübt werden.
Es stehen keine FFP2-Masken für die Lehrer zu Verfügung, Erkrankungen der Atemwege werden nicht auf das Vorhandensein von SARS-CoV-2 getestet.
Das kann man doch nicht so hinnehmen? Wie kann der Dienstherr sich auf Dienstpflicht berufen und die Lehrer einer Gefahrensitutation aussetzen (wir haben Schülerzahlen in den Räumen, die nirgendswo anders in einem Betrieb vorkommen würden), dann aber seiner Fürsorgepflicht nicht nachkommen.
Und das wird hier auch noch gutgeheißen.
Das ist so, als wenn man einen Feuerwehrmann mit einer OP Maske in ein brennendes Haus schickt und ihn dann die Behandlung der Rauchgasvergiftung selber zahlen lässt. Und dann kommen die Kameraden und sagen "Na klar musst du das selber zahlen, was hat denn der Dienstherr damit zutun? Wenn du krank bist, dann gehste zum Arzt!"
Aktuell in SH:
Lehrkraft ist 6 Tage nach Präsenzunterricht mit leichten Symptomen einer Atemwegserkrankung zuhause geblieben, die Inkubationszeit passt sehr gut zu einer Ansteckung durch den Unterricht. Dort sind in der Folgewoche außerdem zwei SuS krank gemeldet (ohne, dass man Details erfährt).
Als Symptome wie Geruchsverlust hinzukommen will die Lehrkraft selbstverständlich einen Test auf SARS-CoV-2 durchführen auch zum Schutz und zur Information der übrigen Mitglieder der Schulgemeinschaft und erfährt, dass der Dienstherr sich weigert die Kosten zu übernehmen. Man könne ab dem 22.02. in SH Schnelltests machen, vorher wird da nix gezahlt. Lehrkraft macht daraufhin verständlicherweise keinen Test, die KuK werden natürlich von der Schulleitung auch nicht informiert. Wir haben das erst durch ihn selber erfahren.
Aus meiner Sicht sollte die Lehrkraft den Test aus eigener Tasche bezahlen und danach den Dienstherrn ordentlich verklagen. Das muss richtig rappeln in Kiel!
Der Dienstherr ist seiner Fürsorgepflicht doppelt nicht nachgekommen. Er konnte die Lehrkraft nicht vor einer Ansteckung schützen und er hat eine sehr wahrscheinlich im Unterricht erfolgte Infektion nicht testen lassen, was seine Verantwortung wäre im Rahmen der Fürsorgepflicht.
Das alles natürlich gesetz des Falles, dass es sich bei der Erkrankung tatsächlich um Covid-19 handelt, aber das wird mal eventuell erst ab dem 22. erfahren.
Wundern einen da noch Inzidenzzahlen in Schleswig-Holstein?
Den knappesten Dödelunterricht könnte man mit Schulbuch machen. Aufwendig ist doch jede Extrabastelei
Da hast Du vollkommen recht. Aber es gibt eben viele KuK, die sich dann zur Zeitersparnis von ihrem eigenen Geld Materialien kaufen, die freigewordene Zeit dann nutzen um andere dienstliche Aufgaben zu erfüllen.
Ich persönlich erstelle viel hochwertiges Material für meine Kurse und Klassen (aber vor allem für die Oberstufe, das ist mein Schwerpunkt). Das mache ich aus dem Verständnis heraus, dass mein Material besser ist als das von Raabits und was es so alles gibt. Auch steckt darinnen mein Verständnis des Lehrerberufs, dass ein strukturierter, fachlich anspruchsvoller Unterrricht das Kerngeschäft ist. Damit verbringe ich einen Großteil meiner wöchtentlichen Arbeitszeit. Der Rest entfällt auf individuelle Kontakte zu SuS, Eltern (was ich auch als sinnvoll ansehe) und leider eben auch auf verlorene Zeit (90% der Zeit aller Konferenzen und divererser anderer, zeitineffizienter Dinge)
Für mich kommt es nicht in Frage die Unterrichtsvorbereitung durch (selbst) gekaufte Materialien zu beschleunigen und die dadurch gewonnene Zeit in weitere schulische Tätigkeiten zu stecken (noch längere Elterngespräche, hier noch ein Zusatzangebot, dort noch dies und das). Das fühlt sich für mich an wie ausgeraubt zu werden (und ist es de facto ja auch).
In Frage käme prinzipiell Geld in Unterrichtsmaterialien zu investieren und die gewonnene Zeit konsequent als Freizeit zu nutzen (sprich sein Geld für sich arbeiten zu lassen). Das Problem dabei ist, dass ich das nicht konsequent durchziehe, sondern dann tatsächlich unruhig werde und "etwas für die Schule tue".
Schule ist generell ein Phänomen, sobald man bei etwas Zeit gewonnen hat, frisst sich eine andere Sache an der Stelle rein. Ein Beruf, bei dem fertig auch fertig heißt, ist die Schule nicht. Deshalb ist eine durch eigenes Geld finanzierte "Zeitersparnis" ein Trugschluss! (Wie es übrigens auch Teilzeit ist. Fast alle Teilzeitler arbeiten proportional extemst viel mehr, als sie eigentlich aufgrund der Reduktion müssten.)
Ich brauche schon das Gefühl in der Woche "angemessen viel und sinnvoll (!) gearbeitet zu haben". Das Gefühl stellt sich am besten ein, wenn ich meinen Unterricht ordentlich vor- und nachbereite. Diese Gefühl "etwas für die Schule tun zu müssen" entsteht sicherlich aus eigenem Anspruchsdenken, aber ganz sicher auch durch gezielte Indoktrination durch Schulleitung, KuK und die Referendariatsausbildung.
Angenommen, alle Lehrer*innen, die keine Ausgabe der Lehrwerke bekämen, würden ihre Schulleitung fragen und bei einem "geht nicht" sich hinsetzen und selbst Lesetexte mit Aufgaben erstellen, passende Quellen und lizenzfreie Bilder und Karikaturen raussuchen, zusätzlich zum Tafelbild und was man noch so macht versteht sich. Was würde der Schulträger davon mitbekommen? Nichts. Und wie viel Mehrarbeit entstünde dadurch? Eben.
Naja, in der Regel reicht die Arbeitszeit eben nicht, um all das Material selber herzustellen. Das kann man vielleicht hier und da für einen Kurs mal machen (ich mache das in der Regel sehr viel, beansprucht dann einen größeren Teil meiner wöchentlichen Arbeitszeit, die für Anderes nicht zur Verfügung steht, was ich auch konsequent dann durchziehe), aber nicht für alle Kurse.
Man sollte sich also ohne Material nur so lange hinsetzen, wie man noch Arbeitszeit hat. Wenn die abgelaufen ist, dann gibts halt Dödelunterricht.
Wenn das genug KuK machen und den Grund dafür der Schulleitung mitteilen, dann würde der Schulträger Druck bekommen.
Aber das machen halt die wenigsten. Da liegt das Problem!
Was genau meint ihr denn an Büromaterial und für wen sollte das günstig sein? Für mich oder den Schulträger?
Ich zahle da natürlich gar nichts, ist ja mein Arbeitsmaterial.
Papier bringen die Hausmeister immer genug den Kopierraum, dort sind auch immer Büroklammern und so weiter. Wenn was fehlt wird im Sekretariat bescheid gesagt. Wenn ich mal etwas brauche, was ich da nicht finde, dann bestelle ich das bei der nächsten Bestellung über die Fachschaft mit.
Also Ordner oder was auch immer mal für seine Verwaltungstätigkeiten benötigt.
Auch, wenn ich verstehe, dass man die Kosten für den Schulträger gering halten möchte (schließlich wird vom Fachschaftsetat auch noch Anderes angeschafft), muss man auf der anderen Seite sehen, dass mit der Wertigkeit des Materials auch die Arbeitsqualität einhergeht.
Ein nicht stabiler Ordner führt dazu, dass die Zettel, die ich für die SuS darin aufbewahre zerknicken. Kann man so machen.
Ich denke das sollte es dem Schulträger aber wert sein, dass das alles ordentlich ist.
Man muss ja keinen Edelfüller bestellen. Aber ein Rotstift, mit dem ich viel korrigieren muss, sollte schon halbwegs in der Hand liegen.
Wir haben tatsächlich zweigleisige Konferenzen getestet, also Präsenzkonferenzen und digital zugeschaltete KuK. Das hat erstaunlich gut funktioniert!
Und die paar technischen Probleme (Lautstärke von Personen hinten im Raum, entfernt vom Mikro) ließen sich sicher gut technisch beheben. Das ist modern, das ist digital. Arbeiten von unterwegs, von zuhause....
Bin da völlig bei dir, es gibt auch KuK die zuhause nicht gut arbeiten können. Deshalb ist ja mein Reden, dass man beides ermöglichen muss.
Um aus seiner Belegschaft optimale Leistung herauszukitzeln sollte es so eingerichtet sein, dass jeder nach seinen Stärken und Vorlieben arbeiten kann.
Diese Individualisierung und Flexibilisierung wird im Lehrerberuf sträflich missachtet.
Was spricht gegen Hybridkonferenzen, wenn das technisch gut und modern gelöst ist? (Und es ging bereits jetzt improvisiert bei uns hervorragend)
Ein Teil ist vor Ort, weil sie eh noch in der Schule arbeiten wollten, weil die eigene Frau zuhause zu anstrengend ist, der Mann sein Aggrophase hat, oder das Kind nur jammert, der andere Teil ist zuhause und digital, weil sie von den Schulstühlen Rückenschäden bekommen, weil das Geschnatter und der allgemeine Lärmpegel ihnen das Arbeiten verleidet, oder, weil sie eben nebenher zuhause viel besser einen guten Unterricht vorbereiten können, der wieder den Schülern zugute kommt.
Ich glaube man müsste da viel flexibler werden. Wir sind alles Akademiker und wir werden gegängelt wo es nur geht. Ich würde gerne selber darüber entscheiden, ob ich jedem einzelnen Wort in einer Konferenz lauschen muss, oder, ob es reicht, wenn ich nebenher meinen Test korrigiere und bei den wichtigen Punkte aufhorche oder mich einbringe. Dann mache ich die Kamera an und sag etwas, ansonsten mache ich nebenher was anderes.
Ihr glaubt gar nicht, wieviel Arbeitsmaterial und guten Unterricht ich in dieser Corona-Zeit erstellt habe. Wieviel unproduktive Zeit auf einmal weggefallen ist!
Es gibt nicht nur vereinzelte Schüler, die sich durch den Lockdown auf einmal verbessern, weil ihnen das Arbeiten zuhause liegt, sondern auch Lehrer! Ich bin so eine davon.
Und das ist für mich Individualisierung, das auch in Zukunft so beizubehalten. Wir reden immer von Binnendifferenzierung, warum ermöglichen wir Schülern nicht in Zukunft auch zu wählen, auf welche Weise sie arbeiten wollen? Hybridunterricht, das ist für mich die Zukunft! Und es ist die Arbeitsweise für mich als Lehrkraft. Nicht nur digital und von zuhause aus, es muss auch vor Ort experimentiert werden, manche Dinge müssen auch direkt besprochen werden, ist klar.
Aber dieses gleichgeschaltete Unterrichten von 30 Leuten in einem Raum.... zu ganz knallhart festgelegten Unterrichtszeiten....
Wenn ich mir vorstelle, die SuS könnten flexibler zuhause arbeiten, man könnte dann mal in Kleingruppen experimentieren, weil die anderen SuS zuhause arbeiten...
Klar, es gibt SuS, die haben mit der freien Arbeitsweise Probleme und man müsste auch da Lösungen finden.
Aber machen wir uns doch nichts vor, dieses starre Schulsystem mit den festen Abfolgen von Stunden hintereinander weg, ist doch nicht ideal.
Mir haben so viele SuS auch zurückgemeldet (vor allem die starken, die wirklich gymnasialen), dass sie die freie Zeiteinteilung so sehr schätzen im Lockdown. Die machen dann Pause, wenn sie eine brauchen. Die bearbeiten zum Teil die Fächer in der Reihenfolge, wie es ihnen am sinnvollsten erscheint.
Es wird natürlich deutlich, dass so ein freieres System vor allem für SuS (und KuK) gut ist, die sich sehr gut ohne äußere Zwänge selber struktieren können, die selber abwägen können, was wichtig ist und was nicht.
Ich denke, dass man durch den Lockdown so viel wichtige Erkenntnisse gewinnen kann.
Es zeigt sich finde ich z.B. sowas von deutlich, dass es SuS gibt, die absolut studierfähig sind und welche, die immer nur mitgeschwommen sind und vermutlich auch einfach falsch an der Schulform sind.
Ich glaube aber auch, dass man dadurch so wichtige Kompetenzen schult. Eben gerade diese Selbstständigkeit. Das müsste man viel früher schon machen, SuS dazu anleiten selbstständiger zu sein!
Kein Mensch bekommt eine Zulage für schwierige Eltern.
Ärzte rechnen aber schwierige Bedingungen ab, deshalb der Vergleich. Wenn ein Patient beispielsweise bei einer Magenspiegelung (ohne Narkose) beständig würgt, dann macht es die Untersuchung für den Gastroenterologen schwieriger und das rechnen die mit dreifachem Satz ab. Woher ich das weiß? Mediziner in der Familie.
Insofern sind unkooperative Eltern in dem Beispiel auch ganz passend für eine Erschwernis, oder nicht?
(okay, sie würgen vielleicht nicht ständig und rülpsen, aber you get the point...)
Warten auf die Eltern (je Verspätungsminute 1 Euro) - ey, was ich schon auf Eltern gewartet habe...
Haha, stimmt, wird sofort notiert
Ich warte übrigens höchstens 5 Minuten, wer nicht will, der hat schon. Eine Abrechnungsmöglichkeit würde mich vielleicht geduldiger machen.
Außerdem sind Elterngespräche (ebenso wie Konferenzen) mit im Deputat drin.
Ja, das weiß ich doch. Das ist ja, was ich kritisiere ![]()
Das ist eine Pauschalzahlung, die nicht gerade zu Gunsten der Lehrkräfte ausfällt.
Da entsteht so ein bisschen die "all you can eat" Mentalität und die Leute stopfen sich alles rein, weil... "kostet ja nichts".
Wenn Eltern dafür bezahlen müssten, würde es viel mehr in die Wahrnehmung rücken, dass jedes Gespräch, jede Nachfrage zu irgendetwas, eine Dienstleistung ist. Ist klar, es müsste natürlich jeder "bildungsversichert" sein, so, dass jeder eben nicht nur Zugang zu Ärzten, sondern auch zu Lehrern hat. Insofern wäre ein Budget als Schulleiter eben auch sinnvoll, wenn er oder sie möchte, dass Person XY Tätigkeit Z ausführt, dann rechnet die das halt ab. Diese "Ermäßigungsstunden" sind ja irgendwie ein Witz und Anreiz eine engagierte Lehrkraft zu sein gibt es ja nicht so wirklich. Es sei denn das Unterrichten ist ein Hobby und das Engagement ist intrinsisch extrem hoch.
Wenn ich als Privatpatient sehe, das eine medikamentöse Behandlung mehrere tausend Euro kostet (die aber von der Krankenkasse übernommen wird), dann wird mir bewusst, was da an Aufwand hinter steckt. (Und ja, auch Pharmafirmen lassen sich ihre Arbeit gut bezahlen, aber das ist doch einfach nur klug?! Wenn ich hochqualifizierte Mitarbeiter habe und Dinge leiste, die eben nicht Hans und Franz zusammenschustern können, dann sollte ich das doch auch vermarkten! Verstehe nicht, warum sich so viele darüber aufregen was Medikamente kosten)
Ich bin der Medizin sehr dankbar, dass es sie gibt und weiß, dass es ein teures Gut ist, dass hochqualifzierte Menschen mich bei Krankheit behandeln und mir Medikamente geben, die auf jahrelanger, naturwissenschaftlicher Forschung (auch in Grundlagenfächern wie Chemie, Physik usw.) basieren.
Schade, dass Menschen das Gesundheitssystem kaputtsparen, weil sie denken, diese Dienstleistungen müsste es auch günstiger geben ( Moebius).
Dinge, für die man wenig (oder sogar nichts) zahlen muss, oder bei denen man nicht sieht, was sie eigentlich kosten würden (weil sie getragen werden von Versicherung, Krankenkasse etc.), nimmt man für selbstverständlich und, ganz ehrlich, solche Dinge haben weniger wert!
Das ist einfach ein psychologischer Effekt.
Und ich persönlich mag die Selbstverständlichkeit, mit der man als Lehrer für Dienstleistungen jeglicher Art herangezogen wird, überhaupt nicht.
Zum Glück habe ich gerade eine Elternschaft, die sehr wertschätzend ist und sich für E-Mail Antworten und aufgewendete Zeit bedankt. Es gibt sie also schon, die Menschen, die wissen, dass sie da eine teure Leistung in Anspruch nehmen. Das macht die Kommunikation deutlich angenehmer.
Das sind dann Eltern, bei denen ich gerne auch mal eine ausführliche Antwort schreibe. Leider kann man im Lehrerberuf unfreundliche Eltern und Schüler nicht einfach ignorieren, alles was man machen kann ist, sie extrem kurz zu halten. Da würde ich mir mehr Flexibilität wünschen, Kunden auch mal nicht zu bedienen.
Außerdem kann ich den Dienstherrn dann in Pflicht nehmen, wenn er auch damit etwas zu tun hatte. Ich hatte grippeähnliche Symptome und habe mir zur Sicherheit einen Corona-Test gewünscht. Da hat der AG erstmal nichts mit zu tun. Wenn in der Schule ein infiziertes Kind ist und das GA einen Test anordnet, zahle ich nichts.
Okay, ihr habt tatsächlich keine infizierten Kinder oder Kinder, die in Quarantäne sind? Das ist erstaunlich, aber vielleicht ist in SH einfach die Lage dramatischer. Wir haben auf jeden Fall regelmäßig Testungen und Fälle. Jetzt im Lockdown mit Distanzunterricht natürlich nicht mehr, aber davor.
Die haben vermutlich einfach alle Vor- und Einzelschritte der PCR angeführt (wobei das 1 Tastendruck auf dem Cycler ist), damit es sich eben nach mehr anhört... Ich war mit Arzt und Labor mit ca. 120 Euro dabei.
Ja, natürlich ist das eine PCR. Aber es wäre ja irgendwie naiv da nur das Drücken eines Knopfes als Kosten zu veranschlagen. Da steckt ja, allein schon von Patenten usw., viel mehr hinter so einer Technik und Dienstleistung.
Nochmal der Hinweis, nur, weil es bei uns so ist, dass wir für 26 +/- x Unterrichtsstunden bezahlt werden und alles andere kostenlos für den Dienstherrn oben drauf geleistet wird, ist das in anderen Berufen nicht so.
Da müssen Geräte bezahlt werden, Mieten für Räume, Mitarbeiter und deren Sozialversicherung, Patente für Verfahren und tausend andere Dinge.
Der Preis ist gerechtfertigt.
So muss es eigentlich laufen, so müsste auch Schule ablaufen.
Vorbereitung aufs Elterngespräch (Heraussuchen von Noten) 15 Minuten
Freundliche Begrüßung der Eltern (Schwierigkeitszulage x3, Eltern waren unfreundlich)
Beratungsgespräch 10 Min
Verabschiedung von den Eltern (Schwierigkeitszulage x3, Eltern zeigten sich immer noch unkooperativ)
Dokumentation des Gesprächs und Verschriftlichung
Übermittlung der Vereinbarung ans Klassenkollegium
Kopie für die Schülerakte
Das macht 120 Euro, zahlen Sie bar oder mit Karte?
Leider können nur Ärzte ihre Arbeit wirklich richtig abrechnen und ich gönne ihnen das. An solchen Dingen wie Laboren, Arztbesuchen etc. sieht man, wieviel Wert eigentlich in der Arbeitszeit eines Akademikers steckt.
Lasst euch mal vom Anwalt beraten, oder vom Facharzt.
Joa, oder bittet halt mal einen Lehrer zum Elterngespräch und labert den ohne Kostendruck 50 Minuten voll.
153 € hatte ich auch genau. Test nach Symptomen. Hat aber die Beihilfe und PKV ohne Meckern übernommen.
Das Problem ist, dass du das im Endeffekt selber zahlst.
Wenn du etwas einreichst, dann bekommst du keine Beitragsrückerstattung mehr.
Deshalb reiche ich fast nie etwas ein (okay, ein Glück, bin noch fit und gesund), weil ich auch einfach kaum Arztkosten habe.
Ich müsste so einen Test also im Endeffekt selber zahlen oder mir die Rückerstattung ruinieren, so oder so, wären es meine Kosten.
Unbedingt den Dienstherrn in die Pflicht nehmen!
"Verrechnung von Freistunden im Deputat"- und im Umkehrschluss erhöht das Land dann die Deputatsstunden jährlich um z.B. 4 Stunden. Wer dann Glück hat, hat da Freistunden (und findet die plötzlich gar nicht mehr so schlimm), wer Pech hat muss diese vier weitere Stunden voll unterrichten. Wer sowas fordert muss sich darüber im Klaren sein, was das Land dafür umgekehrt fordern könnte/würde als Dienstherr. Das relevantere Thema an dieser Stelle sind meines Erachtens vernünftige Arbeitsplätze in der Schule (und ausreichend Rückzugsbereiche), um solche Stunden sinnvoll nutzen zu können für Korrekturen/Vorbereitungen oder sich eben auch mal kurz ausruhen zu können. So ein klitzekleines Lernlabor quasi pro Lehrkraft mit einem Tisch und Stuhl drinnen und am Boden grad genug Platz, um sich bei Bedarf unterm Tisch und bis zur Tür einmal lang machen zu können.
Hä wer redet denn von Erhöhung des Deputats? Natürlich muss das gesenkt werden, das ist genrell zu hoch, insbesondere auch in SH.
Ich persönlich finde die Ausweitung von Home-Office im Lehrerberuf viel erstrebenswerter als ein "klitzekleines Lernlabor". Schon einmal die Büros in Unternehmen angeschaut? Allein für meine Bücher müsste der Raum so groß sein, das kann man doch gar nicht für jede Lehrkraft bauen. Halte ich für unrealistisch und mag es persönlich auch nicht.
Man müsste das flexibel halten, Büros für KuK die das wollen, und für die Home-Office KuK eine Pauschale für die Anschaffung von Einrichtungsgegenständen/Mietzuschuss. Immerhin hat man ja als Lehrer kein Büro und muss solche Dinge privat vorhalten und die KuK, die ein Büro vor Ort wollen, bekommen das dann vom Dienstherren.
Das sind aber eine der wenigen Investitionen, für die ich auch ohne Zuschuss bereit bin. Solange ich ins Home-Office darf, von dort aus Konferenzen digital besuche usw., schaffe ich mir entsprechende Büroausstattung für zuhause an.
Was aber nicht geht und mich wütend macht, ist, zu erwarten, dass ich meine Fachbücher zuhause lagere, mir einen guten PC anschaffe, selben einen gesundheitsförderlichen Schreibtischstuhl anschaffe, ein Zimmer als Arbeitszimmer anmiete oder baue, und mich dann dazu zwingen viel in der Schule zu arbeiten! Sei es weil man mir Freistunden reindrückt, weil man zu viele Kopplungen (freie Wahl für SuS) zulässt, oder, weil man Konferenzen in Nachmittage legt, wo man dann gezwungen ist in der Schule zu hocken, wenn das auch digital von zuhause aus ginge.
Ein anlassbezogener Coronatest aufgrund von Symptomen hat nix mit dem Dienstherrn zu tun, im Gegensatz zum Coronatest aufgrund von (dienstlich bedingtem) Kontakt zu erkrankten Schülern.
Ich habe einen Test gemacht, da ich Erkältungssymptome hatte.
Müsst ihr nicht mit Erkältungssymptomen zuhause bleiben? Bei uns ist es so, dass man bei Erkältungssymptomen nicht (ungetestet) in Präsenz unterrichten darf, weil man Corona haben könnte. Weil aber der Dienstherr niemals erlauben würde, dass ein Lehrer wegen Erkältungssymptomen (außerhalb eines Lockdowns) nicht unterrichtet, bekommt man die Aufforderung sich testen zu lassen und unterrichtet übrigens weiter (bis das Testergebnis da ist). Wenn das negativ ist, dann unterrichtet man eh weiter. Wenn es positiv wäre, dann geht man ab Tag des Testergebnisses in Quarantäne...
Da der Dienstherr die Testung bei Symptomen möchte, zahlt er die auch.
Zumal ich mich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wenn, dann eh in der Schule anstecke, da es sonst keine Situation gibt, in der man auch nur annährend so vielen Menschen so nahe kommt und so viele Menschen gleichzeitig in einem Raum sind.
Die Gewerkschaften müssen übrigens viel stärker dafür kämpfen, dass Covid-19 für Lehrer endlich als Berufskrankheit anerkannt wird.
Der Test war negativ, ich hatte wirklich nur einen normalen Infekt.
Mich ärgern die Kosten tatsächlich, da ich bei dieser Summe (ich zahle jetzt 120€ davon aus eigener Tasche) beim nächsten Mal vielleicht schon überlege, ob ich den Test wirklich machen möchte oder doch lieber darauf verzichte. Das sollte eigentlich nicht sein.
Ich finde die Kosten dem Testverfahren angemessen, aber das liegt vermutlich daran, dass ich um die Technik weiß.
Wo ich dich aber total verstehe ist, dass man sich das mit der Testung überlegt, wenn man das selber zahlen muss.
Ich hätte allerdings auch in so einem Fall, also bei Erkältungssymptomen, das große Bedürfnis mich zu testen, denn ich möchte keine Familienmitglieder damit gefährden. Da sind nicht alle gesundheitlich so fit. Definitiv würde ich das aber über den Dienstherrn machen, denn die Ansteckung erfolgte wenn dann ja vermutlich am Arbeitsplatz. Die Alternative, nämlich, dass man 14 Tage wegen Symptomen vorsorglich in Quarantäne geht, möchte der Dienstherr nämlich noch weniger.
Am schlimmsten aber sind Freistunden. Das ist für mich in den meisten Fällen verlorene Lebenszeit. In der Schule kann ich nämlich nicht arbeiten.
Eigentlich müssten diese Stunden ins Deputat eingerechnet werden. Ich bin da, ich würde sogar in diesen Lücken unterrichten, wenn man dafür mein Deputat aufstockt und ich einen kompakten Plan hätte. So ist es rausgeschmissene Lebenszeit und verschenktes Geld. Denn leider lässt man sich ja doch hinreißen, wenn man in der Schule nicht produktiv arbeiten kann, das dann zuhause nachzuholen.
Diese vielen möglichen Freistunden waren für unser Kollegium einer der Gründe, weshalb wir uns gegen eine gebundene Ganztagsschule ausgesprochen haben. Unsere Schule hat einfach keine Möglichkeiten Arbeitsplätze zu stellen.
Wie sollte denn so ein Arbeitsplatz auch aussehen? Stehen da meine unzähligen Fachbücher rum? Habe ich einen Computer, der nicht ewig braucht Internetseiten zu öffnen? Habe ich Ruhe?
Für die Korrektur meiner Oberstufenklausuren bräuchte ich wegen der Ruhe her mindestens ein eigenes Büro,
Ich möchte den Akademiker in einem Unternehmen sehen, der mit so einer Ausstattung arbeitet. Der würde allein beim Anblick der Stühle die Augen verdrehen und kündigen.
Ich meine schön und gut, dass der Dienstherr das alles nicht vorsieht. Aber dann muss es so einzurichten sein vom Stundenplan, dass man zuhause arbeiten kann und nur für den Unterricht mal in der Schule vorbeikommt.
Wenn aber auch das nicht mehr gegeben ist.... tja
Ich hoffe so sehr, dass Corona uns noch mehr Rechte auf Homeoffice bringt. Ab sofort müssten alle Konferenzen auch digital von zuhause aus möglich sein.
Auch die Möglichkeit einen Kurs mal Hybrid zu unterrichten, mal vor Ort, mal digital, müsste möglich sein.
Finde ich schwierig, um nicht zu sagen unangemessen. Meiner Meinung nach sollte es immer das konkrete Verhalten sein, das man tadelt.
Wie gesagt, das sehen sehr viele so wie Du. Und das das führt meiner Meinung nach zu einer Dissonanz.
Wieso sollte man jemanden mögen, der sich einem gegenüber scheiße verhält.
Es muss die Option geben, dass das Kind das wieder gut machen kann, damit da ein Lernprozess stattfindet, das würde ich auch so sehen.
Aber jemanden bedingungslos zu mögen, das halte ich erstens für nicht möglich und aus meiner Argumentation heraus auch überhaupt nicht für sinnvoll.
Auch für die anderen Schüler. Sie beobachten "Schüler XY ist mega frech und ungezogen zu Frau Firelilly. Sie scheint es ihm nicht übel zu nehmen. Oder: mit Lehrern kann man ja so umgehen, die müssen einen als Pädagogen trotzdem fair und freundlich behandeln. Da muss man das auch gar nicht wieder geradebiegen"
Deshalb ist meine eigene Meinung, dass ich lieber deutlich mache, was los.
Auch wenn ich eine(n) Schüler(in) an sich nicht mag (was ja vorkommen kann, Lehrer sind auch Menschen), behalte ich das für mich.
Wenn der Schüler das aber gar nicht erfährt, wie soll es dann den Zusammenhang zwischen seinem Verhalten gegenüber Menschen und dem, wie Menschen daraufhin empfinden und reagieren lernen.
Etwas für sich behalten ist eine Form von Täuschung, die viele Pädagogen sicher aus dem typischen "gut gemeint" heraus machen. Ich halte das aber sowohl für die Lehrkraft selber, als auch für das Kind für ungesund für die Psyche und die Entwicklung.
Schüler haben viel zu oft unauthentische Menschen vor sich. Du bist sauer auf das Kind und findest es mega unsympathisch? Du verbirgst das aber total? -> unauthentisch
Erstmal finde ich es komisch, dass Du die Rechnung bekommen hast. Das darf doch nicht über deine Versicherung abgerechnet werden, sondern muss vom Dienstherrn getragen werden. Wie macht ihr das denn nachträglich? Und wie wie verhindert ihr, dass sich das auf die Beitragsrückerstattung auswirkt?
Wie kommst Du darauf, dass man da einen großen Spaziergang durch die Gebührenordnung gemacht hat? Wegen der Posten? Das sind doch ganz selbstverständliche biochemische Verfahren, die mit dem "Coronatest" einhergehen.
153 Euro empfinde ich da als absolut angemessen. Du darfst das nicht aus der Perspektive des Lehrerstundenlohns sehen: Neben dem nötigen Fachpersonal müssen bei den Untersuchungen auch die Material- und Gerätekosten, der Verwaltungsaufwand usw. berücksichtigt werden.
kein Wunder, dass es da zu Aggressionen kommt, die Busfahrer sind schließlich kein pädagogisches Personal!
Ich möchte mal die These in den Raum werfen, dass es viel zu spät kommt, dass Jugendlichen mal ihr Verhalten gespiegelt wird. Meiner Erfahrung nach sorgt der Umstand, dass Jugendliche zu einem Großteil ihrer Zeit (Schule) mit Pädagogen in Kontakt kommen dafür, dass sie in vielen Bereichen menschlichen Umgang nicht lernen.
Beispiel: Bei uns gibt es einen verhaltensauffälligen Jungen, der sogar schon einmal eine Kollegin übelst beleidigt und nun sogar bedroht hat.
Nun sollen dem Schüler (erstens viel zu lasche) pädagogische Maßnahmen verordnet werden und zweites denkt die Kollegin, ihre Rolle als Pädagogin würde dann professionell aussehen, wenn sie dem Schüler nach dem Vorfall wieder möglichst neutral und wertschätzend gegenüber entgegentritt.
Was lernt der Junge daraus? Dass er den größten Mist machen kann (ja, er wird sicher seine Probleme haben, aber um die Gründe geht es jetzt nicht, sondern darum, was er daraus lernt) und nachher haben ihn doch alle lieb. Seine Mutter ist genauso, sie nimmt ihn in Schutz und tut so, als wäre es so ein tolles Kind.
Würde das Kind einem Nichtpädagogen (also quasi auch mir...) gegenüber sowas abziehen wäre danach ganz deutlich, dass er das erstmal wieder gut machen muss, bevor wieder akzeptiert wird.
In der Schule oder generell durch "pädagogisches Personal" wird den Kindern vermitteln, wenn Du ein Arsch bist, okay, dann musst Du vllt mal ne Strafarbeit (nichtmal mehr das heute) machen, aber trotzdem ist man dir wohl gesonnen. Bitte!? Ein Kind hat das Recht darauf zu erfahren, dass wenn man ein Arschloch zu jemandem ist, dass diese Person einem dann in aller Regel nicht mehr wohl gesonnen ist (wie viele Pädagogen es aber, aus komisch verstandenem Berufsethos oder was auch immer, sind).
Wenn also der Busfahrer sich "unpädagogisch" verhält, dann ist das vermutlich sogar die beste Lehre fürs Leben. Nämlich: Wenn Du ein Arsch bist, hat das Konsequenzen. Man mag dich nicht mehr. Niemand mag Arschlöcher. Und als beste Lernerfahrung ist die Person ab dann auch ein Arsch, aber nur zu Dir.
Klar muss es die Option auf Wiedergutmachung geben (das ist professionell), aber die wird ein Kind gar nicht suchen, wenn die Person einem ja trotzdem wohlgesonnen ist.
Klar kann ein Kind dann noch entscheiden, ob es nicht vielleicht sogar okay ist ein Arsch zu bleiben. Aber ich glaube, dass ganz viele Kinder heute einfach zu wenig gespiegelt bekommen, was ihr Verhalten in anderen Menschen auslöst. Und meine Erfahrung ist, dass die dann versuchen sich wieder gut zu stellen, wenn sie mal wirklich merken, dass sie sich jemanden zum Feind gemacht haben.
Die "Professionalität" des Lehrers / Erziehers verhindert dem Kind den Zugang zu echten Emotionen als Reaktion.
Ich bin da mega offen gegenüber meinen Schülern, ich sage denen klipp und klar, dass sie per se alle bei mir willkommen sind und ich ihnen wohl gesonnen bin. Ich sage ihnen aber auch, dass ich mich nicht verarschen lasse und nachtragend bin. Wer sich das mit mir verscherzt, der wird das spüren. Ganz unpädagogisch.
Was soll ich sagen, ich habe ganz viele Klassen, mit denen ich prima auskomme, eigentlich mit weit über 95% aller SuS. Und diejenigen, auf die das nicht zutrifft, sind auch die, die als Problemkinder verschrien sind und Kolleginnen in den Wahnsinn treiben. Ein Teil der Problemkinder (nicht alle) läuft bei mir aber deutlich besser. Es kam sogar mal ein Schüler an und hat sich entschuldigt und gefragt, ob ich ihm noch böse bin und er würde sich auch "zusammenreißen". Das war ein mega gutes Gespräch und ab da war es auch in Ordnung zwischen uns. Ich war eine von zwei Lehrern (gab noch einen Mann, mit dem er klar kam) wo er überhaupt beschulbar war. Allen anderen hat er den Unterricht gesprengt. Zufall?
Man muss einem Kind auch mal sagen "Ich mag dich nicht. Das liegt daran, weil du dich frech verhältst." Pädagogen neigen zu sagen "Ich mag dich, aber ich finde dein Verhalten doof". Und diese Trennung zwischen Person und Verhalten ist so etwas von lebensfremd und eine total falsche Botschaft.
Geht mal zu einem erwachsenen Menschen und seid dreist. Pöbelt mal jemanden an und wollt dann, dass die Person euch wohlgesonnen ist.
Betrügt euren Partner und wollt dann noch von ihm geliebt werden.
So läuft das nicht, Verhalten und Person gehören zusammen und werden vom Gehirn als zusammengehörig wahrgenommen. Und diesen Zusammenhang sollen Kinder in der Schule aufgrund des "pädagogischen Personals" irgendwie verlernen scheint mir.
Also, bitte mehr "unpädagogische Busfahrer" etc. einstellen, damit die SuS zumindest da mal eine echte Reaktion bekommen. Von den eigenen Eltern bekommen sie ja meist auch keine. Die Eltern lassen ja auch so viel mit sich machen aus Angst, man wäre ja eine schlechte Mutter, wenn man einem Kind mal seine Emotionen richtig spiegelt, wenn es einen "Hure" nennt.
Nach wie vor empfinde ich diesen Stundenplan als eine unfassbare Ungeheuerlichkeit. In der freien Wirtschaft hat man bei einem entsprechenden Teilzeitanteil in der Regel einen Tag frei oder kann jeden Tag anteilig früher nach Hause. Und da heißt es immer, dass man als Lehrer so tolle Möglichkeiten hat, Teilzeit zu arbeiten...
Ich halte den Lehrerberuf für einen der denkbar schlechtesten Berufe für Teilzeit. Bei keinem anderen Beruf arbeitet man als Teilzeitler so viele Stunden für so wenig Geld. Es gibt unteilbare Aufgaben (, die von den meisten Schulleitungen sehr großzügig, zum Nachteil der Teilzeitler, interpretiert werden) und auch sogenannte freie Tage sind nur so lange frei, wie da keine Zeugnisausgabe, Klassenkonferenz, Dienstbesprechung, mündliches Abitur, Fachkonferenz und hunderte andere Termine stattfinden, für die man wieder hingurken muss.
Ansonsten bin ich kein Fan von Hohlstunden - da bin ich einfach unproduktiv - und von Nachmittagsunterricht - kostet unglaublich viel Energie und ist oft ineffizient.
Hohlstunden in größerer Anzahl sind schlichtweg eine Frechheit. Man hat in der Schule keinerlei Möglichkeit adäquat zu arbeiten. Vielleicht Mittelstufentests schafft man da noch annähernd sinnvoll in so einer Hohlstunde zu korrigieren, alle anderen Dinge, die längere Einarbeitung / Konzentration (und Ausstattung wie Fachbücher, den eigenen Computer mit Materialien usw.) benötigen, also Unterrichtsvorbereitung oder Korrektur von Klausuren, sind in Hohlstunden nur sehr ineffizient zu erledigen. Es liegt ja auf der Hand, dass jeder normale Akademiker für solche Aufgaben sein eigenes Büro mit entspechender Ausstattung hätte, bei den Bürostühlen mal angefangen.
Vielleicht könnte man anders herum ran gehen: Was ist denn ein optimaler Stundenplan? Für mich wäre ein optimaler Stundenplan wenn ich jeden Tag 1.-5. Stunde Unterricht hätte. Fünfmal 5 ist 25. Passt. Dann wäre ich von 7.20 - 12.50 Uhr aus dem Haus. 5.5h. Optimal.
Ja, ungefähr so müsste der Stundenplan aussehen. Dafür müsste man auch endlich mal die Wahlmöglichkeiten der SuS einschränken, anstatt tausend absurde Kurskombinationen zu ermöglichen, die den Stundenplan durch Blockungen ruinieren.
Bei einem Stundenplan den du beschreibst könnte man endlich mal effizient arbeiten, was bei den realen Plänen bei uns schlicht unmöglich ist.
Und auch diese nervigen Konferenzen, die dann am Nachmittag liegen. Da hat man an einem Tag früher Schluss, schon muss man da bleiben für eine Konferenz in der Dinge besprochen werden, für die es sich in der Regel nicht lohnt.
Eigentlich müsste man Homeoffice im Lehrerberuf auch weiter ausweiten:
Das Recht darauf nach dem Unterricht nach hause zu fahren und Fachkonferenzen etc. digital durchzuführen bzw. sich digital dazuzuschalten.
Dann könnte man zuhause sinnvoll was schaffen, schaltet sich kurz dazu (kann bei Labertaschen und nicht sinnvollen Punkten der Tagesordnung ggf. auch nebenher noch was schaffen) und macht danach weiter. Stattdessen sitzt man davor sinnbefreit herum (weil die Schule voll ist von lärmenden KuK, die alle auf die Konferenz warten..), hört 90% der Konferenz nichts, was einem weiterhilft, und schafft letzendlich an solchen Tagen nichtmal die Unterrichtsvorbereitung adäquat.
Wenn es eines gibt, was in der Corona-Zeit wirklich toll ist, dann diese Aufhebung vieler Präsenzveranstaltungen.
Ich arbeite nicht weniger als vor der Corona-Zeit, aber ich arbeite tausend mal effizienter. So viele Arbeitsmaterialien habe ich vor Corona nie pro Woche erstellen können. Man merkt erst jetzt (okay ich habe es immer gewusst) wie viele Zeitfresser den Arbeitsalltag belasten und wie viel effizienter man das gestalten könnte.
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