Beiträge von Firelilly

    Er vereint Teilselbstständigkeit mit einem festen, monatlichen Gehalt UND einer Pension! Klar, ich muss Vormittags an der Schule sein (teils auch Nachmittags), aber ich komme früher Heim als alle anderen Arbeitnehmer und kann mir dann AUSSUCHEN wann ich die Vor- und Nachbereitung durchführe, was bei mir z.B. Abends auf der Couch stattfindet.

    Vollkommen richtig, auch das sind ganz entscheidende pro Argumente für den Lehrerberuf. Man stelle sich nun aber vor wenn eine Schule in eine Ganztagsschule umgewandelt wird. Dann fällt dieser Vorteil weg und der Beruf wird von den Bedingungen noch einmal extrem unattraktiver.

    Außerdem bin ich in eine wirtschaftlich nicht so starke Gegend gezogen, wodurch mein Gehalt hier am oberen Ende der Einkommen anzusehen ist (im Gegenteil zu Bayern, wo man mich in eine wirtschaftlich sehr starke Gegend versetzt hätte und ich bei der Immobiliensuche mit Hartz4 Empfängern gleichgesetzt wurde - kein Scherz!).

    Wundert mich nicht. Mit dem Gehalt in ländlichem Raum zu leben mag gut gehen, in wirtschaftlich starken Gegenden ist man als Lehrer leider ziemlich hinten an. Man fängt ja erst so extrem spät an zu verdienen, muss eventuell Studienkredite zurückzahlen UND hat eben ein eher durchschnittlich bis mäßiges Gehalt für Akademiker (zumindest im Vergleich zu MINTlern).
    Aber als Lehrer aufs Land zu gehen ist tatsächlich eine gute Option.

    Ich denke immer noch, dass man diesen Beruf aus voller Überzeugung machen muss und nicht wegen einer Verbeamtung

    Ohne Verbeamtung würde der Beruf für mich unattraktiv werden. Das ist einer der wichtigen Vorteile des Berufs. Mich wundert es immer, dass viele Lehrer der Meinung sind sie müssten das aus voller Überzeugung machen.
    Ich glaube in den wenigsten Berufsgruppen gehen die Arbeitnehmer jeden Tag mit leuchtenden Augen voller Freude in die Arbeit. Das ist auch irgendwie einfach eine utopische Vorstellung.
    Wenn sich der TE die Fähigkeiten zutraut vor einer Klasse zu stehen ist es doch eine gute Überlegung sich in diese Richtung zu orientieren. Und natürlich muss man in erster Linie auch schauen, was dafür herausspringt. Schließlich arbeitet man nicht zum Spaß, sondern um sich den Lebensunterhalt zu sichern. Und da ist Verbeamtung einfach ein dickes pro Argument, das viele anderen Dinge, die im Lehrerberuf schlechte Bedingungen darstellen, aufwiegt.

    Die Frage kenne ich durchaus auch. Vor allem das mit dem "... bei Deinen Fähigkeiten!" finde ich immer sehr lustig. Impliziert irgendwie, dass ins Lehramt nur die Doofen gehen, gell?

    Naja es geht dabei auch irgendwie darum, wie man Lehrer behandelt. In solchem Ton wie mit Lehrern spricht Elternteil XY sicher nicht mit Rechtsanwälten oder dem Arzt.
    Für Eltern ist der Lehrer in der Regel eher ein erweiterter Erzieher und kein Akademiker.
    Ich glaube die Frage "Warum bist Du nicht in die Wirtschaft...... bei Deinen Fähigkeiten?" zielt auch so ein bisschen darauf ab, warum man sich so etwas antut. Man erwartet von Akademikern in der Regel nicht, dass sie im Beruf regemässig Tätigkeiten eines Reiseveranstalters, Urlaubsanimateurs, teilweise eines Hausmeisters oder des Kindermädchens erfüllen. Eben weil die Tätigkeiten, zu denen man Lehrer heutzutage teilweise zwingt (zur Not per Dienstanweisung), eigentlich eher in nichtakademische Berufsfelder passen, sind viele dann erstaunt, wenn man fachwissenschaftlich was auf dem Kasten hat. Und die denken dann "Du bist so gut in Chemie, warum tust du es dir an für Schüler den Urlaub (Klassenfahrt) zu organisieren, die Chemiesammlung in mühevoller, stupider Arbeit zu beschriften (für D-Giss hätte jeder normale Chemiker einen Assistenten, der das übernimmt!), wenn Du doch so große akademische Fähigkeiten hast, dass Du auch locker in der Wirtschaft damit arbeiten könntest?"

    Bisschen offtopic, aber es ist eben schon auch etwas zum Thema "Lehrer als Dienstleister".
    Bei uns schaffen es regelmässig Eltern in Klassen das halbe Klassenkollegium einzuladen "weil wir dachten es sei ganz nett". Und nein, die Fachlehrer werden nicht nach Terminen gefragt. Wären auch zu viele, pro Elternabend kommen immer noch 3-4 Fachlehrer, die einfach mal so eingeladen werden.
    Zum ersten Mal Kennenlernen in neuer Klasse kann ichs sogar noch verstehen für 5 Minuten zu kommen. Aber dann der darauffolgende Elternabend... wenn die einen kennen.... und man wieder eingeladen ist.
    Dann kommt man gezwungenermassen, erzählt 3 Minuten blabla und fragt noch "und, gibt es noch Fragen? Irgendetwas, was Sie mir mitteilen wollen?" -> "Nein, alles gut".
    Tja, und dann verabschiedet man sich und geht.
    Hinweis, dass das unnötig ist führt dazu, dass die SL sagt "Aber es ist das Recht der Eltern einzuladen. Es ist Dienstpflicht hinzugehen".

    Lehrer als Dienstleister!

    Firelilly, sprechen deine Elternvertreter die Termine nicht mit dir ab? :ka:

    Die Elternvertreter der eigenen Klasse sind meist in der Lage Rücksicht zu nehmen und man kann Terminvorschläge machen.
    Aber mit zwei Nebenfächern hat man unzählige Klassen als Fachlehrer und wir eben auch sehr oft zu Elternabenden in diesen Klassen eingeladen. Dafür, dass man dann 10 Minuten spricht muss man natürlich von mir genannte Abendtermine absagen. Als Fachlehrer nicht zu kommen ist unmöglich, die SL sagt es ist Dienstpflicht sobald auch nur irgendwelche Eltern einen zum Elternabend einladen.

    Firelilly, so wie Du hier immer rüberkommst, dachte ich nicht, dass Du Abendtermine anbietest ;)

    Also, wenn mich ein Betrieb sprechen will, dann nur zu Zeiten, wo ICH kann! Würde ich mit Eltern auch nicht anders handhaben. Und in der Regel wird das in der Zeit von 8-16 Uhr sein, denn auch der Ausbilder will mich nicht am Abend sprechen, sondern hat dann auch Feierabend.

    Würde ich auch nicht, aber die SL zwingt uns regelmässig unzählige Elternabende (pro Halbjahr sind das bestimmt 4-5) zu Zeiten, an denen man sein Vereinsleben etc. lebt, wahrzunehmen.
    Diese Dienstleistung kenne ich sonst nirgendswo.

    Als staatliche Schule müssen wir jeden nehmen, der da kommt, auch wenn er kein Geld hat. Also "verkaufen" wir auch keine Dienstleistung.

    Ich finde ganz extrem merkt man eine komische Schieflage, wenn man feststellt, dass die Eltern unheimlich viele abstruse Rechte haben denen man als Dienstleister Folge zu leisten hat.
    Beispielsweise können sie einen zu einem beliebigen (!) Wochentag abends zum Elternabend einladen. Ob man da gerade bei Freunden eingeladen ist, ein Punktspiel im Sport hat oder einen Volkshochschulkurs macht ist unerheblich, man kann nicht ablehnen oder begeht ein Vergehen gegen die Dienstpflicht.
    Gibt kaum Dienstleister, über deren Abendgestaltung man so frei verfügen kann. Gibt noch unzählige Beispiele mehr.

    Einmal Kahlschlag, gnadenlos rauswerfen?

    Kurz und bündig, ja!

    Es ist so verrückt, in Schulen verhalten sich manche Schüler rotzfrech und kommen damit durch. Machen die das in Betrieben auch? Man stelle sich vor, der Chef z.B. in der Gastronomie macht eine Ansage was zu tun ist und da kramt jemand sein Handy raus. Oder labert nebenher. Oder isst etwas. Das wäre undenkbar! In der Schule ist so etwas leider denkbar. Weil dort eben meist Pädagogen unterrichten und keine Menschen aus Betrieben.

    Ich finde es so schrecklich, dass Schulen so eine Parallelwelt darstellen. Wenn Schüler dann in Betriebe kommen, dann müssen die sich enorm anpassen und wenn nicht, dann fliegen sie raus. Komischerweise ist die Disziplin meistens eine ganze andere und Schüler können sich auf einmal benehmen und pünktlich kommen.
    Im Endeffekt, die SuS wollen einen Abschluss. Aber die Schule als Institution verkauft sich selbst, als sie der Bittsteller.
    Sobald die Schulpflicht um ist sage ich meinen Schülern ganz klar, dass sie sich gerne abmelden können von der Schule, wenn sie "keinen Bock" darauf haben. Ich helfe ihnen auch entsprechenden Kontakt zur Schulberatung herzustellen. Wer sich entscheidet zu bleiben benimmt sich oder fliegt bei großem Störverhalten mit Arbeitsauftrag vor die Tür.
    Was aber absolut nicht geht ist es andere, die wirklich etwas lernen wollen, abzulenken.

    Ich schon, fand ich immer echt einfach.


    Dir ist doch klar, dass du lediglich von deinen eigenen persönlichen Vorlieben sprechen kannst. Oder steht tatsächlich irgendwo, dass Mathe "wirklich krass" ist und Biologie eher weniger?
    Wie kannst du denn überhaupt bewerten, wie andere Fächer in Studium oder Schule so sind?


    Ich muss Zarebufa da zustimmen. Allein der Unterschied zwischen Biologie und Chemie ist vom Schwierigkeitsgrad im Studium extrem. Und ja, Biologie ist im Verhältnis deutlich mehr auswendig lernen, aber dafür weniger Komplex (und ja, auch Genetik ist im Vergleich zu entsprechend anspruchsvollen Themen der Chemie einfach). Und dann kommt nun Mathematik ins Spiel. Ich bin duchaus sehr mathematikaffin und hatte sehr gute Noten (14 Pkt glaube ich) im Abi. Aber die Schulmathematik hat nichts mit der Uni-Mathematik zutun. Da wir als Diplomchemiker auch Mathematikvorlesungen besucht haben kann ich sagen, dass der Anspruch nochmal höher ist als in Chemie.
    Mit Auswendiglernen kommt man da überhaupt nicht weit. Es ist einfach komplett anders als in der Schule, wo man mal eine Kurvendiskussion nach Schema F macht.
    Man sollte auch mal die Durchfallquoten in den Klausuren beachten zwischen Bio und Mathe z.B.

    Für intellektuelle Herausforderung und Schwierigkeit kann ich ganz klar, und zwar mit großen Abständen zwischen den Fächern behaupten: Mathe > Chemie > Bio
    Bei Bio und Chemie kann ich das für das gesamte Studium sagen, bei Mathe habe ich nur die ersten Mathe Scheine der Diplomer, aber allein die waren von der Komplexität weit über dem, was man in Bio im Hauptstudium macht! Ernsthaft!

    Dafür machen wir doch die Personalversammlungen. Bei denen ist die SL prinzipiell nicht anwesend. Hier könnten die Kollegen sich also mal deutlich äußern, damit wir in Debatten mit der SL mehr haben als "wir haben am Rande mitbekommen". Zumal wir auch schon von Kollegen kritisiert worden sind, dass wir Dinge zum Thema gemacht haben, die eben nicht explizit an uns als Aufgabe herangetragen wurden.Ist auch verständlich, manchmal will man sich nur Luft machen. Deshalb fragen wir solche Dinge auch immer mal wieder auf PVs ab - übrigens selbstverständlich auch schrifltich und damit anonym. Nur kommt da halt selten etwas Konkretes.
    Das Problem ist, dass viele Lehrer einfach ängstlich sind - trotz Verbeamtung auf Lebenszeit.
    Das wird ja auch in deinem Kommentar deutlich.

    Unser Personalrat macht wenig schriftlich und anonym. Das habe ich auch schonmal rückgemeldet, aber geändert hat sich nichts. Noch sind nicht alle Kolleginnen lebenszeitverbeamtet. Dann sieht die Sache vielleicht anders aus, aber bis dahin, ja, die Schulleitung hat viel zu viel Macht. Geht ja um Gutachten, Stundenpläne, usw., weil denen deutlich sichtbar diejenigen besser dran sind, die nicht durch andere Ansichten auffallen.
    Und nein, ansonsten ist die Stimmung in Ordnung und die Schulleitung in Ordnung, man bekommt viel Unterstüzung.... WENN man eben in deren Sinne agiert.
    Der Krankenstand ist hoch wie nie, weil jeder so viel extra macht.

    Hast Du's mal mit frisch hergestelltem Bromwasser versucht? Klappt ganz gut. Wir lagern die Bromid/Bromat-Lösung im Schrank, nehmen bei Bedarf einfach ein paar ml davon und geben 2 Tropfen Schwefelsäure dazu

    Ja, geht natürlich auch. Entweder lässt man dann weg, dass man bei Addition an ein Alken auch ein Produkt mit Brom und Hydroxy-Gruppe bekommt oder thematisiert es.

    Leider passieren damit ja auch immer mal wieder Unfälle, sprich die Flasche fällt auf den Boden etc.

    Ja, wir verwenden eine sehr kleine Flasche, die noch einmal in einem robusten Kolben transportiert wird. Man benötigt ja generell keine großen Mengen Brom.
    Weiterhin habe ich immer Thiosulfat-Lösung dabei. Es ist (unter dem Abzug allerdings) auch mal eines daneben gegangen, weil das RG gesprungen ist. Mit Thiosulfat-Lösung aber gut händelbar.

    Natriumchloridsynthese mache ich auch gerne, allerdings in niedrigerer Klassenstufe zum Thema Salzbildung. Deshalb kennen die Klassen diesen Versuch dem Zeitpunkt fast schon. Klar kann man den auch nochmal unter anderen Aspekten wiederholen, aber es ist ja immer ganz nett auch mal weitere Versuche zur Verfügung zu haben.

    Ich hatte auch mal überlegt die Baeyer-Probe für die elektrophile Addition zu verwenden anstatt Brom einzusetzen, aber das ist für SuS einfach nochmal schwieriger zu verstehen. Deshalb habe ich bislang weiterhin Brom verwendet.

    Und ganz klar auch nur, wenn ich die Mehrarbeit bezahlt bekomme (sprich auf eine volle Stelle in der Zeit aufgestockt werde), aber das sollte eh für alle gelten (und ist hier ja auch so).

    Da habt ihr es wirklich noch gut, SLH ist bei so etwas einfach rigoros: Es gibt bei uns keine Aufstockung auf volle Stelle für die Zeit. Erstaunlich, dass das zwischen den Bundesländers so verschieden ist. Man hat den Eindruck SLH ist in fast allen Belangen die schlechte Wahl als Lehrer.

    Mir macht es grundsätzlich nichts aus, da ich noch für alles, was wegen eines Verwendungsverbotes weggefallen ist, einen sinnvollen Ersatz gefunden habe. Bei Brom z. B. gab es bei uns in der Fachschaft doch noch eine etwas grössere Diskussion, ob es nun wirklich entsorgt werden soll. Wenn man aber ehrlich ist, geht der didaktische Nutzen des Alu + Brom Experiments z. B. sowieso gegen Null, da man das Reaktionsprodukt weder isolieren kann, noch entsteht in diesem speziellen Fall ein Salz, auch wenn man es den SuS noch so gerne so verkaufen möchte.

    Ich finde es völlig legitim Phänomene wie Dimerisierung bei dieser Reaktion ausser Acht zu lassen. Das nennt sich didaktische Reduktion. 95% des gesamten Chemieunterrichts basiert darauf, dass man Phänomene extrem vereinfacht und unvollständig vermittelt. Ich finde man kann es didaktisch durchaus rechtfertigen so ein spektakuläres Showexperiment einzubauen als Motivationsspritze und dann daran Redoxgleichungen aufstellen zu üben. Dass man dadurch fachlich nicht den realen Bindungsverhältnissen gerecht wird ist einem natürlich klar, aber für Schüler ist es trotzdem eine sinnvolle Übung um daran Fähigkeiten zu trainieren.
    Aber gut, für Redoxreaktionen gibt es auch eine gute Bandbreite alternativer Reaktionen.
    Wo ich Brom aber für unverzichtbar halte sind Mechanismen wie die radikalische Substitution und elektrophile Addition. Ich finde da kommt um klassische Versuche mit Brom kaum sinnvoll drumherum. Oder was macht ihr da bei euch an der Schule?

    In SLH wird man überhaupt nicht gefragt :(
    Klassenfahrten sind das, was ich am Lehrerberuf am wenigsten nachvollziehen kann. Ich hatte schon überlegt an ein Berufskolleg zu gehen, weil da weniger Fahrten sind. Da korrigiere ich lieber Abitur, das ist auch stressig, aber man muss nicht 24 Stunden Dienst an 24 Stunden Dienst schieben und das eine Woche am Stück.
    Naja, hilft irgendwann nur eine Bescheinigung vom Hausarzt. :(
    Ist ja nicht so, dass man nicht Alternativen anbieten würde, aber wenn das nicht gehört wird.

    Da ist vieles ähnlich wie bei der GEW. Und dass die Berufsbedingungen und die Verhältnisse an der Schule keine Auswirungen auf uns Lehrer haben, will hier ja wohl niemand behaupten.

    Aber das Problem ist, dass sich die GEW oftmals für Bedingungen und Verhältnisse an der Schule einsetzt, die mir als Lehrer zum Nachteil gereifen.

    Wenn wir dann als PR in PVs oder auch GeKos entsprechende Punkte ansprechen, die wir beim Jammern im Lehrerzimmer mitbekommen haben, traut sich keiner, seine Meinung auch mal öffentlich zu sagen. Das Ende ist dann, dass die SL bei entsprechenden Vorstößen von uns gelassen mit der Schulter zucken kann, weil das im Kollegium ja "offensichtlich nicht als so wichtig empfunden wird."

    Dann sollte man mal überdenken, warum Lehrer im Lehrerzimmer untereinander über Unzufriedenheiten und zu hohe Arbeitsbelastung sprechen, dies aber nicht öffentlich auf einer Lehrerkonferenz tun, wo die Schulleitung anwesend ist. Es ist doch klar, die Schulleitung sitzt am längeren Hebel und man muss immer damit rechnen, dass man Nachteile bis hin zum Bossing erlebt, wenn man unliebsame Dinge mal benennt.
    Als Personalrat ist man in der Funktion neutral zu melden "Im Kollegium gibt es folgendes Ansinnen...". Damit ist man nicht unbedingt selber in der Schusslinie, man ist nur das Sprachrohr. Sagt man als normale Lehrkraft etwas, dann sieht die Schulleitung sofort, wen sie mundtot machen muss.
    Deshalb ein Rat: Wenn öffentlich darüber diskutiert werden soll, ob Klassenfahrten gestrichen werden sollen, dann wird ein Großteil aus berechtiger Angst vor Repressalien (gegen Bossing durch die Schulleitung ist man, und da braucht man nicht blauäugig sein, hilflos ausgeliefert) nicht dafür argumentieren diese sein zu lassen.

    Macht als Personalrat VIEL ÖFTER eine geheime Abstimmung, dadurch wird niemand zur Zielscheibe und das Meinungsbild ist realistischer. Ihr macht doch bei Schülern Rückmeldungen zum Unterricht doch auch oftmaks in anonymer Form. Klar gibt es Themen, die man ohne Gesichtsverlust offen ansprechen kann. Aber ein Großteil der Arbeitsbelastungen sind sehr sensible Themen, wo die Schulleitung mit Sicherheit schaut wer die Störenfriede sind und wer wie "belastbar" ist.

    Als Lehrer bist Du dienstrechtlich zur Durchführung von Klassenfahrten verpflichtet - in NRW explizit auch als TZ-Kraft - solange die Kosten dafür vom Land übernommen werden.

    Aber es werden die Kosten ja nicht übernommen. Ich bekomme die erhöhten Verpflegungskosten eben nicht wieder. Denn genau das bekommen wir ins SLH eben nicht:

    Dazu bekommt er die Fahrtkosten erstattet und Spesen (um die 18 Euro pro Tag), weil er sich ja auswärts verköstigen muss.


    Und das halte ich für eine ziemlich große Frechheit!

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