Beiträge von WillG

    Vermutlich genau der Typus Mann, der beim Thema "sexuelles Einverständnis" herumkrakelt, dass man ja gar nichts mehr darf und dass man sich bald von seiner Partnerin bei jedem Geschlechtsverkehr die schriftliche Zustimmung holen muss.
    Widerliche Typen. Ich bin mir sicher, seine Seite der Geschichte würde auf "Da will man einmal einfach nur nett sein..." reduziert, ohne die entsprechenden Subtexte und nonverbalen Kommunikationsmittel zu erwähnen, die du hier schön beschreibst.

    Ich wäre viel häufiger bereit von einer Bezahlschranke Gebrauch zu machen, wenn die Möglichkeit bestünde alternativ zu einem Abo den einzelnen Artikel zum Einzelpreis von sagen wir mal 50 Cent zu erwerben.

    Ich verstehe das, mir geht es ja auch so, dass ich lieber für einzelne Artikel zahlen würde, dann auch in der Summe vermutlich mehr als für ein monatliches Abo.

    Aus Sicht der Zeitungsverlage ist das aber natürlich kein nachhaltiges System. Qualitätsjournalismus ist eine Profession und die Menschen, die dieser Profession nachgehen, erwarten ebenso Bezahlung für ihre Arbeitszeit, wie wir das ja auch tun. Und das ist letztlich nur möglich, wenn ein Verlag halbwegs planbare Einkünfte hat. Ein Modell, das auf Bezahlung einzelner Artikel basiert, würde zudem dazu führen, dass Sensationsartikel und Clickbait-Artikel noch mehr als ohnehin schon Basis für die Einnahmen des Verlags werden; entsprechend würde solche Artikel (noch) bevorzugter geschrieben und dies ginge auf Kosten der neutralen, objektiven Berichtserstattung. Bei einem monatlich fixen Preis, wie halt auch früher bei den klassischen Print-Abos, können auch gesellschaftlich-politisch relevante Artikel, die vielleicht nicht so eine breite Maße ansprechen, geliefert werden.

    Ich sag mal so: Nele hat hier immer mal den Spruch gebracht: "Einer verbeamteten Lehrkraft, der nichts peinlich ist, kann man nichts anhaben." Ich glaube, in diesem Spruch steckt viel Wahrheit.

    Vor diesem Hintergrund kann ich mir gut vorstellen, dass diese Aufgabe sehr (!) unterschiedlich ernst genommen wird. Ich war bislang selbst nie betroffen, habe aber bei einem Kollegen mitbekommen, wie aufwendig das ist. Und natürlich on top, es gibt natürlich keine Entlastung. Bestimmt gibt es Kollegen, die sich nicht sehr viel Mühe machen, gute Aufgaben zu erstellen, sondern einfach nur die Formalia eher schlecht als recht erfüllen und dann halt sozusagen irgendwas einschicken. Dass dann die Kommissionnen da nicht gut genug filtern, ist schon ein ziemliches Versagen auf dieser Ebene.

    Dass dann von Kollegen, die für solche Kommissionen vermutlich zumindest stundenweise abgeordnet werden, solche Sprüche kommen, wie Chili sie hier zitiert, ist schon ziemlich zynisch.

    Meine 9. wollte von mir wissen, ob sie nicht beim nächsten Ausflug eine Teilstrecke mit geliehenen E-Rollern zurück legen können.

    Ich habe das dann mit dem Hinweis auf "Wandertag" bedeutet "wandern" abgelehnt.

    Aber auch hier hab ich mich dann gefragt, wie der Versicherungsschutz wäre, wenn sie in den "Freizeitteilen" einer Abschlussfahrt mit einem E-Roller fahren und es passiert etwas.

    Auf die Schnelle das hier auf der Seite des ADAC gefunden:

    Zitat

    Die Fahrt mit einem E-Roller ist ab 14 Jahren erlaubt. Jedoch gilt dies nur für E-Roller, die im Besitz eines Jugendlichen sind. Für das Ausleihen eines E-Rollers gilt als Voraussetzung Volljährigkeit. Erst ab 18 Jahren kann man den Vertrag mit dem Verleihdienst schließen, der bei der Miete eines E-Rollers fällig wird. Wer mit einem Leihroller unterwegs ist, ist automatisch über den Anbieter versichert.

    Heißt, in der 9. dürfen die den noch gar nicht mieten.

    Soweit ich weiß (für Bayern), bekommen Schulen den Auftrag, für ein bestimmtes Fach eine Abituraufgabe zu erstellen. Der SL bestimmt dann einen Kollegen, das alles unter dem Siegel der Verschwiegenheit. Der Kollege bekommt dann alle möglichen formalen Vorgaben, erstellt etwas, begründet seinen Vorschlag am Curriculum und an den anderen Vorgaben und dsa ganze geht ans Ministerium. Wie es dann weitergeht, weiß ich nicht. Ich gehe davon aus, dass es dort Kommissionen gibt, die die Vorschläge sichten, überarbeiten und dann eine Auswahl treffen. Ob diese Auswahl immer aus den aktuell eingereichten Vorschlägen kommt (- oder vielleicht auch nie -), kann ich nicht sagen.

    Auf dem Lehrerausflug wurden 5 Minuten nachdem der Bus losgefahren ist die Kisten mit den Kurzen rausgeholt. ahh... Ich weiß ja nicht, aber das fand ich schon etwas "komisch". Da fühle ich mich ehrlich gesagt etwas fehl am Platz. Warum muss ich an so einem Ausflug teilnehmen? Fand ich ziemlich sonderbar/respektlos.

    Ich trinke sehr selten mal Schnaps. Ich mag ihn nicht und ich vertrage ihn nicht gut. Wenn so eine Kiste mit Kurzen herumgehen würde, würde ich sie weiterreichen. Respektlos finde ich das jetzt wiederum gar nicht. Jeder so, wie er mag.

    Also wenn der 18. jährige Schüler bei der 10er Abschlussfahrt auf der anderen Straßenseite steht und trinkt und dann, statt sich so zu stellen, dass ich es nicht sehe, fröhlich rüberwinkt und sagt, dass er das darf.

    Wenn ein Schüler so drauf ist und bewusst provozieren möchte, ist das Bier, das er da gerade in der Hand hält, vermutlich das geringste Problem. Ich habe die Erfahrung gemacht, je "schärfer" man auftritt und je höher man die Regeln hängt, desto mehr proviziert man wiederum von Lerherseite entsprechendes Verhalten. Ich muss aber auch sagen, dass ich meistens mit Oberstufenkursen unterwegs bin.
    (Ich melde mich immer schon für die Oberstufenfahrten, damit keiner auf die Idee kommt, dass ich doch mal das Schullandheim begleiten könnte.)

    Als Berufsanfänger war ich mal als Begleitung einer älteren, erfahreneren Lehrkraft auf Klassenfahrt mit der Oberstufe in London. Die Ansage war, dass sie machen (=trinken) können, was sie wollen, solange sie um 1 Uhr im Hostel sind. Das war vor 20 Jahren, als generell noch mehr getrunken wurde. Meine Herren, was da an alkoholisierten Jugendlichen herumgefallen ist, war nicht mehr schön. Das war mir alles zu krass.

    Eine Fahrt nur wenige Jahre später war ich dann schon der "erfahrene Kollege" (ha ha ha), und die junge Kollegin, deren Kurs ich begleitet habe, war sehr unsicher. Ich ja eigentlich auch noch, also haben wir eine ganz harte Schiene gefahren. Absolutes Alkoholverbot, Aufenthalt auf den Zimmern ab 23 Uhr etc. Natürlich gab es Verstöße und wir haben uns in unserer Naivität nicht anders zu helfen gewusst als immer weiter zu eskalieren: Zimmerruhe noch früher, noch weniger Freizeit. Eine furchtbare Fahrt, für alle Beteiligten.

    Inzwischen mache ich es anders. Ich kommuniziere bereits im Vorfeld immer mal wieder, dass auf einer Schulveranstaltung natürlich Alkoholverbot gilt. Dass ich da auch gar nichts machen kann, da es halt rechtlich vorgeben ist und ich leider bei einer Schulveranstaltung auch für Volljährige verantwortlich bin. Und dass es mir ja auch lieber wäre, wenn das nicht der Fall wäre.
    Vor Ort verwende ich bewusst eine andere Formulierung; ich sage dann deutlich, dass ich niemanden betrunken sehen möchte. Ich thematisiere die unterschiedliche Wortwahl nicht, gehe aber davon aus, dass Gymnasiasten das einschätzen können. Wenn ich doch mal Schüler zufällig in der Freizeit bei einem Bier sitzen sehe, muss ich entweder nicht immer alles sehen, was ich sehe, oder, wenn ich ihnen halr direkt über den Weg laufe, gehe ich hin und erkläre kurz, nochmal warum es eigentlich ja ein Alkoholverbot gibt, ohne große Show. Dann sage ich, dass ich davon ausgehe, dass es bei dem einen Bier bleibt und gehe und lasse sie bei ihrem Bier sitzen. Klappt meistens ganz gut. Seit Jahren (!) hatte ich keinen Fall mehr, wo Schüler deutlich betrunken waren oder sich fehl verhalten haben. Und die Stimmung auf den Fahrten ist deutlich entspannter. Für alle Beteiligten.

    Zur Ausgangsfrage: Ich hatte noch nicht den Fall mit Mietwägen, aber durchaus dass Schüler bei Auslandsfahrten im Rahmen der Freizeit in Stadtviertel wollten, die nicht besonders sicher schienen. Auch da hat sich im offenen Gespräch mit einer transparenten Begründung klären lassen, warum das keine gute Idee ist. Allein schon, indem man mal die U-Bahn-Verbindung durchgegangen ist und An- und Abreise durchgerechnet hat. Ich denke auch, bei einem Mietauto wäre da bei den Kosten schon schnell Schluss.

    Ich kenne (für Gymnasien) keine MINT-Lehramtstudiengänge. Ich kenne nur einheitliche Studiengänge, wo einzelne Kurse für Lehramtler erlassen werden.

    Ich kenne auch keine Fachveranstaltung speziell für Lehrämter, egal in welchen Fächern - außer natürlich Didaktik. Das ist doch überall so. Trotzdem ist man ja für eine Abschluss eingeschrieben, das steht dann auf dem Studentenausweis. Und wenn die Statistik schon so eine Unterscheidung trifft, müsste das auch die Basis dieser Unterscheidung sein.

    Da liegen die MINT-Fächer nach den Medizinstudiengängen an der Spitze und Sprachen und Gesellschaftswissenschaften deutlich weiter hinten.

    Ich hab jetzt den Link gar nicht aufgemacht, weil ich den Unterschied im Zeitaufwand auch gar nicht abstreite.

    Ich habe dazu schon seit meinem eigenen Studium eine eigene Theorie: Ich glaube, dass geisteswissenschaftliche Magisterstudiengänge zumindest damals so ausgerichtet waren, dass Studenten viel Zeit für außeruniversitäre Praktika hatten, um sich ein klares Profil zu geben, das eigentlich unbedingt nötig ist, um mit einem geisteswissenschaftlichen Magister irgendwelche Perspektiven zu haben. Ich hab das damals - obwohl Lehrämtler - zum Teil durchaus gemacht und habe mich immer darüber gewundert, dass so viele Magisterstudenten das gerade nicht getan haben.

    Also, dann dröseln wir das mal auf:
    Die Bildungswissenschaften sind bekanntermaßen in allen gymnasialen Studiengängen ein Schmalspurstudium. Das auf Geisteswissenschaften allgemein ausweiten zu wollen, ist schon ein wenig tendenziös. Wie du sicherlich weißt, haben auch nicht-MINT-Lehrer zwei Fächer, die sie deutlich tiefgehender studieren als die Bildungswissenschaften. Jetzt eine billige Bachelorarbeit, also quasi nach dem, was früher das Grundstudium war, und dann auch noch in Bildungswissenschaften als Beweis für den mangelnden fachlichen Anspruch der Geisteswissenschaften anzuführen, zeigt schon, dass du an einer ehrlichen Diskussion nicht wirklich interessiert bist.

    Zweitens sagst du mir jetzt, dass man es sich in M/Ph nicht so leicht machen konnte. Das soll ich dir jetzt einfach mal glauben. Tu ich sogar. Gleichzeitig unterstellst du aber, dass es in den Geisteswissenschaften immer möglich ist, so billig durchzukommen, wie du mit deiner Schmalspurbachelorarbeit. Das ist natürlich ebenso Unsinn wie die Unterstellung, dass du es dir offenbar dein ganzes Studium über leicht gemacht hast, auch im Fachstudium. Das war die Polemik in meinem letzten Post, die dich offenbar verwirrt hat.

    Ich zitiere mich deshalb selbst:

    Tatsächlich glaube ich durchaus, dass tendenziell mehr Geisteswissenschaftler an MINT-Fächern scheitern würden als andersrum, aber das sollte man vielleicht auch nicht Pauschalisieren.

    Es ist halt nur ein wenig erbärmlich, dass ihr es nötig habt, mit Halbwahrheiten und Spekulationen andere Studiengänge abzuwürdigen ("Abbrüche erfolgen meist aufgrund von Lustlosigkeit"; "Hausarbeiten sind ein Zusammentragen von Quellen"), um euer eigenes Ego zu boosten. Mehr sage ich doch gar nicht.

    Na ja, derjenige, der es sich leichter gemacht hat, warst du mit deinem so anspruchsvollen Lehramt M/Ph Studium.
    Und auch das bleibt anekdotisch. Ich möchte nicht allen M/Ph-Kollegen unterstellen, dass sie in ihrem Studium den einfachsten Weg gewählt haben.

    Und ich habe meine Examensarbeit über einen Autor geschrieben, über den es zu dem Zeitpunkt nicht viel Forschung gab. Ich habe mich interdisziplinär mit einer völlig neuen Fachrichtung, die in seinen Werken eine Rolle gespielt hat, eingearbeitet, bin in Archive gereist, um mit seinen handschriftlichen Manuskripten zu arbeiten und habe Thesen aufgestellt und argumentativ vertreten, die noch nie irgendwo standen.

    Und jetzt? Wo ist denn deine oder meine persönliche Erfahrung ein Beleg für irgendwas, außer vielleicht, wer es sich im Studium leichter gemacht hat als der andere?

    Siehst du, das ist der Unterschied, ich will ja niemanden dissen.
    Und wie wissenschaftlich redlich das ist, eine Statistik, die man zitiert jetzt mit eigenen unbelegten Behauptungen zu framen, will ich mal dahingestellt sein lassen.

    Es ist halt nur ein wenig erbärmlich, dass ihr es nötig habt, mit Halbwahrheiten und Spekulationen andere Studiengänge abzuwürdigen ("Abbrüche erfolgen meist aufgrund von Lustlosigkeit"; "Hausarbeiten sind ein Zusammentragen von Quellen"), um euer eigenes Ego zu boosten. Mehr sage ich doch gar nicht. Wo liest du da denn da ein "Dissen" heraus?

    Lehramtsstudiengänge: In diesen Studiengängen liegt die Abbruchquote bei etwa 10 % an Universitäten. Das Nichtbestehen von Prüfungen ist hier weniger häufig der Grund für einen Abbruch.

    Übrigens wird hier nicht nach Fächern unterschieden. Nach dieser Quelle ist also die Abbruchquote nur bei den MINT-Diplomstudiengänge so hoch. MINT-Lehramtsstudiengänge wären dann ebenso billig wie geisteswissenschaftliche Studiengänge. Bist du dir sicher, dass du mit der Statistik argumentieren möchtest?

    Realitäten sind Ego-boosts?

    Realitäten werden dann zu Ego-boosts, wenn sie einseitig ausgelegt werden.
    Ich will gar nicht bestreiten, dass MINT-Fächer evtl. anspruchsvoller sind als die meisten Geisteswissenschaften, wobei ich immer noch der Meinung bin, dass hier die Frage nach der natürlichen Begabung zu wenig berücksichtigen. Auf die Frage, ob du an Germanistik nur gescheitert wärst, weil es dich gelangweilt hätte, oder weil du vielleicht nicht in der Lage gewesen wärst, hermeneutische Denkmuster zu entwicklen oder schriftsprachlich das nötige Niveau zu erreichen, werden wir ebensowenig jemals eine Antwort bekommen, wie auf die Frage, ob ich ein Mathestudium geschafft hätte - und wenn ich daran gescheitert wäre, ob es eben auch die Langweile gewesen wäre oder die mangelnden intellektuellen Fähigkeiten. Es ist reine Spekulation. Das ist ja auch okay so. Tatsächlich glaube ich durchaus, dass tendenziell mehr Geisteswissenschaftler an MINT-Fächern scheitern würden als andersrum, aber das sollte man vielleicht auch nicht Pauschalisieren.

    Es nervt nur, wenn auf der einen Seite pauschal und ohne jede eigene Erfahrung postuliert wird, dass man in Geisteswissenschaften für eine Hausarbeit nur ein paar Quellen zusammenkopiern muss, gleichzeitig aber immer darauf verwiesen wird, dass man sich ja gar nicht vorstellen kann, wie unglaublich kompliziert das eigene Studium doch war. Ja, das ist ein Ego-boost, denn er basiert zum Teil auf Aussagen, die eben keine Realitäten sind.

    Wenn also in den Naturwissenschaften ein Student abbricht, dann grundsätzlich weil das Studium so verdammt schwer ist und wenn in den Geisteswissenschaften ein Student abbricht, dann grundsätzlich, weil er ein unorganisierter, intellektuell überforderter Idiot ist?

    Seid ihr sicher, dass ihr hier nicht auch ein Stück weit euer eigenes Ego boosten wollt, weil ihr das so schwere Studium durchgezogen habt?

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