Vor circa 3 Jahren dachte ich auch noch, dass es ohne Auto nicht geht. Ich hatte damals eine größere Reparatur und hatte halt mal eine Wochenkarte für die Öffis. Zugegebenermaßen war es eine sehr harte Woche (Dezember, viel Schnee,... hatte sehr wenig Ösffierfahrung). Es stellte sich heraus, dass die Reparatur des Autos sich nicht mehr lohnte, also kaufte ich eine Monatskarte, um in Ruhe Ausschau nach einem neuen (gebrauchten) Auto zu halten. Nach ca. 4 Wochen mietete ich eins für 24h für einen größeren Einkauf. Da begann schon mein Umdenken (und in meiner Familie). Es wurde deutlich, wie viel Geld man sparen kann und wir stellten Vor- und Nachteile Öffis/eigenes Auto gegenüber. Schließlich gewannen die Öffis. Wir beschlossen, es mal ein Jahr zu versuchen (Jahreskarte) und neu zu entscheiden. Ich gebe zu, es gibt Tage, da wünsche ich mir ein eigenes Auto zurück. Aber der Blick aufs Konto (vor allem, wenn man alle Kosten realistisch kalkuliert) und der Spaß, den ich auf meinen Arbeitswegen mit anderen aus meinem Ort habe, entschädigen mich an diesen Tagen. Und, ich kann ja jederzeit ein Auto mieten (und mir dann sogar aussuchen welches usw.). Nachteil ist zwar die Fahrzeit. Für ca 25 km aus dem ländlichen Raum nach Wien in die Stadt brauche ich insgesamt täglich ca 30 min länger. Ich habe gelernt, diese Zeit zu nutzen: Unterricht vorbereiten, Korrigieren habe ich aufgegeben (so mancher versehentlich gezogene rote Strich durch eine Aufgabe führte dazu), schlafen, lesen, Feierabendparty mit Leuten aus meinem Ort oder einfach Abstand gewinnen, vom Schulalltag. Mittlerweile sind wir 3 Jahre ohne Auto und kamen bisher fast immer überall hin, wo wir hin wollten (müssen halt Zeiten beachten). Nächste Woche hole ich mir das Österreichklimaticket (alle Öffis in ganz Österreich sind drin).