Beiträge von Moebius

    Die Stiko ist komplett überflüssig, sie hat die ganze Pandemie über nichts anderes gemacht, als jedes mal zu entscheiden "wir warten erst mal ab, bis aus anderen Ländern so viele Daten vorliegen, bis die Sache klar ist". Man kann durchaus auf diesem Standpunkt stehen, für diese Art von Entscheidung braucht man aber nicht ein dutzend Experten, die jedes mal tagelang zusammen sitzen und auf Kosten des Steuerzahlers Kaffee trinken und Doughnut essen.

    Biontech und Moderna sind weitgehend identisch, die Unterschiede rühren wohl von der unterschiedlichen Dosis der mRNA. Die kurzfristige Impfwirkung ist vergleichbar, bei Moderna lässt die Wirkung langsamer nach, dafür ist die Quote an Nebenwirkungen je nach Studie etwa 3 bis 6 mal so hoch.

    Moderna dosiert die Booster inzwischen auch niedriger, das Problem ist wohl, dass nicht überall mit dem Booster geboostert wird, aktuell werden wohl auch einfach die normalen Dosen ein drittes mal verimpft.

    Ich persönlich hätte kein grundsätzliches Problem mit Moderna, mir wäre es dann aber schon lieber, auch nur die Booster-Dosis zu bekommen (50 Mikrogramm statt 100).

    Aha, ich fasse mal zusammen:

    Biontech kommuniziert schlecht

    Moderna hat bisher nur einen paar Tweets des Vorstandes zu Omicron gebracht, das findest du gut, weil ja stillschweigend ihre Arbeit machen.

    Biontech hat sich auch geäußert und jetzt Labordaten vorgelegt, die ein differenziertes Bild zeigen, darüber regst du dich auf, weil die Pressemitteilung nicht den Standards für wissenschaftliche Veröffentlichungen entspricht und die weiteren Informationen zwar vorhanden sind, aber nicht da, wo du zufällig als erstes geguckt hast.

    Außerdem ist Pfizer/Biontech nur hinter dem Geld her

    Pfizer/Biontech liefern aktuell einen wesentlichen Teil ihrer Produktion an Schwellen- und Entwicklungsländer und veröffentlich dazu auch genaue Quoten in den Quartalsberichten, Moderna hat bis vor wenige Wochen ausschließlich an Industrieländer geliefert und ist davon erst vor ein paar Wochen abgewichen, nachdem Biden ihnen die Pistole auf die Brust gesetzt und gedroht hat, keine Fologeaufträge mehr zu vergeben, bis auch Entwicklungsländer beliefert werden. Davon abgesehen ist Moderna in Europa auch ca. 50% teurer als Biontech.

    Die Diskrepanz gilt übrigens auch auf persönlicher Ebene. Bis heute hat kein Biotech-Insider Aktien der Firma verkauft, Bei Moderna haben Insider in den letzten 12 Monaten knapp 14 Millionen Aktien verkauft und reichlich Kasse gemacht.

    Der Vergleich mit dem Wildtyp ist unseriös, weil es den nicht mehr gibt.

    Wenn die Wirkung mit Booster gegen Omicron der Wirkung der Doppelimpfung gegen den Wildtyp entspricht, wäre das natürlich relevant und eine gute Nachricht. Wenn das wirklich gelten würde (was man nur auf Basis der Antikörper und ohne Real-World Daten sicher nicht feststellen kann), wären wir wieder bei den 95% Wirksamkeit, die wir ganz am Anfang hatten.

    Das eigentliche Problem ist wohl eher, dass wir beide nicht neutral sind. Ich bin aus genannten Gründen sicher positiv gegenüber Biontech voreingenommen, du hast von Anfang an sehr auf Moderna gesetzt, weil der Stoff von Leuten die du kennst in deiner Nähe produziert wird. Letztere ist ziemlich schlecht gelaufen und Moderna droht in Europa aus dem Markt zu fallen, darum bist du angefressen.

    Wer übrigens das inhaltlich relativ dünne Original lesen möchte - es wurde ja wie üblich hier nicht als Quellenangabe verlinkt:


    Keine Angaben zur Methodik, keine Angaben zur Stichprobengrösse, keine Angaben bezüglich der Unsicherheit der Ergebnisse. Einem Schüler würde ich sowas kommentarlos zur Überarbeitung zurückgeben.

    Das ist die Pressemitteilung, nicht die Studie, natürlich stehen da keine detaillierten Daten.

    Auszüge zu den Daten findest du da:

    https://investors.biontech.de/static-files/4…53-49b3a1d01789

    Die komplette Studie ist bisher noch nicht veröffentlicht, aber ich bin sicher, wenn du so nett fragst, lassen sie dich mal rein gucken.

    Mir macht bezüglich Omicron Sorgen, dass es Hinweise gibt, dass Kinder (besonders kleine Kinder unter 5) scheinbar schwerer erkranken und häufiger ins Krankenhaus müssen.

    Die Beobachtung, dass Kinder in Südafrika relativ häufiger hospitalisiert werden, ist vermutlich nicht auf Europa übertragbar. Die im Mittel milderen Verläufe in der erwachsenen Bevölkerung sind möglicherweise darauf zurück zu führen, dass dort viel bereits infiziert waren und bei einer Reinfektion jetzt einen milderen Verlauf haben. Kinder waren in SA bisher nicht so stark betroffen, da sind noch viele immunologisch Naiv. Das gilt bei uns für alle ungeimpften.

    Ich persönlich glaube nicht, dass sie die Hospitalisierungsraten bei uns bei Omicron wesentlich von den Vorläufern abweichen werden.

    Biontech hat heute seine erste Untersuchung zu Omicron vorgelegt, Kurzzusammenfassung:

    - bei 2 fach Geimpften sinkt die Antikörper Antwort gegen Omicron auf 1/25. des Wertes gegen die Ursprungsvariante. Auf Basis dieser Werte kann man nicht mehr davon ausgehen, dass der Impfstoff das reine Infektionsrisiko signifikant senkt.

    - die Angriffspunkte der T-Zellen sind auch bei Omicron zu etwa 80% unverändert, vermutlich werden schwere Verläufe dadurch weiter auf gutem Niveau verhindert

    - bei 3 fach Geimpften ist die Antikörperantwort gegen Omicron vergleichbar effektiv, wie bei 2 fach Geimpften gegen die Ursprungsvariante

    (All das sind Labordaten auf Basis von Blutproben, Real-Word-Data scheitert derzeit noch an zu niedrigen Fallzahlen und zu weit Zeit.)

    - eine spezifische Variante des Impfstoffes für die Omicron-Variante wird im März bereit zur Auslieferung sein, falls sie nötig werden sollte

    In meiner erweiterten Nachbarschaft sind eine Reihe Häusern aus den 80er Jahren verkauft worden, alle mit um die 600-800 qm Grundstück alle wohl so gut um die 1 Millionen €. In allen Fällen wurden die Häuser - alle im völlig normalen Zustand für 30-40 Jahre - einfach komplett abgerissen und durch Neubauten ersetzt. Unbebaute Grundstücke gibt es hier nicht mehr, Menschen, die hier bauen wollen, nehmen in kauf, dass sie etwa 500 000 € für ein Haus mit ausgeben müssen, dass sie gar nicht wollen, nur um es ab zu reißen.

    (Spoiler: keiner davon ist Lehrer)

    Bei uns gehen etwa 2/3 der KuK mit A13 in Pension. Diejenigen, die erfolgreich A14 oder mehr werden, haben das in der Regel bis spätestens 45 erledigt, eher früher, weil man dafür deutlich in Vorleistung treten muss, was die Übernahme zusätzlicher Aufgaben betrifft. Das tun sich die erfahreneren Kollegen in der Regel nicht mehr an.

    Auch in meinem Teil Niedersachsens kostet ein einfaches freistehendes Einfamilienhaus mit einer akzeptablen Größe ab 500k, entweder direkt oder mit notwendigen Renovierungskosten. Die Einschätzung, dass man sich das mit dem einzelnen Einkommen eines Lehrers in einer Familie nicht leisten kann, sehe ich regelmäßig bei KuK bestätigt, bei denen immer das große Rechnen anfängt, wie viele Stunden die Frau noch machen muss, wenn es soweit ist.

    Die Idee, dass man als Familie bei der Lebensplanung für den Fall hätte vorsorgen müssen, dass eine jahrelange Pandemie immer wieder monatelange Phasen der individuellen Kinderbetreuung notwendig macht, halte ich auch für etwas anmaßend.

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