Beiträge von MarPhy

    Du hast von Fehlzeiten gesprochen. Hast du auch Fehlzeiten, wenn du als Lehrer in Quarantäne musst? Du schreibst so, als ob die SuS Bock auf den ganzen Zirkus hätten und nach Lust und Laune dem Unterricht fernblieben.

    Und zur Versetzung, bei uns gab's Noten, nix mir leeren Blättern.

    Natürlich habe ich "Fehlzeiten", ich bin ja nicht da. Also bin ich nicht anwesend, es muss vertreten werden.

    Und du hast Recht, genau so schreibe ich. Weil mir diese Schülerinnen und Schüler wahnsinnig auf die Ketten gehen. Sidn auf dem Gym völlig falsch aufgehoben und ich muss mich jetzt nicht nur 2 Jahre wie sonst sondern 4 oder 6 damit rumärgern.

    Die Kids können oft nichts dafür, eher sind es ihre beratungsresistenten Eltern, und ich habe die auch genauso lieb wie alle anderen Kinder auch. Aber deswegen fahre ich permanent mit angezogener Handbremse und das nervt mich gewaltig.


    Noten gibt es auch, aber sie sind völlig egal.

    Bei uns wird mit 6,0 versetzt.

    "Teil des Abmilderungspakets sind auch die bereits aus dem vergangenen Schuljahr bekannten Regelungen

    • zum Aufrücken nach den Klassenstufen 4, 6 und 8: am Ende der jeweiligen Doppeljahrgangsstufe findet außerordentlicherweise keine Versetzungsentscheidung statt"

    Wäre ja noch schöner!

    Wie? Na entweder jemand ist da oder nicht, ist doch völlig wertungsfrei. Ich stelle zu Stundenbeginn fest, wer fehlt. Der Anlass ist mir eigentlich egal.

    Wie wird das denn bei euch gehandhabt?

    Für mich das größte Problem an der ganzen Pandemie: Ständige Inkonsequenz.

    Einige SuS erfüllen (unverschuldet) die Anforderungen für die Versetzung nicht. Haben wochenlang Unterricht verpasst.

    Trotzdem wird versetzt. Prüfungsanforderungen abgesenkt, mehr Wahlmöglichkeiten...

    Man könnte doch auch einfach sagen: Blöd gelaufen, neue Chance im nächsten Jahr. Die Kinder von heute werden doch eh 100 Jahre alt, wieso so ein Stress?

    Irgendwie scheint das ein Trend zu sein. Gewollt sind Ausnahmen ohne Konsequenz.

    In anderen Bereichen werden Konsequenzen viel eher hingenommen. "Oh Mist, ich bin geblitzt worden, war ich wohl zu schnell." Auch das Scheitern an der Führerscheinprüfung ist ganz normal. Da käme niemand auf die Idee, wegen Corona den Maßstab abzusenken.

    In Thüringen würde ein Schüler, der 2019 im August in die Klasse 5 des Gymnasiums gekommen ist, und seitdem nur leere Blätter abgegeben hat, jetzt im Juli 2022 völlig problemlos in Klassenstufe 8 versetzt werden.

    2020: eh keine Versetzungsentscheidung wegen Doppeljahrgangsstufe, willkommen in Klassenstufe 6

    2021: Corona, willkommen in Klasse 7.

    2022: Corona, und außerdem eh keine Versetzungsentscheidung wegen Doppeljahrgangsstufe, willkommen in Klassenstufe 8.

    Mir wird Angst und Bange.

    Ja, das mache ich jetzt grundsätzlich, wenn SuS fehlen. Ich stelle alles auf "Moodle" ein, was wir machen. Praktisch für mich auch, weil ich das im nächsten Schuljahr nochmal nutzen kann (mache ich derzeit auch mit "Moodle"-Kursen aus dem letzten Schuljahr so). Zeitaufwand: gering (max. fünf Minuten pro Doppelstunde), da wir in jedem Klassenraum einen Lehrer-PC habe, wo ich mich dann nur kurz anmelden muss plus Anmeldung auf "Moodle" über die Schulhomepage, kurze Beschreibung des Unterrichtsinhalts und ggf. Hochladen von Dateien von meinem USB-Stick.

    Ich mache das also während der Unterrichtsstunden, wenn die SuS einen Arbeitsauftrag bearbeiten, nicht in meiner Freizeit.

    Wobei wir ja - wie gesagt - auch die notwendige (und funktionierende!) Hardware haben.

    Das kann ich verstehen, coole Sache. Wir haben keine PCs in den Klassenräumen und kein Internet.


    In welchem Bundesland bist du denn? Hier in NDS ist die Präsenzpflicht nicht ausgesetzt.

    Thüringen, Präsenzpflicht ist aber bei uns nur mittelbar wegen Corona für ne Woche ausgesetzt. Fehlstunden gibt es für Quarantäne aber auch nicht ("Gibt ja Distanzunterricht", frage mich nur, wer den Unterricht abdeckt.).

    Und naja, selbst wenn es defacto ne Präsenzpflicht gibt, ist sie mit "Ich hab Asthma" "Oma hat Corona" oder jeder beliebigen Ausrede auch wieder dahin.

    Ich meinen Augen ist das gleichzeitige Abdecken von Präsenz- und Distanzunterricht Mehrarbeit, die entsprechend angewiesen und vor allem vergütet werden muss.

    Meine Gewerkschaft sieht es genauso.

    Wo kommen wir da denn sonst auch hin?

    Muss ich in Zukunft, wenn nach Corona jemand krank ist, dann auch jedes Mal alles online in meiner Freizeit hinterhertragen?

    Versteht mich nicht falsch, wer seinen Unterricht streamen kann und möchte, soll das gerne tun. Aber weder haben wir die Hardware dazu, noch habe ich Lust, meinen eigenen Job abzuschaffen.

    Bei uns ist das Credo "Präsenzunterricht bis zum letzten Mann", bitteschön, von mir aus gerne. Wenn schon nicht für die Kinder, dann wenigstens für die Wirtschaft. PräsenzPFLICHT ist nämlich ausgesetzt, macht also jeder wie er will.

    Aber das heißt doch nicht, dass ich dann damit mehr Arbeit haben muss. Vor allem dann nicht, wenn die dienstlich bereitgestellte Ausstattung noch nicht mal den Empfang von Mails erlaubt.

    Wer früher ne Knie-OP hatte und zwei Wochen gefehlt hat, musste sich seinen Kram auch selbst besorgen. Wer sich freiwillig hat freistellen lassen erst recht.

    Warum sollte das jetzt anders sein?

    Zumal es sowieso keinen nennenswerten Versetzungsentscheidungen mehr gibt. Kann eh jeder machen was er will.

    Ach. Habt ihr? Wir haben mit dem, was wir hatten, Distanzunterricht organisiert. Das Gewurschtel ging los, als man anfing Konzepte zu schreiben. Da kamen die Wichtigtuerinnen aus den Löchern und erzählten dummes Zeug.

    Natürlich brauchen die Schülerinnen eine einheitliche Linie und Klarheit. Aber die kriegt man ja nicht dadurch, dass jede Schule, jede Abteilung erstmal einen Arbeitskreis tagen lässt.

    Bei uns hat halt jeder was anderes:D

    In der Schule selbst gibt es selbst heute noch kein Internet.

    Am Ende ist es doch ganz einfach:

    Als der erste Lockdown kam, gab es kein System. Jede andere Stelle im öffentlichen Dienst hätte die Vorgesetzten und die übergeordneten Behörden gefragt, was genau wie zu machen ist und womit. Und dann solange nichts getan, bis die entsprechenden Vorraussetzungen geschaffen wurden.

    Bei uns geht es aber "Um die armen Kinderchen" und deswegen wurde losgewurschtelt. Ne Lösung von oben gibt es nach 2 Jahren immernoch nicht und mittlerweile steckt in jeder Bastellösung soviel privates Geld und unbezahlte Mehrarbeit, dass ich es nicht einsehe auch nur eine Sekunde in einen Umstieg zu investieren ohne entsprechenden Ausgleich.

    Reihenweise Gesundheitsämter stellen sich auch heute noch hin und sagen "Kontaktverfolgung ist nicht mehr möglich, kein Personal." Die Arbeit wird eingestellt oder erfolgt zu langsam. Gleichzeitig gibt es immernoch Arbeitslose, Soldaten in Kasernen die Ihre Eier schaukeln, einen völlig sinnlosen Konflikt in der Ukraine und einsame Vollpfosten beim Ordnungsamt, die anstatt Quarantänemaßnahmen zu kontrollieren lieber im Blitzerauto sitzen.

    Möchte ich mal sehen, was los ist, wenn sich die Deutschkollegen hinsetzen: Die Korrektur des Deutsch-Abiturs 2022 ist leider erst verzögert bis Ostern 2034 möglich. Zu wenig Personal. Wir fahren jetzt auf Klassenfahrt.

    Das selbe mit den Demos: Bei G20 in Hamburg wird einfach mal pauschal in die Familien gewasserrwerfert aber bei 200 Covidioten, die illegal marschieren spazieren kann man nicht mal die Personalien aufnehmen oder wenigstens mal mitm Tonfa anklopfen.

    Meiner Meinung nach müssen die Fahrtkosten zwischen 1. Dienststelle und Abordnung erstattet werden und falls es mit dem ÖPNV oder sonst wie nicht möglich ist, in der entsprechenden Zeit dort anzukommen, sogar der höhere Satz für zwingende dienstliche Gründe, den privaten PKW zu nutzen. Sieht der Dienstherr das anders kann er ja ein Taxi oder Dienstwagen mit Fahrer stellen oder du kommst halt zu spät :)

    Ich hab zumindest in der Oberstufe sehr gute Erfahrungen mit Flipped Classroom (ala Christian Spannagel) gemacht, also der "Inputphase" als Video bei Youtube, Üben dann im Unterricht mit einer großen offenen Plenumsphase.

    Eignet sich gut bei großen Themen die eingeführt werden, beispielsweise Kurvendiskussion.

    Die Erstellung des Materials ist allerdings so aufwendig, dass das parallel zum Präsenzunterricht nicht geht. Ich kann in diesem Jahr jetzt nur ein bisschen was aus dem Lockdown des letzten Jahres weiterverwenden. Da ist es dann auch einfach, die daheimgebliebenen einzubinden, das Video muss ja eh zuhause geschaut werden.

    Bei uns kam am Freitag jetzt ne Mail von der SL, Tenor:

    Quarantäne zählt nicht als Fehlstunden, denn die SuS sind ja im Distanzunterricht (wer auch immer den anbieten soll :D).

    Gleichzeitig dürfen im Distanzunterricht nur Noten vergeben werden, wenn alles transparent und fair und für alle gleich ist. (Also de facto nie).

    Kann ein Schüler aus "technischen Gründen" nichts abgeben, rechtfertigt das keine 6.

    Plagiate und Betrugsversuche ebenfalls nicht.

    Heißt jetzt: Schön blöd, wenn man geimpft ist. Dann landet man nämlich nicht in Quarantäne, muss jeden morgen aufstehen, alle Leistungserhebungen mitschreiben und man bekommt auch noch die Ergebnisse, die man erzielt hat.

    Ich stelle alles in Teams (Tafelbilder, Arbeitsblätter, Hausaufgaben, ...). Finde ich auch im Präsenzunterricht echt praktisch.

    Habe ich auch drüber nachgedacht, ich wäre dann als Schüler in der Oberstufe aber überhaupt nicht mehr hingegangen.

    Ich habe auch keine Lust, dass die SuS vom nächsten Jahrgang dann mit dem fertigen Material in Stunde 1 da sitzen. Das mit "Ich druck mir das Skript aus" und "Ich geh nicht hin, gibt ja nen Skript" kommt an der Uni noch früh genug. Zumal ich auch keine Lust habe, mich jedes Mal um Bildrechte etc. zu bemühen.

    Überhaupt...ich mache meinen Unterricht entweder in Distanz ODER in Präsenz. Wenn die Behörden meinen, bei halben Klassen wegen Quarantäne trotzdem normalen Präsenzunterricht haben zu wollen, gleiche ich das ja nicht durch doppelte Arbeit aus.

    Auftrag für die SuS daheim ist dann, ganz Oldschool, wie wenn früher jemand krank war, "Informiere dich bei deinen MitschülerInnen". Da steigt auch gleich die Impfmotivation:)

    Wie die Wochenpläne optisch auszusehen haben, ist ganz individuell. Es gibt von Verlagen auch Vorlagen zu kaufen. Man kann sie sich aber auch für sich selbst entwerfen. Manche machen sie handschriftlich, andere am Computer. Man muss halt jede Stunde, die man hält eintragen mit mindestens Thema und Schwerpunkt (z. B. 1. Klasse: Minus rechnen, Einführung Platzhalteraufgaben, B. S. xx/Nr. yy), im idealen Fall noch Lehrplanziel/Kompetenz-Blablubb)

    Ich hab von der Schulrätin schon mal eine auf den Deckel bekommen, weil da halt 4 mal hintereinander stand: Mathe - Wir üben das Schriftliche Addieren" - das war zu wenig, weil ja nachvollzogen werden muss, was genau gemacht wurde.

    Wir müssen auch die Belehrungen notieren, Vertretungsstunden, besondere Ereignisse (Gottesdienst, Projekt, ...)

    Okay, das ist genau das, was bei uns ins Klassenbuch eingetragen wird.

    Darf man fragen oder wissen, was dein zweites Standbein ist?

    Im weitesten Sinne Gastronomie, momentan aber (noch) ohne Gewinnerzielungsabsicht.

    Mir geht es auch nicht vorrangig ums Geld, sondern darum, lösungsorientiert zu handeln und etwas aufzubauen. Diese permanente Mangelverwaltung und das hin und her schieben von Zuständigkeiten zwischen Träger und Land ist einfach nur beschämend. Ich habe in der Schule einfach zu wenig das Gefühl, autonom und selbstwirksam zu handeln und das sind irgendwie zwei der menschlichen Grundbedürfnisse. Hab ich mal in der Uni gelernt.

    Ich würde da auch nicht so ein Bohei drum machen. Bemühe dich um eine klare Zielorientierung "Wir haben unseren Lernstand erhoben, ihr habt individuelle Rückmeldung erhalten, Ziel der heutigen Stunde sollte sein, dass ihr alle.... könnt.

    Wer noch Probleme mit XYZ hat, beginnt am besten dort.".

    Denk eher an sowas wie gestufte Hilfen, Differenzierung (Schwierigkeitsgrad angeben oder Fundamentum und Additum oder so)...

    Bzgl. Kopfrechnen:

    SuS sollen mit zwei Würfeln würfeln, daraus einen Winkel bilden (meinetwegen größere Zahl ist die 10er Stelle) und dann jeweils zum rechten Winkel, gestreckten Winkel und Vollwinkel ergänzen. Haste die Begriffe gleich mit drin.

    Ach und...Lerntheke...mach das nur, wenn die Kids schonmal ne Lerntheke gemacht haben.

    Thüringer Schulgesetz:

    Thüringer Schulordnung:

    D.h. die Mitarbeit kannst du als mündliche Leistung ganz normal als einzelne Note werten, sollte halt möglichst transparent sein.

    Zusätzlich kannst du die absolut sinnfreien "Kopfnoten" für Verhalten und Mitarbeit verteilen.

    Verhalten direkt im Fach bewerten ist schwierig, da würd ich entweder auf mangelhafte Mitarbeit abzielen oder auf die Pädagogischen Maßnahmen und Ordnungsmaßnahmen nach §51 Thüringer Schulgesetz zurückgreifen.

    Ein anderes Beispiel: Nehmen wir einen Beamten, der beim Finanzamt z.B. arbeitet. Er ist seit November krank. Würde der AG dann auch verlangen, dass "Fristsachen" vom erkrankten Kollegen von zu Hause aus bearbeitet werden?

    Nö! Da gibt es eine Vertetung.

    Apropos Vertretung. Irgendwer muss doch auch die Klassen der Kollegin vertreten. Kann den Kram nicht diejenige oder derjenige korrigieren, der die Klasse(n) jetzt hat?

    Tzzz vertreten...seit es bei uns diese desolate Schulcloud gibt, heißt es immer "Aufgaben siehe Cloud". Wer die erstellen soll...ist mir schleierhaft.

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