Um einmal ganz neutral auf die Ausgangsfrage zu antworten: Die "Standard"-Intelligenztests für Kinder und Jugendliche (KABC, HAWIK, SON-R etc.) müssten doch alle für dieses Alter normiert sein ...
Für die Auswertung dieser Tests benötigt man Hintergrund- und Basiswissen. Das solltest du als Sonderpädagoge wissen. Zudem sind diese Tests zeitaufwändig und müssen im normierten Setting durchgeführt werden.
Nebenbei: Wer den KABC in seiner Klasse ausprobieren will, kann ihn sich kaufen. Kostet derzeit läppische 1980,80 €. Ohne Handbuch. Dafür gibt es einen Testkoffer mit verschiedensten Tests und Protokollbögen.
Das zeigt, wie umfangreich dieser Test ist. Die Schulpsychologen am Schulamt hatten ihn in Verwendung. Das zeigt auch, in welche Hände derartige Tests gehören.
Im Netz sind zahlreiche "Intelligenztests" abrufbar, die jedoch auf Verfahren des letzten Jahrhunderts beruhen - die zwischenzeitlich obsolet sind.
Anekdote am Rande: Beim Musterungstest für die Bundeswehr wurde bei mir ein IQ von >140 festgestellt. Als "Hochbegabter" kam ich in die Buchhaltung der Nachschubkompanie der 10.Panzerdivision und war dort (1976 als Wehrpflichtiger) an der Einführung der EDV beteiligt. Vorteile: Schichtarbeit, kein Robben im Gelände, Bürojob. Angebot auf Offizierslaufbahn. Hab' ich abgelehnt.
Den Intelligenztest hatte ich nie ernst genommen - weil ich die Ursache für das Ergebnis kannte. Damals gab es "Eignungstests" für das Medizinstudium. In der Oberstufe gab es dazu Info-Schriften und als ich darin einen IQ-Test gesehen hatte, war meine Reaktion: "Hä?"
In der Buchhandlung meines Vertrauens, die einen Großteil meines Taschengelds erhielt, fand ich ein Büchlein mit dem Titel "Intelligenztraining". Gekauft, gelesen, verstanden. Aufbau von Zahlenreihen, Muster etcpp. Reaktion: "Ach so!"
Am Tag der Musterung hab' ich den Test dann nur noch abgehakt - mit beschriebenem Ergebnis.
Aus persönlicher Erfahrung halte ich "Intelligenztests" für fragwürdig. 