Noch kurz zum Vergleich mit der Schweiz überhaupt - er ist grundsätzlich in gewisser Weise "unfair". Gymnasien in der Schweiz haben das Recht der Hausmatura und damit haben die Lehrpersonen die Möglichkeit, ihr eigenes Curriculum zusammenzustellen und in der Matura auch zu prüfen (übrigens, noch nebenbei - die Sek I wird in der Schweiz ohne Abschlussprüfung beendet). Klar, es wurden überkantonale Standards festgelegt und diese finden sich auch in den Unterrichtsplänen der Gymnasien wieder. Allerdings sind diese Lernziele oftmals nur stichwortartig ausformuliert und lassen den Lehrpersonen grosse Freiräume in der Ausgestaltung ihres Unterrichts. Besonders gilt das für die Schwerpunkt- und Ergänzungsfächer. Ob jetzt die Berechnung von Fourierkoeffizienten (wie in der Beispielprüfung im Video) auf dieser Stufe pädagogisch besonders wertvoll ist, darüber kann man diskutieren.
Gut finde ich bei Krötz grundsätzlich schon die Idee, das fachliche Niveau hochhalten zu wollen. Was ich bei ihm aber vermisse, sind brauchbare und zeitgemässe Lösungsvorschläge. Leider ist die Quintessenz bei ihm oft "früher war alles besser, besonders in Bayern", von seinen (von mir bereits erwähnten) nicht zielführenden Kulturkampfparolen mal ganz abgesehen.
Was ich mir bei ihm (oder in vergleichbaren Diskussionen) wünschen würde, wäre mal die Bereitschaft zum "Out-of-the-Box-Thinking" - unter Berücksichtigung der Realität in den Schulen, selbstverständlich. Was Mathe angeht, da könnte man von mir aus (auch in der Schweiz
) gerne mal heilige Kühe schlachten und sich (zum Beispiel) überlegen, was in einer gymnasialen Oberstufe kanonisch sein sollte - ist der Dreiklang von Analysis, Vektorgeometrie und Stochastik wirklich das Mass aller Dinge?