Beiträge von plattyplus

    Was ist eure Meinung dazu?

    Solange wir Lehrermangel haben, würde ich in der Grundschule nicht nur den Englischunterricht streichen sondern auch gleich die "verlässliche Grundschule", also die Nachmittagsbetreuung, um so viel Unterricht in Mathe und Deutsch wie nur irgendwie möglich in die Stundenpläne reinzubekommen.

    Ich höre. Die Alternativen.

    Alternativen, um mehr Schüler mit den vorhandenen Lehrerstellen beschulen zu können:

    • Abschaffung des verlässlichen Ganztags. Die Schule findet nur noch bis zur 6. bzw. 8. Stunde statt, keine Ganztagsbetreuung mehr.
    • Abschaffung des Englischunterrichts in der Grundschule, stattdessen Fokus auf Mathe und Deutsch.
    • Abschaffung der Inklusion und Wiedereinführung der Förderschulen.
    • Streichung von Klassenfahrten, um die Lehrer während der geplanten Klassenfahrt im Untericht einsetzen zu können.
    • Anhebung der Gehälter, um den Job attraktiver zu machen.
    • Lehramtsausbildung in Form eines Dualen Studiums, das dann auch ab dem 1. Tag bezahlt wird.
    • ...

    Soll ich noch weiter ausholen?

    Das Problem ist, daß man solche Einschnitte den Eltern und damit Wählern nur ganz schlecht verkaufen kann, wohingegen es auf die paar Lehrerstimmen bei den Landtagswahlen gar nicht ankommt. Diese Änderungen widersprechen halt mal auf ganzer Linie der Anspruchshaltung der heutigen Elterngeneration, wenn wir schon bei den Anspruchshaltungen der unterschiedlichen Gruppen sind.

    Attestbaum?

    Die hier müssen einen ganzen Wald solcher Bäume haben: https://berufsdiplom.com/

    Jedenfalls habe ich von denen schon wiederholt „Atteste“ bekommen und auch einer meiner eigenen damaligen Mitschüler und Ex Kollegen hatte mit einem der dortigen Bäumchen versucht weiterzukommen und hatte sich dort sein 1. Staatsexamen ausstellen lassen. Nach 1,5 Jahren im Referendariat hat dann mal die Ausbildungsschule in der Uni angerufen, weil es an den fachlichen Vorkenntnissen auf ganzer Linie fehlte. Dabei kam dann der Schwindel raus.

    Oder einfach nachschreiben lassen, wenn es kurz vor Notenschluss ist und dann, wenn bis zur Konferenz keine Entschuldigung vorliegt, mit 6 bewerten.

    Genau das ist in NRW verboten. Leistungsnachweise des Schülers sind zu werten, wenn man ihn einmal hat nachschreiben lassen, auch wenn man ihn eigentlich gar nicht hätte nachschreiben lassen dürfen, weil keine Entschuldigung vorliegt.

    Sowas gibt es?

    In den 2000er Jahren gab es sowas zumindest in meinem Studium. Ich erinnere mich noch zu gut an die eine Pädagogik-Veranstaltung, bei da am Ende 150 Unterschriften auf der Anwesenheitsliste standen aber nur ca. 35 Studenten im Raum waren. Da hat der Prof. dann alle Studis auf den Flur gebeten, auf das sie anschließend wieder einzeln eintreten. Beim Durchschreiten des Türrahmens durfte jeder dann exakt einen Namen nennen. So konnte sich jede Studentin überlegen, ob sie dann selber "anwesend" sein wollte oder doch lieber ihre urlaubende Freundin decken wollte.

    Oh, wir haben das. Hat die Klinikleitung vor etlichen Jahren eingeführt, um die Montagserkrankungen in den Griff zu bekommen. Hat eigentlich auch gut funktioniert - die Leute sind jetzt halt statt Montag die ganze Woche krank(geschrieben).

    Dann bin ich wohl beim falschen Hausarzt. Meiner schickt jedenfalls regelmäßig Leute zur Arbeit, weil er sich das ganze Theater nicht bieten lassen will. Mein Nachbar beschwert sich heute noch darüber, daß er von dem Arzt in eine Kur geschickt wurde, obwohl er eigentlich nur eine Gefälligkeitskrankschreibung haben wollte. Die Kur wäre dann aber so richtig zum Abgewöhnen gewesen... da war er in den folgenden Jahren praktisch nie wieder krank. :pirat:

    Selbst bei sofortigen Beginn der Klausur ist es möglich, dass der Schüler direkt sagt er sei krank und geht. Vielleicht seltener der Fall, aber möglich. Hatte den Fall mal bei einer Klausur, der Schüler hatte offenbar vergessen, dass am dem Tag Klausur geschrieben wurde. Dumm gelaufen, nichts zu machen.

    Hatte ich auch schon öfters. Meist führte der anberaumte Nachschreibtermin abends um 18 Uhr bzw. samstags um 8 Uhr zur Spontanheilung in solchen Fällen.

    Ja, kenne ich, mache ich nicht mehr so. Wenn ich in der ersten Stunde auf die Schülerinnen treffe, schreiben sie dann nach.

    Ich sehe meine Aufgabe aber vornehmlich darin die Unterrichtsversorgung für die leistungswilligen Schüler sicherzustellen. Da habe ich nicht die Zeit jeden Morgen in der 1. und 2. Stunde durch zwei Schulgebäude zu laufen, um festzustellen, ob jemand der ca. 60 Nachschreibkandidaten aus einem Dutzend Klassen heute da ist oder nicht.

    Mich nervt exakt das auch gerade sehr. Vor allem, wenn bis Notenschluss gar nicht mehr nachgeschrieben werden kann, weil derjenige an allen Tagen bereits mit anderen Klausuren verplant ist.

    Wir nennen den Nachschreibtermin einfach „schriftliche Leistungsfeststellung“ und davon dürfen auch mehrere an einem Tag erfolgen. Also wenn einer der Querulanten wieder da ist, kann es durchaus passieren, daß am ersten Tag gleich mehrere jeweils 90 minütige Leistungsnachweise auf ihn warten.

    Man sollte es wie an der Uni machen: es gibt EINEN Nachschreibtermin für eine Klausur und wer da nicht kommt, hat halt Pech.

    Und da die Schüler/Azubis/Eltern eh die Entschuldigungen selber schreiben, kann man sich das ganze Theater auch gleich sparen. Es gibt zwei Prüfungstermine, die sich die Schüler frei aussuchen können. Wenn sie beide Termine versäumen, ist die Note eine 6. Entsprechend wird jedem geraten den ersten Termin zu wählen, um den zweiten Termin für etwaige Krankheitsfälle in Reserve zu haben. Aber es steht ihm natürlich frei gleich den zweiten Termin zu wählen und das Risiko einzugehen.

    Auf den Zeugnissen sollten dann auch nur noch die Fehlstunden in Summe ausgewiesen und nicht nach entschuldigt/unentschuldigt unterschieden werden. Die Entscheidungen sind zumeist ja eh an den Haaren herbeigezogen.

    Naja, man könnte auch mal drüber nachdenken, das „System“ einfach mal zu flexibilisieren.

    Können sie ja gerne tun, nur soll es dann am Ende auch für uns handhabbar bleiben. Aktuell habe ich wieder ein Problem mit drei Schülern. Sie waren im Februar bzw. März zu den Klassenarbeitsterminen krank. Eine selbstgeschriebene Entschuldigung oder gar ein Attest haben sie bis einschließlich letzte Woche nicht eingereicht. Entsprechend habe ich sie auch nicht nachschreiben lassen, zumal ja nicht einmal eine Entschuldigung vorlag. Gestern haben sie dann beim Klassenlehrer die Entschuldigungen eingereicht. Da der Kollege sehr weichherzig ist, hat er die Entschuldigungen auch akzeptiert. In der Folge standen die Schüler heute Morgen bei mir mit der Forderung, daß ich ihnen für die Klassenarbeiten, die sie nicht mitgeschrieben haben und nicht nachschreiben konnten, weil ich ihnen keinen Nachschreibtermin angeboten habe, jeweils die Note 1,0 mit 100% der Punkte haben wollten. Schließlich sei es mein Verschulden...

    Die Zeugniskonferenzen waren heute Nachmittag, so daß ich die Klassenarbeiten gar nicht mehr nachschreiben lassen konnte.

    So, wie handhabt man sowas jetzt rechtlich, wenn es um die dritte 5 und damit um die Versetzung/Nicht-Versetzung geht?

    So wie ich es mittlerweile gehört habe, sind selbst für Klassenarbeiten keine Atteste mehr vorgeschrieben. Das soll zumindest in NRW gelten.

    Ist inzw. in NRW auch so, habe ich selber in diesem Schuljahr mehrfach durchexerzieren dürfen. Weißt wie frustrierend das ist, wenn du dann die dritte oder vierte Nachschreiberrunde hast, weil natürlich bei den Nachschreibterminen immer wieder welche fehlen, und die Schüler leere Zettel abgeben, weil sie eh keinen Bock haben. :daumenrunter:

    Moin,

    da es ja mal wieder auf die Sommerferien zugeht und damit das leidige Thema der Ferienverlängerung mal wieder ins Spiel kommt, weigern sich die Kinderärzte inzw. lautstark über die Presse für den letzten Schultag Atteste auszustellen.

    --> https://www.lz.de/ueberregional/…l-zu-Recht.html

    Welche Vorschläge habt Ihr, wie das Problem mit den Gefälligkeits-Entschuldigungen der Eltern in Zukunft geregelt werden sollte?

    Irgendwie muß ich in diesem Zusammenhang an meine Studentenzeit zurückdenken. Damals durften wir bei den Veranstaltungen zwei Wochen pro Semester fehlen. Dabei war es unerheblich ob man im Krankenhaus lag oder auf Gran Canaria am Strand. Ich selber kann mich noch gut daran erinnern, wie ich mich selber aus dem Krankenhaus entlassen und unter Morphium in den Hörsaal gesetzt habe, um die 2-Wochen Frist einzuhalten. Ähnliches könnte ich mir zukünftig auch für den Unterrichtsbetrieb vorstellen. Jeder Schüler darf 2 Wochen pro Halbjahr fehlen, egal aus welchem Grund. Überschreitet er diese Frist, ist das Schuljahr automatisch zu wiederholen, egal wie gut oder schlecht die Klausurnoten waren. Ähnliches gilt für Klassenarbeiten. Atteste fürs Nachschreiben müssen nicht mehr eingereicht werden, der Nachschreibtermin ist aber wahlweise samstags um 8.00 Uhr wie an unserer Nachbarschule oder abends um 18.00 Uhr, wie bei uns.

    Für die, die wirklich ernsthaft krank sind, ist das zwar alles so richtig fies, aber die ganzen "Kränkelnden" bekommt man damit wohl auf Linie ohne extremen und nicht leistbaren Verwaltungsaufwand.

    Es gibt sehr junge Erwachsene (Ü18), die tatsächlich erwachsen sind und es gibt relativ alte Menschen, die es nicht sind.

    Kann man den Status „erwachsen“ eigentlich auch wieder verlieren? Ich denke da gerade an die Senioren, die sich über Gott und die Welt beschweren.

    • Lustiges Beispiel: Ein Senior nölte lautstark im Hotel rum, weil es Málaga-, Pistazien- und Kokoseis am Büffet gab und nicht Vanille-, Erdbeer- und Schokoeis.
    • Ernstes Beispiel: Ein Senior (Tourist) meinte auf Spiekeroog dem Rettungswagen im Einsatz die Reifen zerstechen zu müssen. Schließlich sei die Insel „autofrei“. Entsprechend dürfte dort auch kein Rettungswagen fahren und er meinte das mit diesem „Nachdruck“ durchsetzen zu müssen.

    Ein anderes Bundesland klappt von hier aus leider nicht. Wären mindestens 1,5 Stunden pro Strecke..

    Schade. Bei mir ist die Landesgrenze so nah, daß ich zu Fuß drüber laufen kann. Viele vergessen leider diese Option, auch wenn sie mit Nachteilen verbunden ist. So hat man z.B. nicht gleichzeitig mit den Kindern Ferien. In diesem Jahr überschneiden sich z.B. die Herbstferien von NRW und Niedersachsen nur um ein Wochenende, also gar nicht.

Werbung