Allerdings liegt meine Schule in Sichtweite einer Einrichtung mit 'modernem' Atomschutzbunker, der wohl tatsächlich für Volltreffer (der frühen 80er Jahre) ausgelegt ist. Allerdings nicht weil er Menschen schützen sollte, sondern kritische Infrastruktur.
Es gibt keinen Bunker, der einen wirklichen Volltreffer einer Wasserstoffbombe aushalten würde. Die Frage war damals schon wie nah der Treffermaximal sein darf, um den Bunker nicht zu zerstören. Ein direkter Treffer schaltet jeden Bunker aus. Entsprechend sind Bunker bei der heutigen genauen Navigationstechnik mehr als sinnlos.
Und selbst in den 1970er und 80er Jahren waren Atombunker schon sinnlos. Klar mag man sich bei einem Atomangriff in einem Bunker verstecken können und den Nuklearschlag auch überleben, wenn man eben keinen Volltreffer bekommt. Aber was dann? In 30, 60 oder 90 Tagen muß man aus dem Bunker wieder raus, weil dann alle Vorräte aufgebraucht sind. Man hat also nur einen Aufschub seines Todes um diese entsprechende Zeit, weil die Welt außerhalb des Bunkers komplett radioaktiv verseucht ist. Diese etwas längere Lebensspanne erkauft man sich aber mit dem Wissen seines eigenen Endes in x Tagen. Die Situation ist durchaus vergleichbar mit der eines zum Tode verurteilten, der die Tage bis zur Hinrichtung zählen und die Uhr ticken hören kann.
Meine persönliche Schlußfolgerungen daraus:
- Sollte hier eine Atombombe fallen, hoffe ich, daß sie mir direkt vor die Füße fällt und ich so ohne Vorwarnung aus dem Leben scheide.
- Mit Bunkern lassen sich keine Kriege verhindern. Kriege lassen sich leider nur mit einer massiven Abschreckung verhindern. Der potentielle Angreifer muß wissen, daß ein Angriff sein eigenes Ende bedeuten würde und er sich in keinen Bunker verkriechen kann, um diesem Schicksal aus dem Weg zu gehen.