Beiträge von plattyplus

    Erziehung zur Selbstständigkeit mit Fahrrad, Bus und Bahn.

    Das machen wir gerade. Nur sieht in der Provinz die Erziehung so aus, daß man ihnen die Angst vor dem verteufelten Motorrad nehmen muß. Konkret geht es um eine 125er, weil man die ab 16 fahren darf und anders die Lehrstellen nicht zu erreichen sind. Bus und Bahn sind hier ein guter Witz. Da fährt eigentlich nur der Schulbus. Fahrrad würde gehen, es gibt sogar einen Fahrradweg direkt hinter der Leitplanke der Autobahn a2, um sich die Weserbrücken mit der Autobahn zu teilen, aber ob man die Kinder im Dunkeln mit dem Fahrrad auf einer 100km/h Bundesstraße fahren lassen würde? Ich denke eher nicht.

    Dann kommt man dazu, freiwillig den Rollerführerschein mit 15 zu finanzieren

    Selbst der Roller ist Blödsinn, weil der außerorts vom Tempo her nicht mithalten kann, wie das Fahrrad auch an den unmöglichsten Stellen von PKWs und LKWs überholt und dabei der Fahrer in den Straßengraben abgedrängt wird.

    Bei Open Petition läuft gerade eine Petition, daß 50ccm Roller in Zukunft wie damals die DDR-Schwalbe wieder 60km/h schnell sein dürfen. Habe ich unterzeichnet, auf das die Überholmanöver innerorts ein Ende haben. 45km/h Limit, wenn alle anderen 50 fahren dürfen und in Wirklichkeit 55 fahren, paßt einfach nicht.

    Warum GKV,

    Weil mich die PKV nicht haben wollte, als sie meine Krankenakte aus Kindertagen gesehen hat. Nach meinem Ref. war ich 1,5 Jahre arbeitslos und nachdem ich dann doch endlich auf Probe und später auf Lebenszeit verbeamtet wurde, habe ich die Frist versäumt um die Öffnungsklausel nutzen zu können.

    warum nicht verheiratet

    Kommt im Sommer. :rose:

    warum ist Wohnort so weit weg von der Schule?

    Weil ich meine Wohnung (Eigentum) schon hatte bevor ich im Alter von 33 in den Schuldienst gegangen bin. Aktuell ist der Auffenthaltsort noch weiter weg, weil wir die Kinder nicht aus der Schule reißen wollen. In zwei Jahren kommt der Große aus der Schule und die Kleine wechselt von der Grundschule in die Sek 1, dann steht wohl ein Umzug an. Auf das es dann wieder 120km bis zu meinem Arbeitsort sind und nicht 170km.

    Wenn ich deine Verlobte wäre

    Glaub mir, sie will das auch nicht. Nur sieht sie, daß es anders nicht geht und bricht dann regelmäßig in Tränen aus.

    Aktuell sucht sie als Staatlich geprüfte Maschinenbau-Technikerin einen neuen Arbeitgeber, weil sie beim alten nicht von Teil- auf Vollzeit wechseln kann. Kleine Betriebe müssen den Wechsel von Teil- auf Vollzeit ja nicht ermöglichen. Ggf. würde sie auch mit Mitte 40 noch einmal ein Duales Studium aufnehmen. Die Stellenbewerbungen laufen jedenfalls seit Monaten.

    Die Alimentation und die damit verbundenen Familienzuschläge sind im Übrigen gerade keine familienpolitische Leistung, sondern rein aus dem Alimentationsprinzip erwachsen.

    Darf ich dann auch einmal meine persönliche Konstellation vorrechnen?

    • Meine Verlobte hat zwei Kinder mitgebracht, für die ich selbstverständlich zahle. Da fordert die Schule mal ein iPad, Urlaub zu viert… Familienzuschlag gibt es natürlich nicht, die Kinder stehen ja nicht auf meiner Lohnsteuerkarte.
    • Wohnort ist in Niedersachsen. Wohnorte außerhalb NRWs werden natürlich in der Mietzuschlag-Tabelle nicht erfaßt. Da würden wir also auch nichts bekommen, selbst wenn es den Mietzuschlag unabhängig vom Familienzuschlag geben würde.
    • Als Beamter in der GKV versichert.
    • Aufgrund der enormen Fahrstrecke zum Arbeitsplatz muß alle 10 Jahre ein neues Auto her. Die 7.500€ Steuerrückerstattung jährlich lege ich komplett für den Fahrzeugkauf zurück. Ein VW id.3 mit großem Akku, damit er den Weg zur Arbeit auch schafft, kostet ja gut 60k€.
    • Treibstoffkosten für die Fahrerei: ca. 1.000€ monatlich

    Kurzum: Ich bekomme zwar inzw. A14, aber ich muß auch bei Edeka nach den Angeboten gucken. Einfach zugreifen geht nicht. Seitdem ich in dieser „Familienkonstellation“ lebe, bin ich froh, wenn ich am Ende des Monats mit dem Gehalt ausgekommen bin und nicht aufs vorab Ersparte zurückgreifen mußte.

    Der Familienzuschlag der Stufe 1 wird immer dann gewährt, wenn im Haushalt des Beamten eine Person lebt, der er gegenüber unterhaltspflichtig ist. Das kann der eigene Ehepartner sein,

    Bei dem Ehepartner macht das aber so gar keinen Sinn, weil der ja auch gegenüber dem Beamten Unterhaltspflichtig wird. Wenn zwei Beamte heiraten, bekommen sie die Stufe 1. An ihren finanziellen Möglichkeiten ändert sich aber nichts, eher werden sie noch größer, weil ein gemeinsamer großer Hausstand günstiger ist als zwei kleine.

    Die Alimentation und die damit verbundenen Familienzuschläge sind im Übrigen gerade keine familienpolitische Leistung, sondern rein aus dem Alimentationsprinzip erwachsen.

    Dem muß ich insb. beim Gedanken an Stufe 1 des Familienzuschlags widersprechen. Warum soll ich verheiratet ohne Kinder höhere Kosten haben? Da müßte man, wenn ausschließlich um den Lebensstandard geht, die Besoldung doch eher noch verringern, weil eine große Wohnung günstiger ist als zwei kleine. Für mich ist das Familienpolitik, weil der Gesetzgeber so die Ehe im Hinblick auf spätere Kinder fördern will.

    Huh? Warum sollte ich von 100% reden, wenn das für 90% der Familien nicht machbar ist? im idealsten aller Fälle können beide Eltern Vollzeit arbeiten. Ich kenne genau eine Familie, wo das der Fall ist, weil Oma und Opa jung genug und nah genug dran sind.

    Also ich kenne ausschließlich Familien, die mit Kindern Vollzeit arbeiten. Meine Mutter war 8 Wochen nach der Entbindung wieder im Job und in der Generation meiner Großeltern war es auch selbstverständlich, daß die Frauen Vollzeit gearbeitet haben. Genauso, wie es selbstverständlich war, daß meine Großeltern tagsüber auf mich aufgepaßt haben bzw. später die Zeit vor und nach dem Kindergarten bzw. der Halbtagsschule überbrückt haben.

    Ich habe das Modell „Hausfrauenehe“ nie kennengelernt und meine Perle kann sich aus der DDR nicht an sowas erinnern. Da war auch Vollzeit angesagt.

    Aber zu behaupten, dass manche Menschen nur Kinder bekommen, um damit Geld zu verdienen, finde ich schon ziemlich abgefahren. Das ist doch Quatsch.

    Ob sie die wirklich bekommen oder nur auf der Lohnsteuerkarte stehen haben, ist halt die Frage. Gibt ja häufiger den Fall, daß es angeblich Kinder irgendwo im Ausland geben soll, die in der Realität nur auf dem Papier existieren. Je höher das Kindergeld ist, desto eher gibt es den Anreiz da zu betrügen. Daher mein Gedanke, daß das Kindergeld direkt an den Schulbesuch gekoppelt werden muß, eben um sicherzustellen, daß das Kind wirklich existiert.

    Viel problematischer finde ich, dass dieser Zuschlag nur für Beamte gilt und die Mietstufenzuschläge auch nicht in abgeschwächter Form für kinderlose Menschen gelten.

    Ich sehe die Problematik so:

    • Eine amtsangemessene Alimentation hat an das Amt und nicht an den Familienstand angepaßt zu erfolgen. Entsprechend haben Familienzuschläge dort eigentlich gar nichts zu suchen. Nur Erschwerniszulagen z.B. für Nachtarbeit sind zulässig, entsprechen diese doch dem Leistungsprinzip.
    • Mietstufenzuschläge sind nur gerechtfertigt, wenn Beamte eine Residenzpflicht haben. Ansonsten zwingt sie ja niemand in Düsseldorf zu wohnen.
    • Die Familienförderung hat über die soziale Wohlfahrt also über ein entsprechend angepaßtes Kindergeld zu erfolgen. Um dem „mit einer großen Kinderanzahl Geld verdienen“ vorzubeugen wird das Kindergeld an den Schulbesuch gekoppelt. So wird auch sichergestellt, daß es die Kinder, für die Kindergeld beantragt wird, auch wirklich gibt.

    Warum daraus so eine Wutdebatte wird, verstehe ich hingegen nicht. Entweder, die eigene Alimentation ist nicht amtsangemessen (was immer das bedeutet), dann kann ich mich an die Gewerkschaft wenden oder selber den Rechtsweg bestreiten.

    Die Wutdebatte kommt daher, daß einerseits das Verfassungsgericht bereits festgestellt hat, daß die Alimentation nicht ausreichend ist, die Landesregierung sich einen schmalen Fuß macht, indem sie nur den Eltern das Geld in den Allerwertesten bläst und man sich dann hier im Forum von diesen Eltern noch anhören muß, daß die Alimentation doch ausreichend ist und man sich nicht beschweren solle.

    dann brauche ich mich auch nicht über Familie Müller mit 3 Kindern ärgern.

    Ich ärgere mich über Familie Müller, weil deren extremes Einkommen dazu beiträgt die Inflation anzuheizen, so daß ich als Single am Ende trotz des identischen Nettolohns eine geringere Kaufkraft habe.

    Sprich Väter werden bevorteilt, denn sie gehen seltener oder weniger mit den Stunden runter, als die Mehrheit der Mütter.

    Richtig interessant wird das bei geschiedenen Vätern, die ihre Kinder nicht mehr sehen wollen auf der einen Seite und Männern, die mit der Mutter und den (nicht eigenen) Kindern zusammenleben auf der anderen Seite. 😉

    Dieser Lebensentwurf führt die exorbitanten Familienzuschläge dann komplett ad absurdum. 🙄

    Vermengst du hier nicht viele verschiedene Bereiche?

    Ich entflechte sie. Die Beamtenbesoldung hat per Gesetz dem Leistungsprinzip zu folgen. Entsprechend haben da eigentlich weder Familien- noch Wohnortzuschläge etwas zu suchen. Nur Stellen- bzw. Erschwerniszulagen z.B. für Nachtarbeit sind zulässig.

    Will ich als Gesetzgeber Familien fördern, habe ich das über die soziale Wohlfahrt zu tun aber bestimmt nicht über die Beamtenbesoldung.

    Was würdest du als Alternative vorschlagen, um kinderreiche Familien besser zu unterstützen?

    Weg mit den Zuschlägen für Beamte und dafür eine Anhebung des Kindergelds, damit auch Nichtbeamtenfamilien davon profitieren. Das Kindergeld müßte dann aber auch direkt an den Schulbesuch der Kinder gebunden sein. Für Tage des unentschuldigten Fehlens gibt es direkt kein Kindergeld. Die Familienkasse bekommt Zugriff auf die elektronischen Klassenbücher und greift die Daten selber ab.

    Die Progression bei dne Zuschlägen abhängig von der Kinderanzahl ist aus meiner Sicht nicht fair.

    Die Progression bei den Kinderzuschlägen müßte eher eine Degression sein, schließlich verursacht das erste Kind die größten Grenzkosten. Mit zunehmender Anzahl der Kinder werden diese geringer. So muß man fürs erste Kind Wickeltisch, Fahrräder in diversen Größen etc. anschaffen, die man bei weiteren Kindern erneut verwenden kann.

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