Selbst wenn der Diabetes den Lehrerinnen bekannt gewesen wäre, was wird hier an Wissen über diese Krankheit und wie man damit umgeht erwartet?
Genau das ist der Punkt. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass hier manche Kolleg*innen meinen, dass man das doch alles im Griff haben müsse.
Leute, ich bin als Lehrer weder Superman noch Wonderwoman und wenn es dann z.B. bei den Essenswünschen auf einer Klassenfahrt heißt: „Halal, Koscher, vegetarisch, vegan, lactosefrei, glutenfrei und ohne Erdnüsse“, dann ist das praktisch das Todesurteil für diese Klassenfahrt, weil diese ganzen Sonderbehandlungen im Rahmen einer solchen Fahrt einfach nicht umsetzbar sind.
Habe selber bei einer solchen Fahrt dann das Essen komplett abbestellt, den Schülern auf der Fahrt Verpflegungsgeld ausgezahlt und sie aufgefordert in der Küche der Unterkunft selber zu kochen.
Bei den Lehrerfortbildungen das gleiche Spiel. Da wird erst groß getönt, dass alle Essenswünsche erfüllt werden, dann schreibt man da aber nicht „vegetarisch“ in die Liste sondern „Lebensmittelallergie gegen …“ und es wird eben nicht berücksichtigt. Alle Gerichte auf der Karte fallen aus, man fährt als Lehrkraft spontan zu McDoof, weil man sich auf die Zusage „wir machen alles möglich“ verlassen und eben nichts selber eingepackt hat und bekommt dann noch von dem Planer der Tour einen blöden Spruch reingedrückt von wegen: „Wir dachten, dass deine Angabe zu den Allergien ein Spaß war“, als ich vor seinen Augen das komplette Essen habe zurückgehen lassen und gegangen bin.
Leute, ich weiß selber wie schwer es ist beim Italiener ein Gericht ohne Käse auf der Speisekarte zu finden und auf welches Unverständnis man stößt, wenn man sagt, dass nachträgliches Runterkratzen des Käsebelags nicht reicht. Daher versuche ich auf Klassenfahrten erst gar nicht etwaige Sonderwünsche zu erfüllen, weil ich weiß, dass ich diese Sonderwünsche in der Fülle gar nicht erfüllen kann. Den Schülern zu sagen, dass ich mich um alles kümmern werde, wäre da nur verlogen.