Beiträge von O. Meier

    Hm? Also ich muss jede Woche 25x45 min. etwas Lehrplankonformes mit den Kindern machen. Was soll das sein, wenn nicht mit selbst erstelltem Material? Da bleibt doch nur kaufen.

    Ja, richtig, die Schule (bzw. die Schulträgerin) muss das benötigte Material kaufen.

    Leute, wenn man Anlautkarten braucht, diese aber nicht da sind, kann man nicht einfach sagen

    Doch, kann man. Muss man sogar, weil das den Tatsachen entspricht. Was erzähltest du denn den Kindern? Dass die Anlautkarten unsichtbar sind?

    aber die Materialien für den Anfangsunterricht Deutsch möchte ich eigentlich nicht kaufen.

    Dann machst du es auch nicht.

    Ist es nicht auch Sache der SL, die Ausstattung

    Wer da auf wen „zugehen“ muss, weiß ich nicht. Stelle einen Beschaffungsantrag und warte.

    Mehr kann man nicht sagen, weil deine Ausführungen zu ungenau sind. Irgendwer hat dies und das gesagt. Wer in welchem Zusammenhang gesprochen hat, wissen wir nicht.

    Rechtsstaat. man darf auch wegen eines solchen Drisses klagen. Das ist die erste Stelle, an der man merkt, dass der Rechtsstaat funktioniert. Die zweite Stelle ist die, an der die Gerichte den Kopf schütteln.

    Alles OK.

    Hier tauchen einige Beispiele auf, in denen das technische Personal die Erwartungen nicht erfüllt. Geschenkt. Das meine ich nicht, wenn ich vom technischen Personal rede. Sondern selbstverfreilich ist damit welches gemeint, das den Job kann, den es macht, das ausreichenden Zeiten zur Verfügung steht. Eben so, dass ich als Userin mich darauf verlassen kann, dass das Zeuch funktioniert.

    Solches Personal müsste man natürlich adäquat bezahlen. Insofern ist die Diskussion auch müßig, das wird nämlich nicht passieren. Da bin ich dann wieder bei meiner These, dass Digitalisierung an Schulen nie funktionieren wird, weil die Strukturen dagegen sprechen.

    Sammelt also gerne weiter solche Beispiele, die nämlich dafür sprechen, dass wir eine anständige technische Ausstattung brauchen. Dazu gehört auch anständiges Personal.

    Das hat übrigens wenig damit zu tun, wer die Kaufentscheidungen für z. B:. Hardware trifft. Wenn die Schulträgerin bezahlt, so entscheidet sie auch wofür. Naja, und da sind wir wieder bei den Strukturen, die die Digitalisierung an Schulen verhindern.

    Und wo, malst du das an die Wand?!?

    Mit Fingerfarben ans Fenster oder mit Spielplatzkreide auf den Schulhof. Also, so machen wir das am BK. In der Grundschule wird das nicht gehen.

    Du fragst besser diejenige, die entschieden hat, dass ihr keine analogen Tafeln mehr habt. Die wird sich das schon überlegt haben.

    Was ist wohl einfacher: Einem Informatiker Pädagogik erklären oder einem Lehrer Informatikkenntnisse draufschaffen?

    Das ist tatsächlich eine interessante Frage. Aber sie ist wenig relevant. Man muss keine Ahnung von Pädagogik oder Zahnreinigung haben, um Rechner am Laufen zu halten.

    Es war auch zu erwarten, dass wieder Notfall-Beispiele kommen. Dann müsse man doch. Wasser im Keller ist nicht unbedingt ein Notfall. Falls doch, 112.

    Es geht eben nicht darum, wie wir Notfälle abarbeiten, sondern darum, wie wir unseren beruflichen Alltag gestalten.

    Das "technsche Personal" hat von Pädagogik und schulischen Erfordernissen an die EDV keine Ahnung.

    Und das wird man doch so pauschal mal sagen dürfen.

    Nichts an Schulen ist so okkult, dass man sich die Ahnung nicht verschaffen können. Dass eine elektrische Tafel „gehen“ muss, ist eine Erkenntnis, die das technische Personal zur Not auch einfach mal zur Kenntnis nehmen kann.

    Die IT muss doch immer auf die Anforderungen des jeweiligen Betriebs reagieren.

    Mir ist es letztendlich auch wurscht, wer's macht, so lange ich das nicht bin.

    Der Stundenlohn ist übrigens kein relevantes Kriterium, sondern der Umstand, dass Lehrerinnen nicht ihre eigentlichen Aufgaben erfüllen, während sie so etwas machen.

    Es ist ja nicht die Arbeit anderer, sondern meine!

    Okay. Vielleicht sollte ich ergänzen, dass ich als Lehrerin arbeite. Schulgesetz NRW meint z. B. in §57 (https://bass.schule.nrw/6043.htm#1-1p57:(

    Lehrerinnen und Lehrer unterrichten, erziehen, beraten, beurteilen, beaufsichtigen und betreuen Schülerinnen […]“

    Weder da noch woanders finde ich Putzen, Gartenarbeit oder Computerwartung.

    Hier sind dann wohl die Voraussetzungen andere, wer welche Aufgaben hat.

    nur solltest du akzeptieren, dass bei anderen die Kriterien, was sie zum Wohlergehen brauchen

    Stehen dir irgendwelche Indizien zur Verfügung, dass ich das nicht tue? Mach wie du meinst. Wie es dir dabei geht, ist deine Sache. Ob du davon krank oder glücklich wirst, geht mich nichts an.

    eine anderes ist und das unterschiedliche Schulstufen auch unterschiedliche Notwendigkeiten für Dinge haben.

    Eben. Und solange alle Beteiligten nach den Notwendigkeiten handeln, ist auch alles okay. Dann passiert so etwas nicht:

    Ich kann nicht einfach sagen: "Okay, Tafel geht nicht, dann diktiere ich es euch und ihr schreibt es selber auf!" Das geht mit einer handvoll Buchstaben nämlich noch gar nicht.

    Bei mir steht oft „Geplanter Unterricht nicht durchführbar.“ im Klassenbuch, wenn die Technik mal wieder nicht zur Verfügung steht.

    Und hier ist es eben so, dass sie gemerkt haben, dass es sinnvoller ist, jemanden von der Schule dafür zumindest mit-verantwortlich zu machen, Das geben sie eben mit Stunden (wenn auch viel zu wenig) weiter. Also wo ist das Problem?!?

    Vermutlich gar keines. So lange es für dich OK ist, zu putzen und Computer zu streicheln, hast du kein Problem. Ich mache das alles nicht und habe auch kein Problem. Wir haben in dem Punkt nicht mehr zu besprechen. Du wirst in deinem Stil weiter machen, ich in meinem. Ich wollte nur erwähnt haben, dass die Arbeit anderer zu machen, nicht die einzige Möglichkeit ist.

    Das eigentliche Problem ist, dass Schulen mit einem furchtbar niedrigen Wirkungsgrad arbeiten, wenn Lehrerinnen so etwas machen, anstatt zu lehren und zu erziehen. Da das politisch nicht verstanden wird, nützt es auch nichts, wenn wir das Problem benennen.

    Und nein, die ganze Woche warten oder noch länger geht einfach nicht, das behindert uns doch in unserer Arbeit, also wackelt man doch mal lieber am Stecker o.ä.

    Ich bin da eine braven Untertanin. Wenn Schulträgerin und Dienstherrin einmütig möchten, dass wir derart behindert werden, dann lasse ich mich gerne behindern. Ernst bei Seite: derartige Symptom-Behandlungen lösen das oben angesprochene Problem nicht. So etwas stellt mir keinen sinnvollen Einsatz meiner Arbeitskraft dar.

    Konkret geht es auch mir erheblich besser, wenn ich einen blöden Spruch darüber bringe und den Schrott Schrott sein lasse. Das Sisyphosale des Versuches, es irgendwie doch hinzukriegen, hat mir nicht gut getan. Und ja, mein eigenes Wohlergehen ist ein sehr wichtiges Kriterium bei meinen Entscheidungen.

    gehen selber mit dem Staubtuch über Sachen, denn ich werde von dem Dreck krank

    Dann bliebe ich zu Hause, anstatt noch an dem Dreck herumzufuhrwerken.

    Aber mehr möchte ich da gar nicht zu sagen. Wir sind, glaube ich, wieder bei „Geht nicht anders.“ und „Du hast keine Ahnung von Grundschulen.“ Geschenkt. Mag so sein.

    Um auf die Technik zurückzukommen (warum geht's hier auf einmal ums Putzen?). Ich bin kein technisches Personal. Wenn etwas nicht läuft, schreibe ich eine Fehlermeldung. Ich klettere schon lange nicht mehr unter die Tische und wackel an Steckern oder ähnliches. Da gibt es Leute für, die machen das oder lassen das bleiben. Unterm Strich egal, weil, das sehen wir ähnlich, das Fachpersonal nicht wirklich vom Fach ist. Außerdem haben sie lange Reaktionszeiten. Bevor ein Fehler behoben ist, sind schon die nächsten aufgetaucht.

    Aber auch das ist Teil des Sparprogramms an Schulen. Wenn man möchte, dass der Kram funktioniert, muss man auch für Wartung und Betrieb Geld ausgeben. Auch das passiert nicht, also läuft nichts. Mich hat das mal sehr gestört. Mittlerweile ist's mir egal.

    Das sind, wie ich ja in den letzten Jahren nicht müde wurde zu schreiben, auch die Schattenseiten des Föderalismus.

    Ich sehe dabei nicht den Föderalismus als wesentlichen Grund. Sind die Zuständigkeiten klar, ist es egal, wer was zahlt, wenn etwas denn tatsächlich gekauft wird. Da wo die Zuständigkeiten nicht klar sind, müssen entsprechende gesetzliche Regelungen ergänzt werden

    Ob föderal oder zentral, so lange die, die die Schulen betreiben (sowohl politisch als auch administrativ) kein Interesse an den haben, wird's nichts.

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