es dann selber auch nicht gebacken zu bekommen sachlich zu bleiben.
Das wäre die richtige Sichtweise bei jemanden, der es überhaupt beabsichtig, sachlich zu bleiben. Da bin ich mir nicht bei allen Diskussionsteilnehmern sicher.
Ich versuche mal zu verstehen, worum es geht. Letztendlich muss man eine Entscheidung treffen, ob man das Kind austrägt oder nicht. Diese ist in vielen Fällen furchtbar einfach zu treffen, in einigen aber ist sie nicht ganz so einfach. Tipps, wie die, dass man es sich bitteschön rechtzeitig überlegen solle, ob man ein Problem hat, das die Entscheidung erschweren könne, finde ich da nicht angebracht. Die wirken eher etwas überheblich. Sie zeigen, dass 'Rummoralisieren nichts nützt und man menschliches Zusammenleben nicht mit dem Abhaken weniger Regeln in geordnete Bahnen kriegt.
Ich kann mich da irren, weil man von den meisten Usern das Geschlecht nicht kennt, aber ich hab da schon die Vermutung, dass die furchtbar einfachen Lösungsvorschläge bevorzugt von Männern kommen.
Ethische Fragen sind manchmal echt schwierig, und für ethische Dilemmata gibt es prinzipbedingt keine Musterlösung.
Da es in diesem Thread aber doch um die katholische Kirche gehen soll, stellt sich doch gar nicht die Frage, wie jeder Einzelne hier zur Abtreibung steht und wer vielleicht ein Bisschen mehr Recht hat, als die anderen. Die Haltung, die die katholische Kirche zur Abtreibung hat, ist aber auch nicht wichtig. Diese Organisation kann gerne zu allem eine Meinung haben. Aber warum sollte mich die interessieren?
Eine Hilfe bei ethischen Abwägungen erwarte ich von kirchlichen oder religiösen Dogmen nicht. Wer seine Entscheidung an höhere Wesen und Überlieferungen aus der Bronzezeit abgeben möchte, hat sich auch entschieden, nämlich für ein bestimmtes moralisches Paket. Und auch für diese Entscheidung muss er die Verantwortung übernehmen.
Deshalb würde mich mal interessieren, was uns die Diskussion um Grenzfälle im Abtreibungsrecht neues über die katholische Kirche sagt, das etwas damit zu tun hat, wie wir z.B. die katholische Kirche als Schulträger einschätzen.