Sie hätte nun noch 1 1/2 Monate für die Wiederholung elementarer Grammatik und elementaren Wortschatzes. ,,In absehbarer Zeit'' muss ich daher klar verneinen. Auf Basis ihrer jetzigen Kenntnisse ist es für sie auch nicht möglich, in der Mittelstufe erfolgreich mitzuarbeiten.
Danach ist's wohl entschieden. Trotzdem würde ich die anderthalb Monate noch abwarten und dann entscheiden.
Wie belastbar ist es denn, wenn ich meine Note von dem Engagement in knapp 2 Monaten abhängig mache und ihr doch noch eine 4- gebe?
Was ist denn 'ne 4-? Reicht es aus (4) oder nicht (5)? Eine 4- könnre auch bedeuten, dass man sich nicht entscheiden möchte.
Wie geschrieben, in Hamburg sind die Kinder dann in Klasse 7 und bleiben bis zur Oberstufe niemals sitzen und können auch nicht mehr auf die Stadtteilschule wechseln. Die Gefahr bei so einem Leuchtfeuer ist daher recht groß, denn in der Mittelstufe fallen viele SuS in sich zusammen, da bei schlechten Noten keine Konsequenz mehr droht.
Insofern gibt's du eine Note mit weitreichender Konsequenz. Fast schon unaständig weitreichend. Geht man davon aus, dass die schulgesetzliche Regelung Sinn macht, sollte man das eben auch durchziehen. Eine 4 zu geben, wenn es eine 5 passen würde, bedeutet letztendlich, dass man den Schüler vor den schulgesetzlichen Konsequenzen der schlechteren Beurteilung bewahrt. Letztendlich hebelt man das Schulgesetz damit aus. Kann man machen und kann man sogar legitim finden.
Das bewahrt dich aber nicht davor, dass die Entscheidung in beide Richtung erhebliche Konsequenzen hat. Dass einem dabei unwohl ist, kann ich verstehen. Aber vor derartigen Entscheidungen stehen wir nunmal und uns wird nicht immer die Gnade zu Teil, später zu erfahren, ob wir "richtig" (in welchen Sinne auch immer) entschieden haben.
Das hilft dir nur insofern weiter, dass du dich vielleicht darauf einlassen kannst, die Verantwortung für solche Entscheidung zu akzeptieren. Ferndiagnostisch können wir dir eigentlich nichts raten. Auch wenn das, was zu uns 'rüberschwappt, eher danach riecht, der Kandidatin den Weg auf die Stadtteilschule zu eröffnen, kann ein kräftiger Schluck aus der Pulle auf den Papillen des echten Lebens doch ergeben, dass die junge Dame zur künftigen akademischen Elite unseres Landes gehören sollte.