Beiträge von Tom123

    Aber eine Stunde weniger bei der einen Veranstaltung, dort mal ein Fest weniger, hier mal eine Arbeitsgruppe eingespart, eine Dienstversammiung, die mab TZ Kräften erspart etc addiert sich ja auch.

    Bis auf wenige DVs haben wir das alles nicht. Wir sind auch glücklich. Aber uns ist auch klar, dass es halt einen richtigen Ausgleich nicht gibt. Wir haben inklusive SL 2-3 VZ-Kräfte. Es betrifft also fast alle. Das ist auch an Grundschule nicht ungewöhnlich.

    Wir werfen auch nicht die Flinte ins Korn. Wir arbeiten als Team in der Summe gut zusammen und überlegen uns letztlich bei jeder Veranstaltung gemeinsam, ob es die Mehrarbeit wert ist. Das führt auch dazu, dass vielleicht ein Jahrgang mal nicht auf Klassenfahrt fährt. Oder nur 1-2 Nächte.

    Richtig. Diese Ebene verweigert sich aber einer Lösung, indem recht pauschal der niedrigeren Ebene (Schule) die Verantwortung zugeschoben wird, bei nicht teilbaren Aufgaben zu entlasten. Was dann in der Realität nichts stattfindet (stattfinden kann?).

    Und diese Aufgaben, die bei der VZ-Kraft ja schon das Maß der Arbeit überschreiten lassen, machen die Überschreitung bei der TZ-Kraft noch größer. Und nein, auch wenn mir das mehrfach in den Mund gelegt wurde: Ich fordere keine Mehrbelastung der VZ-Kräfte. Ich sehe als einzige Möglichkeit (ceterum censeo), dass eine AZ-Erfassung eingeführt wird. Das System schert sich nämlich nicht um diese Problematik.

    Genau das ist Ding. Eine Arbeitszeiterfassung mag das Problem verbessern. Ich bin mir da aber noch nicht sicher. Bis da alle Regelungen durchgeklagt sind, werden 20 Jahre vergehen.
    Aus meiner persönlichen Sicht ist das Hauptproblem, dass sich die Lehrkräfte in Summe zu wenig wehren. Alle schimpfen über die Belastung, aber niemand stellt eine Überlastungsanzeige. Warum nicht einfach mal mit Unterstützung der Gewerkschaften klagen? Wobei ich auch in vielen Bereichen mit dem Einsatz der Gewerkschaften nicht zufrieden bin. Ich würde mir durchaus etwas höhere Gehaltssteigerungen wünschen. Aber den meisten reicht es im Lehrerzimmer zu meckern statt ihre Rechte wirklich durchzusetzen.
    Das gilt übrigens auch für die Arbeitszeiterfassung. Wenn man die haben will, muss man klagen. Oder man schreibt seine Arbeitszeiten auf und gibt das dann weiter.

    Unsere SL, die wirklich gut ist und mit begonnenem Blick versucht, Entlastungen zu schaffen, hat sich vehement dagegen gesperrt, den Tag der offenen Tür auch nur anzudiskutieren, da er für unsere Schülerakquise so wichtig ist. Erst als wir ein komplettes Konzept ausgearbeitet und vorgelegt haben, das das Angebot sogar besser macht und gleichzeitig TZ Kräfte entlastet, war er bereit darüber zu reden. Diese Form von Betriebsblindheit ist ja kein charakterliches Veragen, sondern kommt davon, dass SLen auf 1000 Hochzeiten tanzen müssen. Aber die reflexartige Antwort "Mehrarbeit gehört halt dazu, ist doof, ist aber so, die Erlasse sagen das halt so. Müsste sich der Dienstherr drum kümmern." ist halt auch keine konstruktive Vorgehensweise. Und ich behaupte, dass jedes System, jedes (!), auch unseres, eures, das vom Frosch, das von Sissymaus, das von s3g4, Bolzbold, Quittengelee und allen anderen hier im Thread noch Potential bietet, um TZ Kollegen zu entlasten.

    Das mag sein. Und ich denke, dass die Möglichkeiten an größeren Schulen auch deutlich größer sind. Wir versuchen auch durchaus. Allerdings würden jedem, der überlegt Teilzeit zu machen, sagen, dass es nicht aufgehen wird. Ich würde auch jedem, der VZ arbeitet sagen, dass er mit einer 40 Stunden Woche nicht hinkommt. Ich meine, dass wir mit Ferien eingerechnet 43 h pro Woche arbeiten sollen. Aber auch damit kommen viele nicht (mehr) aus. Und das liegt nicht an den Lehrkräften. Und wenn ich im Schnitt sowieso schon drüber bin, kann ich auch wenig umverteilen.

    Ich bin allerdings auch überzeugt, dass wir nicht so viel Potential haben, um eine angemessene Entlastung hinzubekommen. Vielleicht findet man irgendwo noch eine Stunde für jeden, die wir aktuell übersehen. Aber wirklich signifikante Lösungen sehe ich nicht. Im Gegenteil. Momentan brauchen wir durch eine veränderte Schülerschaft mehr als Zeit als früher.

    Ich gucke mal was von deinen Ideen uns weiterhelfen kann:

    mehr Rotation bei Ausflügen; Klassenfahrten; => Machen wir durchaus, bringt aber eigentlich nur eine Umverteilung der Aufgaben und keine Entlastung.

    Schulfesten - oder deutliches Einschränken des Angebots: Ich hatte bereits geschrieben, dass wir nur sehr wenig machen. Wir könnten noch das eine Schulfest eine zwei Jahre streichen aber das Kollegium findet, dass das für die Atmosphäre an der Schule wichtig auch mal so etwas zu machen. Wenn wir das streichen, hätten wir natürlich eine kleine Entlastung alle zwei Jahre ...

    Klare Einschränkung der Anwesenheit bei Elternsprechtagen und/oder Elternabende: Da wird es jetzt kompliziert. Wir haben Lehrkräfte, die kaum nachgefragt sind. Aber von 14 Lehrkräften haben 9 eine Klassenleitung an der Grundschule und dann wollen halt auch alle Eltern mit dir sprechen. Dazu hast du in der Grundschule auch durchaus mal kompliziertere Situationen und längere Gespräche. Ich kann natürlich hart sein und sagen wir sprechen nur 10 min und dann ist Schluss. Aber menschlich will das auch keiner. Das ist in der Sek 1 sicherlich anders. Aber wenn ich Eltern erklären muss, dass es mit ihrem Liebling in der Schule nicht läuft und es die Klasse wiederholen muss oder überprüft wird, dauert das echt lange. Dazu kommen die klassischen "Mein Kind wurde von Kind XY gehauen, beleidigt, was auch immer anrufe". Dann noch Kinder, die eine Schulbegleitung brauchen etc.. Da wird kaum eine Lehrkraft sagen, sorry es gibt nur 10 min. Der Dienstherr hat nicht mehr vorgesehen.

    Rotation bei Klassenleitungen: 14 Lehrkräfte, davon 2 in der SL. 1 Lehrkraft für die Inklusion. Bleiben zur Zeit 11 Lehrkräfte für 9 Klassen. Wir haben momentan eine Lehrkraft in einer Wiedereingliederung, die nur begrenzt belastbar ist und auch nur 10 Stunden gibt. Diese hat keine Klasse. Dann habe ich noch eine Lehrkraft mit 8 h, die eigentlich schon pensioniert ist aber noch etwas dazu verdient. Daneben habe ich noch 3 Abordnungen, die mit 8-12 h bei uns abgeordnet sind, aber mit den restlichen Stunden an ihren Stammschulen sind. Und natürlich noch 1-2 Anwärter. Wie stellst Du dir eine Rotation vor? Die einzigen Personen, die noch eine Klasse übernehmen können, ist die Schulleitung.

    Tandemmodelle zur Konferenzteilnahme; Haben wir versucht, wurde abgelehnt, hatte ich schon erklärt.

    Berücksichtigung der Korrekturbelastung bei der Unterrichtsverteilung in Hinblick auf Fächer Ist glaube ich kein Grundschulthema. In der Regel unterrichten sowieso alle in ihren eigenen Klassen zwei Hauptfächer.

    Lerngruppengrößen: Können wir nicht beeinfluss. Aber die Klassenzusammensetzung ist in Sachen Arbeitsbelastung ein großes Problem. Wir bekommen jedes Jahr mehr Kinder mit Förderbedarfen. Da noch nichts vorliegt, fangen wir bei 0 an. Kind kennen lernen, Diagnostik, Förderung planen und durchführen, Elterngespräche, Förderschullehrkraft + Profis hinzuholen, Gutachten schreiben, zwischendurch immer wieder Förderpläne evaluieren und neue schreiben, Förderkommission, Zwischendurch Hilfen anfordern und nicht bekommen etc.. Wir haben inzwischen in (fast) jeder Klasse 2-3 solcher Schüler. Die Arbeitsbelastung ist immens. Aber was sollen wir machen? Und dann bekommen wir jedes Jahr 2-3 DaZ-Schüler. Dann steht der Chef da und hat kein Kind, das kein Wort deutsch spricht, kein Material hat und ab sofort in der Schule ist. Das sind alles Zeitfresser. Nur was sollen wir machen? Die Kinder ablehnen? Ein Förderverfahren kostet mich deutlich mehr Arbeitszeit als alle anderen Tätigkeiten an der Schule.

    Anzahl und Format der zu schreibenden Arbeiten: ergeben sich bei uns aus den Erlassen und bisher kam noch niemand auf die Idee, mehr als das Minimum zu machen.

    Berücksichtigung bei Förderunterricht (oder eben gerade nicht); Haben wir keine Stunden für. Sind auch in Niedersachsen nur noch für DaZ und Sportförder vorgesehen (plus Sonderpädagogische Grundversorgung)

    reduzierte (bis hin zu gar nicht erwartete) Mitarbeit in Arbeits- und Konzeptgruppen; Berücksichtigung bei der Verteilung von Extraaufgaben - insbesondere das Streichen von Zusatzaufgaben, die nicht systemisch relevant sind.

    Habe ich auch schon was zu geschrieben. Wir machen möglichst wenig und die Mitarbeit ist fast immer freiwillig. An manchen Sachen kommen wir halt nicht vorbei, weil wir sie für unseren Alltag brauchen.

    Ich sehe tatsächlich nichts in deiner Aufstellung, was mir als Schule eine signifikante Entlastung bringen würde. Letztlich hängt viel davon ab, was für eine Klasse du erwischt und wie die Eltern und Schüler sind. Wir versuchen das fair zu verteilen ist aber auch Glücksache. Der eine Jahrgang ist vielleicht ganz gut. Im anderen hast du von nur Fälle, die viel Zeit kosten. Aber auch da kannst Du es nur begrenzt ausgleichen.

    Aus meiner Sicht ist die Arbeitsbelastung in der Schule die letzten Jahre massiv gestiegen. Du bist alleine mit Unterricht schon ausgelastet. Das mag an weiterführenden Schulen anders sein aber wir haben kaum große Sparpotentiale. Alles was man spart, macht einen auch wieder unglücklich, weil man den Job so nicht machen will. Also arbeitet man am Ende doch mehr als man muss. Wir als Schule akzeptieren das, weil wir dafür eine tolle Schule und ein gutes Arbeitsklima haben. Aber es natürlich nicht fair. (Fast) Alle arbeiten mehr als sie müssen.

    Und dann bin wieder da, dass ich dir sage, dass das Problem nur eine Ebene höher gelöst werden kann. Ich glaube auch nicht, dass wir eine Ausnahme sind. Auch der Frosch oder andere Grundschulleute werden keine großen Möglichkeiten haben, Entlastungen anzubieten. Man versucht, was möglich ist und unterstützt Lehrkräfte, die Grenzen ziehen. Aber am Ende, wenn Frau A ein Elterngespräch will weil ihre Tochter irgendwelche Probleme hat, komme ich da auch nicht rum. Egal, ob ich meine Stunden voll habe oder nicht. Und wenn meine Klasse nicht läuft, weil ich 3 Förderkinder drin habe, dann werde ich mich auch um sie kümmern müssen und hinter eine Schulbegleitung hinterherrennen. Auch wenn es nicht meine Aufgabe ist und ich schon genug Stunden arbeite.

    Und ja, ich sehe da die Schulleitung in der Verantwortung. Den Dienstherrn auch, aber der reicht das nach unten zur Schulleitung durch. Ist das fair? Nein. Aber so ist es. Also muss die Schulleitung Möglichkeiten zur Entlastung schaffen, und zwar (zum 100. Mal) gerade dann, wenn es aufgrund von Sachzwängen nicht über den Stundenplan geht.

    Super, dann sind wir uns zum Teil schon einig. Dann bleibt nur die Frage, wie es die Schulleitung hinbekommt. Ich bin da der Meinung, dass es am Ende von oben andere Voraussetzungen geben muss. Aber vielleicht bin ich da betriebsblind und es gibt Möglichkeiten, wie die Schulleitung es auch untern den aktuellen Möglichkeiten hinbekommt.

    Ich hab das Zitat mal für dich repariert. Wenn du pauschal nur "Erlasse und Vorgaben" benennst, ignorierst du, dass sich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf aus Artikel 6 des Grundgesetzes ergibt und u.a. auch in §8 des SGB III festgeschrieben ist. Daraus ergibt sich eben genau, dass es nicht nur eine "Reduzierung der Arbeitszeit irgendwie um ein paar Prozent" geht, sondern dass die verbleibende Arbeitszeit eben so gestaltet sein muss, dass sie sich mit der Familienplanung verträgt. Dass "Erlasse und Vorgaben" irgendwelcher Dienstherrn geltendes Bundesrecht und europäisches Recht gerne mal "vergessen", tut hier der Sache keinen Abbruch.

    Das war dein Ursprungsbeitrag. Hier schreibst Du von der Gestaltung der Arbeitszeit. Und nicht vom Gesamtpaket. Außerdem schreibst Du, dass es so sein muss. Ich habe dir jetzt x-mal geschrieben, dass ein muss weder rechtlich haltbar ist, noch in der Praxis umsetzbar ist. Das ist ein "soll".
    Deine Aussage, dass Erlasse und Vorgaben geltendes Bundes- und Europarecht "vergessen", ist falsch. Dieses ominöse Bundesrecht und europäisches Recht gibt es nicht. Auch das GG fordert zwar den Schutz der Familie, macht aber keine Aussagen zur konkreten Umsetzung. Im Gegenteil musst du als Beamter davon ausgehen, dass Erlasse+... und die aktuelle Rechtslage wiedergeben und dich daran halten. Es kann doch nicht sein, dass Du deine eigene Interpretation der Gesetzeslage machst und die Vorgaben ignorierst.

    Wenn Du vom Gesamtpaket schreibst, liegt das an verschiedenen Dingen:

    Der Stundenplaner, der dir vielleicht einen blöden Stundenplan gibt und damit deine Fahrtzeiten erhöht.
    Die Schulleitung, die dir vielleicht viele extra Aufgaben gibt, die du in deiner Arbeitszeit nicht erledigen kannst.
    Der Dienstherrr, der Rahmenbedingungen schafft, die nicht geeignet sind deine Arbeit in derArbeitszeit zu erledigen.

    Aus meiner Sicht liegen die Probleme, die du nennst vor allem bei der dritten Person. Und deswegen schrieb ich, dass Du dich an die höhere Ebene wenden musst.
    Ich glaube nicht, dass man die Mehrbelastung im Lehrerberuf durch einen tollen Stundenplan oder eine tolle Schulleitung lösen kann. Du schreibst wörtlich, dass die Gestaltung der Arbeitszeit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewährleisten muss. Und ich sage dir ganz klar, dass das unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht zu 100% möglich ist. Das liegt nicht an Stundenplanung, das liegt nicht an Schulleitung, sondern an den Rahmenbedingungen. Und daher musst Du dich an die höhere Ebene wenden, wenn Du da ein "muss" siehst.

    WillG wird sich nun wohl nicht mehr melden, daher antworte ich dir darauf: es ist peinlich, wie du versuchst, persönlich zu werden. Du machst dich selbst lächerlich. Je mehr du schreibst, desto mehr diskreditierst du dich selbst.

    Gucke mal, das würde ich über dich sagen. Und nun?

    Etwas nicht zu verstehen ist okay, jeder hat andere Stärken. Diejenigen zu beleidigen versuchen, die die Geduld aufbringen, es einem wiederholt zu erklären, ist leider nur hohl.

    Ich habe es dir auch mehrfach erklärt. Aber Du ignorierst es. Ich habe dir vorgeschlagen, konkret zu schreiben was wir anders machen sollen. Du ignorierst es. Ich habe dich gebeten dich rauszuhalten, deine Probleme nicht auf mich zu übertragen sondern an deiner Schule zu klären. Trotzdem wirst Du nur beleidigend.
    Du schreibst selbst, dass es hohl ist. Aber warum machst Du es denn immer wieder? Wenn Du sachlich etwas beitragen möchtest, dann tue es doch. Dann schreibe konkret, das oder das kann man so oder so besser machen. Und ansonsten ignorieren meine Beiträge einfach. Höre auf mir etwas zu unterstellen.

    Du widersprichst dir halt ständig selbst. Vorhin hast du noch gesagt, es sei gerade NICHT Aufgabe der Schulleitung, darauf zu achten, da es "eine Stufe höher liegt":

    Du hast leider Probleme mir zu folgen. Also noch mal Schritt für Schritt:

    1. Der Deal mit TZ ist schlecht. Er ist schlecht, weil die Vorgaben des Dienstherrn schlecht sind.

    2. SL und Stundenplaner sollen versuchen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern/berücksichtigen etc.
    Es nie irgendjemand hier geschrieben, dass das doch egal ist.

    3. Du schreibst es muss familienfreundlich. Und es muss nicht familienfreundlich sein. Das ist nicht die Aufgabe der Schule es sicherzustellen. Die Schule hält sich an Erlasse etc.. Die Schule versucht es möglichst weit umzusetzen. Aber Du hast keinen Anspruch, dass es sein muss. Wenn Lehrkraft Müller zur Betreuung ihrer Kinder einen freien Montag braucht, versucht Schule das umzusetzen. Aber es kann gut sein, dass es nicht geht. Wenn in Nds. Lehrkraft Müller nur eine halbe Stelle hat und einen freien Tag wünscht, dann bekommt sie auf jeden Fall. Weil das muss. Die Rechtslage schreibt es vor. Notfalls fällt Unterricht aus, weil der Dienstherr, dass das muss. Verstehst Du jetzt den Unterschied? Du schreibst muss und ich sage dir, es geht nicht immer. Jeder versucht sein bestes aber du wirst in kaum einer Schule eine angemessen Ausgleich für deine TZ finden. Und das ist ein Problem, dass eine Ebene höher liegt. Denn die Vorgaben mit unteilbaren Aufgaben etc. kommen von oben.

    So nun zu deinem Grundgesetz. Du hast geschrieben, dass relevanten Erlasse etc. nicht den Geist des Grundgesetzes und der Bundesgesetzes einfangen. Also dürfen wir nicht nur die Erlasse lesen sondern müssen darüber hinaus noch die Verfassung und die Bundesgesetzes beachten.

    Das von dir genanntes Bundesgesetz ist erstens für Landesbeamte nicht relevant, bezieht sich zweitens auf Arbeit der Arbeitsagenturen und ABM Maßnahmen etc. und ist drittens nur für sozialversicherungspflichtige Angestellte relevant.

    Jetzt kommen wir zum GG. Du verweist richtig auf Artikel 6. Ich nehme mal an, dass wir uns einig sind, dass nur Absatz 1 relevant ist. Hast Du das mal gelesen? Dort steht "Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung." Jetzt weißt Du endlich, wo das Wort Ehe herkommt. Und daraus argumentierst Du, dass die gegeben Erlasse und Verordnungen nicht ausreichend sind und du einen bestimmten Stundenplan möchtest. Ein bisschen weit hergeholt? Um das mal juristisch für dich einzuordnen. Das bedeutet lediglich, dass der Staat Familien besonders schützt. Das sagt aber erstmal noch überhaupt nichts dazu, wie er das macht. Da steht nichts von deinem Stundenplan. Und wer entscheidet nun, wie er das umsetzt? WillG? Nein. Das macht Gesetzgeber, indem er Gesetze und Regelungen erlässt. Z.B. das Ehegattensplitting und Kindergeld auf Bundesebene. Oder auch SGB 8. Aber auch dort findest Du nichts über deinen Stundenplan.
    Anfang der 50er Jahre hätte auch niemand über Vereinbarkeit von Beruf und Familie gesprochen. Wärest Du damals mit Artikel 6 vor das Bundesverfassungsgericht gezogen, hätte man dich ausgelacht.
    Heute sehen wir es etwas anders. Inzwischen sind wir als Gesellschaft der Meinung, dass sich auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf aus dem Artikel 6 ergibt. Deswegen erlässt der Gesetzgeber, der in diesem Fall dein Dienstherr ist, Regelungen wie er sich das vorstellt. Gesetze wie die Länderbeamtengesetze, Erlasse, Verfügungen und was auch immer. Und an diese muss sich die Schulleitung halten. Du warst der Meinung, dass diese Vorgaben nicht weit genug gehen, weil sie dem Geist des Artikels 6 nicht genug entsprechen und es noch dieses mysteriöse Bundesgesetz gibt. Aber das ist Blödsinn. Artikel 6 gibt nicht konkrete Maßnahmen vor. Es obliegt dem Gesetzgeber zu entschieden, wie er es umsetzt. Und jetzt sind wir wieder bei der Ebene höher. Kein Stundenplaner muss den Geist des Artikels 6 erforschen, um den Stundenplan zu bauen. Er nimmt sich einfach die entsprechende Erlasse und Gesetze und macht genau das, was die vorgeben. Und wenn Du persönlich im Rahmen deiner juristischen Interpretation der Meinung bist, dass die Erlasse nicht ausreichend sind, dann Du dagegen klagen. Es nicht Aufgabe der Schule mehr umzusetzen als da steht. Das bedeutet z.B. das es in Niedersachsen einen freien Tag gibt. Ich glaube in Bayern nicht. Wenn Du also in Bayern wohnst und das nicht in Ordnung findest, musst Du dagegen klagen. Es ist nicht Aufgabe von Schulleitung oder Stundenplaner zu sagen, ja aber der Geist von Artikel 6 sagt eigentlich, dass du einen Anspruch darauf hast. Und in Niedersachsen ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie keine Muss-Bestimmung. Wenn Du schreibst, dass es ein muss, musst du dagegen klagen. Das ist nicht Aufgabe von Schulleitung oder Stundenplaner. In Niedersachsen gilt:

    §4 NGG:
    Arbeitsbedingungen einschließlich der Arbeitszeiten in der Dienststelle sind, soweit die Erfüllung der dienstlichen Aufgaben das zulässt, so zu gestalten, dass Frauen und Männer ihre Erwerbsarbeit mit ihrer Familienarbeit vereinbaren können.

    und:

    §5 NGG:
    Beschäftigten, die Kinder unter zwölf Jahren oder pflegebedürftige Angehörige im Sinne des § 14 des Elften Buchs des Sozialgesetzbuchs betreuen, ist auf Verlangen über die für alle Beschäftigten geltenden Regelungen hinaus eine individuelle Gestaltung der täglichen oder wöchentlichen Arbeitszeit zu ermöglichen, soweit nicht dringende dienstliche Belange entgegenstehen.

    Jetzt können wir noch über die Begriffe "Erfüllung dienstlicher Aufgaben" und "dringende dienstliche Belange" diskutieren. Ich kann dir aber sagen, dass auch die Unterrichtsversorgung dazu gehört. In Nds. muss auch für die Grundschulen die komplette Zeit abgedeckt werden und darfst niemanden nach Hause schicken.

    Und jetzt sind wir wieder bei den Punkten mit der Ebene höher: Als Schule versuche ich deine Wünsche umzusetzen. Das wird oft nicht gehen. Ich brauche z.B. Montags 9 Lehrkräfte für die erste Stunde, von 11 haben aber 5 Familie und wollen später kommen. Dann bekommen nur 2 ihren Wunsch erfüllt. Und wenn Du dann sagst, dass das aber wegen Artikel 6 GG sein muss und du dich in deinen Grundrechten verletzt fühlst, dann musst Du dich an den Dienstherrn wenden und letztlich dagegen klagen.

    Mit deiner Aussage legitimierst du indirekt, dass es in Ordnung ist, Menschen, die mehrfach erkrankt sind zu schikanieren.

    Nein. Mit meiner Aussage sage ich, dass es für deine Ausbildung problematisch ist, wenn du längere Zeit erkrankt bist oder gesundheitlich nicht fit bist. Das sollte eigentlich auch logisch sein. Das hat weder eine Wertung in sich, noch wird damit jemand schikaniert. Das ist einfach eine Tatsache.

    Im Endeffekt ist der SL scheinbar ein Wichtigtuer und nicht ausgelastet.

    Weißt Du, dass sind die Sätze, wo man sich Gedanken macht, ob das mit dir und der Ausbildung richtig klappt. Du hast da nämlich grundlegende Aufgaben nicht verstanden. Die SL hat sicherzustellen, dass die Aufsicht klappt. Das ist ihre Dienstpflicht. Und zu ihrer Dienstpflicht gehört nicht nur jemanden einzuteilen, sondern auch zu überprüfen, ob die Aufsicht sichergestellt ist.

    Wenn es irgendwann mal einen schweren Vorfall gibt und es kommt raus, dass dort nie jemand Aufsicht gemacht hat, dann hat die SL den Ärger. Das sind Dinge, die Du als Anwärterin wissen musst, da solche Sachen auch dich betreffen. Es gab schon genug Verurteilungen, wo Lehrkräfte vorgeworfen worden ihren Dienstpflichten nicht nachgekommen zu sein.

    Danke, Kris.

    Ich habe nicht gesagt, dass unbezahlte Mehrarbeit gut ist. Ich sage auch nicht, dass man dagegen nichts machen soll. Ich sage aber, dass unbezahlte Mehrarbeit ein Teil unserer Jobs ist in dem Sinne, dass es sie in unserem Job gibt. Das macht es nicht besser. Aber es ist der falsche Punkt, dies mit dem Stundenplan zu begründen. Ich gehe auch nicht zum Schulleiter und beschwere mich über die Besoldung oder über zu wenig Förderstunden, wenn das Land nicht mehr vorsieht.

    Wenn ich als Lehrkraft arbeite, muss mir bewusst sein, dass unbezahlte Mehrarbeit ein Problem ist. Auch für Vollzeitkräfte. Jetzt kann ich nicht sagen, dass ich jetzt TZ habe und nun der Stundenplan das Problem lösen kann. Wie soll das gehen? Wie kann der Stundenplan eine Entlastung schaffen? Die Grundlage dafür müsste der Dienstherr schaffen. Mit Entlastungsstunden und mehr Personal.
    Ich habe auch deutlich geschrieben, wie wir damit umgehen. Wir sagen den Leuten, dass sie andere Aufgaben liegen lassen sollen, wenn sie über ihre zeitlichen Grenzen kommen. Jede Lehrkraft entscheidet selbst, welche Ausflüge und Fahrten sie mitmacht. Und wenn eine (Teilzeit)kraft nicht auf Klassenfahrt fährt, ist das vollkommen in Ordnung. Wir versuchen Mitarbeiter, die Probleme haben akut zu entlasten. Egal ob Vollzeit oder Teilzeit. Und wenn jemand noch bessere Vorschläge hat, gerne her damit. Aber trotzdem werden wir das Problem als Schule nicht lösen. Denn das Problem lässt sich nicht als Schule lösen.

    WillG du verstehst es anscheinend nicht. Du hast das Argumente mit dem GG und den Bundesgesetzen gebracht und ich habe das mit der Ehe um dir klar zu machen, dass dein Argument unpassend ist. Denn in dem zitierten Grundrecht geht es um den Schutz von Familie und Ehe. Und mehr steht da nicht. Du wolltest daraus konkrete Forderungen ableiten, was einfach juristisch Müll ist. Deswegen die Aussage zur Ehe. Um dir zu zeigen, dass dein Argument keinen Sinn ergibt. Weil ich mit der gleichen Argumentation bessere Stundenpläne fordern könnte.
    Es war auch nie meine Forderungen. Es war dein Argument. Ich habe dir gesagt, wenn wir nach offiziellen Zahlen 50% des Kollegiums mit berechtigten Sonderwünschen haben, ist schon rein theoretische möglich diese zu bedienen.


    Wenn das falsch rüberkam, tut es mir leid. Bei meiner Grundaussage, dass es durchaus Aufgabe der Schule - und damit v.a. der Verwaltung (Schulleitung, Stundenplan, Terminplanung etc.) ist, darauf zu achten, dass es echte Entlastung für TZ Kräfte gibt und dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewährleistet sein muss, bleibe ich allerdings.

    Den ersten Teil deiner Grundaussage stellt auch niemand in Frage. Es ist darauf zu achten und man muss sehen, was möglich ist.
    Der zweite Teil ist erstens sehr abstrakt, weil jeder andere Vorstellungen hat, was dazu gehört und zweitens einfach nicht immer umsetzbar. Wir haben etliche Beispiele genannt, wo es einfach nicht möglich ist. Da hilft auch kein muss. Im System Schule ist nicht möglich die Wünsche von Lehrkräfte mit Kindern alle zu berücksichtigen. Egal wie berechtigt sie sind. Wenn Du gut bist, schaffst du vielleicht 50%, ein anderer schafft vielleicht 70% und ein dritter nur 30%. Und das heißt nicht, dass der dritte sich nicht genug angestrengt hat oder böse ist oder die falsche Einstellung hat. Vielleicht hat er einfach andere Rahmenbedingungen. Vielleicht gibt es indem Kollegium gerade besondere viele Lehrkräfte mit Kindern oder was auch immer. Und dann schreibst Du: Es muss aber gewährleistet sein. Wie soll das gehen?

    Es ist unglaublich, du redest und redest einfach weiter, als hätte es hier keine Diskussion gegeben. Es ist deine verdammte PFLICHT, für Ausgleich zu sorgen. Ob du das für unmöglich hältst, aka "wollen", oder nicht ist egal. Theoretisch.

    Praktisch ist mir leider klar, wo keine Klägerin ist, da keine Richterin und der Laden läuft immer heiter weiter. Nicht auf dem Rücken der beiden VZ-Kräfte freilich sondern auf den anderen 18, die jede Woche anteilig mehr machen.

    Nur weil es bei dir an der Schule nicht läuft und du unzufrieden, musst Du mit mir nicht so sprechen. Erstmal ist es nicht meine Pflicht. Ich bin nicht der Schulleiter. Selbst dessen Pflicht wäre es nicht, weil der Dezernet bei den Grundschulen der Dienstvorgesetzte ist.

    Du magst schlechte Erfahrungen gemacht haben. Das ist ja ok. Aber es ist nicht die Aufgabe des Stundenplans die Arbeitssituation an den Schulen zu regeln. Deine Stundenzahl ist vorgegeben. Diese Stunden können gut oder schlecht liegen. Da versucht der Stundenplaner, es möglichst gut zu machen. Dass es ein grundsätzliches Problem mit unbezahlter Mehrarbeit gibt, betrifft uns alle. Dass es ein Problem mit der Anrechnung von unteilbaren Aufgaben gibt, wissen wir auch alle. Aber es nicht die Aufgabe des Stundenplaners, das zu ändern.

    Du schreibst, dass es an deiner Schule nicht läuft.
    Du hast selbst überhaupt keine brauchbare Idee, wie man es besser machen kann.
    Du meinst aber andere hier angehen zu müssen, dass sie es ändern müssen.

    Ich habe relativ genau geschrieben, wie wir es machen und nach welchen Grundsätzen. Wenn Du konkrete Verbesserungsvorschläge hast, schreibe sie gerne. Wenn Du es nicht besser kannst, solltest Du dich zurückhalten.

    Und wenn es an deiner Schule nicht läuft und Du deswegen nach eigener Aussage schon sauer auf die anderen Kollegen bist, die sich ausnutzen lassen, dann gehe zu deinem Chef und beschwere dich. Schreibe eine Überlastungsanzeige, gehe zum Anwalt und verklage deinen Dienstherrn. Ich wünsche dir ehrlich viel Erfolg. Ich bin ganz deiner Meinung, dass die Länder es sich da zu einfach machen. Aber da musst du dann aktiv werden. Da ist es natürlich einfacher über andere zu meckern.

    Ja, das mit der Überlastungsanzeige hast du geschrieben. Von der Grundidee bin ich da bei dir, aber es gibt das Problem halt an die zurück, die ohnehin schon zahlen - ganz buchstäblich.

    Und ob die Zitate so sehr aus dem Kontext gerissen sind, weiß ich nicht. Zumindest bei mir ist schon so ein Bild entstanden, dass da, meinetwegen bei allem Bemühen um den Stundenplan, das ich gar nicht absprechen möchte, so Schulterzucken herrscht, wenn es heißt, unbezahlte Mehrarbeit sei halt Realität unseres Jobs, mehr als ein freier Tag sein nicht Teil des Deals oder dieses unsäglich Beispiel mit dem Frühstück mit deiner Frau. Ehrlich, ein besonders gutes Bild zeichnet das halt nicht.

    Vielleicht möchtest Du es auch nur lesen.

    Unbezahlte Mehrarbeit ist Teil unserer Jobs. Egal ob VZ oder TZ. Das ist nicht gut. Und jeder muss sich überlegen, wie er damit umgeht. Im Zweifel muss ich andere Aufgaben so weit reduzieren, dass ich in mein Stundensoll komme. Aber das Problem kann ich nicht über den Stundenplan lösen.

    Und ja, wenn ich mich auf TZ einlasse, ist der Deal schlecht. Aber daran ändert die SL oder der Stundenplaner nicht. Das Problem ist mind. eine Etage höher. In Niedersachsen ist die Teilzeitquote an Grundschulen inzwischen über 50%. Deutlich höher als anderen Schulformen. Dazu kommt noch, dass Schulleitungen fast immer Vollzeit arbeiten. Wenn wir also nur die "normalen" Lehrkräfte betrachten sind wir im Schnitt bei 60-70%. Laut Ministerium sind die Mehrheit der Teilzeitkräfte aus familiären Gründen in Teilzeit. Ich habe also an einer Grundschule im Durchschnitt über ein Drittel der Lehrkräfte aus familiären Gründen in Teilzeit. Dazu kommen noch Schwerbehinderungen, Pflege von Angehörigen, Gesundheitliche Gründe. Damit hat im durchschnittlichen Kollegium die Hälfte der Lehrkräfte ein Anrecht auf besondere Berücksichtigung. Ohne irgendwelche dienstlichen Gründe zu nennen. Die kommen noch oben drauf. Wie soll das klappen?

    Zum Beispiel mit der Ehe: Du hattest auf das GG verwiesen und damit deinen Rechtsanspruch belegen wollen. Ich habe darauf hingewiesen, dass laut Artikel 6 Ehe und Familie unter den besonderen Schutz stehen. Nach deiner Argumentation habe ich als Eheleute die gleichen Rechte wie als Familie. Das ist natürlich nicht der Fall, da deine Argumentation nicht passt.

    Dem hat doch nie jemand widersprochen. Letztlich versucht man das möglich machen, was möglich ist. Wenn jemand ein Jahr einen schlechten Stundenplan hat, bekommt er beim nächsten Mal oft den Vorrang.

    Ich vermute, dass die große Mehrheit der Stundenplaner ihren Job gerne machen. Ich bin mir auch sicher, dass die überwiegende Mehrheit versucht den besten Stundenplan zu kreieren. Die meisten bekommen dafür deutlich weniger Entlastung als es Arbeit macht. Eigentlich müsste man den Leuten in der Regel deswegen dankbar sein.

    Dann zu sagen, Ausgleich ist bspw. nicht möglich, weil solche Probleme auftreten, hat meiner Ansicht nach wenig mit "Wollen" zu tun:

    Das Problem ist, dass du die Aussagen aus dem Kontext reißt. Ich habe deutlich gesagt, dass weder ich noch unsere SL damit ein Problem hat, wenn TZ oder auch VZ-Kräfte Aufgaben liegen lassen oder nicht bearbeiten, weil sie überlastet sind. Ich habe sogar geschrieben, dass es sinnvoll ist, wenn Lehrkräfte dann auch konsequent sind und eine Überlastungsanzeige schreiben. Nur so wird der Dienstherr etwas ändern.

    Aber trotz alledem ist es ein Problem. Ich würde der Lehrkraft volle Rückendeckung geben und die Eltern auf die Personalsituation aufmerksam machen.
    Man kann im Einzelfall auch sicherlich mal Alternative Lösungen. Wir haben auch schon Fachlehrkräfte, PMs oder ähnliches mitgeschickt. Gerade als wir noch gut versorgt waren, gab es da Möglichkeiten zu schieben. Dann viel der Förderunterricht aus.

    Aber trotz alledem wird es ein Problem sein. Es werden Eltern kommen und sich beschweren. Für die Lehrkraft wird es trotz aller Rückendeckung ein Problem werden. Und ehrlicherweise kann man die Eltern auch verstehen. Sie können nichts für die schlechte Planung des Dienstherrn. Idealerweise hat die Schule für jede Klasse eine Klassenlehrkraft mit VZ oder annähernd VZ. Das ist aber utopisch. Wir haben sogar Schulleitungen, die nebenbei noch eine Klassenführung machen müssen, weil keine Alternativen da sind. Bei uns ist es inzwischen normal, dass Leute mit halber Stelle eine Klasse leiten.

    "Liebe TZ-Kräfte, ....

    Dass ist das, was wir machen. Und meistens sind auch alle Kollegen bei uns zufrieden oder verstehen es zu mindestens.

    Übrigens ist an Grundschulen mit Unterversorgung, was in Nds. momentan auf die meisten Schulen zutrifft, auch schwierig andere Ausgleiche zu gewähren. Wir sind oft schon froh, wenn jeder 1-2 Wünsche bekommt und wir möglichst wenige Springstunden haben. Aber das ist sicherlich schulspezifisch. An Grundschulen wollen die meisten Klassenlehrkräfte auch die meisten Stunden in ihrer Klasse verbringen. Das macht auch durchaus Sinn. Schränkt einen aber wieder beim Stundenplanbau ein.

    Aber zurück zum Thema. Es gab die Aussage, dass die Probleme durch wollen gelöst werden können. Ich habe drei Probleme skizziert, die real momentan an unserer Schule anfallen und die ich nicht lösen konnte. Wenn es also nur wollen geht, wären Lösungen nett.

    Ich habe es an der SEK 1 mal erlebt, dass ich morgens Aufsicht habe und der SL rumgelaufen ist und überall geguckt hat, ob die Aufsichten wahrgenommen werden und ob alles passt. Das kannte ich aus der Grundschule nicht. Im Endeffekt finde ich es aber richtig und sinnvoll. Es gehört nun mal zu seinen Dienstpflichten.

    Es dauert bei uns mindestens 8 Wochen und es wird Rechenkapazität dazu gemietet. Aber manche Wünsche schließen sich gegenseitig aus und eine Lösung ist, Klassen oder Jahrgänge zu tauschen, was auch nicht jeder will.

    Dazu kommt auch noch der Spaß, dass unter Umständen kurz vor Ferienende die Personalsituation noch nicht feststeht. Vor 2 Jahren hatten wir hier unseren Versorgungstiefpunkt. Irgendwann hieß es, dass wir Personal bekommen aber noch nicht klar ist, wen und wann. Dann hieß es, dass 2 Leute vom Gymnasium kommen. Am Ende habe ich am Dienstag gewusst wer kommt, was er unterrichten könnte und wann er eingesetzt werden kann. Am Donnerstag ging die Schule wieder los. Wir haben die ersten beiden Tage Klassenlehrerunterricht und nebenbei den Stundenplan für Montag gebastelt.

    Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein Grundrecht, das im Grundgesetz festgeschrieben wird, egal wie man das jetzt findet.

    Der Schutz von Ehe und Familie ist ein Grundrecht. Daraus leitet sich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ab.
    Ebenso die Freie Entfaltung der Persönlichkeit ein Grundrecht. Daraus leitet sich das Recht aus Bildung ab.

    Und Schwups haben wir zwei Grundrechte, die sich gegenüber stehen.

    Es geht mir aber um Aussagen wie die, dich unten gebündelt zitiere. Das klingt mir halt doch zu sehr nach "Ja, TZ ist halt schwierig. Live with it." - und das kann es ja nun nicht sein.

    Da kannst Du aus einem Zitat aber echt viel interpretieren. Du kennst weder unsere Schule noch unsere Stundenpläne. Dafür unterstellst du irgendwelche Sachen, die überhaupt nicht stimmen. Die Frage was möglich ist, hängt stark von der Situation an der Schule ab. Warum sollte sich irgendein Stundenplan-Macher nicht die Mühe machen, die Wünsche wenn möglich zu erfüllen?
    An großen Schulen wird übrigens die meiste Arbeit inzwischen durch Programme gemacht. Da geht es nur darum möglichst alle Daten richtig zu erfassen und das Programm berechnet nach den Vorgaben die beste Möglichkeit.

    Aber da ich hier gerade einen Experten habe, kannst Du sicherlich ein paar Probleme für uns lösen:

    Viele TZ-Lehrkräfte wollen nicht in den Ganztag. Wenn ich alle mit einem anerkannten Grund rausnehmen (Familie, Behinderungen, Pflege von Angehörigen etc.), bleibt nicht genug Personal um den Ganztag durchzuführen. Wie löse ich das Problem?

    Unsere einzige Schwimmlehrkraft möchte Freitags gerne früher frei haben. Sie kümmert sich am WE um die pflegebedürftige Mutter und muss da hinfahren. Damit hat sich auch einen Anspruch, dass das berücksichtigt werden muss. Allerdings ist dort unsere Schwimmzeit. Andere Lehrkräfte dürfen den Unterricht mangels Zusatzausbildung nicht alleine durchführen. Ein Tausch der Schwimmzeiten ist nicht möglich, da die Busfahrpläne entsprechend vom Schulträger vorgegeben sind und die Busse bestimmte Schulen in einer bestimmten Reihenfolge abholen und dadurch die Schwimmzeiten festgelegt werden.

    Und drittens: Ich habe mehrere Lehrkräfte mit kleinen Kindern. Die möchten alle nicht in der 6. Stunden arbeiten, damit sie ihr Kind pünktlich abholen können. Gleichzeitig sind an dem Tag noch unsere Anwärter auf Seminartag und unsere Förderschullehrerin an einer anderen Schule abgeordnet. Ich kann 2 vielleicht 3 rausplanen. Ich habe aber 5 mit einem Anspruch.

    Es wäre super, wenn Du ein wenig Mühe geben könntest und die Probleme eben lösen würdest. Das ist ja alles nur eine Frage des wollens.

    Naja, wir bekommen eben die Pausen (die wir ja eh nicht haben) nicht abgezogen als Arbeitszeit, aber de facto eben immer noch zu wenig eigentlich.

    Klar, solche Fälle hatten wir auch schon. Dann kam die Lehrkraft erst 15 min später in der Pause vom Schimmunterricht zurück und bekommt die Mehrarbeit natürlich aufgeschrieben. In der Regel schaffen wir es tatsächlich in den Doppelstunden, wir haben allerdings auch nur 60 min im Schwimmbad also inklusive Umziehen. Da alle Slots dort belegt sind und wir uns das immer mit anderen Schulen teilen, gibt es da auch wenig Spielraum. Im Regelfall ist man am Ende nur rund 40 min im Wasser, was natürlich ärgerlich ist. Wenn man Glück hat, kann man ein wenig verlängern, weil die nächste Schule vielleicht immer etwas später kommt oder man den ersten oder letzten Slot hat. Aber das ist dann auch Glücksache. Wir haben auch Busse, die entsprechend die Schulen abfahren und die Kinder hin- und herbringen. Ich muss also auch pünktlich beim Bus sein, weil der dann die nächste Schule abholen muss.

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