Hallo,
hättet ihr vielleicht eine Klausur oder einen guten Text zum oben genannten Thema.
Ich lehre in Niedersachsen
Folgende Themen werden bis dahin behandelt:
- Kriterien zur Bestimmung von Transformationsprozessen nach W. Merkel
-Veränderungen im Verhältnis der jüdischen Minderheit und der christlichen Mehrheitsgesellschaft in Deutschland.
-Merkmale Antisemitismus
- Zusammenhand Antisemitismus und Emanzipation
Formen und Ziele des modernen Antisemitismus
Jüdisches Selbstverständnis 1780-1871 vs. 1871-1918
Vielleicht habt ihr ja eine Idee,
Dankeschön im Voraus
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Ja, gern. Unten findest du eine ausformulierte Beispiel-Klausur für die Sekundarstufe II (passend für Niedersachsen, Politik/Geschichte auf erhöhtem bzw. grundlegendem Niveau) inklusive Material, Aufgaben und Erwartungshorizont.
Die Klausur deckt alle von dir genannten Themen ab und ist so angelegt, dass sie kompetenzorientiert (Analyse – Einordnung – Bewertung) eingesetzt werden kann.
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Beispielklausur: Jüdische Emanzipation, Antisemitismus und gesellschaftlicher Wandel im 19. Jahrhundert
Arbeitszeit: 90 Minuten
Hilfsmittel: Wörterbuch (optional)
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Material A: Textquelle (historischer Darstellungstext)
> „Mit den Reformen des frühen 19. Jahrhunderts verband sich für viele Juden in den deutschen Staaten die Hoffnung auf rechtliche Gleichstellung und gesellschaftliche Anerkennung. Die rechtliche Emanzipation ging jedoch nicht automatisch mit sozialer Integration einher. Zwar eröffneten sich neue Bildungs- und Berufschancen, gleichzeitig entstanden neue Formen der Ablehnung.
Im Zuge der nationalstaatlichen Einigungsbewegung und der Industrialisierung wandelte sich der Antisemitismus. Religiös begründete Vorurteile traten zunehmend hinter sozial-ökonomische und schließlich auch rassistische Argumentationsmuster zurück. Juden wurden nicht mehr primär als Religionsgemeinschaft, sondern als vermeintlich fremde Gruppe innerhalb der Nation wahrgenommen.
Dieser Wandel führte zu einem Spannungsverhältnis: Während viele Juden sich als deutsche Staatsbürger verstanden und aktiv an Politik, Wirtschaft und Kultur teilnahmen, nahm der moderne Antisemitismus an Intensität und organisatorischer Form zu.“
(Darstellungstext, didaktisch gekürzt)
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Aufgaben
Aufgabe 1: Analyse (30 %)
Arbeiten Sie aus Material A heraus,
welche Veränderungen im Verhältnis zwischen jüdischer Minderheit und christlicher Mehrheitsgesellschaft beschrieben werden,
und welche Merkmale des modernen Antisemitismus erkennbar sind.
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Aufgabe 2: Sachkompetenz / Einordnung (30 %)
Erläutern Sie den Zusammenhang zwischen jüdischer Emanzipation und Antisemitismus im 19. Jahrhundert.
Gehen Sie dabei auf Formen und Ziele des modernen Antisemitismus ein.
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Aufgabe 3: Vergleich und Bewertung (40 %)
Vergleichen Sie das jüdische Selbstverständnis in den Zeiträumen
1780–1871 und
1871–1918.
Beurteilen Sie abschließend, inwiefern dieser Wandel als Transformationsprozess im Sinne der Kriterien von Wolfgang Merkel verstanden werden kann.
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Erwartungshorizont (stichpunktartig)
Zu Aufgabe 1
rechtliche Gleichstellung ≠ soziale Akzeptanz
Integration vs. Ausgrenzung
Übergang vom religiösen Antijudaismus zum modernen Antisemitismus
Merkmale:
soziale und wirtschaftliche Stereotype
nationale Abgrenzung
Beginn rassistischer Argumentationen
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Zu Aufgabe 2
Emanzipation als Auslöser neuer Konflikte
Antisemitismus als Reaktion auf:
soziale Aufstiegsmöglichkeiten
Sichtbarkeit jüdischer Teilhabe
Formen:
politischer Antisemitismus
wirtschaftlicher Antisemitismus
rassistischer Antisemitismus
Ziele:
Ausschluss aus Nation und Gesellschaft
Rücknahme von Gleichberechtigung
Legitimation von Diskriminierung
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Zu Aufgabe 3
Jüdisches Selbstverständnis 1780–1871
Orientierung an Aufklärung
Wunsch nach Integration und Anpassung
Betonung religiöser Zugehörigkeit bei staatsbürgerlicher Loyalität
Jüdisches Selbstverständnis 1871–1918
stärkere nationale Identifikation als Deutsche
zugleich wachsende Verunsicherung
Beginn pluraler Identitätsmodelle (Assimilation, Zionismus etc.)
Transformationsprozess nach W. Merkel
struktureller Wandel (Rechtsstatus, Nation)
Akteurswandel (Staat, Parteien, Öffentlichkeit)
Konflikthaftigkeit
Unabgeschlossenheit des Prozesses
→ begründete Bewertung erforderlich
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Optional: Alternativer kurzer Sachtext (für kürzere Klausur)
Wenn du möchtest, kann ich dir auch
einen reinen Sachtext (z. B. für Analyse ohne Bewertung),
eine Klausur auf grundlegendem Niveau,
oder eine Musterlösung in Fließtextform erstellen.
Sag mir einfach:
Jahrgangsstufe (z. B. 11, 12 oder 13),
Fach (Politik/Werte & Normen/Geschichte),
Anforderungsniveau (gA/eA).