Beiträge von Flupp

    Warum eigentlich nicht, das sollte es sein. In Brandenburg testen die Kinder (wenn denn die Test endlich da sind, also im nächsten Jahr irgendwann) ja auch zuhause alleine und selbst über einen positiven Test muss nicht mal die Schule informiert werden, man kann einfach weiter machen, wie bisher. Wo liegt also der Sinn der Tests?!?

    Warum die Regeln so sind, kann ich Dir nicht sagen.
    Man hofft sicherlich auf Eigenverantwortung aller Beteiligten.

    Es gibt formal keine Meldepflicht und auch keine (rechtliche) Pflicht, zu einem Arzt zu gehen oder sich selbst abzusondern, wenn man ungetestet Symptome oder einen Selbsttest durchgeführt hat (Hausordnungen etc. mal außen vor).

    Andersherum ist natürlich die strafrechtliche Frage offen, ob jemand, der sich positiv selbstgetestet hat und danach jemand anderes infiziert, einer fahrlässigen Begehung einer Körperverletzung schuldig macht (Nachweis von sowas ist natürlich auch mal wieder ein ganz anderes Blatt).

    Vielleicht ist der Punkt auch der:
    Es ist ja eigentlich ein Selbsttest, bei dem die Schule nur Test, Raum und Anleitungspersonal etc. bereitstellt.
    Die Durchführung selbst obliegt dem Schüler.


    Die Schule testet also gar nicht, guckt dem Schüler aber nur über die Schulter...

    Wenn ein Schüler zu Hause einen Selbsttest durchführt, dann wird das Ergebnis ja definitiv nicht meldepflichtig.

    Zitat von TwoEdgedWord

    Antigen-Tests...

    Ok, dann bin ich im Moment überfragt.

    Edit: Oh, Mann. Das ärgert mich jetzt, ich war oben zu schnell und oberflächlich. Wir haben die Meldung an das Gesundheitsamt nämlich in unserem Ablaufplan drin...

    Ich habe jetzt Eure Schulmail gelesen. Vermutlich wird davon ausgegangen, dass jeder positive Schnelltest automatisch zu einem PCR-Test führt, bei dem dann der durchführende meldepflichtig würde.

    Vielleicht kann mich hier jemand erhellen....

    vs.

    Entweder sind die Test wirksam, dann ist die Anweisung, kein Kontakt aufzunehmen, rechtlich nicht haltbar (unabhängig vom folgenden PCR-Test).

    Oder die Kontaktaufnahme kann unterbleiben, dann sind die Schnelltests nichts anderes als eine PR-Maßnahme. Honi soit ...

    Ich vermute, ich übersehe eine feinsinnige Unterscheidung zwischen Verdachtsfall und Verdacht auf Erkrankung, schließlich arbeiten im Ministerium ja Juristen, die das sicherlich alles rechtlich sauber ausformuliert haben. Auf der anderen Seite ...

    Das feinsinnige ist, dass laut IfSG nicht jeder, der einen Verdacht hat, zur Meldung verpflichtet ist, sondern nur bestimmte Institutionen. Kannst Du in Paragraph 8 nachlesen

    Ich kann Dir nicht mehr folgen, ob Du jetzt von Klasse 5/6 oder Kursstufe jeweils sprichst.

    Kursstufe: Wechselunterricht (Anteilsvariationen möglich); keine Teilungen vorgegeben (darf man natürlich machen); Abstände nicht verpflichtend, aber wünschenswert.

    Klasse 5, 6: Präsenzunterricht; keine Teilungen vorgegeben (darf man natürlich mache); Abstände nicht verpflichtend, aber wünschenswert.

    Die Schulen, die zurückgepfiffen wurden, wollten Wechselunterricht für 5/6 etc. anbieten.

    Edit: Ich glaube, dass folgendes Missverständnis vorliegt.

    Wechselunterricht in der Kursstufe wird manchmal unterschiedlich verstanden:

    Variante 1: Eine Kohorte wird geteilt, Montag kommt Teil A vom Kurs/Klasse XY, Dienstag kommt Teil B vom Kurs/Klasse XY (so haben das die meisten im Frühjahr mit der Mittelstufe/Unterstufe gemacht).

    Variante 2: Zwei Kohorten kommen wechselweise jeweils komplett (so machen es alle Gymnasien, die ich kenne, mit ihrer Kursstufe derzeit): 11er am Montag, 12er am Dienstag, ...

    Bei Kris24 wurde/wird anscheinend versucht, Variante 1 für die Oberstufe umzusetzen.

    "Die Abschlussklassen befinden sich seit dem 22. Februar in einen Wechselbetrieb von Präsenz- und Fernunterricht. [...] Die Schulen entscheiden dabei selbst, wie hoch der Anteil des Präsenzunterrichts ist. "

    Das erinnert mich an den Klassenausflug bei den Simpsons, als Lisa einen Vortrag in der örtlichen Druckerei bekommt und gesagt wird, dass die Zeitung "mit einem gewissen Anteil" an umweltfreundlichen Papier gedruckt wird. ("Null ist auch ein Anteil...")

    Und wieder mal ist das eine Risikoabwägung.
    Die Kinder sitzen 6 Stunden nebeneinander, essen und trinken...

    Die 30 Sekunden, bei denen dann die Maske kurz unten ist, halte ich wie gesagt - für unproblematisch.

    Wenn das oben beschriebene Verfahren die einzige Möglichkeit für flächendeckende Testung ist, dann ist es besser als darauf zu verzichten.
    Wenn man stattdessen die zum Testzentrum ausgebaute Turnhalle nutzen kann, in der die Schüler einzeln getestet werden, dann ist das natürlich dem Klassenzimmer vorzuziehen.

    Aber auf die Tests verzichten?

    Die Kinder testen sich selbst im vorderen Nasenbereich. Das ist was anderes als in der Apotheke oder beim Arzt.
    Das ist tatsächlich unproblematisch.

    Die Frage ist, wie man die Logistik bewerkstelligt (also die Probenauswertung vorbereitet).

    Das Ziel muss es ja eh sein, dass man das den Kindern zeigt, diese dann die Testkits mit nach Hause nehmen und getestet in Schule kommen

    Diese Tests können normal-begabte 5-jährige unter Anleitung durchführen. Nach zwei Durchgängen auch ohne Anleitung.
    (Man muss sicher bis 10 zählen können, man muss die Fingerkraft haben, um die Röhrchen mit den Pufferlösungen zusammendrücken zu können und man muss sich trauen, etwas in die Nase zu stecken: das ist aber Popeltiefe, kann also auch jeder. Und ja, das haben wir mit Kindergartenkindern getestet.)

    Das Problem ist nicht die Probenentnahme und Auswertung sondern die Logistik:
    - Testet man im Klassenzimmer? Dann muss man vermutlich alle Extraktionsröhrchen bereits vorbereitet haben oder hat man extra Testräume in die die Gruppen dann hinkommen? Dann braucht man Leute, die das herrichten.

    - Wie kommissioniert man die Tests? Diese kommen nicht als Einzeltests sondern in Stapeln von x Tupfern, x Röhrchen, x Deckeln, ...
    - Hat man genügend Tests lagernd?

    - Wie organisiert man die Elterneinverständnis?
    - Wie geht man mit zu erwartenden positiven Tests um? Ist ein direkter PCR-Anschlusstest z.B. in einer nahegelegenen Praxis möglich.

    Hinzu kommen psychologische Aspekte, z.B.

    - bei der ersten Probenentnahme sind die Schülerinnen und Schüler verständlicherweise nervös, daher Klärung was passiert und dass es falsch-positive Tests gibt (grob: je kleiner die Prävalenz, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass ein positiver Test falsch ist)

    - negative Testung darf nicht zu Sorglosigkeit im Umgang mit den Hygieneregeln führen


    Aber der Test an sich ist Pillepalle.

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