Danke CDL, dass du das Thema Diskriminierung ansprichst. Gendersonderzeichen diskriminieren aktiv beispielsweise Menschen mit einer Leseschwäche, daher spricht sich der Deutsche Blinden- und Sehverband dagegen aus.
Grundsätzlich gibt es auch das Rechtsgut der Verständlichkeit von rechtsrelevanten Texten. Hier gilt es abzuwägen und das tut der Staat mit dem amtlichen Regelwerk. Hieran sollten sich staatliche Einrichtungen orientieren. Warum bitte maßt du dir an, zu beurteilen, dass andere Schreibweisen eine überzeugendere Abwägung liefern?
Der DBSV schlägt- basierend auf den aktuellen technischen Möglichkeiten von Sprachausgaben- vor, wenn, dann mit Sternchen zu gendern im Hinblick auf aktuelle Sprachausgabesysteme (die sich wandeln können glücklicherweise), präferiert aber Sprachvarianten, die idealiter sämtliche Geschlechter inkludieren.
Der Verband spricht sich gerade nicht für das von dir präferierte generische Maskulinum vor, da es diesem nicht darum geht eine andere marginalisierte Gruppe weiter zu marginalisieren und sprachlich zu exkludieren, sondern eine Lösung zu suchen, die nicht die Interessen der einen Gruppe gegen die der anderen Gruppe ausspielt. Wir als behinderte Menschen wissen nämlich sehr genau, wie es sich anfühlt wenn lediglich über uns gesprochen wird, statt mit uns oder wir gar echte Teilhabe erfahren würden.
Das generische Maskulinum ist lediglich eine Form fortgesetzter sprachlicher Exkludierung, sei es für nicht- binäre Menschen oder auch zahlreiche Frauen und Mädchen, die sich darüber heutzutage nicht länger abgebildet sehen und fühlen.
Wenn du schon einen Verband heranziehen möchtest, um deinen Standpunkt zu untermauern, dann such dir erstens einen heraus, der tatsächlich deine Position teilt und sprachliche Exklusion gutheißt, solange diese nicht die eigene Person betrifft und setz dich zweitens zunächst einmal mit der tatsächlichen Position dieses Verbandes auseinander. Dann können wir auch gerne noch einmal darüber diskutieren.
Was deinen Einwand mit der Verständlichkeit rechtlicher Texte anbelangt, darf ich dir versichern, dass das größte Problem deren Verständlichkeit betreffend auch bislang nicht im (nicht erfolgten) Gendern zu suchen wäre, sondern in der extrem verdichteten Fachsprache, die auch zahlreiche Akademiker: innen regelmäßig ratlos macht. Gendern als deren größte Herausforderung die Verständlichkeit betreffend darstellen zu wollen ist reichlich absurd, aber selbstredend ein schönes Strohfeuer.