Mein Vater hat früher für unseren Hund immer Reis mit Möhren und Rindfleisch gekocht. Vermutlich war es zu DDR-Zeiten schwierig, Nassfutter zu bekommen und das Trockenfutter sah aus wie gepresste Leinsamenreste aus der Ölmühle, hat aber schlechter geschmeckt. Das hat nicht mal mein Bruder gegessen.
Ja, bei uns hat der Hund früher auch oft Markknochen, Reis und Möhrchen bekommen, die hat meine Mutter gekocht für unseren Hund, ebenso wie meine Oma für ihren Hund (wobei es bei meiner Oma immer ein Putenunterbein sein musste anstelle der Markknochen). Dosenfutter gab es manchmal auch, meist aber welches, in dem nur Fleisch war, was nicht zuletzt auch daran lag, dass wir alle als Kinder mal beim Hund füttern einen Löffel Chappi aus der Dose mitgefuttert haben angesichts der leckeren Erbsen und Möhren in Gelee.
Meine kleine Schwester hat man immer rechtzeitig wieder zurückholen müssen, sonst landete die halbe Dose im Hundenapf und die 2.Hälfte in ihr. (Bei ihr blieb es nicht bei "mal" probieren, sie fand das eine Zeitlang ehrlich lecker. Das hat mich- 4 Jahre älter- dann immer etwas fassungslos gemacht, wenn ich sie dabei "erwischt" habe. Nachdem ich sie in der Phase aber auch mal mit Knete gefüttert habe - "Kaubonbons, echt lecker und ALLE für dich."
- und ihr fasziniert dabei zugesehen habe, wie sie tatsächlich am Ende einen ganzen Eimer Knete gefuttert hat - "Echt lecker, bekomme ich auch noch die rote Stange? Und die Grüne? Darf ich mal gelb probieren? Was ist mit grün?"- war ich wohl im gleichen Maß fassungslos, wie auch fasziniert von den verirrten Geschmacksnerven meiner kleinen Schwester, die bis heute Stein und Bein schwört, sie habe natürlich immer gewusst, dass sie Knete esse und keine Kaubonbons.
Ich ziehe es vor zu glauben, sie habe das für Kaubonbons gehalten, auch wenn das mich zum diabolischen Arsch macht...)