Beiträge von Palim

    Schulen, in denen die Not bereits so groß ist, dass sie auf ungelernte Kräfte zurückgreifen müssen, haben üblicherweise vorher bereits alle Reserven wie Doppelsteckungen, Mehrarbeit, Zusammenlegungen ausgeschöpft, um nur irgendwie den Mangel zu verwalten.

    Ja, so ist es.

    In Nds werden diese zusätzlichen Reserven gegengerechnet, die Schule hält sich zunächst mit Aufsichten durch pädagogische Mitarbeiter:innen über Wasser und vielleicht, ganz vielleicht nach Monaten kann man eine Vertretungskraft für ein paar Stündchen einstellen... oder auch nicht, dann hilft man sich weiter irgendwie.

    Wir lassen sie nicht im Regen stehen, sie helfen uns ja, aber eine Hospitationsphase ist nicht drin.

    Was ist damit sagen will: Es ist absolut und ausschließlich abhängig von der jeweiligen Lehrerperson, von ihrer persönlichen Belastbarkeit, Effizienz, ihrem Anspruch, ihrer Ausgeglichenheit.

    Da schiebt man den Schwarzen Peter den Arbeitnehmer:innen zu und schon kann sich der Arbeitgeber noch weiter zurücklehnen und weitere Aufgaben in die Schule drücken.

    Wir sind <10 KollegInnen (i.S.v. Lehrkräfte) und waren auch schon <5 + eine Menge Abordnungen (hier 2 Stunden, da 6 Stunden...)

    Da verteilt sich dann alles auf die wenigen Leute.

    Aufsichten kann man manchmal auch an Abordnungen geben, wenn sie einen Tag da sind und nicht zwischendurch fahren müssen, viele andere Aufgaben aber nicht.

    Letztlich bleibt es dabei, dass bestimmte Aufgaben einfach erledigt werden müssen. Und da sollte man sehen, dass man es fair verteilt. Im Endeffekt ist das nichts anderes als Pausenaufsichten oder unbeliebter Nachmittagsunterricht. Ein gutes Kollegium schafft es die Aufgaben fair zu verteilen

    Ja, stimmt, die meisten Aufgaben müssen erledigt werden. Aber die Arbeit wird letztlich nicht weniger ... sondern dank vieler Ansprüche immer mehr - ohne Ausgleich.

    Und ein Kollegium ist nicht per se schlecht oder unfair, wenn man allgemein beobachtet, dass zu viele Aufgaben zu verteilen sind, es keinen Ausgleich gibt und es viel Zeit und Kraft benötigt, diese Aufgaben zu erledigen.

    Gefragt wurde nach der Arbeitszeit und wir alle wissen, dass die vielen geforderten Aufgaben gar nicht in der angesetzten Zeit zu schaffen sind. Dazu gibt es auch Studien. https://www.isf-bremen.de/

    Wenn Lehrkräfte sich sehr deutlich abgrenzen, ist es ihr gutes Recht,

    aber es bedeutet häufig auch, dass andere Lehrkräfte dann (noch) mehr Aufgaben übernehmen (müssen).

    Das kann delegiert sein oder innerhalb des Kollegiums miteinander aufgefangen werden, wenn KollegInnen (zeitweise) weniger belastbar sind oder ausfallen.

    Auch kann ich verstehen, dass es Möglichkeiten/Fächer/Positionen gibt, die es einem eher ermöglichen, sich zu distanzieren. Aber sehr vielen oder zu vielen Lehrkräften ist es nicht möglich oder es gelingt ihnen nicht - seit Jahren - und das Land weiß das.

    Das Land regelt dies nicht. Trotz der Arbeitszeitstudie und der Arbeitszeitkommission gibt es weiterhin keinen Ausgleich und ich sehe auch die Bemühungen nicht, mehr Lehrkräfte und weiteres Personal in die Schulen zu stellen und eine Vertretungsreserve zu gewähren.

    Es gibt weiterhin so gut wie keine Entlastungsstunden in Grundschulen und es gibt auch keinen Ausgleich, wenn das Team einer Schule nur aus 4-5 Leuten besteht oder wenn eine Schule so knapp versorgt ist, dass es mehr Stunden über Abordnungen als im Stamm gibt. Den Abordnungen überträgt man selten weitere Aufgaben.

    Bei der Versorgung geht es inzwischen allein um die Zahlen für die Pflichtstunden und die DezernentInnen sagen offen, dass die vorhandenen Personen dafür nicht ausreichen und auch im Sommer nicht ausreichen werden.

    Wenn also die Pflichtstunden schon nicht besetzt werden können und das Kollegium mehr schaffen muss, als mit dieser Anzahl an Stunden vorgesehen, wie kann man da auf die Idee kommen, dass die Zeit und Kraft für die anderen Aufgaben reichen wird?

    Wenn also jemand nach der Arbeitszeit fragt, muss man doch auch sagen, dass diese zwar offiziell nach dem Deputat bemessen ist, tatsächlich aber nicht daran orientiert ist, dass sich das Deputat nicht verändert hat, die zusätzlichen Aufgaben aber durchaus.

    Es ist ein Unterschied,

    - ob man sich über Nichterfüller an sich in der GS oder in anderen Schulformen unterhält und dazu Stellung nimmt.

    - ob man Personen an der Schule hat, und deren Arbeit kommentiert oder bewertet,

    - ob man Personen an der Schule hat, die kein Lehramtsstudium samt Ref für diese Schulform/ diese Fächer absolviert haben, die man begleitet oder einarbeitet … und dann womöglich wieder ziehen lässt/ lassen muss

    An sich wünsche ich mir, dass es an allen Schulformen ausreichend qualifizierte Lehrkräfte geben würde,

    tatsächlich bin ich um jede und jeden dankbar, der uns für viel zu wenig Gehalt (450€) den Tag rettet, weil ansonsten Klassen zu Hause bleiben müssten … und auch schon sind.

    Aber eines würde mich mal noch aus Sicht der Grundschullehrerinnen interessieren. Hier, das sehe ich auch so, ich die Möglichkeit (und vielleicht auch die Notwendigkeit) der Beeinflussung größer. Immerhin haben die kleinen noch den wenigsten Überblick und sind mit der Kognition noch nicht so weit.

    Ihr habt den Kindern doch sicherlichauch eine Begründugn fürs Maskentragen genannt. Das war doch sicherlich auch der Schutz vor Ansteckung dabei, oder? Was erklärt ihr ihnen eigentlich, was jetzt anders ist? Die Pandemie ist vorbei? Wir haben uns geirrt bezügich der Schutzwirkung? Die FDP und die anderen Corona-Leugnerinnen sind doch schlauer?

    Als es begann, waren es selbstgenähte Stoffmasken, lange Zeit auf den Gängen mit Begegnung und Pausenzonen und viel Abstand.

    Dann gab es mit Masken die Möglichkeit, sich wieder zu nähern.

    Inzwischen sind es OP-Masken, sicher auch, weil es Kinder mit Häkelmasken gab, denen mit Visier ist nicht beizukommen, weil unsere Behörde umkippt.

    Ich weiß, dass wir darüber gesprochen haben.

    Ich weiß auch, dass ein paar Wochen später ein Kind verwundert fragte, wofür das überhaupt nützen soll.

    Es gab Videos zum Thema und Erklärungen.

    Natürlich ging es ums Ansteckungsrisiko, aber das nehmen nur Kinder wahr, die nicht den anderen Ausführungen glauben, dass das alles halb so wild sei.

    Außerdem ist die Halbwertszeit von Inhalten bei einigen Kindern gering, manchmal erschreckend gering. Aber man diskutiert es nicht jeden Tag aufs Neue, dann ist es besprochen und als Regel gesetzt.

    Ich wüsste nicht, warum ich - wegen der FDP? :gruebel: - meine Begründungen ändern sollte.

    Man trägt die Maske, um die Ansteckung zu verringern. Das ändert sich ja nicht.

    Die Kinder würden dann anmerken, dass sie ja alle gestestet seien. Aber viele wissen inzwischen aus Erfahrung, dass etliche Tests erst anschlagen, wenn man schon mehrere Tage krank zu Hause ist. Entsprechend hätte ich verstanden, wenn man die Tests eingeschränkt hätte, nicht die Masken :weissnicht:

    Wir haben schon Ferien, die Kinder fragen also erst nach Ostern.

    Dann wird darüber gesprochen, was "Schutz" ist, was "freiwillig" oder "Pflicht" bedeutet und warum man das eine wie das andere annehmen muss.

    Neugier: welche?

    (NDS: ich wurde zum 1. August eingestellt, unabhängig davon, dass die Schulferien noch gute 3,5 Wochen dauerten. Einstellung ist glaube ich dort immernoch 1.8., 1.2.)

    Das sind die beiden großen, offiziellen Termine, zu denen die Stellenausschreibungen erfolgen.

    Da aber nicht alle der (auch noch zu gering) ausgeschriebenen Stellen besetzt werden, erfolgen weiter Ausschreibungsrunden und es wird bis weit in den Herbst und immer zwischendurch eingestellt, wenn sich geeignete Bewerbende finden.

    Zwischendurch ist das online-Portal geschlossen, das ist m. E. dann, wenn die neuen Stellen eingepflegt werden.

    Die BBS haben ein eigenes Portal und eigene Termine,

    Vertretungsstellen und solche für nicht-lehrendes Schulpersonal werden in anderen Listen geführt, demnächst soll es noch eine Liste für ukrainische Lehrkräfte geben.

    MehrArbeitsUnterricht

    Klingt ja eher so, dass es um Unterricht geht - also Stunden, die erteilt wurden.

    Dazu gibt es in NDS irgendwo eine Regelung, dass es Stunden mit Schüler:innen-Bezug sein müssen.

    Deshalb kann man keine Mehrarbeits-Stunden dafür anrechnen, dass bestimmt Aufgaben in der Schulorganisation o.a. übernommen werden.

    Beispiel: Früher haben wir Aufgaben vor der Einschulung als Mehrstunden entlastet, aber häufig am Nachmittag erledigt. Wenn man dann seine Überstunden nehmen möchte, organisiert man zudem die Betreuung, in der Regel stellt man Aufgaben zur Verfügung, die die SuS unter Aufsicht bearbeiten - was ja auch Arbeit ist.

    Da dies nicht mehr geht, erfolgen die Aufgaben vor der Einschulung nun am Vormittag. Die Lehrkräfte werden dafür also ausgeplant und ebenso vertreten - und legen auch Aufgaben hin, aber es muss an diesem Tag im Rahmen des normalen Stundenplanes erfolgen.

    Gerade weil ich Fächer habe in denen ich immer korrigieren muss, mache ich andere Aufgaben, wenn ich dafür Entlastung bekomme. Nachschreibeklausuren organisieren, Klausurplanung, Stundenplan, Vertretungsplan,... aktuell mache ich nur noch 2 davon, aber das entspricht einem Klausurstapel weniger.

    Es gibt nun aber Schulen oder Schulformen, da gibt es nichts zu verteilen. Wir sind so klein, wir verteilen max. 2 Std. an alle aufs ganze Jahr.

    Trotzdem gibt es ja Unmengen an Aufgaben, die außerunterrichtlich zu erledigen sind und viele davon sind auch zwingend (alles rund um Einschulung) oder zumindest wichtig, wenn man das Schulleben nicht komplett eindampfen will (Wettbewerbe und Wettkämpfe, Feste, Feiern etc.), dazu die Sachen, die das Land vorgibt (Beauftragungen für vieles, Fachleitungen etc.) oder die die Klassenleitungen mit sich bringen (Berichtszeugnisse, protokollierte Elterngespräche, Gutachten, Berichte), letztere bei I-Kindern der einzige Weg, um Anerkennung und damit Erleichterung (Notenaussetzung), Lernbegleitung) zu bekommen.

    Da gibt es auch nichts, was nur einzelne haben. Ja, man kann alle Augen zudrücken und keine Gutachten schreiben und Fehlverhalten nicht sanktionieren, aber das hilft im Alltag nicht wirklich weiter.

    Übrigens wollte das Land das Verfassen der Gutachten grundlegend vereinfachen, nachdem der Landesrechnungshof die rote Karte gezeigt hat. Daraus wurde nichts. Immerhin muss in Klasse 4 derzeit kein Übergangsgutachten geschrieben werden, wie sonst regelhaft und vorgeschrieben. Das liegt aber an Corona oder der Überlastung der prüfenden Behörde. Trotzdem ist es eine große Erleichterung, um die ich sehr dankbar bin. Es spart wirklich eine Menge Zeit, die bei vielen Kindern nicht nötig war und ist.

    Und dann ist ja die Frage, was ist alles Arbeitszeit,

    Das, was du ohne diese Arbeit nicht hättest.

    Wenn dich privat jemand fragt, was er oder sie für das eigene Kind noch tun könnte, dann ist das privat, so wie man eine andere Berufsgruppe privat um einen Tipp bitten kann.

    Wenn du dich mit den KollegInnen über deine Party am WE austauschst, ist es auch privat.

    Aber sobald es um irgendetwas rund um die Schule geht, um SchülerInnen, um Vorgehensweisen, um Tipps für Unterricht, Vorbereitung, Differenzierung, Ausflüge oder sonst was,ist das Arbeit. Ich bin auch der Meinung, dass das Suchen von Informationen Arbeit ist und effizienter sein kann als der Besuch einer FoBi in Poselmuckelheim mit An- und Abreise, Kaffee-Begrüßung und Mittagsverpflegung.

    Die Arbeitszeitkommission hat gerade für die Grundschulen das Absenken des Deputates empfohlen, weil die Streuung dort erheblich geringer ist. Die Ausgleichsmöglichkeiten sind entsprechend weniger, weil an den kleinen Schulen alle mit vielen zusätzlichen Aufgaben bedacht sind.

    Von der Streichliste der Dokumentation und dem angekündigten 11-Punkte-Plan ist nichts übrig geblieben. Vieles davon waren Absichtserklärungen (wir wollen), die so in den Schulen nicht angekommen sind.

    Das Land weiß um die Überlastung und ist nicht gewillt, Abhilfe zu schaffen, mit Verweis auf den Lehrkräftemangel, den es - das Land - selbst beheben oder ausgleichen müsste.

    Wenn das Land Niedersachsen die dort erfolgte Arbeitszeitstudie nachgewiesen kennt und selbst eine Kommission einsetzt, damit sie u.a. Entlastungen vorschlägt, die das Land nachgewiesen kennt und öffentlich anerkennt, weiß das Land von der Überlastung, die in den Schulen gegeben ist.

    Es ist so, dass man 28h Unterrichtsverpflichtung hat, alles weitere sind Aufgaben, die hinzukommen, damit dieser Unterricht möglich wird (Vor- und Nachbereitung) und damit die Schule organisiert und verwaltet ist und Neues entwickelt werden kann.

    Von einer regelmäßigen 40h-Woche kann man nicht ausgehen, von freien Ferien auch nicht.

    Es hängt sicher von dem persönlichen Engagement ab, sich zu distanzieren oder viele zusätzliche Aufgaben zu übernehmen, die in Schulen verteilt werden, dann auch von Fächern, der Größe des Kollegiums, der Schülerschaft, der Ausstattung der Schule wie auch der Schülerschaft, dem Wettbewerb von Schulen untereinander, von der Auffassung der Schulleitung zu vielen dieser Punkte … und vom eigenen Berufsverständnis.

    Das wird jetzt off-Topic

    Ja, in Teilen.

    Wenn aber die Einteilung des Unterrichts auf 45 min gedacht ist und schon mehr als kompliziert, weil Lehrkräfte fehlen, es zu Abordnungen an diese Schule oder von dieser Schule kommt etc.,

    dann wird es mit einem 60 min Rhythmus noch schwieriger, da dann nicht nur Stunden- und Pausenzeiten abgestimmt werden müssen.

    Eher kann ich mir vorstellen, dass man sich innerhalb der Schule darum bemüht, Doppelstunden für Sport zu setzen, was auch da notwendig ist, wo zur Sporthalle längere Wege zu bewältigen sind.

    Aber - das sehe ich auch so - das sind Wünsche, die nicht alle erfüllt werden können.

    Solange es möglich ist,

    Auch das hat eine Grenze...

    hat die Schule die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen.

    ... und ich kann mir aussuchen, welche gesetzlichen Vorgaben ich nicht erfüllen kann. Dazu gibt es aber wenig Handlungsanweisungen. Aber ja, es ist inzwischen möglich, den Unterricht der Hauptfächer in Klasse 3+4 durch Lehrkräfte zu erteilen und andere Klassen zu Hause zu lassen, weil sie nicht beschult werden können.

    Die Grenze war übrigens u.a., dass die Schulbehörde sich Unterlagen zukommen lassen hat. Aber einen besseren Vorschlag konnten sie nicht unterbreiten, weil die Unterrichtsversorgung nicht ausreicht.

    Spätestens wenn sich ein Elternteil beschwert, weil es die Klassenlehrkraft doof findet, wird man es ändern müssen.

    Wir sind nicht bei Wünsch-dir-was, wo man sich die Klassenlehrkraft aussuchen darf. Wenn es gute Gründe gibt, dass man die Lehrkraft nicht wechselt, weil dem anderes entgegen steht, werden die Eltern das wohl hinnehmen müssen.

    Wie das wohl andere Eltern finden, wenn auf Wunsch eines Elternteils die Klassenlehrkraft wechselt, dafür die Klasse keinen vernünftigen Unterricht mehr im Hauptfach hat, der Schwimmunterricht einer anderen Klasse nicht stattfinden kann oder die Klasse selbst mit Vertretung versorgt wird, mangels weiterer Möglichkeiten?

    Das Land macht viele Vorgaben, es sorgt aber nicht dafür, dass die Schulen sie alle umsetzen können, gerade weil es an Lehrkräften mangelt. Bei uns sind die Eltern eher aufgebracht, weil die Klasse KEINE Lehrkraft hat.

    Aber wenn die mangelhafte Besetzung das nicht ermöglicht, muss man als Schule überlegen, was wichtiger ist.

    Wenn die Stunden da sind, muss es ja gehen.

    Ist es sinnvoller, dass Mathematik von einer 450€-Kraft betreut wird, weil in der 3.+4. Klasse ein Wechsel der Lehrperson in einem Hauptfach erfolgen soll

    oder ist es sinnvoller, dass die Lehrkraft das Hauptfach übernimmt - auch in der eigenen Klasse, dafür die andere Person die Betreuung übernimmt in ganz anderen Fächern, z.B. Kunst, Sport, Musik, Religion, WK, TG ...

    Ich hätte auch gern Lehrkräfte für alles und immer, aber das ist einfach nicht gegeben.

    Das hatten wir, Tom123 , schon mehrfach. Offenbar habt ihr jede Menge Stunden, bedient euch am Ganztag und den BufDis oder zuckt einfach schneller mit den Schultern und sagt: was nicht ist, ist eben nicht.

    Im nächsten Schuljahr wird es nicht besser, der/die Dezernentin geht davon aus, dass die Stunden nicht einmal für die Besetzung der Pflichtstunden ausreichen werden - und das ist nicht zum ersten Mal so.

    Mir persönlich gefällt das Klassenlehrerprinzip besser, gerade weil man möglichst viele Stunden in der Klasse hat und darüber vieles einfacher wird. Man hat weit weniger Klassen, ist für die eigene Klasse genau im Bilde und weiß, wie man verfahren muss mit den vielen SuS mit zusätzlichen Bedürfnissen. Das muss man sich in jeder neuen Fachklasse wieder erarbeiten, hat noch mehr Konferenzen, Gespräche, Absprachen etc.

    Für mich ist das viel zusätzliche Arbeit, auf die ich verzichten könnte, um so mehr, als dass es seit Jahren häufige Vertretung, häufigen Wechsel und ständigen Mangel gibt und die 450€-Kräfte oder Pädagogischen Mitarbeitenden eben nur Aufsicht machen sollten und man die Klasse dennoch im Blick haben muss, Konflikte als Lehrkraft hinterher klärt etc. und gerade nicht erwarten kann, dass auch die Aufsichtführenden mit ihren paar Stunden über die besonderen Bedürfnisse aller Schüler im Bilde sind.

    Ich kann Hauptfächer als Fachlehrkraft übernehmen, ich kann auch 5mal im Jahr das Fach wechseln, ich kann Klassen zusätzlich als Klassenlehrkraft übernehmen, aber es macht mich mürbe und müde und ich würde mir wünschen, dass das alles nicht notwendig ist, weil das Land sich der Verantwortung stellt und ausreichend Lehrkräfte für den Pflichtunterricht, die Zusatzbedarfe, die Vertretung bis in den letzten Winkel des Flächenlandes vorhält.

    Alternativ nehme ich die Entlastungsstunden für jede vorbereitete und von PM beaufsichtigte Stunde, für jede zusätzlich übernommen Klasse, für jeden Fachwechsel, der erneute Planung erfordert, für jede Einarbeitung in eine Klasse mit x Kinder mit Besonderheiten, für jede Mitwirkung an einem Förderplan ...

    Und jedeR, der schon am Stundenplan gebastelt hat, weiß, dass man nicht mal eben 5 Stunden von Lehrer X gegen 5 Stunden von Lehrerin Y tauschen kann, weil Lehrer X auch Hallenzeiten belegen muss und Lehrerin Y erst später kommt und früher geht und die Schwimmbegleitung stellt oder den Religionsunterricht bedient, was man beides nicht an jede andere Lehrkraft oder Vertretung oder pädagogische Mitarbeiterin abgeben kann.

    Und wenn die Klasse nach 2 Jahren schon zig Wechsel in den Fächern und ggf. auch in der Klassenleitung hatte, dann ist es eben nicht sinnvoll, dass die Vorgabe, man möge nach 2 Jahren unbedingt die Klassenleitung wechseln, vorne an steht. Man hatte ja schon eine Menge Wechsel, da muss man auf Grund von Vorgaben keine weiteren anstreben, sondern sollte sehen, dass Ruhe in die Klasse kommen kann und darf.

    Solange man also den Mangel verwaltet, muss man Abstriche machen. Da sollte man als Schule einfach andere Regeln zu Gunsten der Schüler:innen und auch der mehrfach belasteten Lehrkräfte in den Wind schießen ... und der Wind weht hier häufig genug!

Werbung