Beiträge von Kris24

    Allerdings kenne ich da auch Gegenbeispiele, z. B. ein guter Freund meines Mannes, der sich im Aquaristikbereich erfolgreich selbstständig gemacht hat, eine ehemalige Schülerin, die als Hobbys während ihrer Zeit in meiner Klasse "Backen und Torten gestalten" angab und eine Ausbildung zur Konditorin gemacht hat oder der oben schon genannte Gärtner aus meiner Verwandtschaft, der schon als Kind ständig mit seinen Großeltern und Eltern im Garten herumgewerkelt hat. Diese drei haben ja nun alle ihre Hobbys zum Beruf gemacht und arbeiten noch immer gerne in dem jeweiligen Bereich.

    Ich ergänze, ich habe viele Jahre von einem Bekannten profitiert, der begeistert Autos repariert hat und nach seiner Rente nicht aufhören konnte. Er war begeistert, wenn ich mein altes Auto brachte, z. B. mit einem Problem, den mehrere Autowerkstätten nicht lösen konnten (es sprang nach Regen nicht sofort an, außer ich hatte die Motorhaube abgedeckt). Ich vergesse nie, wie er mir strahlend mitteilte, "gefunden" und als ich nach dem Preis fragte, "2,50 DM" (er hat grundsätzlich sich nur Sachkosten erstatten lassen). Ich hatte bei den anderen Werkstätten Hunderte von DM bezahlt, hatte neue Batterie, Zündkerzen, diverses am Motor austauschen lassen, kaputt war eine Kunststoffabdeckung. Nachdem sie ersetzt wurde, fuhr mein Auto noch viele Jahre einwandfrei.

    Es gibt viele, die in ihrem Beruf Berufung erfahren haben, nicht nur in sozialen wie hier geschrieben wurde.

    Als Klassenlehrerin genauso, wenn es deren Aufgabe ist. Und nicht nur verwirrt - es wäre eine Ordnungsmaßnahme, die dann nicht formal korrekt gelaufen ist und deswegen beanstandet werden könnte. )

    Ich würde als Klassenlehrerin auch ablehnen, wenn ich vorher nicht gefragt wurde (und es nur um Verspätung geht).

    Bei wiederholter Verspätung lasse ich jüngere nacharbeiten (du warst jetzt neunmal 5 Minuten zu spät, das ist jetzt eine Stunde am Nachmittag). Bei den älteren und wenn mehrere fehlen, "sammle" ich sie vor der Tür und lasse alle auf einmal nach 5 Minuten hinein. (Ich müsste in manchen Klassen, Kurse sonst jede Minute die Tür öffnen, von außen kommen sie nicht in Experimentierräume hinein.) Das funktioniert hervorragend, bei mir ist selten jemand zu spät (ich bin aber auch immer pünktlich).

    Stimmt, aus dem "Entlastungstopf" kommen unsere Korrekturtage auch nicht. Sie sind gemäß Runderlass "von oben" vorgeschrieben (siehe RdErl von 2020: Entlastung von Unterrichtsverpflichtungen zur Sicherstellung der Korrekturen der schriftlichen Abiturprüfungsarbeiten).

    Diese "drei unabhängigen Korrekturen" gibt es meines Wissens nur in BW, oder?

    Dass anscheinend alle andere keine 3 Korrekturen haben (und nach dem schriftlichen Abitur nicht mehr unterrichten), weiß ich erst seitdem ich hier bin (und meine KollegInnen und SchülerInnen wissen es nicht wie ich in Coronazeiten festgestellt habe). Das war hier schon immer so, nur ich schrieb vor fast 40 Jahren Mitte Januar Abitur. Da war noch genug Zeit für 3 Korrekturen und Klausuren in allen Grund- und Leistungskursen. Jetzt sind es teilweise nur wenige Tage (für Drittkorrektur noch nicht einmal 3, wenn ich die Pfingstferien abziehe). Ich plane daher seit Jahren keinen Urlaub mehr für die Pfingstferien ein (oder höchstens eine für die 2 Wochen).

    Die ersten beiden Korrekturen sind bei uns wirklich unabhängig, ich sehe als Zweitkorrektor nur rote Striche am Rand und das offizielle Fehlerzeichen. Ich kenne weder Namen noch Schule nur Schulcode, darf meinen Schulcode niemanden verraten (es wird jedes Jahr sogar abgefragt, an welcher Schule nahe Verwandte z. B. Nichten Abitur machen). Ob und wie viele Punkte er abgezogen hat, sieht nur der Drittkorrektor (der korrigiert außer Stichproben nur bei größeren Abweichungen).

    Wir erhalten an meiner Schule zumindest Korrekturtage für die Korrektur der Abi-Klausuren am BG und der Abschlussprüfungen der Fachoberschule Klasse 12. Dabei wird die Klassen-/Kursstärke berücksichtigt und ob man Erst- oder Zweitprüfer*in ist.

    Zudem erhalten die Klassenlehrkräfte der Berufseinstiegsklassen eine Entlastungsstunde.

    Korrekturtage für Abitur (Erst-, Zweit- und Drittkorrektur) erhalten wir auch, die werden aber nicht aus dem Entlastungstopf gewährt und können je nach Anzahl bis zu 3 Tage sein, bei Drittkorrektur nur einer). Da wir nebenher voll unterrichten (auch die AbiturientINNen bis zur mündlichen Prüfung) und die Zeit extrem knapp bemessen ist, wäre es auch anders nicht möglich.

    Baden-Württemberg ist sehr stolz auf seine drei unabhängigen Korrekturen. Das sah man in Coronazeiten. Nur 2 Korrekturen an derselben Schule galt für viele nicht als richtiges Abitur und wurde als erstes von den Coronamaßnahmen wieder abgeschafft.

    Ergänzung

    Zweitkorrektoren erhalten genauso viele Korrekturtage, sie korrigieren bei uns auch "neu", sehen weder Punkte noch Note des Erstkorrektors. Nur der Drittkorrektor erhält weniger (normalerweise 1 Tag, obwohl er oft 2 Kurse korrigieren muss, er korrigiert bei Nichtabweichung nur stichprobenhaft, bei großen Abweichungen komplett, erhält dann auf Nachfrage evtl. einen weiteren Tag).

    Ich scheine im falschen NRW zu leben. Weder entlastung für Korrekturen, noch für das Klassenlehrerdasein

    In NRW entscheidet die GLK. (Zumindest war es bei mir so und auch andere Foristen haben dies hier berichtet. Da es aber mehr Aufgaben gibt als Entlastungsstunden, gab es Punkte (nach intensiven Diskussionen in GLKs, wobei größere Fachschaften sich in der Abstimmung durchsetzen) und dadurch bekam ich für die Sammlungsleitung Chemie 0,32 Stunden, als Klassenlehrerin 0,48 und 0,08 pro Matheklasse. Andere Schulen entschieden anders.)

    Hier (in Baden-Württemberg) sind es auch zu wenig Entlastungsstunden, sie werden anders verteilt.

    Aber "Weil er doch sonst seine Ausbildungsstelle verliert"? Die Schule hat dem Autohaus jetzt vorgegaukelt, dass der Schüler studierfähig

    Ich wiederhole

    Die SL meiner 1. Schule (Gesamtschule in NRW) sagte zu uns, dass wir keine Noten verschenken dürfen, weil sonst nur unser 1. Jahrgang Ausbildungsstellen erhält. Ein Ausbilder, der einen unserer Schüler mit Mathe 4 anstellt und feststellen muss, dass es eher 5 oder 6 war, wird keinen unserer Schüler mehr nehmen. Wir behielten unseren guten Ruf, 2 andere Gesamtschulen nicht. Unsere mit Mathe 4 wurden Ehemalige dieser Schulen mit Mathe 2 vorgezogen. Das wurde mir auch in Praktikumsgesprächen regelmäßig mitgeteilt ("Ihre Noten sind korrekt, Ihre Schüler gut ausgebildet.")

    Ihr habt einen Schüler untergebracht (ob er es mit dieser Einstellung und seinem Können es schafft, andere Frage), ihr habt vielleicht dauerhaft eine Ausbildungsstelle verloren (und wenn das Autohaus es weiter erzählt, vielleicht sogar viele). Aber so langfristig denken viele nicht.

    Ich würde auf gar keinen Fall für zwei oder vier Wochen Aufgaben stellen. Du hast dann einen riesigen (!) Berg an Arbeit vor dir, wenn du wieder in die Schule kommst.

    Bei mir war es eigentlich immer so, dass 3/4 der Aufgaben gar nicht erst bearbeitet wurden. Also eine totale Verschwendung von Arbeitszeit während einer Krankschreibung, die ja zur Genesung und Entlastung führen soll.

    Das kann auch nicht funktionieren, einzelne Unterrichtstunden kann man nicht Wochen voraus planen. Unterricht vorbereiten kann ich für die nächste Stunde, aber auch nicht detailliert, weil jeder Kollege anders unterrichtet. Mehr als Seite x Aufgabe y ist nie sinnvoll. Bei uns wird sinnvoll vertreten, aber KollegINNen handhaben es oft anders als ich dachte. Zuviel Vorbereitung wäre immer reine Zeitverschwendung.

    2 bis 4 Wochen vorbereiten ist immer verlorene Zeit und hier KreideSpuren wäre es sogar kontraproduktiv. Du kannst dich nicht erholen, brauchst länger Zeit, bis du wieder voll einsatzbereit bist. Die Zeit benötigst du, um einen Therapeuten zu finden, deine Nahrung umzustellen usw.

    (Ich vertrete gerade einen länger erkrankten Kollegen in 2 Klassen. Selbstverständlich bereite ich komplett den Unterricht vor, obwohl er "nur" eine OP hatte und sonst belastbar ist. Aber wir sind verschieden, ich könnte seinen Unterricht nicht halten. Es sind jetzt meine Klassen und er macht Reha, damit er bald vollständig genesen zurück kommt. Das ist für uns alle besser, als hin und her, mal er, mal ich.)

    Die Entlastungsstunden für Korrekturen sind ein Tropfen auf den heißen Stein - aus meiner aktiven Dienstzeit an mittlerweile drei Schulen nach dem Ref. kenne ich keine Lehrkraft, die für die Korrekturen mehr als eine Stunde Entlastung bekommen hätte. Mehr gibt der Entlastungstopf unter Berücksichtigung aller KollegInnen und deren Belastungssituationen sowie der Entlastung für Zusatztätigkeiten unterhalb der Beförderung nicht her.

    Nur "fehlen" diese Entlastungsstunden an anderer Stelle. Es gibt ja nicht nur ein Deutsch- und Englischlehrer.

    Ich habe damals mich mit einer Chemiesammlung und der gewährten "Entlastung" überfordert gefühlt, ich wusste, dass diese Zeit bei weitem nicht reicht und hatte die stellvertretende SL auf meiner Seite. Bei Abstimmung in der GLK hatten wir aber keine Chance gegen die großen Fachschaften Deutsch und Englisch. Ein Grund, warum ich aus NRW weg bin. Ich wusste, dass dies in Baden-Württemberg anders geregelt wird. (Bei uns wird tatsächlich darauf gesehen, wieviel Zeit es zusätzlich kostet.)

    zurück zum Thema

    Mir fiel dank eines anderen Threads noch ein Vorteil für manche NRW-KollegInnen ein, sie enthalten Entlastungsstunden für Korrekturen oder als Klassenlehrer, kenne ich in Baden-Württemberg an keinem Gymnasium (theoretisch natürlich möglich).

    Bei uns gibt es nur Entlastungsstunden für Extraaufgaben, die einer (für alle) übernimmt (z. B. Sammlungsleitung oder Organisation von allen Austauschveranstaltungen). Korrigieren muss hier jeder.

    (Folge, ich erhielt in NRW damals umgerechnet 0,32 Entlastungsstunden für die Chemiesammlung, hier 2. Eine Entlastungsstunde entspricht hier 2 Zeitstunden. Mit gut 140 Zeitstunden im Jahr sind die Vorschriften einhaltbar, in NRW war es Selbstausbeutung oder man hat es nur lala gemacht.)

    Für viele "Süddeutsche" ist es wahrscheinlich absurd, dass ich z.B. Prag nicht kenne...

    In Prag war ich auch nur einmal auf Studienfahrt (Klasse 12, noch vor dem Mauerfall), in den Niederlanden immerhin zweimal. (Den Ort vom Bild kenne ich allerdings nicht).

    nun, ich kann es. Ich lasse mich nicht ausnutzen, kann gut "nein" sagen, nehme an "gewünschten" aber nicht verpflichtenden Veranstaltungen nicht teil, gebe nur sehr selten privates Geld in den Schulbetrieb, trenne Schule von Privatleben. Und doch: ich mache den Job wirklich gerne. Sehr gerne. So sehr, dass ich -- Vorsicht, jetzt wirds böse/pervers/unverständlich :teufel: -- demnächst nach der Verrentung noch weiterarbeiten möchte.

    Los, schlagt auf mich ein :party:

    Auch bei mir war es kein Auslachen, ich musste schmunzeln über deine Ausdrucksweise. Bei mir dauert es noch etwas, bin ja noch keine 60, aber ich kann es mir auch vorstellen.

    Zumindest im Abitur zählt das bei uns nicht als Positivkorrektur. Dort ist ausdrücklich vorgeschrieben, dass sich die Note aus den Randkommentaren ergeben soll und bei zB einer sehr guten Leistung auch entsprechend positive Randkommentare deutlich überwiegen sollen.

    In Physik bedeutet das bei mir, dass ein S mit 15 Punkten sicher mindestens 20 Kommentare der Form "Gelungene Auswertung der Messreihe" oder "Lena leitet die gegebene Formel erfolgreich her" am Rand hat. Ich Bilanziere im Prinzip zu jedem Operator mit mindestens einem kurzen Satz, egal ob richtig oder falsch.

    Für mich ist ein "positiver Randkommentar" schon ein Haken in der entsprechenden Zeile. Und ein S mit 15 Punkten hat bei mir in der Regel nur Haken an der Seite. Alles andere ist Käse.

    Das ist in Baden-Württemberg im Abitur dank Anonymität noch weniger. Ich darf Fehler nur am rechten Rand durch einen Strich markieren, daneben das vorgeschriebene Fehlerkürzel z. B. uv für unvollständig, keine Punkte, keine Kommentare, kein Haken etc. (Punkte schreibe ich in eine Exceltabelle, die erst der Drittkorrektor sieht). Der Zweitkorrektor handhabt es genauso nur in grün und am linken Rand. Wenn alles korrekt ist, sieht die Arbeit "unkorrigiert" aus, ich freue mich also als Zweitkorrektor, wenn ich seitenweise nur blaue Tinte vom Schüler sehe, wenig Arbeit für mich. Wenn der Erstkorrektor richtig korrigiert hat, muss ich also nur lesen (und die Punkte in die Exceltabelle eintragen). (Dies gilt zumindest für Chemie und Bio, in Mathe gab es früher r für richtig, heute? Ich hatte in den letzten 15 Jahren nur Chemie-LKs.)

    Hä? Ich habe doch mehrfach dargelegt, dass ich ihn als Arbeit ok finde. Die Vorteile überwiegen für mich. Aber ich hänge nicht dran.

    Ich habe das Gefühl, dass sich viele Lehrkräfte einfach nicht vorstellen können, diesen Beruf einfach professionell fürs Geld zu machen und damit gut klar kommen.

    Doch kann ich, wäre aber auf Dauer vermutlich nicht zufrieden. Aber kannst du dir vorstellen, dass Lehrkräfte ihren Beruf lieben können und trotzdem auch nach über 30 Jahren gesund sind?

    Ich möchte jetzt auch nicht alles zitieren, habe heute noch anderes vor. Vielleicht habe ich ein anderes Verständnis von Liebe? Selbstsaufopferung ist es definitiv nicht, weder in Partnerschaft, Hobby noch Beruf. Nie. Ich zahle z. B. nur und nur soviel, wenn ich einen Vorteil davon habe, sicher nicht für irgendwelche Klassenfahrten, wir hatten die Diskussion auch bei Abifeiern, wo ich oft fern bleibe.

    Schon in der Bibel steht, liebe deinen Nächsten wie die selbst. Ich schaue bei allem, was ich tue, immer auch auf mich selbst. Tut es mir gut oder nicht. Gibt es etwas anderes (und ist möglich, die Taube auf dem Dach bringt nichts), was für mich besser wäre? Dann würde ich wechseln. Ich finde es traurig, dass so viele in der Partnerschaft oder im Beruf gefangen bleiben (und erlebe, dass gerade diese alle, die glücklich in Partnerschaft oder Beruf sind, schlecht machen). Ich lasse mich aber nicht von anderen herunter ziehen, sondern sage "Stopp", halte im realen Leben genau wie hier Abstand. Sollen die doch unter sich wüten.

    Gegen Professionalität habe ich nichts, auch ich ziehe Grenzen, auf dem Heimweg und zuhause und auch in den Ferien schalte ich teilweise komplett ab (bin dann auch nicht im Forum unterwegs ;) ), genauso wie glückliche Paare auch mal getrennt Urlaub machen, aber genau deshalb freue ich mich irgendwann wieder, dass es mit dem Unterricht los geht. Ich liebe tatsächlich chemische Versuche, knoble (und verbessere) bekannte, freue mich, sie zu teilen. Im Labor vergesse ich manchmal die Zeit, beim Korrigieren nie. :D Und ich freue mich jedes Jahr, wenn ich von KollegInnen höre, dass sie von Schülern gefragt werden, ob ich wieder den Leistungskurs übernehme, weil sie sonst nicht Chemie wählen (dieses Jahr wird er riesig, größer als Bio oder Physik). Ich freue mich, dass meine Freude weiter reicht. Ich erkläre gerne die "Welt". ^^

    Was ich allerdings wirklich übergriffig finde, ist, wenn mir unterstellt wird, ich sei deshalb krank (Stockholmsyndrom) und Ragnar "lacht" seit Tagen über alles, was ich schreibe (nicht nur in diesem Thread). (Wenn ich abgemeldet bin, funktioniert leider das Blockieren nicht.) Irgendwie scheint es krankhaft, dass "ihr" uns, die den Beruf wirklich mögen (lieben, ...) herunter ziehen müsst und nicht nur einmal, sondern dauernd. Vielleicht mal überlegen, warum ihr es tun müsst? Bei Ragnar ist es gerade extrem. Denn anfangen tut tatsächlich immer "ihr".

    (Ihr in Gänsefüßchen, weil ich dieses "wir gegen sie" ablehne. Ich mag Gemeinschaft, auch deshalb ist für mich der Schultyp wichtig. Ich erlebe tatsächlich auch mit Schülern ein Miteinander, schwänzen ist z. B. bei uns selten. Auch deshalb habe ich vor über 20 Jahren die Schulart gewechselt. Ich kenne aber auch KollegInnen an meiner ehemaligen Schule, die glücklich an der Gesamtschule sind. Ihnen sind halt andere Dinge wichtig, kann ich stehen lassen, muss ich nicht krankhaft (abwertend) kommentieren.)

    Es geht nicht unbedingt darum, dass ich etwas nicht weiß.

    Es ist oft eher das Problem, es ist jedoch leider oft das Problem, dass ich merke, dass eine Erklärung nicht wirklich ankommt und mir spontan keine bessere/passendere einfüllt. (anzumerken ist, dass die Klasse sehr leistungsschwach ist, was sie für mich didaktisch herausfordernd macht)

    Auch das passiert mir heute noch, wenn ich nicht fit bin, allerdings nach so vielen Jahren nur noch selten. Zu Beginn meiner Lehrtätigkeit sah dies anders aus. Tipp, überlege hinterher, wie du es beim nächsten Mal besser erklären kannst. Und mein Unterricht ist heute definitiv besser und kreativer als vor 30 Jahren.

    Du bist im 1. Referendariatsjahr, unterrichtest alles zum 1. Mal. Auch der Lehrerberuf ist "ein Handwerk", bei einem Glasbläser sagt man, es dauert 10 Jahre bis er es kann. Mir wurde mal zu Beginn gesagt, beim Lehrer dauert es 5 Jahre (und anschließend geht das Lernen weiter sage ich). Ich las mal, 10 % der Referendare können es sofort, würden kein Referendariat benötigen, 10 % lernen es nie (und sollten abbrechen), der große Rest muss mehr oder weniger üben. Und dass du nicht zu den letzten 10 % gehörst, entnehme ich aus der Aussage

    Ich habe diesbezüglich auch mit meiner Seminarlehrerin geredet, welche mir sagte, dass ich hier schon richtig bin,

    Warum bist du strenger als sie? Alles was du oben genannt hast, ist erlernbar (und muss nicht sofort sitzen). Du gehörst genauso wie ich zu den 80 %. Wichtig ist

    Zwar mag ich die soziale Interaktion mit den Schülern sehr gerne (und in der Schulzeit mochte ich auch Mathe/Physik und Nachhilfe)

    Also halte durch, auch ich war im Referendariat zwischendurch sehr müde und ausgelaugt. (Anstrengend war auch noch das 1. Jahr danach ("Welpenschutz fällt weg", Erfahrung fehlt noch). Dann wurde es jedes Jahr besser und heute "liebe ich meinen Beruf".

    Mag sein, wenn jedoch nach Fragen der Gründe lediglich nur Schulterzucken bzw. auch von Eltern kommt und man dem Lehrer lieber unter die Nase reibt, dass man ja auch so viel lieber PC spielen würde.

    Für mich leider Realität. Richtiger Umgang ist da sehr wichtig, das stimmt, aber man kann nicht vom Lehrer verlangen, dass er bei jedem Kind auf langwierige Spurensuche geht. Es gibt auch noch andere Aufgaben zu erledigen.

    Es elegant wegzudiskutieren bringt da wenig. Sowohl Eltern als auch das Kind selbst müssen da gezielt mitarbeiten. Von nichts kommt nichts.

    Und das hast du alles im (kurzen) Praktikum begriffen? Oder sind es deine Vorurteile, die du bestätigt fühlst?

    Du wirst vermutlich in keinem Beruf glücklich, aber ich hoffe für die Kinder, dass du nicht Lehrerin wirst. (Ich gehe übrigens immer wieder auf Spurensuche. Zum Glück betrifft es wenige Kinder und Kollegen helfen. Mehr Zeit als Spurensuche kostet übrigens die Hilfe anschließend. Und ja, auch das gehört zum Beruf.)

    Hm, ein "auf ihrem Posten ausruhen" ist das in der Regel nicht. Es mag in Klasse 1 und 2 auch schon Kinder geben, die ganz bewusst blockieren. Aber in der Regel stecken da Probleme hinter.

    Ich würde die Jahrgänge weiter fassen. Selbst in der Unterstufe ist es selten bewusst.

    Und ggf. musst du als Lehrerin Sachen ins Rollen bringen,

    Genau das ist doch unser Beruf und mich auch motiviert. (Auch wenn das im anderen Thread Stockholmsyndrom genannt wurde.)

    beim lehrerberuf opfert man sich für andere auf, man muss dauernd seine eigenen bedürfnisse zurückstecken, dich ankreischen lassen, schüler zu etwas zwingen, worauf sie null bock haben... dass das jemand ohne geld oft machen würde, kann ich mir kaum vorstellen. anderen zu helfen finde ich auch erfüllend und ich möchte das regelmäßig tun, aber da wären bei mir eher freunde oder wirklich arme leute dran als die schüler (die in meiner schule ziemlich verwöhnt sind).

    es gibt schon hobbys, die man zum beruf machen kann, wo man selbst noch etwas dazulernt. aber der lehrerberuf ist mir für eine freizeitbeschäftigung einfach zu wenig hedonistisch, zu wenig ästhetisch und zu schmutzig, laut und zu unmöglichen zeiten. auch wenn es noch weitaus miesere berufe gibt.

    Also ich opfere mich nicht auf, angekrischen werde ich auch selten, es gibt unverschämte Eltern und Schüler, aber nur wenige (ein bis zwei Erlebnisse pro Jahr). Tatsächlich war ein Grund vor vielen Jahren von Gesamtschule auf Gymnasium zu wechseln, weil ich auch nicht dauernd Schüler zwingen möchte, etwas zu tun, worauf sie keine Lust haben. Aktuell habe ich keine Klasse, in der diese Einstellung bemerkbar herrscht. Selbst in meiner 8. und 9. Klasse wollen die meisten Mathe und Chemie verstehen, kommen freiwillig nach dem Unterricht, um nachzufragen. Viele unserer Schüler sind Migranten, sind die ersten in ihrer Familie, die ein Gymnasium besuchen. Ich freue mich, wenn ich (nach vielen Jahren) höre, dass ich dabei helfen konnte. Auf mindestens 4 hatte ich so großen Einfluss, dass sie Lehramt Mathe und Chemie studiert haben (3 sind bereits Lehrer). Noch mehr habe ich zum Chemiestudium gebracht (auch bereits Dank erhalten). Aber selbst wenn dies nicht der Fall wäre, ich mag tatsächlich den Chemieunterricht (und freue mich, dass die Freude weiter wandert).

    Tja, mein Hobby ist auch Lehrerin mit zum Glück interessierten Schülern. Ich habe noch andere Hobbys (und stelle immer wieder fest, dass sie meinen Beruf ergänzen).

    Mich hat niemand entführt, ich habe mich frei entschieden, hatte eine echte Wahl, weil zu meiner Zeit in Konstanz es noch Diplomstudiengänge waren.

    Ich brauche mich von euch (Stockholmsyndrom) nicht beschimpfen lassen. Mir wäre das Schmerzensgeld (Lehrer) zu gering, wenn ich meinen Beruf nicht lieben würde. Und ja das tue ich, auch wenn mir manches Detail nicht gefällt. Und ja, ich bin nicht allein, ich weiß von mehreren Kolleginnen, die genauso denken, die sich freuen, wenn die Schule wieder beginnt.

    Ich glaube nicht, dass ich an der Nase herumführe. Wozu sollte ich das tun? Welche Nutzen habe ich davon?

    Ich denke eher, dass Schulen denken, sie müssten gegenüber der Industrie mit Samthandschuhen angefasst werden bzw. erwarten es. Sobald sie mal mit etwas unangenehmen konfrontiert werden (Praktikanten sind für sie schon zu belastend), wird dies sofort als belastende Mehrarbeit aufgefasst ohne zu versuchen daraus mal irgendwas Schönes zu sehen.

    Manche müssen sich mit viel höherer Belastung tagtäglich

    Einige meiner Bekannten meinten auch: Das ist wirklich Jammern auf hohem Niveau! Leider haben sie dahingehend recht.

    Beschreibst du dich? Werde erwachsen (das meine ich mit verwöhnter Prinzessin auf der Erbse).

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