Beiträge von BaldPension

    tessmeer

    Hallo erstmal und herzlich willkommen in diesem Forum!

    So, wie Du das beschrieben hast, machst Du auf mich einen sehr patenten und engagierten Eindruck. Ein zentrales Wort ist bei Dir "allein". "Allein" in punkto Ausbildung. Gottseidank nicht im Zusammenhang mit Herablassung, Mobbing etc.

    Die Ausbildungssituation an den Schulen war bei uns schon vor Jahrzehnten auch sehr unterschiedlich. Ich war auch an einer Schule, wo es in dieser Hinsicht nicht so toll aussah.

    Du bist an mehr an Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten interessiert, was sehr löblich und unterstützenswert ist. Sprich einfach höflich und korrekt die Schulleitung darauf an. Wenn das nicht fruchtbringend sein sollte, würde ich versuchen die Schule zu wechseln, aber nur bei vorheriger gründlicher Recherche. Das sehe ich da anders als Quittengelee. Ob da ein paar Tratschtrutschtanten herumlästern oder nicht, ist völlig Hupe und für Deine Zukunft irrelevant.

    Auf der anderen Seite beklagst Du nicht, dass es Deiner Schule menschlich unterirdisch zugeht, was schon mal nicht schlecht ist. Es gibt da durchaus Schulen und Kollegien, wo da Luft nach oben ist. Also aushalten und im Rahmen Deiner Möglichkeiten das Beste machen, falls es mit dem Schulwechsel nicht klappt.

    Ich wünsche Dir bei Deinem Ansinnen viel Erfolg und bin sicher, dass Du das Referendariat gut meistern und ein guter Lehrer werden wirst!8)

    Ich war in meinen Anfängen, also im Ref., 24 und hätte mich nie getraut, Schulbehörden zu informieren.

    Bist Du nicht der Meinung, dass es schon sehr weit gekommen sein muss, wenn eine Refendarin sich traut, die Schulbehörde zu informieren? Meinst Du wirklich, dass man die unguten Zustände, wie die TE sie beschrieben hat, nicht weiter beachten sollte?

    Ich habe mir früher auch so vieles nicht getraut. War aber falsch.8)

    Es ist gut, dass ich nachher zum Urschreitherapeuten gehe, wenn ich nochmal Revue passieren lasse, wie man der TE größtenteils begegnet ist! Gewiss ist das nicht, dass mein Therapeut mich heute herunterbringen wird...Junge, Junge!

    Zu den letzen Äußerungen von Schmidtsage ich jetzt mal nichts...

    Bolzboldhat alles sehr treffend beschrieben. Darüberhinaus nehme ich dieses Forum auch so wahr, wie er es beschreibt. Ich wünschte, ich hätte nur halbwegs die Gabe, das so präzise und glasklar ausdrücken zu können, wie er es getan hat.

    Es ist meine persönliche Meinung und Eindruck, dass es jungen Menschen, besonders wenn sie verzweifelt sind, nicht unbedingt gut tut, wenn sie im hiesigen 'Pädagogischen Establishment' Rat suchen.8)

    Ich habe gerade versucht, in youtube etwas zu finden. Das, was ich gesehen habe, hat mich nicht angesprochen. Vielleicht verlinkst du einmal etwas, was du gut findest.

    Vielleicht mal in einer Waldorfschule reingucken, mit den Lehrern sprechen und hospitieren? Die haben auch Tage der Offenen Tür, Monatsfeste etc.

    Auf Youtube habe ich auch nichts dolles gefunden. Vor Ort mit Menschen ist immer besser.8)

    Außerdem klingen Melodien auf der Blockflöte schrecklich, wenn der Ansatz nicht richtig vermittelt bzw. kapiert wird. Ich halte auch aus diesem Grund die Blockflöte als Instrument im Musikunterricht für eine Gesamtklasse ungeeignet.

    Hast Du es mal mit Choroi-Flöten probiert? Die verschmelzen im Klangbild besser. Hör Dir da mal Waldorfklassen an. Da geht einem das Herz auf.8)

    Vielleicht solltest du auch dein eigenes, ich nenn es jetzt mal Auftreten, überdenken.

    Mmhh, ich weiß immer nicht, ob solche Ratschläge (Betonung auf "schläge"?) wirklich des Pudels Kern treffen.

    Aus dem Threadverlauf war mir zumindest klar, dass die TE, laut ihrer Beschreibung, sich in einem psychisch toxischen Umfeld befindet/befand.

    Und ja, solche Schulen/Kollegien gibt es. Hatte selbst vor einigen Jahrzehnten, direkt nach dem Referendariat den Vorhof der Hölle erlebt. Und ja, ich war fast am Boden...

    Zu Deinem Ratschlag "Auftreten": Das hängt zu einem großen Teil vom Umfeld ab. In einem toxischen Umfeld kann Deine Persönlichkeit/Auftreten schnell gebrochen werden. Du befindest Dich in einem Loch und siehst den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr...

    Die o.g Hölle habe ich nach ca. einem halben Jahr hingeklatscht, ohne eine andere Stelle in der Hand zu haben. Hatte mich schon damit abgefunden als philosophierender Taxifahrer oder Bierzapfer zu enden. Die Stellenaussichten waren vor ein paar Jahrzehnten mehr als rar.

    Und dann die Wende: Nach einem dreiviertel Jahr Arbeitslosigkeit doch wider Erwarten erfolgreiche Bewerbung an einer Realschule. Seit der ersten Sekunde an Sympathie und Wertschätzung erfahren, eine tolle Schulleitung, ein humorvolles Kollegium, meist umgängliche Schüler...Und ja, mein Auftreten hatte deshalb sehr bald eine Wandlung erfahren. Erst mit großen Selbstzweifeln angefangen. Dann nach ca. einem halben Jahr, ohne besondere Hilfe, hatte ich eine so kerzengrade bis nach hinten gebeugte Körperhaltung bekommen, dass ich nach hinten gefallen wäre, wenn ich auf einer Bananenschale ausgerutscht wäre. An dieser Schule bin ich alt geworden!

    Befremdlich finde ich hier, dass man der TE in der Weise Ratschläge gibt, dass sie im Prinzip selbst Schuld für dieses und jenes sei, aber die Rahmenbedingungen, in der sie sich, laut ihrer Beschreibung, befindet, gar nicht angeprangert werden. Oder habe ich da was übersehen?8)

    Du musst da raus!8)

    ..., aber bei komplexen Aufgaben kann jemand trotz falschem Endergebnis fast alle Punkte bekommen.

    Ist das die Erziehung in die richtige Richtung und wirklich lebensnah?

    Ich denke jetzt gerade an den Brückenbauingenieur, der statische Berechnungen anstellt. Der Rechenweg stimmt, aber das Endergebnis nicht so ganz. Ein Auto fährt drüber und die Brücke stürzt ein.8)

    Guten Morgen,

    ich würde gerne wissen, wie Musiklehrer an GS in Hessen das einschätzen:

    Der Flötenunterricht ist ab Klasse 3 an der hiesigen GS fest verankert. Einige Kinder bringen bereits musikalische Instrumenten Erfahrung mit (speziell Flötenunterricht, andere Instrumente). Andere Kinder kommen völlig ohne Erfahrung in den Blockflötenunterricht. Lehrerwechsel zu Beginn der 4. Klasse, in der 3. Klasse viel Ausfall, eine Stunde pro Woche wird geflötet. Es gibt Kinder die sich sehr schwer tun, die zu Hause keine Unterstützung erwarten können, denen es schwerfällt die gelesenen Noten in die richtige "Griffweise" umzusetzen. Grundsätzlich ist die Idee schön, m.E. hängt es an der Umsetzung. Es ist nicht genug Zeit um auf Kinder mit Problemen einzugehen. Kinder denen sich zu Hause nicht die Möglichkeit bietet Unterstützung zu erfahren (weil Eltern keine Zeit, kein Interesse oder auch einfach schlichtweg selbst keine Erfahrung haben) geraten damit automatisch ins Hintertreffen. Zumal der Flötenunterricht eine große Rolle bei der Musiknote spielt. Mich würde dazu die Meinung von Musiklehrern interessieren.

    Ich finde es erstmal ganz, ganz super, dass bei Euch so etwas stattfindet!

    Dass das Leistungsniveau für das Flötenspielen recht unterschiedlich ausfällt, liegt in der Natur der Sache. Ist beim Instrumentalspiel so. Nicht immer kann man das mit dem Elternhaus erklären. Individuelle Voraussetzungen wie Motorik, Melodie- und Rhytmusgefühl, Gehör spielen eine nicht unerhebliche Rolle.

    Als Lehrer würde ich immer für die schwächeren Schüler eine zweite, leichtere Stimme bereithalten. Am besten als pentatonische Begleitung. Das passt dann immer, auch wenn man sich verhaspelt.8)

    Mein Mann meinte neulich, dass es schon bemerkenswert sei, dass ausgerechnet Lehrkräfte so empfindlich auf Beurteilung reagieren würden, die ja selbst ständig mit Beurteilen zu tun haben.

    Gibt es Berufe und insbesondere Ausbildungen, in denen man nicht beurteilt wird?

    Naja, in jedem Beruf wird man nach Resultaten bewertet. Chef bewertet. Kunde bewertet.

    Aber im Lehrerberuf gibt es möglicherweise deswegen einen Argwohn und Verdruss gegen das Bewertwerden, weil das in subtiler Weise täglich in der Schulstube, dann seitens der Eltern, des Kollegiums, der Schulleitung...sowieso ständig passiert, auch wenn der Unterricht nicht direkt besucht wird.

    Ach ja, und die Gesellschaft bewertet ja auch ständig mit. Jeder, der atmen kann, fühlt sich als selbsternannter Experte ermächtigt und legitimiert, diesen und jenen Senf zum Thema/Schule beisteuern und die Lehrer "bewerten" zu müssen". In welchen anderen Berufen ist es so, dass sich jeder Hans und Franz nach Belieben einmischen kann? Wertschätzung erfahren die Lehrer in diesem Kontext des Meinungsmobs selten.

    Tja, irgendwie immer viel Bewertung, dass einem der Kopf schwirrt...Und wenn dann noch der Schulleiter plötzlich in den Unterricht reinschneit...8)

    Besser wäre es, wenn die Hospitation nicht als Kontrolle oder Strafe gesehen wird.

    Naja, wenn sie keine Kontrolle wäre, würde sie ja nicht stattfinden. Ich habe aber kein Problem mit dem Begriff Kontrolle. Und ja, in allen Bereichen des Lebens muss sie ja ab und zu sein. Bloß bekomme ich immer dann einen Föhn, wenn Kolleginnen und Kollegen dann noch den Begriff 'Augenhöhe' einspülen.

    Ich beziehe das jetzt nicht auf Deine Aussage, Sissymaus.

    Nein, es ist ein hierarchisches System und man sollte es klar benennen. Aber auch mit der Hierarchie habe ich an dieser Stelle kein Problem, wenn sie im Sinne der Förderung und Unterstützung von Menschen agiert.

    Ich kann es nicht beurteilen, was die Intention der plötzlichen Hospitation sein kann. Das plötzliche Erscheinen von drei Personen könnte man als erdrückend/druckmachend empfinden, auf der anderen Seite könnten gerade mehrere Personen unterschiedliche Perspektiven und Meinungen einbringen, die der Berufsanfängerin helfen könnten. Dass man bei dem Begriff 'Ratschlag' die Betonung nicht auf 'schlag' legen wird, setze ich mal voraus.

    Ich denke, Milli85 wird uns den Verlauf aus ihrer Perspektive erzählen, wenn sie es möchte. Wenn sie es nicht möchte, trifft es natürlich auf mein Verständnis und Akzeptanz.8)

    Professionalisiere dich. Du reagierst superangefasst und emotional auf Schüler sowie Schulleitung und agierst mit solchen "extra schwer"-Aktionen schlicht unprofessionell. So wird man in diesem Job an keiner Schule glücklich.

    In der Sache muss ich Dir Recht geben.

    Aber, bist Du der Meinung, dass Berufsanfänger wirklich optimal gecoached und psychologisch gut betreut werden? Oder ist die Lehrerausbildung nicht eher eine Selektionsmühle? Kann mich noch gut daran erinnern, dass in meinem Refendariat nach Unterrichtsbesuchen Heulkrämpfe von Referendarinnen öfter vorkamen. War das ok? Was war der Ertrag? Ich weiß nicht, wie es heute ist...

    Bin zur Zeit ein großer Freund des Ex-Ceo Dr. Michael Stoermer. Seine Ausführungen sind zwar auf die Freie Wirtschaft bezogen, finde aber, dass man daraus viel für das System Schule übertragen könnte, für Schulleiter, Seminar- und Fachleiter, aber auch für den Klassen- und Fachlehrer. Einfach, wie man als Führungskraft mit Menschen/Teams umgeht und sie motiviert.

    Ich hätte mir in der Lehrerausbildung Dr. Michael Stoermer gewünscht.8)

    Das hat nichts mit "Schlitzohr" zu tun. Mit schulrechtlich haltlosem Vorgehen übersteht man auch nicht die Jahre, sondern handelt sich - völlig zurecht - unnötigen Ärger ein. Für das Durchstehen empfehle ich daher eher eine frühzeitige Auseinandersetzung mit Schulrecht. Das gibt die notwendige Handlungssicherheit auch in schwierigeren Situationen.

    War doch ein Scherz! Ich würde jetzt eher Fuchs als Schlitzohr sagen.8)

    Milli85

    An Deiner Schule läuft einiges unrund, wie Du es beschreibst.

    Bei uns war es früher so, dass es zum guten Ton gehört hat, ca. eine Woche vorher Bescheid zu sagen.

    Rechtlich hin und her, ich weiß nicht, wie die Schulleitung es empfinden würde, wenn die Schulaufsicht "mal eben so spontan" in die Schule reingucken würde.

    Ich drücke Dir für die Hospitation beide Daumen!8)

    Niffi3108

    Für mich wäre es nicht normal, wenn man im Leben nicht mal einen Tiefpunkt hat und den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht.

    Mach Dir kein Kopfkino, ob Deine Fächer jetzt gefragt sind oder nicht. Das kann bald wieder anders aussehen und manchmal hat man auch Glück. Wenn nicht, kannst Du ja hinterher ein drittes Fach nachstudieren. Und Jobs, mit denen man sich dann finanziell über Wasser halten kann, gibt es an jeder Straßenecke.

    Mein persönliches Motto: "Löse die Probleme erst, wenn sie da sind! Also, lebe jetzt!"8)

    Das finde ich ... unprofessionell.

    Disclaimer: ja, natürlich gibt es sicherlich mal leichtere und mal schwierigere LK. Aber "dafür" eine extra schwere LK zu machen. Naja. (Abgesehen mal davon, dass du damit nicht nur die Schülerin bestrafst, sondern alle Schüler der Klasse.)

    Muss man als Lehrer nicht manchmal ein Schlitzohr sein, wenn man die Jahre durchstehen will?8)

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