Beiträge von BaldPension

    Du arroganter Wessi, ich arbeite seit Jahren Vollzeit, mit Kindern und finanziere den Job meines Mannes.

    Ich weiß, dass ich arrogant bin, sehr arrogant sogar! Liegt in meinen Genen.

    Nichtsdestotrotz ist es in unserem Kollegium Realität. Die betreffenden Kolleginnen beschreiben es ja selbst so. Warum soll ich dann hier was anderes erzählen?

    Lass dich doch von Elternschreck nicht so provozieren. :_o_)

    Wer ist 'Elternschreck'? 8)

    Manche User*innen hier scheinen wirklich die Zeit zurückdrehen zu wollen. Früher war alles besser, da hatten die Kinder und die Eltern keine Probleme, da hatte ja noch niemand ein Smartphone,...

    Dass früher alles (!) besser war, behauptet hier auch niemand. Aber, trotzdem erlaube ich mir zu kritisieren, was kritisiert werden muss. Liegt auch an meinem Alter, dass ich nicht mehr die Klappe halte. Bin nun mal kein Bückling.

    Vielleicht sollte man sich einfach mal darauf einlassen, dass sich "die Zeiten" geändert haben und auch wir als Lehrkräfte damit leben und umgehen müssen?!?

    Wer muss was und wer bestimmt darüber? Und mit welchem Recht?

    Sag ich jetzt mal, nachdem eine Kollegin von uns, mitte vierzig, ganz einfach gekündigt hat. Sie hatte einfach keine Lust mehr gehabt und sich selbständig gemacht. Dabei war sie eine gute und beliebte Lehrerin. Man darf nicht ängstlich sein.

    Aber, wenn Du als Lehrerin im Schulsystem weiterhin Dein Geld verdienen möchtest, musst Du natürlich mit der jetzigen Situaion umgehen. Mache ich ja auch noch, wie es in meiner Signatur unten steht.8)

    Ich habe 3 Kinder und immer 25/28 gearbeitet. Der Jüngste wurde gerade 18 und ich musste mich sehr anstrengen, dass die 3 Stunden Teilzeit für weitere 3 Jahre genehmigt wurden. Ich musste einen ärztlichen Bericht über den Gesundheitszustand meiner Mutter einreichen, um die ich mich kümmere und hatte echt Angst, dass es nicht genehmigt wird.

    Das würde ich kräftemäßig nicht hinbekommen und viele andere meiner Kolleginnen und Kollegen auch nicht.8)

    Such dir ein anderes Hobby oder nimm dir die Zeit dich noch einmal in die Lektüre des Grundgesetzes zu vertiefen und bring die darin ausgedrückten Werte in deinen Beiträgen zum Ausdruck.

    Warum, weil Dir meine Meinung nicht passt?

    Abgesehen davon habe ich genügend Hobbys. Mein Leben ist ja nicht nur Schule.8)

    Wenn in deinem Unterricht die SuS das Handy kurz vor dem Klingeln ungefragt und ohne deine ausdrückliche Erlaubnis herausholen, dann läuft in deinem Unterricht etwas falsch, das zu ändern du in der Hand hättest.

    Ich wundere mich, wie schnell Kollegen im Forum dem anderen Kollegen ganz schnell suggerieren wollen, dass bei ihnen etwas falsch läuft, wenn die Dinge so sind, wie sie sie selbst nicht nachvollziehen können. Aber, Lehrer ist nun mal Lehrer! Und manche bedienen das Klischee sehr gut.

    Wenn an deiner Schule kein Medienkonzept existiert, dass insbesondere Pausenzeiten und Pausenräume zu vorwiegend oder vollständig handyfreien Zonen macht, wenn es kein Pausenhofkonzept gibt, welches beispielsweise Bewegungspausen fördert, dann liegt es unter anderem an dir hieran etwas zu ändern und entsprechende Konzepte anzuregen, zu konzepieren und etablieren zu helfen.

    Hier ein Konzept, dort ein Konzept, Steuergruppen, Papier stapeln...Wir haben in Deutschland so viele Schulen und sooo viiiele Konzepte...Manchmal wird man bei so vielen Konzepten so orientierungslos, weil man gar nicht mehr weiß, was überhaupt konzipiert wurde. Und warum gerät unsere Gesellschaft trotzdem immer mehr aus dem Ruder? Müssten doch alle mal gefruchtet haben, die Konzepte.

    Die ganze Schule ist bei uns handyfrei. Die Schüler halten sich auch meistens daran. Was meist Du mit Pausenhofkonzept? Dass die Lehrer die Kinder zu Bewegungen animieren?

    Das Problem liegt nicht in der Schule oder an den Lehrern, sondern an den Lebensgewohnheiten und Nichterziehung der Kinder, auf die Schule null Einfluss hat.

    Wartet erstmal ab, wenn die ersten Kinder der Smartphone-Mütter, die selbst nur durch das Smartphone erzogen wurden, in Eure Schulstuben gelangen. Aber, Ihr habt ja Eure Konzepte!

    Die Motive dahinter maße ich mir nicht an zu be- oder zu verurteilen. Fakt ist aber, dass in der überwiegenden Mehrzahl der Kolleginnen ungefähr meiner Alterskohorte und mit Kindern es nun einmal so ist.

    Es geht auch gar nicht um das Be- oder Verurteilen. Aber, wenn man eine längere Zeit nicht in der Schule war, später für ein paar Unterrichtsstunden in der Woche wiederkommt und nur die Spitze vom Eisberg wahrnimmt, sieht man die Dinge nicht so kritisch, eher positiver. Für viele Lehrerinnenmütter ist es auch dann eine willkommene Abwechslung, mal wieder "unter Leute" zu kommen.

    Eine Kollegin, die nach der Mutterzeit wiedergekommen ist, meinte mal zu mir, dass ihr jetzt die Schule Spaß machen würde, weil sie bei ihren 12 Unterrichtsstunden endlich mal Zeit hätte, ihren Unterricht vernünftig vorzubereiten. Noch Fragen?8)

    Keine dieser vier Aussagen kann ich so bestätigen.

    Und kannst du mir bitte mal erklären, was du mit "verstrahlte Kinder durch Handysucht" meinst?

    Weil Du die Realität ausblendest?

    Zu den 'verstrahlten Kindern durch Handysucht':

    Ich denke, das wirst Du nicht nachvollziehen können, weil es bei Euch wahrscheinlich so viel anders ist als bei uns. Handysucht etc. werdet Ihr nicht kennen.

    Wenn ich frühmorgens zur Schule fahre, was sehe ich? Fast alle Kinder, die mit gebückter Haltung und Sicht auf das Handy Sehkraft und Daumen sehr intensiv trainieren. Der Straßenverkehr wird selbstverständlich nicht wahrgenommen, warum auch. Kommunikation der Kinder untereinander? Ja, aber dann über WhatsApp, selbst wenn der Mitschüler nur einen meter entfernt ist.

    Dann geht es weiter. Ich betrete die Pausenhalle, die Kinder sitzen und warten bis es zur ersten Stunde schellt.

    Dunsemal vor ein paar Jahrzehnten war es üblich, dass die Kinder sich in lebendiger Weise unterhalten haben, der ein oder andere hatte ein wenig herumgetobt. Egon hat der Herta an den Zöpfen gezogen, Herta hat gekreischt. Lehrer kam vorbei und hat Egon mit einem "Duddudu!" ermahnt, kindliches Lachen überall. Auch haben ein paar Lauser versucht, der ein oder anderen Lehrerin mit einem Papierflieger abzuwerfen, was oft nicht geklappt hat. Humoriger Ratschlag durch einen Physiklehrer , die Flieger aoerodynamischer zu bauen...Eine Atmosphäre kindlicher Heiterkeit, manchmal auch bei den Kollegen.

    Heutzutage? Es ist in der Pausenhalle seit einigen Jahren still geworden, gespenstisch still. Alle (!) Kinder auf das Handy starrend und irgendetwas am betrachten oder schreibend, oft auch mit Hatergruppen kommunizierend. Gespräche, Unterhaltungen, kindliches Toben und Necken? Oder sich kindliche Streiche für den nächsten Unterricht ausdenken? Oder mal eben schnell die Hausaufgabe für den nächsten Unterricht zusammenschmieren? Aber doch nicht im Digitalzeitalter!

    Bitte nicht missverstehen, ich mag Ruhe und Stille, aber, in der Pausenhalle würde ich mir entdigitalisierte Kindlichkeit wünschen.

    Wie geht es weiter in der Unterrichtsstunde? Wahrscheinlich, bedingt durch den digitalen Wahnsinn, eigentlich ruhiger als früher. Die Kinder scheinen durch den Handygebrauch irgendwie sediert. Na gut, einige nehmen ja auch Tabletten. Im ersten Moment erscheint es dann doch gar nicht so negativ zu sein. Früher herrschte mehr Lebendigkeit und auch öfter Unruhe.

    Erarbeiten des Unterrichtstoffs? Es fällt uns älteren Kollegen durchaus auf, dass die Konzentrationsspanne und Ausdauer, etwas zu erarbeiten, wesentlich kürzer ausfällt. Es fällt den Kindern heute sehr, sehr schwer, sich auf eine Sache zu fokussieren. Die Kinder sind es ja gewohnt, dass mit einem einzigen Handyknopfdruck alles beantwortet wird. Nachdenken, Gehirn trainieren? Wie altmodisch und rückständig! Ich kenne da gottseidank andere Zeiten!

    Ebenso ist es mit der Merkfähigkeit längst nicht mehr so gut bestellt. Mein Gott, wenn ich das mit den Schülern vor dreißig Jahren vergleiche. Was die Schüler heute alles so vergessen, unglaublich! Und das völlig ohne böse Absicht. Sie erfinden nicht mal eine Ausrede, sondern vergessen es wirklich. Nein, renitent sind unsere wirklich nicht. Sie nehmen vieles wahr, aber behalten nichts. Erinnert mich schon an Demenz. Ich denke an so eine Art digitale Demenz. Aber, im Sinne der Elektroniklobby, wird die Digitalisierung natürlich hochgejubelt und ein kritischer Austausch darüber in den Kollegien ist eher unerwünscht. Was passiert bei der Digitalisierung mit den Gehirnen/Denkfähigkeit der Kinder?

    Weiterer Tagesablauf: Handys sind in der Unterrichtszeit verboten, aaaber, ein paar Minuten vor dem Schlussgong? Alle (!) Kinder zücken kurz vor dem schellen ihr Handy aus der Tasche. Und dann, wenn es geschellt hat, Handys hochgefahren und sofort wieder intensives Augen- und Daumentraining. Straßenverkehr wird wieder nicht beachtet. Mich wundert es, dass ich Fränzchen und Berta noch nicht auf die Haube genommen habe. Und was sieht man an den Bushaltestellen, im Bus...zu Hause, in der Freizeit? Na...?

    Und bald kommt die Generation der Kinder in die Schulstube, deren Mütter selbst mit der Handysucht aufgewachsen sind.

    Beobachtet doch mal die Mütter, wenn sie mit einem kleinen Kind auf dem Schoß in der Straßenbahn/Bus fahren, mit was die sich beschäftigen. Fällt Euch das nicht auf? Nein, gesamtgesellschaftliche Handysucht, so etwas gibt es nicht, höchstens Einzelfälle!

    Wie viele Jahrzehnte bist du schon dabei?

    Alles in allem über dreißig Jahre.

    Die Lehrerinnen heutzutage steigen nach 12monatiger Elternzeit i.d.R. wieder ein, sind Klassenlehrerinnen mit wenig Ermäßigungszeit bis gar keiner und managen zusätzlich zu Hause in großen Teilen den Haushalt, die Kinder, kümmern sich ihre Eltern. Sie sind beruflich sehr engagiert, Mitglied der GEW, des BLLV oder einer anderen Lehrervereinigung. Sie machen viel Sport, unterstützen SL und Kollegen, pflegen eine gute Nachbarschaft.

    Sie fühlen sich gleichwertig mit ihren männlichen Kollegen, sogar überlegen, denn sie schaffen das alles, während die männlichen älteren Kollegen oft zu Hause eine weibliche Fee haben, die ihnen viele dieser Aufgaben abnimmt.

    'ne dumme Frage: Bei vollen 28-Wochenstunden? Und die durchgängig bis zur Pension? Ohne Burn-Out? Bei durchgängiger Gesundheit? Wenn ja, meine volle Bewunderung!

    Ich sehe meinen Beruf definitv sehr viel positiver als du, aber weder arbeite ich "sporadisch" noch bin ich verheiratet (und könnte von dem Geld meines Ehemannes leben) oder Mutter oder betrachte meine Arbeit als "Nebenverdienst".

    Das ist doch schön für Dich! Aber, Du meinst, dass alle das so sehen?

    Was findest du an meinem Post denn so verwirrend BaldPension ?

    Habe damit eher 'erstaunt' gemeint, dass Du da nichts von mitbekommst. Wird doch auch jeden Tag in den Medien darüber diskutiert. Auch die Eltern vor Ort klagen da so ihr Leid.

    Aber, Du bist wahrscheinlich schon in der Generation aufgewachsen, die keinen Vergleich mehr hat und das alles für normal hält.8)

    Ich finde es gut, dass Du darüber in realistischer und kritischer Weise nachdenkst! Deine o.g. Ängste/Befürchtungen sind nicht unbegründet.

    Das Fachliche wirst Du aus dem Ärmel schütteln können, aber ich fürchte, die Arbeit mit den heutigen Kindern und Eltern wird nicht so wirklich Deins sein, so wie Du Dich hier selbst darstellst.

    Es gibt nur ganz wenige Menschen, die für den Schuldienst geeignet sind. Für die meisten ist es mental zu anstrengend. Nicht umsonst machen zur Zeit die jungen Leute, die sonst früher unbekümmert Lehrer geworden wären, einen großen Bogen um den Lehrerberuf. Es hat sich herumgesprochen, dass der Lehrerberuf schwerer geworden ist.

    Früher war es so, dass wir von den "normalen" Menschen beneidet wurden, u.a. wegen den Ferien...Heute erntest Du eher Mitleid und Bedauern.

    [...]

    Wenn Du aber jahrzehntelang Deine 28 Wochenstunden, dazu kommen noch Korrekturen, Konferenzen, Elterngespräche etc., voll durchknechten musst, sieht das Ganze schon anders aus.

    Nicht umsont ist die Burnout-Rate unter den Lehrern sehr hoch. Etliche erreichen nicht die vollen Jahre bis zur Pension oder müssen sich oft für eine längere Zeit krankschreiben lassen, was allgemein bekannt ist.8)

    agritas

    Vieles wurde schon gesagt. Für denjenigen, der in punkto Karriere und Geld bescheiden ist, kann es vielleicht das Richtige sein.

    Dir muss klar sein, dass der Anteil der Erziehung, zulasten des Fachunterrichts, einen immer größeren Raum eingenommen hat. In allen Schularten hat der Anteil der problematischen und verhaltensauffälligen Kinder zugenommen. Immer mehr Eltern vergessen die Erziehung und schieben sie in die Institutionen ab. Und wenn es im Unterricht Konflikte gibt, bist Du dann der alleinige Schuldige. So ist unsere Gesellschaft heute unterwegs.

    Von Inklusion, verstrahlte Kinder durch Handysucht und insgesamt nachgelassener Leistungsbereitschaft habe ich noch nicht gesprochen.

    Das Ganze hat schon so groteske Züge angenommen, dass etliche Mütter sich bei unserem Schulleiter beschwert haben, dass wir Lehrer hätten ihre Kinder besser erziehen sollen. In der Coronazeit, als die Schulen geschlossen waren, hätten sich ihre Kinder zu Hause nicht gut benommen. Noch Fragen?

    Willst Du das alles und über Jahrzehnte hinaus? Bedenke auch, dass Eure Generation wahrscheinlich bis mitte siebzig arbeiten muss.

    Wenn Du das uneingeschränkt mit 'Ja' beantworten kannst, so egreife diesen Beruf! 8)

    Zu 1: Wie drückte es ein Bekannter aus, der vorzeitig in Pension gegangen ist, da er die Schn* voll hatte? Er bekommt zwar weniger Pension, dafür aber mehr Lebensqualität. Und seine Pension reicht ihm. Ihm macht es auch nix aus, dass er die paar Jahre Pension (mehr) hatte und nicht sein volles Gehalt. Er meinte, die gewonnene Lebensqualität gleiche das geringere Gehalt/ die geringere Pension aus. Er könne eh nix mit ins Grab nehmen.

    Zu 2. Na ... wenn das Leben doch endlich ist: Wie gesagt, du kannst mehr Lebensqualtität gewinnen :) Nutze die Zeit, die du mehr gewinnst. Nicht dass du noch stirbst BEVOR du in Pension gehst. Ok für Vater Staat vll. gut ... aber für dich und deine Nerven?

    Nutz die Zeit zum Reisen, zum Arbeiten im Garten, zum Verbringen eines wunderschönen Lebensabends :)

    Geld ist nicht alles :)

    Ist jetzt alles Off-Topic. Bitte da höflich um Nachsicht!

    Bin jetzt etwas verknarrzt, weil ich in den letzten Jahren intensiv darauf hingearbeitet habe, in einer Galaband engagiert zu werden. Man hätte mich jetzt engagiert. Wir wären auf Tournee gegangen, aber, Corona kam dazwischen. Hätte mich dafür beurlauben lassen und wäre dann in zweieinhalb Jahren in die Schule zu meinem Abschied gekommen.

    Nun muss ich doch noch für wieder für den Rest meiner Zeit in die Schulstube.8)

    Es ist auch ein interessanter Zusammenhang, wenngleich langsam OT, dass die Noten gefühlt immer besser, der Erziehungsaufwand innerhalb der Klassen gefühlt immer größer wird. Da scheint es leider eine gewisse Asymmetrie zu geben.

    Kompliment, dass Du schon als Anfänger die Realität erkennst! Und wie findest Du sie, wenn Du ehrlich bist?

    Und ich schließe mich humblebee an. Sollte ich kurz vor der Pension so reden wie du, gehe ich besser in den Vorruhestand. Sorry.

    Naja, wenn das liebe Geld nicht wäre!

    Ja, warum legt der Kollege sich nicht an den Strand?

    Seine Frau erträgt ihn nicht, weder zu Hause noch auf den Reisen. Und er hat auch keine Lust, mit dem Dackel spazieren zu gehen. Noch Fragen?

    Ich frage mich, was da bei dir passiert ist

    Nichts, aber ich habe noch was im Hinterkopf.

    statt vor allem deine Frustration hier auszukotzen

    Mich bitte nicht ärgern, sonst werde ich noch ganz, ganz schnell Schulminister! Ihr wisst, was das für Euch bedeutet?

    Genau!!! Du kannst mir ja in ca. 14 Jahren mal eine PN schreiben und dich nach meinem werten Befinden erkundigen, wenn ich dann bald Pensionärin bin. 8)

    Falls ich dann noch lebe! Einige Kollegen von uns sind kurz nach Pensionsbeginn gestorben. Ich sehe jetzt, dass das Leben endlich ist.8)

    In dem oben erwähnten Bildungsgang der BAV ist eine der zeitfressendsten Aufgaben nicht die fachliche Vermittlung auf dem Niveau einer Realschule, sondern die Heranführung an eine Berufsfähigkeit.

    Finde ich ja auch gut. Die Lehrherren beklagen ja sowieso immer häufiger, dass den Lehrlingen grundlegende Fertigkeiten in den Kulturtechniken fehlen. Das hat auch was mit zu wenig Zeit für den eigentlichen Fachunterricht zu tun.

    Wenn es in der Schule nachher nur noch darum geht, gesellschaftliche Probleme und individuelle Befindlichkeiten aufzuarbeiten, so fürchte ich, wird später etliches an Knowhow für Wirtschaft und Kultur fehlen. 8)

    So gut kann man alles auf Schule abwälzen!

    Und so erklärt es sich u.a., dass wir einen absoluten Lehrermangel haben. Unser Schulleiter ist froh, dass einige pensionierte Kollegen aushelfen. Ein Englischkollege wird im nächsten Jahr 71. Noch Fragen?

    Allein am Geld wird es nicht liegen. Bei uns bettelt man um jeden Seiteneinsteiger. Die meisten haben das aber wieder hingeschmissen. Zu anstrengend. Die Leute wollen Fachlehrer werden, aber sich nicht die Erziehungsaufgaben zuschieben lassen. Dafür müssen die Elternhäuser in die Pflicht genommen werden.

    'ne dumme Frage: Als Fachlehrer seid Ihr noch tätig? Kommt mir so vor, als wenn die fachspezifischen Inhalte immer mehr in den Hintergrund treten. Ist das nicht so?

    Bin mal gespannt, wie das in zehn Jahren aussehen wird

    Auch hier kann ich nur wieder hoffen, dass ich so kurz vor meiner Pension nicht derart desillusioniert, frustriert, demotiviert,... sein werde.

    Wir werden sehen! 8)

    Selbst wenn der Täter keine Strafe bekommt oder nur ein "Dududu", so merkt das Opfer, dass man hinter ihm steht.

    Aber das Opfer merkt auch, dass es danach noch heftiger verdroschen wird, weil nicht mehr als ein "Dududu" erfolgt ist. Die Täter wissen schon vorher, dass ihnen eigentlich nichts blüht.

    Seit Jahrzehnten nehme ich zumindest wahr, dass es seitens der Justiz eher einen Täter- als einen Opferschutz gibt, auch außerhalb von Schule.

    Soll sich die Justiz dann mit dem Täter befassen.

    Kommt dann immer darauf an, was dabei konkret herauskommt, dass sie von den Tätern ernst genommen wird. Meine Erfahrungen stärken meine Skepsis.

    Ich habe jedoch gehandelt. Ich habenicht weggesehen. Schauen zu viele weg, werden die Täter gestärkt, die Opfer geschwächt.

    Wir Lehrer schauen seit Jahrzehnten nicht weg!

    Aber manchmal habe ich das Gefühl dass unsere Politik/Gesellschaft auch das Hinschauen ausschließlich an die Lehrer deligiert.

    Das gesellschaftliche Ergebnis trotz 'Hinschauens': Zunehmende Spaltung und Radikalisierung der Gesellschaft, sei es links-, rechtsextremistisch, antisemitisch, salafistisch oder sonstwie stark nationalistisch orientiert, dazu noch soziale Verwahrlosung, Desinteresse an Erziehung, zunehmende Respektlosigkeit und Gewaltbereitschaft...Gesellschaftliche Zustände, die auch in die Schulstube transportiert werden. - Auf der anderen Seite Rotstiftpolitik bei sozialen Projekten, prekäre Arbeitsverhältnisse für Sozialarbeiter...

    Sorry, vom vielen Hinschauen wird mir ganz schön schummrig und bemerke, dass wir Lehrer da völlig überfordert und hilflos sind, weil wir da fast alleine gelassen werden.8)

    Kurzum: Wir werden nichts bewirken. 8)

    ...nur sind Kurdistan-Anhänger nicht verboten, gewalttätige Übergriffe irgendwelcher Leute, denen "das nicht gefällt" aber schon.

    Naja, nicht alles, was nicht gesetzlich verboten ist, trägt zum sozialen Frieden bei. Natürlich sind gewalttätige Übergriffe, und seien sie auch nur verbal, verboten. Aber, welche effektiven pädagogischen Instrumente stehen Dir als Lehrer zur Verfügung? Und mit diesen Instrumenten veränderst Du das Bewusstsein der betreffenden Schüler?

    Und wie gesagt... wenn sich Türken drüber aufregen wollen... hier nicht.

    Was meinst Du mit "hier"? In unseren Schulstuben? In unserem Land?

    Nein, auf den Grundkonflikt nicht, aber wenn sich im meinem Klassenzimmer Leute kloppen, weil ihre Eltern politische Ansichten haben, dann kann ich das schlecht übersehen würde ich sicher auf die Suche nach Lösungen für meinen Klassenraum gehen.

    Natürlich, Du bist für die Ruhe in Deinem Klassenraum zuständig. Da musst Du zeigen, dass Du der Chef bist und die Ruhe durchsetzt. Mit Kuschelpädagogik und Stuhlkreis, "Wie fühlst Du Dich?", wirst Du da nicht weiterkommen.

    Meinungsfreiheit schön und gut, aber auch in Deutschland muss man ggf. überlegen, ob einem die eigene Meinung oder die körperliche Unversehrtheit wichtiger ist, wie zuvor angedeutet.

    Ich denke, wer schon öfter krankenhausreif geschlagen wurde, wird den offensiven Gebrauch der Meinungsfreiheit noch einmal überdenken. Derjenige wird sich beim zweiten mal fragen, "Werde ich seitens der Polizei und Justiz ausreichend geschützt und gestärkt?"

    Und wieweit können wir als Lehrer überhaupt unsere Schüler schützen? In der Schulstube mag es noch gelingen. In den großen Pausen? Naja...Und nach der Schule um die nächste Straßenecke?

    Ich glaube, du kennst unsere Gesetze nicht.

    Polemik bringt uns nicht weiter!

    das heißt,

    1) du würdest / duldest Rassismus in deinem Klassenzimmer, zum Schutz der Opfer?
    2) du duldest Rassismus zu deinem eigenen Schutz?

    Als Duldung würde ich das nicht deuten.

    um es mal konkret auszudrücken:

    Würden solche verfassungsfeindlichen rassistischen Aktionen in meinem Dunstkreis, wozu auch mein Unterricht und meine Schule gehören, sich ereignen, kannst du davon ausgehen, dass der, der so wahnsinnig ist, das zu probieren, dafür Schwedenurlaub bekommt (oder gerne auch dauerhaften "Urlaub" außer Landes), dass ich keine Probleme habe, solche Leute zu "fixieren", bis die Uniformierten sie abholen, und wenn sie sich dagegen wehren oder mich gar anfreifen, dann freue ich mich sogar über ein wenig extra Training.

    Da bin ich ja ganz bei Dir!

    Aber, Dir ist bewusst, dass in Wirklichkeit keine spürbaren Konsequenzen erfolgen werden? Außer einem sozialpädagogisch verbrämten "Du, Du Du!" wird da nicht so viel folgen. Und wenn es ganz dumm läuft, müssen sich Polizei und Justiz wegen 'Racial Profiling' rechtfertigen. So läuft das heute!

    Und dann stehst Du als Pädagogin mit Deiner Meinungsfreiheit ganz alleine da.

    ja UND?

    Die, die den angegriffen haben, gehören nicht hierher.

    Deren Verhalten ist verfassungsfeindlich. Das ist ein Verbrechen. Und Ende.

    Am besten sollen die dahin ausgewandert werden, wo sie unter ihresgleichen sind. Und lebenslanges Einreiseverbot in die zivilisierte Welt.

    Uih, uih, uih! Ganz, ganz heißes Eisen!

    Natürlich ist das verfassungsfeindlich, aber Du bekommst es so nicht gelöst. Außerdem sind es Kinder/Jugendliche. Dann müsstest Du ja gegen die Community vorgehen, die den Kindern das seit Geburt an so eintrichtert. Willst Du das machen?

    Ich weiß, warum ich mich auf die Pension freue! Ich war immer gerne Fachlehrer, aber seit etlichen Jahren nehme ich doch wahr, dass Schule immer mehr zum gesellschaftlichen Fußabtreter degradiert wird. Alle möglichen Institutionen machen nichts, Politik sowieso nicht, aber Schule soll immer alles richten, auch die Probleme der ganzen Welt.

    Ich komme zu dem Ergebnis, dass ich es nicht kann.8)

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