Beiträge von TeachSmart

    Also fassen wir mal zusammen: Bürgergeldempfänger haben in 2 Jahren 25% mehr bekommen. Es gibt das gerichtlich festgelegte Abstandsgebot, daß der kleinste Beamte 15% mehr haben muß als ein Bürgergeldempfänger. Wenn der kleinste Beamte also vorher schon nur 15% mehr bekommen hat als ein Bürgergeldempfänger, dann muß auch seine Besoldung um 25% steigen, um den Abstand weiter einzuhalten.

    Du hast das Beispiel mit den 100€ Aufschlag für Bürgergeld und 100€ Aufschlag für Beamten nicht verstanden oder? 25% sind nicht 25%!

    Es ist immer eine Frage der Perspektive. Klar, könnte ich es auch nachvollziehen, dass angesichts der "Krisen" mal die ein oder andere Nullrunde kommt. Was wirklich zählt, ist aber das relative Einkommen ggü Beschäftigten in der "freien Wirtschaft". Da hat es in den letzten 20 Jahren überproportional stärkere Gehaltserhöhungen, Boni und Benefits (z.B. Homeoffice!) gegeben. Hinzu kommt, wenn ich bereits ein Haus habe, das fast abbezahlt ist oder ich das Glück hatte, vor einigen Jahren noch einen günstigen Kredit abzustauben oder als Vermieter von den stark gestiegenen Immobilienpreisen profitiere, ist meine Perspektive eine ganz andere. Als ich zur Schule ging, besaß fast jeder verbeamtete, alleinverdienende Lehrer ein eigenes Haus. Meine Bank würde mir heutzutage vielleicht eine Garage in der Stadt finanzieren, an Eigentum ist überhaupt nicht mehr zu denken. Das sind meine Kriterien und dazu müssten die Dienstbezüge noch deutlich über Inflation steigen. Es geht darum, generell unseren Beruf monetär aufzuwerten, damit man sich halt einen "bildungsbürgerlichen" Lebensstandard aufbauen kann. Wir haben schließlich Studium und zwei Staatsexamina. Die Schere zur "freien Wirtschaft" zeigt sich jeden Morgen, wenn ich mit meinem 20 Jahren alten Golf an den Elterntaxischlangen mit Porsche-SUV und Tesla entlang schleiche. Da fragt man sich halt schon, was da nicht stimmt...

    Mir geht es ganz genauso wie dir, wobei es bei mir so ist, dass ich 'glücklicherweise' noch ein kleines Haus kurz vor Corona gekauft habe, mich hier aber auf eine Rate festgelegt habe, die ich auch während der vergangenen und jetzigen Krise zahlen muss. Das restliche Geld geht für die Nebenkosten und Lebensmittel drauf. Ich arbeite seit 8 Jahren Vollzeit und es bleibt am Ende des Monats (ungelogen) nichts übrig. Ich habe mir schon mehrfach Geld geliehen, als zB mal etwas mit meiner Katze war oder das Auto repariert werden musste.

    Mein alter Opel Corsa stinkt auch gegen die SUVs ab.

    Das ist mir egal, doch was mich wirklich stört: Der Traum von einem 'unbeschwerten' Leben als verbeamteter Lehrer ist für viele geplatzt. Ich bin jetzt Anfang 30. Viele meiner Freund:innen sind im selben Alter und haben es ebenfalls alle satt. Wir studieren jahrelang, machen das Referendariat zig Kilometer entfernt vom Wohnort und es zahlt sich nicht aus. Zumindest vom Empfinden her.

    Natürlich geht es mir gut. Ich bin Hausbesitzer. Und ich verstehe auch die Argumentation von euch.

    Und trotzdem empfinde ich es als privilegiert, darüber zu sprechen, dass wir naiv seien, durch die zig Krisen nicht auch etwas vom Reallohn verlieren zu können.

    Wenn man sich auf FB oder Instagram all die Kommentare anschaut, sieht man, welche Meinung die Gesellschaft über den öD und die Beamten hat. Für mich ist es schwer zu ertragen, mit solchen Tarifergebnissen vertröstet zu werden und mir gleichzeitig immer wieder denselben Gulasch anhören zu müssen… Sorry ich drifte ab.

    Für mich ist klar: 'Hätte ich all das gewusst'… dann hätte ich einen anderen Job gewählt (und nein, das tue ich nicht, weil ich a) meinen Job wirklich gerne mache, und b) ich mein Haus abbezahlen muss, in der Hoffnung, dass der Lebensunterhalt nicht noch teurer wird)… im Urlaub war ich übrigens seit 1,5 Jahren nicht mehr ;)

    An der Stelle kommen halt die rechten Ideologien zum Tragen, die in der Abkehr von traditionellen Familien- und Geschlechterrollen Machtverluste befürchten. Deshalb geht es nur oberflächlich um angeblichen Schutz von Sprache etc. Für betroffene Schüler*innen/Menschen macht es sehr wohl einen Unterschied, ob man geschlechtergerecht adressiert. Es zeigt Menschen, dass sie explizit wertgeschätzt werden und das ist -besonders in Zeiten eines europaweiten Rechtsrucks mit entsprechenden, damit einhergehenden existentiellen Bedrohungen- ein Signal, dass ich Menschen gerne gebe, um ihnen meine Solidarität zuzusichern und um deutlich zu machen, dass ich zumindest bemüht bin, Menschen möglichst nicht zu verletzen oder zu diskriminieren.

    Danke! Besser hätte es nicht formuliert werden können.

    Es werden alle Einträge in den Gehaltstabellen um 200 € erhöht.
    Es ist somit keine ein- oder mehrmalige Sonderzahlung, sondern bleibt bis "immer" jeden Monat.

    Bedeutet das, dass einfach jede Stufe um 200€ erhöht wird? Brutto? Als Beispiel, wenn ich jetzt brutto 4100€ laut Tabelle hätte, hätte ich dann 4300€?

    Ich arbeite in der Grundschule und gendere in der mündlichen Sprache. Niemals würde ich das von jemandem verlangen. Aufgekommen war das Thema direkt zu Beginn des Schuljahres, da in den logo Kindernachrichten das Sternchen aufgetaucht war. Ich hatte die Klasse (Jg.4) im Sommer übernommen und daraufhin gesagt, dass es mir auch wichtig ist, es aber jeder selbst entscheiden kann. Für die Mädchen macht es oft einen Unterschied, ob wir den Klassensprecher und -Vertreter wählen oder eben den/die Klassensprecher:in :)

    Hat jemand schon einmal den Reallohnverlust für A12 er und drüber für die letzten zwei Jahre ausgerechnet?

    Ist schon beträchtlich.

    Das ist das, was mich so nervt. Ich arbeite in RLP, in einem der beiden Bundesländer, in denen noch nicht mal die Sicht auf eine Gleichstellung der Besoldung der Lehrämtler gegeben ist.

    Ich gönne jedem eine Steigerung des Gehaltes. Aber neben vielen anderen zu kritisierenden Rahmenbedingungen in unserem System finde ich es schon erstaunlich, dass wir so einen Reallohnverlust hinnehmen müssen. Gab es bei der Post nicht gleich 10,5% mehr bei einer Dauer von 1 Jahr? Bis mein Gehalt mit diesen Tarifen angepasst ist, leben wir schon 4 Jahre in Inflation.

    Ich bin einfach nur gefrustet :(

    Also ich wurde nun zum 01.02. versetzt. Offizielles Schreiben kam am 31.01. :D ("Melden Sie sich unverzüglich bei Ihrer neuen Dienststelle und Ihrem neuen Einsatzort" :pirat:) - In der Realität stand die Versetzung Mitte Dezember fest und man konnte die neue Schule vorab kennenlernen und alles weitere klären.

    Vermutlich dauert es also, rechne damit, dass es locker Juni wird...

    Fühle total mit dir. Bin aktuell in einer ähnlichen Situation.

    Wichtig: Sprich mit der Klassenleitung. Nach Möglichkeit unbedingt die Sitzordnung ändern (keine Gruppentische), im Zweifel Tische so an die Wand, dass die Kinder mit dem Gesicht zur Wand sitzen. Möglichst viele Dinge einschränken, was Ablenkung oder Unterhaltungsmöglichkeiten angeht.

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