Ich mache das in Ausnahmefällen so. Wenn (letzte Woche so passiert) einer von 17 SuS die erwartete Antwort gibt und alle anderen meilenweit davon weg sind, den Eindruck zu erwecken, sie hätten die Frage korrekt verstanden, dann habe ich offensichtlich einen Fehler gemacht. Den korrigiere ich en suite und gebe ihn sofort zu. Jedem gegenüber, der danach fragt.
Ein "beim Korrigieren allenfalls modifizierter Erwartungshorizont" ist exakt das, was ich dann mache und auch so beschrieben habe.
"Wenn die Schüler nicht einen Interpretationsaufsatz schreiben müssen:" So etwas gibt es bei mir nicht. Der Operator "Interpretieren" findet in meinen Fächern (bisher) nicht statt. Gleichwohl mache ich es exakt so, wie Friesin es beschreibt: Ich korrigiere erst Antwort 1 bei allen SuS, dann Antwort 2 usw.
Die SuS nehmen wahr, dass ich während der Stunde bereits korrigiere. Sie nehmen auch wahr, dass ich das gemäß fifo mache: in der Reihenfolge der Abgaben. Da fühlt sich niemand komisch oder denkt sich sonstwas, was für ein Zeichen das sein könnte.
Wie soll mich das denn bitte erpressbar machen? Ich habe für jede Unterrichtsstunde notiert, was ich unterrichtet habe, und das steht auch so im Klassenbuch. Echt jetzt? Ich bin der letzte, der versäumte Lernleistung per "Darf ich bitte eine Zusatzleistung bringen" belohnt. Meine SL kennt die Schülerschaft - für Drückeberger gibt es kein Pardon.
Ich lasse mich nicht drängeln. Keine Ahnung, wie der Eindruck entstanden sein könnte, dass dem so wäre. Ich lebe nach dem Prinzip, dass ich alle anfallenden Aufgaben so schnell und effizient wie möglich erledige. Bei mir gibt es keine Aktenberge oder wochenlanges Warten auf Klausurrückgabe.
Wenn von 17 SuS 12 während der Klausur da sind, dann ist Klausuraufsicht anders als bei 30 anwesenden SuS. Ich habe Klassen, da sind sechs Schüler drin.
Ich habe als LK an einer berufsbildenden Schule, Lerngruppen, die sind nur ein Jahr da und wollen in dieser kurzen Zeit die allgemeine Hochschulreife erlangen und dabei auch noch auf Klassenfahrt (Amsterdam dieses Jahr, und sie haben mich gefragt, ob ich mitfahren möchte!
)gehen. Da muss man jederzeit bereit sein, pragmatische Lösungen zu finden.