Beiträge von Quittengelee

    Der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund liegt in BW bei über 30 %, während er in Sachsen nur 10-15% beträgt. Daher könnte man vermuten, dass in BW noch viel mehr Menschen die AfD wählen würden. War die AfD in Sachsen nicht bei 38,5%?

    Nein, bei 27,5%. Was du meinst ist wahrscheinlich in Schwaben :/

    Und die Hauptgründe für die Wahl sind generelle Unzufriedenheit mit sich und der Welt. Die Skepsis hat schon auch mit der Sozialisation zu tun, fürchte ich. Mangelndes Vertrauen in Demokratie und Presse, queerem Leben... Wird nicht anders sein bei den Spätaussiedlern. Traurig auf alle Fälle.

    CSU und Freie Wähler mit Rechtsextremen gleichzusetzen halte ich für nicht in Ordnung. Demokraten sollten nicht andere Demokraten verunglimpfen.

    Ich sage nur Aiwanger.

    Ich finde es schlimm, wie leicht es sich "der Westen" macht, während die AfD 152 Sitze im Bundestag hat. Die Sachsen-Anhalter finden sich genau so wenig extrem wie die extrem rechtskonservativen in Bayern, da gibt's halt bloß keine alteingesessene Alternative.

    Nein. Du spekuliert schon wieder bzw. versuchst mir weiter zu sagen, was ich denke.

    Es gibt hier halt vier große Gruppen, die teilweise zu 50 % und mehr AfD wählen.

    Na dann erkläre doch, inwiefern das relevant ist. Baden-Württemberg hat kein Problem mit Rechtsextremismus, weil die AfD-Wählenden bestimmte Gruppen sind und zwar andere Gruppen als die Wählerinnen und Wähler in Ostdeutschland, die ein ganz massives Problem mit Rechtsextremismus haben?

    Ich ignoriere dich.

    Mach das. Geht übrigens auch ohne das letzte Wort zu haben, wenn man eigentlich gar nichts mehr sagen wollte.

    Und dazu:

    ...und ertappe mich manchmal beim Gedanken bei Russlanddeutschen, die es heute noch betonen, sonst wüsste ich es ha nicht, wenn sie über Migranten schimpfen, ihr wart auch Migranten und kamt zum großen Teil nur aus finanziellen Gründen.

    ...

    "Russlanddeutsche" sind deutsche Staatsbürger*innen. Aus welchen Gründen auch immer sie rechts wählen, sie sind Baden-Württemberger*innen wie du und jeder andere Wähler. Du kannst sie nicht einfach gedanklich ausgemeinden als nicht richtig dazu gehörend. Abgesehen von der Konnotation, die die Sichtweise hat (ertappen, du schreibst es selbst), ist es doch wieder eine Verharmlosung, "ohne die hätten wir nicht so ein blaues Ergebnis." Doch, habt ihr aber, alle zusammen habt ihr dieses Wahlergebnis.

    Quittengelee, du interpretiert mal wieder Dinge, die bzgl. mich absolut nicht stimmen.

    Ich interpretiere nicht, ich kritisiere die Verhältnismäßigkeit in deiner Argumentation. In Baden-Württemberg wird zu viel rechts gewählt, knapp eine Million Wahlberechtigte!

    Und wenn du in Sachsen (anteilig, nicht absolut) noch mehr AfD-Wählende findest, dann macht das nichts besser für die Wahlergebnisse in anderen Bundesländern. Rassismus ist in Baden-Württemberg nicht besser als in Sachsen, weil "jemand widerspricht". Woanders wird auch "widersprochen", es wird trotzdem zu viel rechtsextrem gewählt.

    Das sollte unverharmlost stehen bleiben dürfen.

    Kris24 , dann liefere doch mal abseits von der durchaus üblen (!) Erfahrung einer einzelnen Person Zahlen, inwiefern nennenswert rassistische Erfahrungen im Gegensatz zu Standortvorteilen Firmen zur Ansiedlung in Baden-Württemberg über die letzten Jahrzehnte beigetragen haben.

    - inwieweit kann und konnte Baden-Württemberg im Gegensatz zu Sachsen oder Sachsen-Anhalt in Forschung und Entwicklung investieren?

    - inwiefern macht es für einen Betrieb einen Unterschied, dass in einer Region Mercedes-Benz, Porsche, Bosch, SAP, Trumpf sowie hochspezialisierte Mittelständler bereits Infrastruktur für Zulieferer und Abnehmer bieten?

    - Inwiefern macht es für einen Betrieb keinen Unterschied, dass das BIP pro Kopf etwa doppelt so hoch ist wie in ostdeutschen Ländern und das Wirtschaftswachstum höher als in allen ostdeutschen Ländern?

    - Inwiefern kannst du mit Zahlen oder Zitaten nachweisen, dass Rassismus in Sachsen im Vergleich zu Rassismus in Baden-Württemberg Entscheidungen von Unternehmen für Baden-Württemberg begünstigten, ohne alle anderen Faktoren wie bereits vorhandenes, hochspezialisiertes Fachpersonal zu berücksichtigen?

    Jede Kleinstadt mit circa 10.000 Einwohnern hat im Durchschnitt eine weiterführende Schule. Bedeutet, es bräuchte 8.000 bis 9.000 der von dir beschriebenen Schulen bundesweit. Da sind sicher gute Ansätze vorhanden - dann denke ich jedoch an die Beschreibung von Kris24s Schule, die ja bundesweit auch kein Einzelfall ist, und mir wird schnell klar: Mit Ausnahme von ein paar Modellschulen in wirtschaftlich starken Gegenden dürfte das flächendeckend eher nicht die nächsten 10 Jahre zum realistischen Vorhaben werden.

    Pragmatisch wird zumindest die nächsten 10 Jahre die Frage sein: Wollen wir im Zweifel lieber die sonderpädagogischen Förderzentren mit im Schnitt (Ich weiß, dass es auch solche und solche Förderzentren gibt.) besserer personeller und räumlicher Ausstattung sowie besonders geschultem Personal, oder dass in der Regelschule einfach ein weiterer Stuhl dazugestellt wird, die Regelschullehrkraft das nötigste sonderpädagogische Fachwissen irgendwie nebenbei aneignet und eventuell mal alle paar Wochen eine sonderpädagogische Lehrkraft kurz vorbeischaut oder (wie hier auch schon beschrieben) Mails mit Handlungsanweisungen verschickt?

    Wollen wir, in einem der reichsten Länder der Welt lebend, die teuersten Schulen der Welt bauen, um Kinder mit Behinderung in eigenen Gebäuden ausschließlich mit Kindern derselben Art von Behinderung zu beschulen? Oder wollen wir Schulen generell so ausstatten, dass sie in der Lage sind, Jugendliche zum Abschluss zu führen, so wie es weltweit Schulen ganz offenbar gelingt?

    Framing können wir alle.

    Pragmatische Betrachtung: Die derzeit stimmenmäßig zwei größten Parteien in Deutschland positionieren sich eindeutig pro sonderpädagogischer Förderzentren.

    ...

    Ach daher weht der Wind. Na wenn die volksverhetzende, gesichert rechtsextreme Partei irgendwas behauptet, dann bist du natürlich plötzlich ganz pragmatisch vorne dabei.

    Ich erlebe Kris24 eigentlich nicht so, dass sie Rechte verharmlosen würde.

    Ich empfinde das so, doch. Es ist nicht das erste Mal, dass nach Wahlen darauf beharrt wird, dass die AfD in der Schwäbischen Alb ja nicht so schlimm ist wie in Chemnitz.

    Und Rassismus und Rechtsxtremismus mag einen Standort für Unternehmen unattraktiver machen, ebenso führt aber umgekehrt die Dichte von Weltmarktführern und Zuliefererbetrieben zur Ansiedlung weiterer Betriebe -> Ba-Wü, NRW sicher genauso.

    Die ostdeutschen Bundesländer wurden mies hinters Ohr gehauen nach der Wende, viele Menschen sind abgewandert usw., das ist alles bekannt. So zu tun, als ob ein reiches Bundesland dieselben Probleme hat wie ein seit Jahrzehnten strukturschwaches ärgert mich, das ist ignorant.

    Das ist nicht nur Kris' Darstellung, sondern es wird in der öffentlichen Wahrnehmung vielfach wiederholt und trägt zu Vorurteilen bei.

    ...

    Ich fürchte, dass die Wahl der AfD im Osten den Niedergang noch beschleunigt. Schon vor 20 Jahren hat ein amerikanischer Betrieb sich für meine Nachbarstadt in Baden-Württemberg entschieden statt für billiges Bauland im Osten, weil sie ihren leitenden farbigen Angestellten aus den USA nicht den Rassismus aussetzen wollten. Hier wird zwar auch manchmal rassistisch sich geäußert, aber bisher immer deutlich widersprochen. An meiner Schule spielt es zum Glück keine Rolle. Unser Schülersprecher ist farbig, in jeder Klasse gibt es mehrere völlig integriert.

    Ich fürchte, dass deine Verharmlosung Sinnbild für die Verharmlosung der Rechten insgesamt ist. In Baden-Württemberg haben 18,8% eine Rechtsextreme Partei gewählt. Früher waren es NPD und REP, in Bayern sind es Freie Wähler und CSU.

    Es ist ja auch relativ egal, ob das Anthroposophen sind oder enttäuschte SPD-Wähler oder Menschen mit Abstiegsangst, Fakt ist, dass es 1/5 der Menschen voll okay findet, rechtsextrem zu wählen.

    Informiere dich über aktuelle Daten.

    Ich habe über die Stadt und Einnahmen dieser geschrieben, nicht über ihre Einwohner.

    Und die Angestellten der Autoindustrie haben aktuell noch Jobgarantie bis 27, 28 oder 29. Danach werden sehr viele entlassen und das erzeugt Angst.

    Was denn nun, geht's dir um einzelne Einwohner oder nicht? Da widersprichst du dir selbst.

    Mir geht's auf alle Fälle um strukturelle, flächendeckende Probleme, die seit Jahrzehnten bestehen und da ist Baden-Württemberg ganz sicher nicht mit ostdeutschen Bundesländern zu vergleichen.

    Edit: mich hat's immer abgenervt, wenn Ossis nur ihren Blick auf die Dinge haben, alle Wessis für verweichlichte Erben halten, die nichts auszustehen haben. Aber ich muss sagen, es ist in der Summe eben was dran. Auch wenn Porsche irgendwann mal weniger Umsatz machen sollte, die sichern sich ihre Pfründe schon, da brauchen wir uns keine Sorgen zu machen.

    Die Entenleber-Story ist halt leider genau das, was das Bild verfestigt.

    Das stimmte bis vor einem Jahr, Jobverlust und Abstiegsängste sind seitdem bei sehr vielen Baden-Württemberger auch bekannt. Allerdings betrifft es hier Familien, Männerüberschuss gibt es hier nicht. Du vergisst, dass wir Autoland sind. Und zusätzlich zu Mercedes und Porsche hier sehr viele Autozulieferer zuhause sind. Alle haben sehr gut bezahlt und lokal die Wirtschaft unterstützt. Daher werden auch weniger Immobilien aktuell verkauft. Stuttgart ist absolut pleite, streicht sogar Schulbegleiter an Schulen und das Feuerwerk zu Sylvester (neben vielem anderen).

    "Stuttgart ist pleite" ist lächerlich, wirklich. Sieht man das BIP pro Kopf, Einnahmen usw. gehört Baden-Württemberg nach wie vor zu den reichsten Ländern. Und selbst Sachsen ist da noch im Mittelfeld.

    Verglichen mit Sachsen-Anhalt und Brandenburg geht es den süddeutschen Bundesländern schlicht und ergreifend wie im Schlaraffenland.

    Ich bin mir nicht so sicher wie ihr wie ich das finden soll. Wenn FDP und Linke eingezogen wären, wären die 18% der AfD weniger Sitze.

    Auch das "taktische Wählen" führt letztlich zu zwei großen Parteien und wenig Vielfalt. Ich verstehe es, am Ende nimmt man das geringere Übel, aber grundsätzlich würde ich mir sogar eine funktionierende FDP wünschen. Irgendwas Fortschrittliches wäre famos, Ideen, die nicht nur sinnlos am Verbrenner kleben. Aber in jedem Falle wieder weg von dem Trend zum Zwei-Parteien-System.

    Ich kenne sehr viele SPD-Wähler, die jetzt zum 2. Mal bewusst grün gewählt haben, um CDU-Führung zu verhindern. Ich habe aus denselben Gründen vor langer Zeit auch schon SPD gewählt. Taktisches Wählen war hier gefragt, ich hatte sogar Sorge, dass sie unter 5 % landet.

    Genauso hat die CDU einige Prozente von AfD und FDP gewonnen. Die Zweitstimmenkampagne der FDP verfing nicht.

    Ich wohne übrigens in einer Arbeiterstadt und es gibt einige in Baden-Württemberg. Leider ist hier häufig die AfD die stärkste Kraft.

    Aber es stimmt schon, historisch wurde hier immer CDU gewählt, SPD schaffte es in der Vergangenheit immer nur in einzelnen Städten. Dabei mochte ich Stoch, er war mal Kultusminister und kam in die Schulen, um sich zu informieren, das habe ich bei keinem anderen je erlebt.

    Eben, offenbar wählen alle links der Mitte grün, der Rest ist rechts-konservativ oder rechtsextrem.

    Denkt dran, wenn mal wieder Wahlen im Osten sind. Baden-Württemberg und Bayern haben ebensoviele rechte Wähler*innen, wahrscheinlich nur nicht dieselben Abstiegsängste der 'männlichen Mitte'. Eigentum und Job in Verwaltung, Versicherung, Immobilien ist ihnen grundsätzlich sicher.

    Ich finde es traurig, dass es die SPD nicht geschafft hat, eine vernünftige Kandidatur auf die Beine zu stellen. Aber wahrscheinlich gibt's in Baden-Württemberg sowieso keine nennenswerte Arbeiterschaft, die sich für bezahlbaren Mietwohnraum etc. einsetzen würde.

    Wie wäre es, den Besitz von Balkonkraftwerken zu vereinfachen? Die Dinger sind weder einfach noch günstig zu bekommen, Vermieter müssen zustimmen, unnötig besondere Steckdosen eingebaut werden...

    Witzig übrigens, dass die größten Grünen-Basher plötzlich PV-Anlagen-Tips für ein Machtwort halten. Aber wer weiß, vielleicht passieren noch Wunder und selbst die Konservativsten stellen fest, dass Benz-Diesel und Russisch-Gas keine Zukunft haben. Die Idee muss aber natürlich von einem weißen alten Mann verbreitet werden, sonst wird's nix. Keinesfalls darf eine Frau oder ein Grünen-Politiker das Offensichtliche aussprechen.

    https://www.instagram.com/reel/DVi6XC0Dt…zVmdmd5Mnd5YQ==

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