Beiträge von Ragnar Danneskjoeld
-
-
Wer eher CDU-affin ist, wird sich vermutlich beim VBE oder Philologenverband heimisch fühlen, die dem Status Quo des Vierklassen-Bildungssystems huldigen.
Ich höre das immer wieder, aber kann das basierend auf meiner Verbandsarbeit nicht bestätigen, beim Vorstand ist das etwas anders. Auch bei mir an der Schule gibt es alles - von linksökologischer Birkenstockträgerin bis hin zum Unteroffizier der Reserve.
-
Ich spreche Berufsanfänger an meiner Schule regelmäßig in meiner Funktion als Schulvertreter vom Philologenverband an. Gerade in rechtlichen Fragen, aber eben auch versicherungstechnisch ist die Mitgliedschaft durchaus sinnvoll, zumal die Beiträge ja bei der Steuer verrechnet werden. Ich bekomme dann gelegentlich zu hören, dass sie das nicht brauchen. Dann sage ich ihnen, dass ich ohne Rechtsbeistand mein Referendariat hätte verlängern müssen, was für mich mehrere tausend Euro Einkommensverlust bedeutet hätte. Und wenn sie dann sagen, dass sie den Philologenverband nicht mögen, entgegne ich: Dann geh eben zur GEW. Es ist nie verkehrt, sich zu organisieren, um gemeinsame Interessen durchzusetzen. Können die Verbände hexen, was Versetzungen oder Lohnerhöhungen betrifft? Nein. Aber wenn sie das könnten, müsste man definitiv mehr bezahlen.
-
-
Mit zwei Fächern, die relativ arbeitsmarktinkompatibel sind, war Lehramt eine logisch Wahl, v.a. wenn man gerne mit Menschen arbeitet. Auch wenn ich die Wahl heute nicht mehr so treffen würde.
-
Du bist ja dann auch vor 20 Jahren mit dem Studium fertig geworden und hast nicht angefangen.
Doch. Ich hatte sofort eine Stelle.
-
Das wirkt nur so. Dass junge Erwachsene wenige Jahre nach Berufsstart Eltern werden können, ist genauso wenig überraschend wie der Umstand, dass sie dann näher bei ihrer Familie sein möchten. Dass aber jemand Kinder nur deswegen bekommt, um versetzt zu werden, halte ich für einen Mythos.
Das habe ich auch nicht behauptet. Bei einigen hat es aber die Motivation zur Familiengründung beschleunigt. Meine erste Schule war relativ weitab vom Schuss und schlecht geführt. Die Liste der Versetzungsanträge war lang, die Schulleitung hat mehreren Kollegen die Freigabe verweigert. Einige haben der Schulleitung auf den Kopf zugesagt: wenn sie keine Freigabe erhalten, werden sie die Elternzeit zum für die Schule ungünstigsten Zeitpunkt antreten. Die Schulleitung hatte dann nachgegeben.
-
Ich kenne etliche Lehrkräfte an verschiedenen Schulformen, die täglich 80 km einfach pendeln und hoffen, dass sie, nach den 5 Jahren, die sie bleiben müssen, endlich versetzt werden. Dieser 5Jahreszwang sagt ja schon alles.
Die kenne ich auch. Nicht wenige treten die "Flucht vorwärts" in die Elternschaft an.
-
Die nächsten 6 Jahre wird es zumindest in BW am Gymnasium sicher keinen Lehrermangel geben.
---und in sechs Jahren wird dann jeder genommen, der eine Kreide halten kann.
Das ist aber seit langem bekannt, mindestens seit der Zeit meines Studiums (eher länger), dass Gymnasiallehramt - mit Ausnahme einzelner Fächer - deutlich überbelegt ist. Das ist nicht nur die Rückkehr zu G9. Wer es in den letzten 20 Jahren studiert hat, hat das in diesem Wissen getan.
Das entspricht nicht ganz meiner Wahrnehmung (Erstes Examen 2005). Damals und in den Folgejahren konnten wir uns - auch jenseits der Mangelfächer - unsere Stellen quasi aussuchen: eine Kollegin wollte nach Heidelberg und konnte ein Angebot aus Mannheim bedenkenlos ausschlagen, andere hatten bereits vor der ersten Lehrprobe eine Stellenzusage. Das hat dann erst ab 2010/12 nachgelassen, mit einigen kuriosen Ausschlägen bei der Nachfrage.
-
Im Beamtenstatus versetzt dich dein Arbeitgeber an eine Schule im nahen Umfeld - und er ist dazu verpflichtet, weil sich das aus dem gegenseitigen Dienst- und Treueverhältnis ergibt.
Im Ideal- und Regelfall ja. Leider gibt es da Bundesländer, da schaut's anders aus. (#nrw)
-
Abgesehen davon, dass die Anpassungsstörung nur 6 Monate diagnostiziert werden kann und du damit wieder mal bewiesen hast, dass andere keine Ahnung haben, wer warum wie lange fehlt: dass der Beamte im Vergleich zum Hairstylisten ein privilegiertes Beschäftigungsverhältnis hat, sollte klar sein. Der Hairstylist würde nach 6 Wochen Krankengeld bekommen und irgendwann seinen Job verlieren.
Ruhig, Braune*r.
Ansonsten verweise ich auf Beitrag 137, in dem ich - denke ich - ziemlich deutlich mache, dass ich um die Besonderheiten in unserem Arbeitsverhältnis verdammt genau weiß. Trotzdem haben wir einen "normalen" Beruf hinsichtlich der Tätigkeit. So war mein Hinweis zu verstehen gewesen.
Und was die Anpassungsstörungen betrifft: die können per Attest verlängert werden. Geht problemlos. Warum ich das weiß? Weil ich mit den Fällen als Personalrat vertraut war.
Und jetzt darfst du gerne wieder über andere Stöckchen springen, ja?
-
Ich habe es oben schon geschrieben: In dieser Hinsicht haben wir keinen normalen Beruf. Wir sind in einem Dienstverhältnis, bei dem Loyalität gegenüber dem Dienstherr, aber eben auch die Fürsorgepflicht des Dienstherrn nochmal deutlich höher gehängt sind als in einem normalen Beschäftigungsverhältnis. Beide Seiten, sowohl der Dienstherr als auch die Beamten, erkaufen sich die Privilegien, die damit einher gehen, teuer.
Genau das hatte ich ja im Beitrag 137 geschrieben. Daher volle Zustimmung.
-
Und du glaubst in einem normalen Beruf wäre das auch so gewesen?
Also ich finde, dass ich einen ziemlich normalen Beruf habe. Auch nicht absurder als Plant Manager, Hair Stylist oder Payroll Executive.
-
Bist du sicher, dass das so stimmt?
Bei uns würde das wahrscheinlich als Beurlaubung ohne Bezüge laufen.
Für mich klingt das plausibel. Ich habe mehrfach erlebt, dass ein Kollege wegen Todesfalls im engsten Familienkreis ein Jahr mit vollen Bezügen ausgesetzt hat. Der Amtsarzt hat eine Anpassungsstörung diagnostiziert, den voraussichtlichen Wiederantritt zum Dienst prognostiziert und das war es dann auch.
-
Warum sollte er bei so langem Ausfall mehr Geld bekommen als ein Bürgergeldempfänger?
Weil er auf die Fürsorgepflicht des Dienstherren bauen kann. Des gleichen Dienstherren übrigens, der ihm Streik und Teilzeit verbieten sowie Abordnungen nach Gutsherrenart und Mehrarbeit anordnen kann. Der Herr gibt, der Herr nimmt.
-
Es gibt doch einen Mittelweg zwischen "denunzieren" und "Vogel Strauß".
Ich würde einfach mal bei der SL fragen, ob du das Gleiche im Rahmen eines fiktiven Projektes machen kannst wie der Kollege und ob du da irgendwas beachten musst, z.B. welcher Eintrag im Klassenbuch erfolgen soll. Dabei nennst du nicht den Namen, sondern sagst, du hättest das so von ein, zwei Kollegen so ansatzweise an der Kaffeetheke mal gehört.
-
Als ich über diese Stelle gestolpert bin, kam in mir die Frage auf, ob es überhaupt schon einmal passiert ist, dass ein ehemaliger Brennpunkt sich zum Guten entwickelte, womöglich sogar zu einem gutbürgerlichen Viertel. Ist jemandem von euch ein derartiger Fall bekannt?
Die Rütli-Schule in Berlin soll sich angeblich vorbildlich entwickelt haben.
-
Was mich fast am meisten schockt, ist der auf die Schulleiterin ausgeübte Druck sowie das Nachtreten durch die Kultusbürokratie im Sinne von: "Halt die Klappe und wink die Schüler durch."
-
Noch einmal ein kleiner Push... Weiß vielleicht jemand etwas darüber? Das wäre super.
Du kannst selbstverständlich widersprechen. Dazu müssen aber objektiv (und nicht subjektiv als wahr empfundene) falsche Tatsachen in der Beurteilung stehen. Ich habe das einmal mit einem Kollegen gemeinsam durchfechten müssen. War kein Spaß.
Falls du Veränderungen herbeiführen willst: das Ganze sollte zügig erledigt werden. Zähle die deiner Meinung nach wahrheitswidrigen Formulierungen auf und nenne gib die korrekte Beschreibung an.
-
Oder von Smart Phones. Oder von diesem Internet. Oder von Computern. Trends sind schnelllebig.
"Das Automobil ist nur eine Modeerscheinung. Ich setzte weiter voll und ganz auf das Pferd!" (angeblich der olle Willy Zwo)
Werbung