Beiträge von Finnegans Wake

    Das verstehe ich, aber wie kommt man denn im Vorfeld auf eine Deputatszahl, wenn sowas wie Kontingente für die Unterrichtsvorbereitung keine Rolle spielen? Nach irgendwelchen Maßstäben muss man doch ermitteln, ob für eine Vollzeitstelle 15, 20 oder 25 Unterrichtsstunden erteilt werden müssen, oder?

    Das ist die spannende Frage. Wenn ich dieses Jahr Überzeit hätte bei meinem VZ-Deputat von 24 Stunden, dann müsste im Folgejahr dann der Unterricht auf 23 Stunden gekürzt und dann dann geschaut werden, ob es im Gesamtjahr passt. Oder es würden außerunterrichtliche Aufgaben gekürzt werden...

    Was dann halt nicht mehr geht: In VZ müssen xx Stunden unterrichtet werden, völlig egal, was in die Arbeitszeit reinpasst.

    Es gibt Wahlkreise in RLP, da ist die AfD mit über 30% die stärkste Kraft. Was glauben die WählerInnen eigentlich, was die AfD für Deutschland bzw. für RLP herausholen wird?

    Das ist wirklich erschreckend. Jede(r) weiß, wie sich diese Partei im Rechtsradikalismus und -extremismus suhlt. Und damit ist sie einfach unwählbar. Und wer es dennoch tut, macht es in diesem Wissen :(

    Und dann bin wieder da, dass ich dir sage, dass das Problem nur eine Ebene höher gelöst werden kann. Ich glaube auch nicht, dass wir eine Ausnahme sind.

    Richtig. Diese Ebene verweigert sich aber einer Lösung, indem recht pauschal der niedrigeren Ebene (Schule) die Verantwortung zugeschoben wird, bei nicht teilbaren Aufgaben zu entlasten. Was dann in der Realität nichts stattfindet (stattfinden kann?).

    Auch der Frosch oder andere Grundschulleute werden keine großen Möglichkeiten haben, Entlastungen anzubieten. Man versucht, was möglich ist und unterstützt Lehrkräfte, die Grenzen ziehen. Aber am Ende, wenn Frau A ein Elterngespräch will weil ihre Tochter irgendwelche Probleme hat, komme ich da auch nicht rum. Egal, ob ich meine Stunden voll habe oder nicht. Und wenn meine Klasse nicht läuft, weil ich 3 Förderkinder drin habe, dann werde ich mich auch um sie kümmern müssen und hinter eine Schulbegleitung hinterherrennen. Auch wenn es nicht meine Aufgabe ist und ich schon genug Stunden arbeite.

    Und diese Aufgaben, die bei der VZ-Kraft ja schon das Maß der Arbeit überschreiten lassen, machen die Überschreitung bei der TZ-Kraft noch größer. Und nein, auch wenn mir das mehrfach in den Mund gelegt wurde: Ich fordere keine Mehrbelastung der VZ-Kräfte. Ich sehe als einzige Möglichkeit (ceterum censeo), dass eine AZ-Erfassung eingeführt wird. Das System schert sich nämlich nicht um diese Problematik.

    Ich weiß, Conni liest hier nicht nur sporadisch mit, um zu gucken, ob was eskaliert...

    Wer hier für halbe Eisportionen für Teileiskräfte plädiert, eiskriminiert bestimmt auch Pensionäre! Wo soll das noch hinführen?

    Weißt du, dass in Pensionären das Wort Eis steckt?

    Also dann, wenn du die Buchstaben P n onären entfernst, dann bleibt erst mal e si.

    Dann stellst du das um zu eis und musst es dann noch groß schreiben: Eis.

    Wenn das nicht offensichtlich ist! Das haben sie die ganze Zeit versucht, vor uns zu verstecken!

    Das trifft es natürlich. Problem ist natürlich, dass es oft auch die Entlastung einfach nicht gibt. Das hatten wir ja schon. Man bräuchte einfach eine Menge X an zusätzlichen Entlastungsstunden im System.

    Und da sind wir bei dem Grundproblem: Viele Schulen - insbesondere GSen und diese in Brennpunkten - sind strukturell überlastet. Und diese strukturelle Überlastung wirkt sich dann bei TZ noch einmal besonders aus. Eine KL in einer Brennpunkt-GS ist ein übler Haufen Arbeit. Eine volle KL ist da schon überlastet. Besonders dann aber auch die TZ-Kraft, die eigentlich nur für eine halbe KL bezahlt wird (nicht teilbare Aufgabe, für die Entlastung stattfinden müsste, aber in der Regel nicht stattfindet). Und an der Stelle wäre eine Berechnung: KL entspricht 2 Schulstunden Aufwand in der Woche und wird dementsprechend relativ zur Reduktion des Deputats der TZ-Kraft genutzt.

    Und da sind wir schon wieder beim Problem: Die Ressourcen sind nicht da. Und die Dienstherren machen sich einen schlanken Fuß, weil sie so tun, als könnte das vor Ort geregelt werden.

    Und da könnte eine AZ-Erfassung ansetzen, die die KMK wie der Teufel das Weihwasser meidet.

    Und sind wir mal ehrlich, oft liegt es auch einfach daran, was es für eine Persönlichkeit die Lehrkraft ist. Ich habe eine Person, wo ich oder die SL schon immer sagen, dass sie nicht die dritte Springstunde oder den nächsten Ganztag machen soll sondern auch mal an sich denken muss. Auf der anderen Seite ist jemand ausgeflippt, weil die Person an einem Tag vierzehntägig zwei Freistunde hatte. Ansonsten allerdings keine Springstunden.

    Ich schreibe aber nicht von anekdotischen schrägen Vorstellungen sondern von einem systemischen Problem.

    Je nachdem wie kompromissbereit die Mehrheit im Kollegium ist, desto einfach wird es. Das hat natürlich auch was mit Kommunikation zu tun, um diese Kompromissbereitschaft zu schaffen.

    Kommunikation bedeutet aber auch, dass im Vorfeld die SL sich des Problems der nicht teilbaren Aufgaben bewusst wird und dann auf dieser Basis Lösungen sucht. Und da sehe ich mit meiner anekdotischen Evidenz (im deutlich zweistelligen Bereich GS-LK in TZ, die ich kenne):

    * TZ-Konzepte gibt es an deren Schulen nicht.

    * Umgang mit Konferenzen: Du hast Dienstpflicht (was ja prinzipiell richtig ist.) Aber: Entlastung gibt es nicht.

    * Zusatzaufgaben: Du bist TZ, da hast du doch Zeit. Die VZ-KuK sind am Limit.

    * Projektwoche? Machst du voll. Mehrarbeit? Nein, kannst du nicht abrechnen. Das ist Dienstpflicht. Entlastung? Ach nee.

    etc. pp.

    Das ist aber auch ein wenig absolut, oder?

    Wenn das Land mit besonderer Familienfreundlichkeit wirbt und dabei auch TZ hervorhebt (und das hatte mein BL vor einigen Jahren getan, als ich das da mal gelesen hatte), dann ist das durchaus ein bisschen heuchlerisch. Und ich hatte einschränkend geschrieben "ein bisschen heuchlerisch". Da erkenne ich jetzt nicht die Absolutheit, die du meiner Aussage unterschieben willst.

    Für Vollzeitkräfte ist er ein besonders familienfreundlicher Arbeitgeber.

    Das schrieb ich ja, dass es für VZ-Kräfte ein relativ familienfreundlicher Arbeitgeber ist.

    Und bei Teilzeitkräften würde ich sagen, dass es Licht und Schatten gibt.

    Und ich sehe da den ganz großen Schatten, dass TZ-Kräfte eben sehr häufig deutlich über ihren TZ-Anteil heraus arbeiten müssen. (Aber das hatten wir ja schon mehrfach durchgekaut.) Und besonders die zerstückelte AZ mit Unterricht am Vormittag und Konferenzen am Nachmittag etc. macht es auch eher schattiger.

    Zerstückelte Pläne, fixe Termine, die teils weit auseinander liegen (Unterricht, Konferenzen...), kaum Möglichkeiten, da spontan was zu schieben, in der Regel Einsatz über das TZ-Maß hinaus... Das sind dann eben Aspekte, die die Arbeit im Lehramt familienunfreundlicher machen. In einem Bürojob mit größeren Homeoffice-Anteilen und mit flexibler Arbeitszeit sind da in den Schulwochen oft mehr Möglichkeiten da, flexibel zu reagieren.

    Auf der anderen Seite sind besonders in den Ferien die Probleme bei der Betreuung der Kinder nicht da. Und mit meinem VZ-Job als Lehrer hatte ich - als die Kinder kleiner waren - doch ziemlich viele Möglichkeiten, sehr vieles mitzumachen am Nachmittag, was in meinem vorherigen Industriejob so nicht möglich gewesen wäre. Damals hatte ich zwar flexible AZ, Minderstunden mussten aber an anderer Stelle rausgearbeitet werden, wodurch andere Tage länger wurden. Als Lehrer kann ich das halt in den Abend schieben und muss es da rausarbeiten.

    Zu dem Aspekt, der manchmal genannt wird, dass in der Wirtschaft auch Überzeit im Vertrag festgeschrieben ist: In meinem damaligen IGM-Tarifvertrag war das für mich als normaler Ingenieur (39h-Woche) nicht der Fall. Da wurde jede Minute aufs Zeitkonto gebucht. Was anderes wäre es gewesen, wenn ich AT gegangen wäre. Das hätte dann aber auch das normale Ingenieursgehalt nach oben deutlich verlassen. Das Argument, dass in der Wirtschaft auch unbezahlte Überstunden mit drin sind und man das auch als LK tun müsste, zieht da nicht, da man da finanziell mit AT vergleicht!

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