Beiträge von Feldscher

    • Trivia: Eine 4.te Schülerin hätte wohl ebenfalls fast 0 Punkte bekommen, hat sich dann nach Verkündung des Prüfungsergebnisses schlicht geweigert, dies zu akzeptieren. Das ging wohl hin und her, am Ende ist sie nach der Diskussion mit einem Gnadenpunkt herausgelaufen.

    Sicher nicht. Da diese Information zu 100% aus Datenschutzgründen NUR von der Schülerin selbst kommen kann ist sie mit Sicherheit falsch und da macht jemand auf cool oder wichtig.

    Die Noten stehen nach Beratung in Abwesenheit des Prüflings fest und sind bereits da schriftlich fixiert. Da wird nichts "ausdiskutiert".

    Meine persönliche Erfahrung ist, dass die ersten 2-3 Jahre die bei weitem anstrengendsten meiner Lehrerlaufbahn waren. Man hat wenig Erfahrung im Umgang mit eigentlich allem, muss sich in eine neue Schule und deren Eigenheiten einarbeiten, hat wenig griffbereites Material und ist in vielen (Standard-)Vorgängen noch nicht sicher.

    Das war fordernd ABER danach wird es mit einsetzender Routine zügig besser. Da muss man sich durchbeißen, es lohnt sich.

    Und ganz wichtig: Das Ref ist um! Verabschiede dich ganz schnell von dem Gedanken dieses Niveau dauerhaft und durchgehend zu halten.

    Eine grobe Planung des Halbjahres mache ich für meine Klassen in den Sommerferien auch immer, fühle mich so entspannter zum Schuljahresstart.

    Und auch du darfst wie alle anderen von uns auch die Ferien maximal mit bestem Gewissen entspannen.

    An der Gesamtschule passiert genau das im Fach Gesellschaftslehre.

    Wenn wir uns einmal die Themen im Fach WiPo am Gymnasium ansehen, dann vermag ich nicht zu erkennen, dass man so viel Hintergrundwissen um aktuelle Geschehnisse benötigt - zumindest nicht in der Sek I. Da reicht in meinen Augen tägliches Zeitunglesen oder Nachrichten schauen. Was das Erkennen von Falschinformationen und das pädagogische Gefühl betrifft, so sind das Kernkompetenzen, die jede (!) Lehrkraft benötigt.

    Deine Argumentation kann man streng genommen auf jedes Fach übertragen. Es gibt gleichwohl Fächer, bei denen es evident ist, dass ich das fachfremd nicht unterrichten kann bzw. sollte. Eine Fremdsprache, die ich nicht ansatzweise beherrsche, dürfte am einleuchtendsten sein. Als Nicht-Musiker und jemand, der kein Instrument spielt und nicht singen kann und will, ist man im Musikunterricht sicherlich auch nur bedingt einsetzbar.

    Die Fächer Erdkunde und Politik in der Sek I sind Fächer, in denen man gerne auch die Klassenleitung einsetzt, damit diese mehr Stunden in der Klasse hat. Da denken in der Tat viele Schulleitungen so. Das ist dann eine Güterabwägung.

    Welche Fächer wären denn Deiner Ansicht nach weniger problematisch?

    Grundsätzlich bin ich gegen jede Form von fachfremd erteiltem Unterricht. Das dies aber im schulischen Alltag eine utopische Forderung ist erkenne ich jedoch an.

    Ich unterrichte gelegentlich fachfremd Deutsch, Inhaltsschwerpunkte sind da meistens Geschäftsbriefe, Kommunikationstheorie und -störungen, Präsentationen und sinnentnehmendes Lesen. Dies sind "statische" Themen, die ich mir durchaus zutraue. Auch das Vermitteln von Mathematik auf einfachem Niveau und das Einüben von Formeln und Rechenwegen sind fachfremd leistbar.

    Vor einigen Schuljahren wurde seitens der SL die (deutliche) Bitte an mich herangetragen Deutsch in unseren Internationalen Klassen zu unterrichten. Da habe ich mich schlicht geweigert, weil dort teilweise noch die Alphabetisierung auf das lateinische Alphabet erfolgen muss und ich da keinen blassen Schimmer von habe. Sowas geht einfach nicht fachfremd.


    Und nein, das reine Erkennen von Falschinformationen reicht eben nicht (zumal dies immer schwieriger wird). Schüler, gerade die "skeptischen" lassen sich mit einem "Das ist falsch/gelogen" nicht abspeisen. Um die zu erreichen muss man fit in den Themen sein und das ist man eben mit Alltagswissen oft nicht.


    Kleines Beispiel von dieser Woche aus einer interessanten Unterhaltung bei uns im Lehrerzimmer: Kollegen hatten mein Unterrichtsmaterial zum Thema bargeldloses Zahlen bzw. Steuerhinterziehung gesehen. Natürlich war ihnen sofort klar, dass es eben (vordergründig) um Steuerhinterziehung geht, sie waren aber eben nicht tief genug im Thema digitale Abrechnungssysteme und Kostenkalkulation drin um dies auch schlüssig zu begründen bzw. die Falschinformationen klar zu benennen.

    Dies ist aber nur der eine (altbekannte) Teil der Problematik, da dieses (scheinbar) emotionale Thema der Überlebensfähigkeit von Tante Ernas Bäckerei im Hintergrund massiv von Kampagnen, welche gegen die Einführung des digitalen Euros agieren, instrumentalisiert wird. Dies war niemandem bewusst.

    Ich hänge mal ein paar Impulse diesbezüglich an:


    P.S.: Wir sind recht offtopic, das kann auch gerne ausgelagert werden.

    Ein Deutsch/Englisch Lehrer wird nicht Italienisch unterrichten und eine Physik/Chemie Lehrerin wahrscheinlich kein Musik oder Literatur. Manche Dinge funktionieren eben nur mit bestimmten Mindestvoraussetzungen. Fächer wie Geschichte, WiPo, Erkunde, Kunst und in Teilen praktische Philosophie oder an der Gesamtschule Gesellschaftslehre (oder wie auch immer das heißt) sind jedoch die Fächer, in denen man von einer halbwegs allgemeingebildeten Lehrkraft erwarten kann, dass sie das hinbekommt.

    Da möchte ich für das Fach Politik entschieden widersprechen. Leider denken viele Schulleitungen so.

    Das Fach erfordert enorm viel Hintergrundwissen um aktuelle Geschehnisse, die zugehörige geschichtliche Einordnung, damit verbundene auf Social Media kreisende (falsch-)Informationen und Fake News sowie eine gehörige Menge pädagogisches Gefühl. Das kann und sollte nicht jeder unterrichten.

    Mal vom Zweifel an der Schreibberechtigung abgesehen... Sprecht doch einfach mit dem Kollegen / der Kollegin. Bei der Grundschule unserer Tochter, welche stark mit einheitlichen Wochenplänen arbeitet, ist es auch kein Problem dem Kind selbst gekauftes Lernmaterial mitzugeben.

    Ich war neulich in einer schwierigen Klasse, in der aus irgend welchen Gründen die drei anstrengendsten Schüler fehlten und es war 45 min konzentriertes, leises Arbeiten möglich. Das war so erholsam, alle konnten zuhören, ich bin entspannt ins Wochenende, wirklich, mir war nicht bewusst, WIE ANSTRENGEND, kräftezehrend und auch lernhinderlich verhaltensauffällige SuS sind. Sie gehören halt zum Arbeitsalltag dazu und ich denke mir dann so, dafür gibt's das Schmerzensgeld des Beamtentums. Aber was das an Kraft und Ressourcen kostet... Das ist eigentlich eine Behinderung der Gesellschaft. Tut mir leid, wenn das politisch inkorrekt ist und vielleicht liegt es auch an meiner perönlichen Verfassung, aber es war mir so extrem aufgefallen.

    Ich kann dich voll verstehen. Und sowas muss und sollte man auch in aller Deutlichkeit sagen. Die Duldung von Störern wird auf den Rücken der Schülerinnen und Schüler ausgetragen, die wirklich lernen wollen und es in ruhigerer Umgebung auch könnten.

    Ich sitze mit SuS in der Pause in der Spielecke und baue an einem Bluebrixx-Set. Wir müssen einen Komplex auseinandernehmen und neu zusammensetzen, dann bricht es wieder auseinander. Ich meine so, wenn das jetzt nichts wird, nehme ich es mit heim und frage meinen Mann, der ist Lego-Experte.

    Am nächsten Tag neuer Versuch, fail, meint ein Kind: ja dann musst du es wohl mit nach Hause nehmen und deinen Papa fragen, ob er helfen kann :verliebt:

    Dein Mann ist übrigens "Klemmbaustein-Experte", nicht das Lego dich verklagt ;)

    Ja, bin ich mir.

    Zeigt sich bei der Korrektur und Bewertung, dass mehr als 30% der Arbeiten einer Klasse oder Lerngruppe mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ bewertet werden müssen, so wird die Arbeit nicht gewertet. Von dieser Vorschrift darf mit Zustimmung der Schulleiterin oder des Schulleiters abgewichen werden. Die Klassenelternvertretung ist über die Entscheidung unter Angabe der Gründe zu unterrichten.

    Das würde bei mir nahezu alle Klassenarbeiten betreffen und unsere Schulleitung käme zu nichts anderem mehr.

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