Beiträge von Tintenklecks

    Man sollte vielleicht auch nicht vergessen, dass Eltern keine Schüler mehr sind und bis der Elternabend beginnt, schon einiges an "Tagesprogramm" abgeleistet haben. Wenn ich als Mutter zu den Elternabend meines Kindes gehe, möchte ich eigentlich keinen Stoff mehr durcharbeiten und mir ggf. noch selbst erarbeiten. Insbesondere wenn ich ca. zwei Stunden und mehr auf Ministühlchen sitze und mir die Knie ständig an der Tischkante aufschlage. Spätestens nach einer Stunde bekomme ich Probleme mit der Haltung und dann habe ich noch zwei weitere Tage etwas davon ...


    Bei meinem letzten beruflichen Elternabend habe ich vorher die wichtigsten Unterrichtsinhalte schriftlich gesammelt und den Eltern ausgehändigt. So konnte ich einiges abkürzen und jeder konnte die Infos auch mit nach Hause nehmen. Das ist ganz gut angekommen und war auch eigentlich nicht mehr Arbeit, da ich meinen Gesprächsanteil immer vorher schriftlich zusammenfasse.

    Das habe ich in meinem letzten vierten Schuljahr vorgelesen:


    Rasmus und der Landstreicher (A. Lindgren)
    Danny oder die Fasanenjagd (Roald Dahl)


    Beide Bücher waren sehr unterhaltsam und spannend auch für die ganz coolen Jungs. Außerdem waren das schon immer Lieblingsgeschichten von mir und das Vorlesen hat mir großen Spaß gemacht.

    Ich schreibe durch den ein oder anderen Schulwechsel beide Schriften relativ flüssig. Feinmotorisch schwächere Kinder hatten m. E. bei der LA größere Schwierigkeiten, was das Erlernen der Buchstaben mit vielen Richtungswechseln angeht. Allerdings ist diese Schrift flüssiger, man schreibt mehr in einem Zug. Bei der VA beginnen und enden die kleinen Buchstaben immer am Mittelband, das macht den einzelnen Buchstaben leichter identifizierbarer und erleichtert gerade Anfängern das Lesen des Geschriebenen. Allerdings werden die Wörter schnell zerstückelt und der Schreibfluss wird schneller unterbrochen.
    Das Kinder mit VA nicht so gut lesbar schreiben, könnte aber auch daran liegen, dass der Schwerpunkt nicht mehr so darauf gelegt wird. Oft arbeiten die Kinder ein Arbeitsheft im Selbstlernheft weitgehend selbstständig durch ohne dass eine ständige Anleitung erfolgt. In einigen Bundesländern sind die Lehrpläne auch dahingehend verändert, dass eine verbundene Schrift angeboten wird, aber nicht mehr verpflichtend geschrieben werden muss.
    Ich selber fühle mich auch mit meiner Druckschrift am wohlsten und finde die Möglichkeit der sogenannten Grundschrift auch nicht schlecht.

    Sorry, aber das ist die Formulierung im Gutachten eines Sonderpädagogen hierfür erstellt!


    Warum deine anderen Vorschläge nicht funktionieren, kann ich dir gern bei Interesse als Pn oder Email berichten, jedoch nicht hier im öffentlichen Bereich.

    Nein! Hier sind wir an einem speziellen Förderbedarf, der aber kein sonderpädagogischer ist. Selbst an einer Förderschule wäre die Beschulung ohne I-Kraft nicht möglich. Es steht für mich auch außer Frage, die angefangene Arbeit weiter zu führen, es ist außerdem bereits einiges erreicht worden. Trotzdem kann es nicht sein, dass nötige Hilfsmaßnahmen gekürzt werden, mit denen eine Beschulung wo auch immer erst möglich gemacht wird. Daher ist dies ein gutes Beispiel für die Situation: Hilfe und Unterstützung bei der Beschulung eines jeden Förderbedarfs darf NICHTS kosten oder muss in kürzester Zeit überflüssig werden.


    Nein, das brauchst du eben nicht unbedingt, das geht oft problemlos ohne. Wenn es körperlich nicht geht, dann muss ja eh die KK dafür Sorge tragen, dass jemand da ist und nicht die Schule!


    Für die Vorbereitung brauchst du Hilfe, die bekommst du, also ist es doch egal, ob du für ein "normales" oder ein "behindertes" Kidn vorbereitest, wenn du eh für jedes Kind individuell vorbereiten musst!


    Durch die Zusammenarbeit mit den Kollegen bilden sich dann "Schülergrüppchen", die ähnliches Sachen machen können usw.
    Deshalb hilft dir das Kollegium ;)



    Ich beschule zur Zeit einen Schüler ähnlich wie man es inklusiv nennen könnte. Dabei handelt es sich um ein Kind mit einer sogenannten seelischen Behinderung. Und wenn man mir nochmal erzählen will, dass das alles funktioniert, wenn man nur will, dann bekomme ich wirklich Schwierigkeiten, mein latent vorhandenes aggressives Potential zurückzuhalten.


    Ich möchte hier nicht zu viel schildern, um die Anonymität zu wahren, aber am zweiten Schultag kam die erste "Würgeattacke", die sich die ersten Wochen immer wieder wiederholten. Dabei blieb es aber nicht, zu diesen Fällen kamen dann noch andere Vorfälle. Auch heute noch, nach einem Schuljahr, muss ich immer damit rechnen, dass da mit spitzen Gegenständen angegriffen wird und ich bin im Prinzip dabei noch froh, dass sich dieses Verhalten gegen Erwachsene und nicht gegen die Mitschüler, die zwar auch mal etwas abbekommen, aber nur nicht in diesem Ausmaß.


    Warum ist dieses Kind an einer Regelschule? Es passt im Prinzip in keine Schublade und läuft leistungsmäßig wirklich gut mit, braucht aber ständig eine zusätzliche Kontrolle und Unterstützung im Umgang mit anderen.


    Und nun zu der "Hilfe": Klar, man hatte eine Integrationskraft versprochen, die Aktenlage versprach ja im Vorfeld schon nichts Gutes. Bis die Kraft aber erst mal gefunden war, verging einiges an Zeit, die hatte ich allein zu bewältigen. Dann muss man ja auch jemanden finden, der sich so etwas überhaupt antut zu dem Kurs, der dafür gezahlt wird. Das ganze läuft nämlich finanziell als Aushilfstätigkeit und wird auch nur so bezahlt.


    Wenn es dann aber wider Erwarten ganz gut läuft und man tatsächlich auch Erfolge vorweisen kann, was passiert dann? Dann fangen bestimmte Stellen an zu rechnen und befinden, dass bei diesen Erfolgen das Leben ohne Integrationskraft auch laufen muss und die Stunden werden gekürzt. Jetzt bin ich wieder am Zug und muss mir überlegen, wie ich nun darauf reagiere.


    Dies ist meine konkrete Erfahrung, die ich innerhalb des letzten Schuljahres gemacht habe. Es hätte mir wenig genützt, Schülergruppen mit denen anderer Klassen im Jahrgang gleich zu beschäftigen, damit sind Kinder im ersten Schuljahr durchaus überfordert, auch eine gemeinsame Vorbereitung im Team ist bei uns normal, hilft aber auch nicht weiter, was den speziellen Schüler angeht. Mir kam es eher so vor, dass man da absolut allein gelassen wird insbesondere von den Aufsichtbehörden, wo immer sie auch sind. Man führt gern seine Vorzeigeobjekte in den Medien vor und in Vorträgen werden Kritiker abgetan, weil bei ihnen die Inklusion im Kopf noch nicht angekommen ist. Aber in die Wirklichkeit traut sich niemand rein, da könnte man gezwungen sein, die rosarote Brille abzusetzen.

    Ich habe jetzt eine Eule. Dazu habe ich mir aus einem Englandurlaub eine tolle Schneeeule als Stofftier mitgebracht. Mir war wichtig, dass auch ein viertes Schuljahr sich noch damit identifizieren kann, also der Niedlichkeitsfaktor nicht zu hoch ist. Gleichzeitig gefällt mir, dass man mit der Symbolik und den vielen Assoziationen spielen kann. Meinen Schülern hat es bisher sehr gut gefallen.

    Tintenklecks, das ist weniger an sich gerichtet gewesen, als als Konkretisierung meiner Sichtweise von der vereinbarkeit von Job und Familie. Wenn "vereinbar" mittags Feierabend bedeutet, ist es für mich nicht vereinbar.


    Natürlich nehme ich mir auch die Freiheit mal um zwei zu gehen und den Nachmittag mit meinem Kind zu verbringen, wenn ich am Tag zuvor bis um sieben in der Schule war oder am Wochenende gearbeitet habe. Ich achte da auch schon auf eine gesunde Life-work- Balance. Aber mittags zu hause sind bei mir selbst die normalen Lehrer nicht. Die letzte Stunde endet gegen zwei, das würde dann ein spätes Mittag werden. ;-)



    Ich möchte nicht darauf herumreiten, aber mit einem Schulkind Gymnasium 5. oder 6. Klasse ist mittags nicht vor zwei Uhr. :) Dazu kommt noch der obligatorische Nachmittagsunterricht, der an immer mehr Nachmittagen stattfindet. Eines habe ich aber auch in meiner Zeit in der "freien Wirtschaft" gelernt: Erfolgreiches Arbeiten hat nicht immer etwas mit der Dauer der Arbeitszeit zu tun, sondern mit der Effektivität der Nutzung dieser.

    Ich lese gerade Tintenklecks. Ich bin grundsätzlich nie am Mittag zu Hause. Ich arbeite 8 h aufwärts täglich in der Schule. Ich lebe allerdings im Osten und da ist es üblich, dass die Kinder am Nachmittag nicht von den Eltern betreut werden. Hätte ich diesen Anspruch gehabt, wäre ich nicht Schulleiterin geworden.


    Lg


    Ich bin ja auch nicht die Schulleiterin, sondern nur die Konrektorin :) Außerdem ist bei uns die Quote der Kinder, die mittags zu Hause sind, höher.


    Letztlich ist alles eine Frage des Ergebnisses. Ich kann meine Arbeit zur Zufriedenheit aller so ausüben, wie ich das jetzt tue. Für mich und meine Familie habe ich ein stimmiges Modell gefunden, mit dem auch der Arbeitgeber gut leben kann. Es ist also immer auch eine Frage der individuellen Situation, die ich in meinem Fall sehr genau auch mit meiner Schulleiterin abgesprochen habe.

    Ich bin seit diesem Jahr Konrektorin an einer Grundschule und das mit Familie :)


    Allerdings habe ich die Revision gemacht, als unser Kind am Ende des vierten Schuljahres war und anders wäre das wohl auch kaum zu leisten. Jetzt in der weiterführenden Schule sind die Schulschlusszeiten besser kalkulierbar und wenn nachmittags Unterricht ist, kann ich den auch gut für meinen Kram verplanen. Wenn ungeplant mal etwas ausfällt, ist das bei einem jetzt elfjährigen auch kein Beinbruch, da kann man sich auch schon mal selbst helfen. Trotzdem bin ich mittags grundsätzlich zu Hause und plane mit ihm den Nachmittag und werfe auch einen Blick auf den anfallenden Schulkram. Meine Sachen erledige ich entweder nebenbei oder später, tlw. auch abends.


    Prinzipiell ist alles eine Frage der Organisation und der sozialen Netzwerke. Auf die kann man auf gar keinen Fall verzichten, da viele Termine zusätzlich nachmittags und abends anfallen. In meinem Fall habe ich mich auch dazu entschieden, noch eine gewisse Zeit als Teilzeitkraft zu arbeiten. Somit bekomme ich für die zusätzliche Arbeit noch weniger Geld und bis auf das Stundendeputat merkt man fast gar nichts von dieser Teilzeit, aber für mich ist das anders nicht so gut händelbar. In drei oder vier Jahren sieht das dann anders aus.


    Mir macht das Arbeiten in der Schulleitung viel Spaß und mit meiner Chefin verstehe ich mich sehr gut und wir arbeiten m.E. auch sehr gut zusammen. Daher habe ich meine Entscheidung bisher nicht bereut und würde sie auch wieder so treffen.

    Den Eltern scheint es also wichtiger zu sein, dass die Lehrer ihre Kinder auch außerhalb des Unterrichts bespaßen, als, dass die Lehrer sich voll auf die Vermittlung von Wissen und Kompetenzen verlegen können. Wundert mich alles nicht. Am besten das Ganze noch unterstützen, ja! Zitat von »Tintenklecks« Zum Beispiel haben wir an unserer Schule für einen Tag der offenen Tür an einem Samstag einen Ausgleichstag an anderer Stelle bekommen. Wie gesagt, darüber ließe sich reden. Ich habe nur bislang noch nicht viel von Ausgleichstagen und anderer Form von Kompensation gehört.


    Das hast du natürlich missverstanden! Normalerweise suchen die Eltern die passende Schule nicht nach den Spaßveranstaltungen aus (wenigstens nicht der Hauptanteil der Elternschaft :) ). Aber für viele ist ein engagiertes Kollegium, die Kinder auch als gesamte Persönlichkeit bilden wollen, wichtig. Die Durchführung von Festen und feierlichen Anlässen oder andere Veranstaltungen wie Ausflüge usw. sind ein Anzeichen dafür. Natürlich ist das auch ohne Selbstaufgabe, völlige Überarbeitung und Vernachlässigung der Unterrichtsqualität möglich.

    Wahrscheinlich ist der Rückgang der Schülerzahlen noch nicht ganz oben angekommen, hier an den Grundschulen in NRW macht sich das ganz klar bemerkbar. Was hat das mit einem Schulfest oder anderen Zusatzveranstaltungen zu tun? Ganz einfach: Immer mehr Eltern in dichter besiedelten Gegenden werfen einen Blick in das Schulprogramm und suchen nach Informationen zum Schulprofil. Da gehören diese Veranstaltungen auch mit dazu, mit samt ihrer Außenwirkung. Hier werden immer mehr Grundschulen in Teilstandorte umgewandelt und Kollegen abgeordnet/versetzt, weil keine Klassen mehr da sind. Also hat die Außenwirkung und das "Beiprogramm" einer Schule auch etwas mit meinem Job und dem Versehen meines Dienstes zu tun. Lehne ich also Dinge wie Mitarbeit am Schulfest, Beteiligung an Klassenfahrten, Mitgestaltung des Profils usw. ab, kann das auch Auswirkungen auf meinen Dienstort haben. Vielleicht ist das ja in der SEK 1 anders.


    Ich möchte allerdings nicht falsch verstanden werden: Ich halte nichts von einem Aufopfern oder Selbstausbeutung, auch die Dinge, die über den Bereich Unterricht hinausgehen müssen mit der Arbeitsleistung und der Stundenleistung im Verhältnis stehen. Zum Beispiel haben wir an unserer Schule für einen Tag der offenen Tür an einem Samstag einen Ausgleichstag an anderer Stelle bekommen. Andere Belastungen versuchen wir anders auszugleichen, immer im Gespräch mit denjenigen, die diese zusätzlichen Dinge ableisten.

    Ich habe hier zu Hause ein Exemplar, der tickt genauso! ?(


    Von Beginn an schrieb er in der Regel gute bis sehr gute Diktate, aber wehe dem, es hatte etwas mit Abschreiben in irgendeiner Form zu tun. Da gab es auch schon mal eine Fünf mit dem dazugehörenden Geheule. Es ist uns als Eltern jedoch schon bei ihm als Kleinkind aufgefallen, dass er sich sehr nach dem Gehör orientiert und gut über diesen Kanal aufnehmen kann. Gehörtes lernt er beispielsweise sehr schnell auswendig. Außerdem suggeriert man Kindern, dass Abschreiben leichter ist, als ein Diktat nach Gehör zu schreiben, dementsprechend nahm er das natürlich auf die leichte Schulter. Insgesamt ist das Anfertigen von Abschriften, egal wie man es durchführt, aber eine andere Anforderung, die dem einen leichter fällt und dem anderen nicht, und nicht unbedingt mit dem Schreiben nach Diktat vergleichbar.

    Der Modellversuch ist ausgelaufen, selbstständig werden die Schulen aber trotzdem, der Zeitpunkt wird allerdings wohl weiter nach hinten geschoben.
    Natürlich gibt es dafür dann keine Zuschläge oder Vergünstigungen mehr. Was man als Modellversuch unter günstigen Bedingungen schafft, klappt doch immer auch im tristen Alltag.

    Das Problem ist nur, dass eine Förderempfehlung auf eine drohende Nichtversetzung oder nicht mehr ausreichende Leistungen hinweist. So wird dieser Vorgang auch unter §7 der AOGS konkretisiert. Es gibt aber keine Versetzung innerhalb der Schuleingangsphase, lediglich wenn ein Schüler von Klasse 1 direkt in Klasse 3 versetzt wird, nur dann braucht man eben auch keine FE.


    Natürlich ist es sinnvoll, bereits im ersten Schuljahr an möglichen Schwierigkeiten auch im Arbeitsverhalten zu arbeiten, dazu gibt es dann die Möglichkeit des individuellen Förderplans, in dem gemeinsam mit den Eltern ein weiteres Vorgehen geplant, aufgeschrieben und weitere Gesprächstermine vereinbart werden. Dies wäre gerade bei einem Förderbedarf in diesem Bereich sinnvoller, weil es kleinschrittiger ist und den Belangen eines Erstklässlers eher entgegenkommt als eine Förderempfehlung einmal im Jahr mit dem Zeugnis.

    Ich stehe dem "klassischen Religionsunterricht" gerade in den Grundschulen auch eher kritisch gegenüber. Die Kinder nehmen relativ kritiklos auf, was ihnen dort präsentiert wird. Das o.g. Lied finde ich ebenfalls grenzwertig, jedenfalls ohne entsprechende Anleitung des Hinterfragens. Noch weniger erschließt sich mir der Sinn, in einzelne konfessionelle RU-Gruppen aufzuteilen. Wieso kann es nicht wenigstens einen gemeinsamen Religionsunterricht, wenn nicht noch besser einen übergreifenden Ethikunterricht geben. Gerade zwischen den beiden großen Kirchen sollten die Unterschiede doch nicht so gravierend sein, dass es in den ersten vier Schuljahren signifikante Unterschiede macht. Die Vorbereitung auf die kirchenspezifischen Ereignisse, z.B.: Kommunion, findet doch sowieso in der Gemeinde statt.


    Letztlich haben wir eine Trennung von Kirche und Staat. Jedoch dürfen an den vielen konfessionellen Schulen nur Lehrer mit der richtigen Taufe Funktionsstellen übernehmen. Und dies, obwohl diese Schulen komplett staatlich finanziert werden und Bewerber auf diese Stellen sich nicht unbedingt die Klinke in die Hand geben. Stundenpläne werden häufig so gestaltet, dass zuerst die Religionsbänder festgelegt werden, damit evangelisch/katholisch in allen Jahrgängen besetzt ist. Auf die Einstellungspraxis wird auch Einfluss genommen, denn wenn nur von der Kirche abgesegnete Bewerber können sich auf ausgeschriebene Stellen bewerben usw.


    Ich wäre ebenfalls für einen Unterricht, an dem alle gemeinsam teilnehmen können, verschiedene Glaubensrichtungen nebeneinander und miteinander stehen können und alle voneinander profitieren.

    Aber was ist denn verwerflich daran, dass man sich auf den Unterricht vorbereitet, indem man sich über Unterrichtsinhalte informiert?
    Ob ich jetzt im Internet etwas suche oder klassisch über diverse Bücher, ich sehe da nicht den großen Unterschied. Vielleicht ist es jetzt einfacher, den Zugang zu diesen Materialien zu bekommen, zu meiner Schulzeit brauchte man dafür Lehrer in der Familie oder ein bildungsmäßig gut gestelltes Elternhaus.

    Ich schreibe auch Zeugnisse (Klasse 1), komme aus NRW und bin von Ankreuzzeugnissen meilenweit entfernt...


    In unserem Schulamtsbezirk mag man die nämlich nicht, also wird alles ausführlich beschrieben, in allen Teilbereichen. Schwierig finde ich besonders den Bereich Rechtschreiben in Deutsch, was soll ich dazu schreiben, zumal sämtliche anzubahnenden Kompetenzen erst in Klasse 2 erreicht werden müssen und einige Schüler noch gar nicht so weit sind. Natürlich geht es auch hier um eine positive Formulierung.


    Spannend wird auch, was mir die Kollegen in den einstündigen Fächern wie Religion und Musik hereingeben. Mir wäre es ja lieber, ausführlicher über Arbeitsverhalten und die Hauptlernbereiche zu schreiben, aber jedes Fach muss mit kompetenzorientierten Formulierungen dabei sein. So fehlt teilweise einfach der Platz, da unsere neuen Formulare tabellarisch aufgebaut sind und 2 Seiten nicht überschreiten sollen.


    Ich glaube,ich brauche mehr Motivation ...


    ... und Ankreuzzeugnisse

    Eigentlich gibt es ja in der Schuleingangsphase keine Versetzung und somit auch keine Versetzungsgefährdung. Daher wird eigentlich auch keine Förderempfehlung geschrieben. Zu Zeiten der Kopfnoten habe ich schonmal einigen eine Förderempfehlung im Arbeitsverhalten aufgedrückt, weil das eben "unbefriedigend" war. Allerdings waren das Schüler in Klasse 4, das kann man m.E. nicht mit den Ersties vergleichen.


    Alternativ habe ich auf dem letzten Elternsprechtag in einigen Fällen feste Vereinbarungen (u.a. auch das Arbeitsverhalten betreffend) mit den Eltern besprochen, schriftlich festgehalten und mir unterschreiben lassen. Nicht das das unbedingt etwas bringen würde, aber ich habe den Nachweis, dass ich frühzeitig Eltern auf Problemlagen hingewiesen habe und auch Maßnahmen ergreifen wollte.


    Man kann natürlich auch einen klassischen Förderplan aufsetzen, vielleicht meintest du auch so etwas?

    Ich habe die gleiche Erfahrung mit Schreibkonferenzen gemacht: die Schüler verbessern nichts und der Text wird 1 zu 1 kopiert. Mittlerweile gebe ich jedem genau zwei klar gefasste Aufträge (überarbeite die Satzanfänge; suche treffendere Verben usw.) Ob das dann gemacht oder nicht, bepunkte ich dann bei der Endabrechnung und berücksichtige es somit bei der Note. Einige verändern immer noch nichts, aber es gibt Schüler, die mit einem klaren Auftrag besser klarkommen.

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