Beiträge von Bolzbold

    Eben. Ein Märtyrer ist nach christlichem Verständnis jemand, der aufgrund seines Bekenntnisses unter eigenem Gewaltverzicht umgebracht wird (siehe z. B. hl. Erzmärtyrer Stephanus und die hl. Apostel), nicht jemand, der sich und andere selbst umbringt.

    Es ist offensichtlich, dass das unter Muslimen mitunter anders ausgelegt wird. Das wäre vielleicht anders, wenn der Islam eine ähnliche institutionelle Struktur hätte wie das katholische Christentum.

    Wir müssen hier zwischen der persönlichen Betroffenheit und der Sachebene klar trennen. Das klappt beim TE leider nicht.

    In den meisten Schulgesetzen dürfte ungefähr der Passus enthalten sein, dass Eltern schriftlich die Gründe für das Fehlen mitteilen und dass die Schule eine Attestpflicht verhängen kann, wenn man berechtigte Zweifel an den (gesundheitlichen) Gründen für das Fehlen hat.

    In diesem Fall ist aber die Mutter das eigentliche Problem - und an die kommt man mit Verweis auf Schulpflicht nicht ran. Ebenso wenig kann eine Lehrkraft nach eigenem Gutdünken eine Attestpflicht verhängen - posthum schon gar nicht. Diese Attestpflicht kann sich immer nur auf künftiges Fehlen beziehen.

    Dem TE geht es hier um Genugtuung und letztlich um die Sanktion des Verhaltens der Mutter, was aber an der Schülerin ausgelassen würde, wenn er die Note 6 für das Fehlen erteilen wollte. Eine andere Sache ist die Leistungsverweigerung bei der Ersatzleistung. Dies kann problemlos mit ungenügend bewertet werden.

    Tipp an den TE: Das wird nicht die erste Mutter sein, die so etwas deckt. Damit müssen wir im Schulsystem leider weitgehend leben. Es kann gut sein, dass sich die Attitüde der Mutter eines Tages rächt. Das braucht uns aber nicht zu kümmern, denn für Genugtuung ist im Schulsystem einfach kein Platz.

    Das kann ich so nicht aus dem einschlägigen Artikel 86 Abs. 2 des BayEUG herauslesen. Dieser ermöglicht den Ausschluss von schulischen Veranstaltungen, schränkt dies aber nicht auf einen Ausschluss während einer Fahrt ein. Wenn anzunehmen ist, dass ein Schüler sich dort daneben benehmen wird und gerade erst wieder etwas vorgefallen ist, dann ist der Ausschluss von der Abschlussfahrt eine mögliche logische Konsequenz.

    Wenn es da keine interne Weisung aus der Schulaufsicht gegeben hat, würde ich darauf tippen, dass die Schulleitung keine Lust auf entsprechende Auseinandersetzungen hat.

    Ich hatte ganz vergessen, dass wenn die Debatte über das Studium und die Wertigkeit der Lehrämter gerade temporär abgefrühstückt ist, als nächstes der Familienzuschlag wieder dran ist.

    Zwischendurch kann ich ja einmal für mich rechnen.

    • Drei "Laberfächer" studiert - minus 20 Punkte von der NaWi-Fraktion
    • Sek II studiert - minus 20 Punkte von der Nicht-Gymnasial-Fraktion
    • Karnickelprämie (drei Kinder) in NRW einstreichend - minus 20 Punkte von der Kinderlosen- und Nicht-NRW-Fraktion
    • Schulleitungsmitglied - minus 20 Punkte von der Nicht-Schulleitungsfraktion

    Sieht so aus, als hätte ich echt versch*ssen...

    Aus den immer wieder aufs neue geführten Diskussionen wird im Kern deutlich, dass es mal ungefähr gleich "schwierige" Studiengänge in den Lehramts- und anderen Abschlussfächern gibt und dass es mal deutliche Niveauunterschiede gibt, die man nicht müde wird zu betonen.

    Aus dieser letztgenannten Variante wird mal direkt, mal indirekt abgeleitet, dass die AbsolventInnen der entsprechenden Studiengänge qualifizierter wären als andere. In der Vergangenheit wurde dies als Argument herangezogen für eine höhere Besoldung.

    Und wenn man dann bei den Abschlüssen nicht mehr weiterkommt, geht man zum fachlichen Niveau des Unterrichts über, das hier als das entscheidende Kriterium erachtet wird. Die Didaktik wird gerne vernachlässigt.

    Ich kann das unter psychologischen Aspekten nachvollziehen, da man sich ja im Zweifelsfall gerne über als unter anderen Menschen einsortiert. Aber die Diskussion führt nirgendwohin.

    Was ist der effektive Mehrwert davon, dass eine M/Ph OStR sich einer D/M/SU-GS-Lehrerin überlegen fühlt, weil das Studium bockschwer war, die Durchfallquote bei 85% lag und sie zu den 10% der Studierenden gehört, die das Studium überhaupt geschafft haben? Und wie soll sich die GS-Kollegin künftig fühlen, die trotzdem eine hervorragende Arbeit macht?

    Können wir das nicht einfach sein lassen?

    Der Umstand, dass das immer und immer wieder diskutiert wird, zeigt mir, dass die psychologische Komponente offenbar eine große Rolle spielt - und gerade seitens der "selbst ernannt Höherstehenden" erachte ich das eben nicht als ein Zeichen von Selbstbewusstsein.

    Daraus lässt sich aber nicht das Recht auf Anwesenheit bei einem ganz bestimmten Gespräch ableiten. Hier hat die Schule die Eltern gebeten, zu einem Elterngespräch zu kommen, die ganze Situation ist offensichtlich hochgradig komplex. Da finde ich es grundsätzlich auch nachvollziehbar, dass die Schule einfach mal ein niederschwelliges Gespräch nur mit den Eltern führen möchte. Das muss auch mal möglich sein, ohne dass gleich ein großes Förderplangespräch mit Protokoll, Zielvereinbarungen und diversen externen Beteiligten daraus wird.

    "Die Eltern haben diverse Experten für das Krankheitsbild an der Hand, auch die Schulpsychologische Beratung, welche gerne ein Gespräch mit der Schule begleiten möchten um dringend notwendige Maßnahmen zu besprechen. Die Schule lehnt das alles ab."

    Man mag nun über die Motive spekulieren. Ich lese da durchaus "Gefahr im Verzug" heraus, so dass ein erstes Gespräch ohne Fachpersonal aus meiner Sicht nur ein rein informativ-organisatorisches Gespräch sein kann mit der klaren Perspektive, dass sich zeitnah ein weiteres Gespräch mit Experten anschließt.
    Falls die Schule dies verweigern sollte, wäre ein Rückzug auf die Auslegungsmöglichkeiten von § 5 Schulgesetz schon ziemlich armselig.

    Das halte ich für grob fahrlässig und wenig zielführend. Unvoreingenommenheit ist ja ein hehres Ziel - wenn das jedoch auf Unberechenbarkeit bei Kindern stößt, dann ist genau das die Grenze. So gesehen darf ich hier auch gar nicht unvoreingenommen sein sondern brauche eine "Hab Acht"-Perspektive. Aber eben nicht, um dem Kind zu schaden sondern um es eben vor einer solchen möglichen (Selbst)Schädigung zu bewahren.

    Ich würde die aktive Teilnahme von Fachpersonal wie im Ausgangsthread dargestellt als durch §5 Schulgesetz sogar als ausdrücklich gewollt betrachten. "[...] sollen [...] zusammenarbeiten" ist ein klarer Auftrag an die Schulen.

    Da müsste man schon einen sehr zwingenden Grund haben, weshalb man nicht mit dem schulpsychologischen Dienst oder einer anderen Beratungsstelle zusammenarbeitet.

    Och Leute, die Diskussion hatten wir doch schon so oft hier.

    Wer der Ansicht ist, er stünde wegen seines wie auch immer gearteten Studiums über anderen KollegInnen, möge das tun. Diese Diskussion ist so müßig und fruchtlos. Wem dient das - außer dem eigenen Ego desjenigen oder derjenigen, der/die diesen Anspruch erhebt?

    Die nächste Stufe wäre dann, dass sich die OStR' dann als etwas besseres wähnt als der StR und der StDsV dann als etwas besseres als die StD'? Kann man alles machen - wer's braucht...

    Um den Fall von oben in Brasilien aufzugreifen:
    Wie hätten wohl die Chancen darauf gestanden, dass man dauerhaft glücklich ist und bleibt, wenn die besagte Frau einen Bewohner einer Favela geehelicht hätte? Diese Liebe hätte von Anfang an vor einem Vielfachen an Herausforderungen gestanden als das bei einer Ehe mit einem anderen Partner gewesen wäre.
    Die Idee, dass Liebe alle Hindernisse überwindet, ist eine unglaublich romantisch verklärte Idee, die ihren Ursprung aus Zeiten hat, in denen es bei Ehen nie um Liebe ging sondern um Versorgung und Stammhalter und um klare soziale Hierarchien. Und irgendwann sind die Kompromisse, die man eingehen muss, auch einfach so viele, dass man sich selbst verliert.

    Wenn dann auch noch das gesellschaftliche Klima oder das soziale Umfeld diesbezüglich wenig begünstigend sind, steht eine solche Ehe unter einem ganz schlechten Stern.

    Ich finde es extrem ungut, wie von einigen über Teilzeit-arbeitende Frauen hergezogen wird. Warum kann nicht jeder sein Leben so leben, wie er will? Warum könnt ihr euch nicht vorstellen, dass es Frauen gibt, die NICHT auf den Verdienst ihres potentiellen Ehemannes schauen und aus Liebe heiraten? Was für ein verkorkstes Bild von Ehe haben hier eigentlich manche? Das frage ich mich. Schade sowas, wirklich.

    Ich glaube, dass das gar nicht ausgeschlossen wird - ganz im Gegenteil. Wir müssen hier klar unterscheiden zwischen dem deskriptiven "nach oben heiraten" und dem präskriptiven "nach oben heiraten". Letzteres wäre die gesellschaftliche "Norm" bzw. Forderung, die in der Tat aus dem vorletzten Jahrhundert stammt aber bis ins letzte Jahrhundert nachgewirkt hat.

    Ersteres ist einfach nur eine beobachtende, aber keinesfalls wertende Beschreibung. Man schaut sich die Ehen an und vergleicht den sozialen Status vor der Ehe. Die Motivlage wird dann analysiert, daraus werden aber keine Forderungen an Frauen oder Männer bezüglich ihrer PartnerInnenwahl abgeleitet.

    Ja aber darum geht's ja. Deine Frau hat dann immer einen Sek2-Lehrer gefunden, der auch noch A15Z (vielleicht mal A16?) Ambitionen hat. Somit hat sie also auch "nach oben" geheiratet.

    Äh, nö.
    Als wir uns kennengelernt hatten, hatte ich als A13er noch zwei Jahre Probezeit vor mir. Sie war A12 und ebenfalls in der Probezeit.
    Wir haben uns nicht als "höher" oder "tiefer" stehend wahrgenommen.

    Meine Frau hätte, wenn wir keine Kinder gewollt hätten, vermutlich früher oder später den Weg einer Fachleitung eingeschlagen. Bei mir stand damals das Überleben im Vollzeitschuldienst im Vordergrund. Zur Karriere habe ich ja anderenorts ausführlichst geschrieben.

    Ich würde mich erst dann an Wunschschulen vorstellen, wenn überhaupt eine Chance auf Genehmigung des Antrags besteht.

    Das geht mit der Frage der Freigabe durch die Schulleitung los. Wenn diese nicht erfolgt bzw. auf längere Sicht nicht erfolgen wird, braucht man mit Wunschschulen gar nicht erst zu sprechen.

    Etwas anderes wäre das bei einem Rückkehrerantrag mit Versetzung. Da ist es hilfreich, im Vorfeld zu klären, wo man hin möchte und dies auch dann mit der zuständigen Personalsachbearbeitung zu erörtern.

    Ich wünsche jedem/jeder hier, dass er/sie jemanden findet, der/die eine/n so liebt wie man ist und bei dem/der man so sein kann, wie man ist. Hat man diese Person gefunden, ist alles andere völlig belanglos.

    Ich stamme aus einem "großbürgerlichen" Akademikerhaushalt, bin aber "nur" Lehrer geworden, was innerhalb meiner Familie womöglich sogar als Stagnation gewertet werden würde. (Meine asiatische Familienhälfte rümpft darüber die Nase, weil Lehrer dort nur wenig verdienen und dort Status und Ansehen wichtig sind. Wenn ich ihnen meinen Monatslohn in heimische Währung umrechne, ist jedoch ganz schnell Ruhe...)

    Meine Frau ist "nur" an einer Sek-I-Schulform und stammt aus einem nicht-akademischen Haushalt. Damit hätte ich wohl den Definitionen weiter oben zufolge eher nach unten geheiratet.

    Aber wie gesagt, diese Etikettierungen sind völlig belanglos, wenn sich zwei Seelenverwandte gefunden haben.

    Könnt ihr mir bitte kurz von euren Beurteilungsstunden berichten? In wieweit wird so ein Aufwand wie im Referendariat oder in der UPP erwartet?

    Ich würde mich hier deutlich entspannen. In den letzten 20 Jahren habe ich sowohl hier im Forum als auch an den Schulen, an denen ich war, immer wieder KollegInnen erlebt, die sich wegen der dienstlichen Beurteilung im Rahmen der Probezeit bzw. Bewährungszeit in die Hosen gemacht haben.
    Wieso?

    Jeder weiß, dass UPP-Stunden Laborstunden sind, die mit der Unterrichtsrealität einer vollen Stelle nichts zu tun haben. Deine SL will guten Unterricht sehen. Zeig ihr den. Und gut ist.

    Normale Phase meinerseits, oder kann es wirklich sein, dass die Hälfte Ritalin braucht? :neenee:

    Mit der Verbesserung der Diagnoseverfahren haben wir natürlich auch eine Erhöhung der Anzahl der Kinder mit ADHS und Asperger-Autismus. Insbesondere Letzteres scheint aktuell wie Pilze aus dem Boden zu schießen.

    Die Erziehung daheim und der Medienkonsum können in der Tat in der Schule eine entsprechende Unruhe auslösen, da viele Kinder ein hochgradiges Sucht- bzw. Entzugsverhalten zeigen.

    Das ist mit ein Grund dafür, dass Schulen zunehmend zur handyfreien Zone werden - und ich bin mittlerweile auch dafür, weil ich den Smombies jeden Tag auf den Fluren begegne.

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