Beiträge von Bolzbold

    Lieber Mike,

    herzlich willkommen hier im Forum.

    Ich habe an der Umfrage teilgenommen, bin aber ehrlich gesagt entsetzt, wie wenig realitätsbezogen Deine Studie ist. Ich unterrichte die Fächer E, Ge und Mu. Ernährungsbildung im engeren Wortsinn kommt in keinem meiner Fächer vor. Man kann natürlich krampfhaft Verbindungen suchen, z.B. beim Thema "breakfast" oder "foods" oder "globalisation" im Fach Englisch, bei mittelalterlicher, vorindustrieller und moderner Ernährung im Fach Geschichte, aber das wirkt alles konstruiert. Echte Ernährungsbildung findet dort nicht statt.

    Woher sollen jetzt Lehramtsstudierende (sic!) nun die ganzen Fragen (teils über KollegInnen, Eltern und SchülerInnen) auch nur ansatzweise seriös beantworten können, wenn ich das mit 23 Jahren Berufserfahrung nicht kann? Und wäre das hier nicht viel stärker fachbezogen zu untersuchen? Ein/e KollegIn mit den Fächern Philosophie und Informatik wird mit der Thematik nie, aber auch wirklich nie in ihrem Unterricht etwas zu tun haben. Jemand mit Erdkunde/Sport oder Biologie natürlich entsprechend viel mehr.

    Und woher sollen die Befragten überhaupt Konzepte von Ernährungsbildung, die den Namen überhaupt verdienen, kennen?

    Das ist so weit weg von jeglicher Praxis. Diese Studie wirkt so konstruiert, als hätte man unbedingt irgendein scheinbares Problem finden müssen, zu dem man noch eine Studie raushauen kann.

    Was ist denn der wissenschaftliche Erkenntnisgewinn einer anonymen Studie zu dieser Thematik, bei der man ausgerechnet die Leute befragt, die am wenigsten Ahnung haben und zu vielen Fragen, wenn sie sie denn ernsthaft beantworten wollen, nichts sagen können, nicht zuletzt weil sie einfach nicht betroffen sind?

    Mich würde tatsächlich interessieren, wie Fachinformatiker zu diesen "Einsichten" gekommen ist. Die Argumente, die hier gegen seine Position gebracht werden, sind ja durchaus gewichtig.

    Wir haben in unserer Gesellschaft eine Gruppe vorzugsweise männlicher orientalischer Migranten, die in meinen Augen im Bildungsbereich zunehmend problematisch wird, wenn sie das nicht sogar schon eine ganze Weile war. Sie definieren sich durch Renitenz, Unterlaufen von Regeln und durch nicht nur in Deutschland mittlerweile überwiegend überkommene Männlichkeitsbilder. Böse formuliert: "Ich bin ein Mann, ich bin toll, also muss mich die Welt auch so sehen."

    Damit stehen sie sich in erster Linie selbst im Weg, nur wirkt das natürlich auch wieder in die Gesellschaft rein. Die orientalischen Mädchen sind da bis auf die konservativen Mädchen geistig und sozial flexibler. Das wird zunehmend zu einem dicken Problem, weil diese Frauen dann sicherlich keine Lust mehr auf Männer ihres kulturellen Hintergrunds haben, weil diese sozialisatorisch einfach stehenbleiben und sich augenscheinlich nicht weiterentwickeln.
    Die Konsequenz, die die Männer daraus ziehen, wird aber eben nicht eine Anpassung sein sondern ein Beharren an den alten Idealen, weil sie sonst nichts mehr als Orientierung haben. Da sind jetzt eigentlich die Eltern gefragt, aber da werden mitunter genau diese Männlichkeitsideale weitergegeben oder tatenlos zugesehen.

    Soviel zu meiner über 20jährigen Erfahrung im Schuldienst.

    Das war bei uns dennoch der Fall, damit alle Informationen an alle eSL-Mitglieder gehen. Ich war als Profil-Koordinator auch sicherlich öfter entbehrlich, aber ich war immer dabei.

    Aus Neugierde: Wo sieht die ADO denn dazu überhaupt etwas vor? Bei uns zumindest läuft das nach Ermessen der Schulleitung, welche Koordinator:innen (inkl. Vertretungen) in dieser Runde vertreten sind.

    Das halte ich für strategisch ungünstig. Die EK, MK und OK sind meines Erachtens Teil der erweiterten Schulleitung. Diese nur bei Bedarf oder selektiv in die Runde zu holen, schafft eine Zweiklassengesellschaft. Alleine der Teil der Dienstbezeichnung "-direktor" dürfte klarmachen, dass es hier nicht um Lakaientätigkeit geht.

    Die erweiterte Schulleitung an meinen Schulen bestand bisher immer aus allen A15ern und der Schulleirung.

    Na, eben nicht. Arbeitnehmer sind auch Pflichtmitglied in der GKV, sofern sie nicht über Entgeltgrenze kommen. Ich sehe hier keinen vernünftigen Grund, Beamte anders zu behandeln. Und die Fürsorgepflicht ist mit der GKV eben auch erfüllt, wahrscheinlich sogar mehr, als bei Beihilfe+PKV, gerade wenn auch Kinder vorhanden sind.

    Die Kosten für die PKV für die Kinder sind gerade in den ersten Jahren lächerlich gering. Die Beihilfe übernimmt 80%.

    Und um es ganz klar zu sagen - wobei das vermutlich eher eine Kritik am GKV-System ist: Wenn meine Frau nicht privat versichert gewesen wäre, hätten wir einige Untersuchungen während der Schwangerschaft selbst bezahlen müssen. Bei den Komplikationen, die sich da jeweils ergaben, hätten wir heute wahrscheinlich keine drei gesunden Kinder.

    Wie ernst nimmt der durchschnittliche Beamte es eigentlich mit der Treuepflicht?

    Ich glaube, die dem Beamtentum zugrunde liegenden Werte sind in Teilen anachronistisch. Und die allermeisten Menschen, die Beamte werden wollen, schielen meiner Wahrnehmung nach zuerst auf die Privilegien. Das "Dienen" ist dann schnell lästig.

    Funktionsstelleninhaber sind so genannte "Versorgungsfälle" und haben bei Stellenbesetzungen mitunter Vorrang. Das gibt dann hier und da böses Blut, aber irgendwo müssen diese KollegInnen ja im Anschluss auch arbeiten.

    Stellt euch einfach mal die Frage, ob dann auch Unterrichtsstunden nicht mehr anzurechnen sind, wenn sie nach 44 statt 45 Minuten enden. Klingt absurd? Ist es auch....


    PS: Die gängigen Stundenplanprogramme können auch gut mit Bruchteilen von Stunden rechnen, wenn z.B. ein Einsatz nur für 60 von 90 Minuten notwendig ist.

    Im Falle von Mehrarbeit kann man das auch händisch machen.

    Soweit ich weiß sind alle Stunden, die entfallen, weil die Schule den Unterricht so plant, wie sie ihn plant keine Ausfallstunden. Beispiel: Die Schule legt die Termine für Abschlussprüfungen fest und wann die Abschlussklassen nicht mehr in der Schule sind. Dadurch fällt natürlich Unterricht aus. Diesen Ausfall hast du als Lehrer aber nicht zu verantworten, sondern die Schule.

    Vgl. ADO §13 Abs. 4. Wo wird das ausgehebelt?

    Der Begriff "Minusstunde" ist irreführend.
    Rechnerisch sind das negative Werte in Untis, die dann bei den Vertretungsvorschlägend dazu führen, dass ein/e KollegIn dann ganz oben in der Liste erscheint.

    Je nachdem, wie technokratisch man nun mit dem Wert umgeht, kommt dann das bei heraus, was RosaLaune beschrieben hat.

    Schauen wir mal in die ADO - § 13 Abs. 4:

    BASS 2026/2027 - 21-02 Nr. 4 Allgemeine Dienstordnung für Lehrerinnen und Lehrer, Schulleiterinnen und Schulleiter an öffentlichen Schulen (ADO)

    (4) Wenn der stundenplanmäßige Unterricht wegen Abwesenheit der zu Unterrichtenden nicht erteilt werden kann (z.B. Abgangsklassen, Schulfahrten, Exkursionen, Berufspraktika) oder durch Abschlussprüfungen (z.B. Abiturprüfung) vorzeitig endet, sollen die nicht erteilten Unterrichtsstunden insbesondere für Vertretungszwecke verwendet werden. Besondere dienstliche Belastungen sind im Einzelfall zu berücksichtigen.

    Zulässig ist es also schon. Ob es zweckmäßig ist, weil man die PraktikantInnen ggf. dann nicht besuchen kann etc., darf diskutiert werden. Die Reaktion des Kollegiums wie RosaLaune es darstellt, ist vor dem dargestellten Hintergrund nachvollziehbar.

    Ich kenne es von zwei meiner alten Schulen so, dass man bei einem Zweiwochenpraktikum ohne viel zusätzliches Gedöns vorher und nachher vom Umfang her eine Woche die Stunden zusätzlich vertreten darf und die andere Woche für Besuche bekommt. Das Ganze läuft in der Gesamtsumme so, aber man teilt dann die Besuche dem Vertretungsplanteam mit und die sperren einen dann für Vertretung in den entsprechenden Stunden - oft sind ja auch Freistunden von den Besuchen betroffen. Das geht dann plus/minus null halbwegs auf und niemand hat sich beschwert.

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