Mich als angestellter Lehrer würde schon interessieren, was an den Angaben dort falsch ist.
Prinzipiell gar nichts. Und ich finde den Artikel gar nicht reißerisch und unseriös. Es wird sogar erwähnt, dass die Pension bereits jetzt voll steuerpflichtig ist, während das bei der Rente erst in ein paar Jahren der Fall sein wird. Und Bonbons wie die zeitlich unbegrenzte Weiterzahlung des vollen Gehalts im Krankheitsfall werden gar nicht erwähnt.
Und wer es doch tut, der hat sich nach 40 Dienstjahren diese Pension auch redlich verdient!
Unbestritten. Der Knackpunkt ist halt der, dass ein angestellter Lehrer nach so vielen Dienstjahren wohl die gleiche üppige Versorgung verdient hätte, der Pensionär (natürlich fett grinsend, wir wollen ja dem Feindbild treu bleiben!) aber locker das anderthalbfache bis doppelte einkassiert.
Zweiter Knackpunkt: Der Beamte zahlt für seine Altersversorgung NICHT EINEN EINZIGEN CENT selbst (dazu unten mehr). Das übernimmt der Steuerzahler für ihn, also auch sein angestellter Kollege. Deshalb braucht auch niemand mit irgendwelchen Betriebsrenten oder der VBL-Rente zu argumentieren: Auch dafür zahlt der Angestellte den größten Teil der Beiträge selbst, wie schon für seine reguläre Rente.
Ich finde es übrigens äußerst erfrischend, von Kollegen zu lesen wie "O.Meier", die in der Lage sind, ihre Privilegien hinzunehmen.
Es komme mir bitte auch keiner - Stichwort "keine eigenen Beiträge für die Rente" - mit dem jämmerlichen Argument, dass die Beamten dafür ja ein Gehalt bezögen, das im Vergleich niedriger sei als z.B. in der freien Wirtschaft. Nach dieser Logik müsste der angestellte Lehrer ja mehr bekommen als sein verbeamteter Kollege. Bekommt er aber nicht, im Gegentum! Der Beamte bekommt ja noch ein schönes Handgeld dafür, dass er verheiratet ist und Kinder hat!
Festzustellen bleibt allerdings auch: Es hätte nicht die Grundschullehrerin sein müssen, die hier als Beispiel herhalten muss. Irgendwelche völlig überflüssigen Existenzen auf irgendwelchen Ämtern (so die Schiene Regierungsrat aufwärts) hätten es auch getan.
Insgesamt: Ja, liebe Beamte (nicht nur Lehrer), nehmt es hin, dass ihr in diesem System massiv privilegiert seid. Und nehmt es auch hin, wenn Lieschen Müller sich drüber aufregt, vor allem, wenn sie ihren Gehaltszettel anguckt. Ich denke durchaus auch, dass man hier an einigen Stellschrauben drehen könnte. Warum z.B. nicht die Pensionen - für alle Gehaltsstufen! - auf die Maximalhöhe der gesetzlichen Rente (kriegt kein Rentner, nur eine Rechengröße) beschränken? Das wären im Moment schöne 2.742 € im Monat. Für zusätzliche Versorgung muss der Beamte dann selbst aufkommen und könnte dafür z.B. locker die Rentenbeiträge nutzen, die er Monat für Monat spart... aber ich schweife ab.
Schönes Wochenende zusammen!
PS: Meine Frau wird demnächst verbeamtet. Dann singe ich auch das Loblied des Beamtentums, versprochen! Prinzipientreue ist halt nicht meine Stärke, sonst wäre ich vielleicht auch Beamter.