Beiträge von fossi74

    Mich als angestellter Lehrer würde schon interessieren, was an den Angaben dort falsch ist.

    Prinzipiell gar nichts. Und ich finde den Artikel gar nicht reißerisch und unseriös. Es wird sogar erwähnt, dass die Pension bereits jetzt voll steuerpflichtig ist, während das bei der Rente erst in ein paar Jahren der Fall sein wird. Und Bonbons wie die zeitlich unbegrenzte Weiterzahlung des vollen Gehalts im Krankheitsfall werden gar nicht erwähnt.

    Und wer es doch tut, der hat sich nach 40 Dienstjahren diese Pension auch redlich verdient!

    Unbestritten. Der Knackpunkt ist halt der, dass ein angestellter Lehrer nach so vielen Dienstjahren wohl die gleiche üppige Versorgung verdient hätte, der Pensionär (natürlich fett grinsend, wir wollen ja dem Feindbild treu bleiben!) aber locker das anderthalbfache bis doppelte einkassiert.

    Zweiter Knackpunkt: Der Beamte zahlt für seine Altersversorgung NICHT EINEN EINZIGEN CENT selbst (dazu unten mehr). Das übernimmt der Steuerzahler für ihn, also auch sein angestellter Kollege. Deshalb braucht auch niemand mit irgendwelchen Betriebsrenten oder der VBL-Rente zu argumentieren: Auch dafür zahlt der Angestellte den größten Teil der Beiträge selbst, wie schon für seine reguläre Rente.

    Ich finde es übrigens äußerst erfrischend, von Kollegen zu lesen wie "O.Meier", die in der Lage sind, ihre Privilegien hinzunehmen.

    Es komme mir bitte auch keiner - Stichwort "keine eigenen Beiträge für die Rente" - mit dem jämmerlichen Argument, dass die Beamten dafür ja ein Gehalt bezögen, das im Vergleich niedriger sei als z.B. in der freien Wirtschaft. Nach dieser Logik müsste der angestellte Lehrer ja mehr bekommen als sein verbeamteter Kollege. Bekommt er aber nicht, im Gegentum! Der Beamte bekommt ja noch ein schönes Handgeld dafür, dass er verheiratet ist und Kinder hat!

    Festzustellen bleibt allerdings auch: Es hätte nicht die Grundschullehrerin sein müssen, die hier als Beispiel herhalten muss. Irgendwelche völlig überflüssigen Existenzen auf irgendwelchen Ämtern (so die Schiene Regierungsrat aufwärts) hätten es auch getan.

    Insgesamt: Ja, liebe Beamte (nicht nur Lehrer), nehmt es hin, dass ihr in diesem System massiv privilegiert seid. Und nehmt es auch hin, wenn Lieschen Müller sich drüber aufregt, vor allem, wenn sie ihren Gehaltszettel anguckt. Ich denke durchaus auch, dass man hier an einigen Stellschrauben drehen könnte. Warum z.B. nicht die Pensionen - für alle Gehaltsstufen! - auf die Maximalhöhe der gesetzlichen Rente (kriegt kein Rentner, nur eine Rechengröße) beschränken? Das wären im Moment schöne 2.742 € im Monat. Für zusätzliche Versorgung muss der Beamte dann selbst aufkommen und könnte dafür z.B. locker die Rentenbeiträge nutzen, die er Monat für Monat spart... aber ich schweife ab.

    Schönes Wochenende zusammen!

    PS: Meine Frau wird demnächst verbeamtet. Dann singe ich auch das Loblied des Beamtentums, versprochen! Prinzipientreue ist halt nicht meine Stärke, sonst wäre ich vielleicht auch Beamter.

    Seit aber ein Kind heulend unterm Tisch saß weil keiner der versprochenen Verwandten kam und ein anderes 30 mal erfolglos zum Schultor gerannt ist, bin ich vorsichtiger geworden.

    Und genau das ist der Grund, warum ich mittlerweile gegen jede Art außerunterrichtlicher Veranstaltungen mit anderen Eltern bin, zumindest während der regulären Unterrichtszeit. Ja, ich arbeite Vollzeit. Nein, ich habe keine Zeit, zur Weihnachtsfeier in der fünften und sechsten Stunde oder zum Spiele"nachmittag" von 13.30 bis 15.00 Uhr oder zu sonst irgendeinem Schierschandudel [1] zu gehen. Und nochmal nein, ich habe verdammt nochmal keine Lust, meinem Kind immer wieder erklären zu müssen, dass ich nicht kommen kann, weil anständige Leute zu diesen Zeiten arbeiten [2]. Was war ich froh, als die KL unserer Tochter letztes Jahr verkündete, dass es keine Weihnachtsfeier in der Schule geben würde. Und was waren einzelne Muttis sauer, weil sie sich nicht als tolle Muttis präsentieren konnten...

    [1] Immerwährenden Dank an Sven Regener für dieses tolle Wort!
    [2] Formulierung für Forenzwecke zugespitzt. Ich habe das natürlich nicht so zu meiner Tochter gesagt (aber gedacht. Und zwar, wie ich finde, mit einer gewissen Berechtigung).

    Natürlich bucht man das.

    Spätestens wenn du Kinder hast, die in eine Spezialklinik gehen müssen, dann willst du den Chefarzt. Diese sind nämlich häufig sehr bekannt und sehr versiert in ihrem Fachgebiet

    Ja, deswegen sind sie auch Chefarzt. Unsere Kleine musste übrigens wegen einer komplizierten Nierengeschichte drei Mal operiert werden. Hat ohne Diskussion der Chefarzt gemacht, trotz GKV.

    Ich selbst muss demnächst unters Messer und wollte mir ein Einzelzimmer gönnen (das kostet übrigens nur zwischen 60 und 100 Euro am Tag... muss man also nicht teuer extra versichern). Auskunft der Uniklinik: Wir haben keine Einzelzimmer. Da hilft dann auch der Zusatztarif nichts mehr.

    Oh Mann, von einem Fettnäpfchen ins andere...

    Das ist eben die große Gefahr, wenn man es allen recht machen will.

    Alternativvorschlag: Einen Brüller loslassen, dass den Gofen die Ohren schlackern. Muss man aber üben, sonst klingt es unsouverän und geht auf die Stimmbänder.

    Ich fände
    es vermutlich auch zumindest befremdlich und unangenehm, wenn in
    irgendeinem fiktiven Ausland der Hitlergruß als Leisezeichen in
    Grundschulen eingesetzt würde....

    Siehst Du: Du könntest das gern "befremdlich und unangenehm" finden, das ist Dein gutes Recht. Das müsste die Bewohner dieses fiktiven Landes aber nicht im Geringsten stören. Ich bin mir sicher, dass es viele Italiener und Spanier gibt, die es befremdlich und unangenehm finden, dass die Leute in Mittel- und Nordeuropa einen Ring aus Daumen und Zeigefinger formen und die anderen Finger abspreizen, wenn sie etwas besonders gut finden. Müssten wir darauf nicht auch Rücksicht nehmen? Wenn Europäer nach China kommen, finden sie die dortigen Tischsitten oft befremdlich und unangenehm. Müssten die Chinesen darauf nicht auch Rücksicht nehmen? Wenn ein Temperenzler oder Stündeler sich aufs Oktoberfest verirrt, findet er den dortigen Bierkonsum sicher auch befremdlich und unangenehm. Müssten die Feiernden darauf nicht Rücksicht nehmen?

    - Ok, das letzte Beispiel war albern. Zu viel Ernst in einem Internetforum finde ich befremdlich und unangenehm.

    fossi, das kannst du sicher auch sachlicher formulieren!

    Wie weit man mit Sachlichkeit kommt, zeigt die SPD bei jeder Bayern-Wahl aufs neue. Aber gut, ich nehme die "hinteraramäischen Kameltreiber" - vor allem aber die pejorative Implikation - zurück. Bei näherer Betrachtung muss ich wohl zugeben, dass es in dieser Weltgegend gar keine Kamele gibt. Falls doch, stelle ich ausdrücklich fest: Der Beruf des Treibers dieser schönen Tiere ist ein ehrenwerter.

    Dennoch bin ich ganz entschieden der Meinung, dass wir in diesem Land viel zu viele Auswüchse einer falsch verstandenen Toleranz beobachten können. Notabene: Leider kann ich mir die Leute nicht aussuchen, die diese Meinung teilen.

    Welches andere Zeichen schlägst du vor?

    Dieses.

    Im Ernst: Es ist mir so unglaublich scheißegal, was irgendwelche hinteraramäischen Kameltreiber mit einer für uns völlig harmlosen Geste verbinden... Vielleicht sollte man den "deutschen Gruß" wieder einführen - natürlich in abgewandelter Form: Man halte die rechte Hand mit der Innenfläche vor das Gesicht und bewege sie horizontal einige Male hin oder her. Ich finde, keine Geste könnte besser ausdrücken, was in diesem Land gerade so abgeht.

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