Beiträge von chilipaprika

    Dann hast du das Ziel bzw. den Sinn und Zweck der Schulform Gymnasium nicht verstanden. Aber vielleicht prallen hier auch Welten aufeinander, du scheinst an einer beruflichen Schule unterwegs zu sein. Da ist der Bezug zum Beruf ja schon viel eher gegeben.

    Bist du in den 50ern stecken geblieben, wo nur ein Teil der Bevölkerung zum Gym geht und danach in einem Büro arbeitet oder sowieso studieren geht?
    Die Quoten haben sich massiv verändert (zum Glück!) und wenn "unsere" Schüler*innen keine Ahnung von der Berufswelt und ihren Möglichkeiten erfahren, scheitern sie massiv im ersten Studienjahr. Brechen ab und wechseln den Studiengang bzw. wechseln eben zu einer Ausbildung oder dualem Studium (seltener). Das erlebe ich bei unseren (ehemaligen) SuS so oft. Diejenigen, die direkt ein duales Studium anfangen (und nicht unbedingt zu Ende machen, aber zumindest die Ausbildung in der Tasche haben...), handelt es sich um diejenigen, die die Berufsorientierung WIRKLICH ernst genommen haben (oder die Eltern). Und bei so vielen anderen ("Mach Abitur mein Kind, ich weiß nicht wofür, du hast einen 3er Schnitt aber du bist der erste der Familie und studierst dann") führt das oft zu einem Abbruch. Das Jahr hätte man sich sparen können, um DIREKT zu einem dualen Studium oder Ausbildung lotsen zu können (und DANACH studieren).

    man muss auch nicht im Museum gearbeitet haben (auch wenn es der Sinn des Berufsfeldpraktikums im Lehramtsstudium in NRW war, wo dann aber gefühlt 90% ein Praktikum in der Kita oder OGS gemacht haben), bei vielen KuK merke ich: sie haben eindeutig nie sozialversicherungspflichtig gearbeitet oder sagen wir es mal so: deren Jobs waren Taschengeld und sie haben nie aufgepasst, was Urlaubsanspruch, Krankheitsmeldung, Rentenbeiträge usw. waren.

    Arghhhhh....
    Das war nicht gestern (Rosenmontag), sondern letzte Woche (Studientag wegen Kollegiumsfortbildung). Sorry sorry, ich habe meine 9 ausgerechnet an keinem dieser Tage.
    Sorry sorry (meiner Schule wäre es vielleicht zuzutrauen gewesen und ich habe mir nur gemerkt, wie meine 9 so genervt war, dass "alle Anderen frei haben" (hatten die nicht, sondern Aufgaben. Hust Hust)

    ich habe auch vor 2 Tagen erfahren, dass am "Studientag" (unser pädagogischer Tag) Vera 8 ist, und die ZK fällt auch auf einem anderen, als Studientag markierten Tag (Abitur).

    ich habe als Lehrkraft, die keins dieser Fächer unterrichtet, nicht mal Zugang zu diesen Räumen und nur die jeweiligen Fachkolleg*innen können darein (Bio/Ph/Ch, Kunst, Musik, Sporthalle, Aula). Also muss auch Vertretung verschoben werden, manchmal mit klaren Anweisungen mit besonderen Kleingruppen des Faches (und jemand anders muss den Raum öffnen) (nur Kunst/Musik, nie NaWi)

    bei uns wird es umso wenig ernst genommen, dass es über Rosenmontag ist und die SuS also (mindestens) einen freien Tag verlieren. Dieses Jahr sogar zwei.
    Abgesehen davon, dass viele Betriebe / mögliche Praktikumsorte an Rosenmontag nicht oder nur halb geöffnet haben. (Jaja, auch in meiner Region ganz außerhalb der Karnevalshochburge)

    in NRW (soweit ich es überblicke):
    - Potenzialanalyse (ganzer Tag) in Klasse 8 oder 9 (ich bin gerade unsicher). Da die Anbieter nie mehrere Klassen parallel beraten können, blockiert es bei uns 3-4 Tage, zum Teil den selben Wochentag (was bei Kopplungen echt doof ist), weil sie es auch nicht am Stück machen können...
    - 3 mal 1 Tag (bei uns am Stück, ich vermute, dass es normal ist) Praktikum in Klasse 9. Viele machen aber auch 2 oder 1 Betrieb statt 3.
    - 2 Wochen Praktikum in Klasse 10
    - 2 Wochen Praktikum in der Q1 (Stufe 12).

    Dazwischen gibt es aber auch weitere Informationsveranstaltungen bzw. Materialien / Präsentationen, die im Fachunterricht (welchen auch immer man aussucht) durchgeführt werden müssen.

    Entlastung / etwas Anderes als Schule (und Hoffnung auf mehr durch passende Positionierung).
    (An meinem Seminar gab es "damals" schon "Mitwirker*innen", die durchaus mal nach der Pensionierung des Haupt-FL in den Startlöchern standen).

    Von meiner anekdotischen Wahrnehmung ist die Entlastung in NDS viel höher als in NRW (dafür gibt es aber auch wesentlich UBs). Meine eine FL' hat gar nicht mehr unterrichtet (hatte aber auch eine andere Funktion), der andere FL einen einzigen Kurs.
    für jeweils ca. eine Handvoll Reffis.

    So am Rande aus der Gesamtschulperspektive. Im Herzen bin ich Gymnasiallehrer, deshalb kann ich dem nur wenig abgewinnen und würde es wahrscheinlich am Gym auch sehr pragmatisch und kurz halten. Die SuS sollen dort schließlich ein Abitur anstreben.

    Ich frage mich manchmal, ob es wirklich noch solche Gymnasien gibt, die "nur auf das Abitur" vorbereiten? (Oder bin ich im falschen Film?)
    Auch Gym-SuS können / sollten
    - vor dem Abitur eine Idee ihres späteren Berufs entwickeln
    - doch kein Abitur machen, oder zumindest keins am Gym und deswegen einen beruflichen Schwerpunkt dazu packen
    - einen Mini-Einblick in Berufe bekommen, die sie ggf. nicht machen wollen
    - einen Einblick in die Arbeitswelt bekommen und wissen, warum sie das Abitur machen.

    Und manchmal wünsche ich mir, das hätten auch die Gym-Lehrkräfte erhalten.

    (Trotzdem bin ich über die Umsetzung total genervt und über die Tatsache, wieviel Zeit und Unterrichtsausfall es bedeutet, noch mehr. Einfach nur eine Sache mehr, die Lehrkräfte als "Laien" wuppen werden.

    (Man kann natürlich auch den Doppelabschluss machen. Da kommt man nicht um das einjährige Praktikum, das aber je nach Uni und eigenen Nebentätigkeiten, sehr einfach anerkannt bzw. verkürzt werden kann) herum, aber macht trotzdem nur ein Praxissemester. Das wäre die Möglichkeit, das PS am BK zu machen, um zu sehen, wie es einem gefällt (auch wenn jedes BK durchaus anders sein kann).

    Zum Umfang: Die Entlastung, die du bekommst (und oft: zeitversetzt... das erste Jahr kann also durchaus heftig sein), hängt von der Anzahl Referendar*innen, die du betreust. Es wird im Grundschullehramt weniger fluktuierend sein, als in einem BK-Fach oder Mangelfach Sekundarstufe, aber trotzdem.
    Allerdings: Wenn du einmal im System bist, kann es sein, dass du dann zum Beispiel auch die Praxissemesterstudierende betreust, andere Praktikant*innen, usw..

    Infos aus zweiter Hand: auf einer Fortbildung der BR "Perspektive Fachleitung?" (die ich sehr ans Herz lege, auch parallel/nach einer Bewerbung!), wo verschiedene Schularten vertreten waren.

    Sollte es tatsächlich so sein, dass man als Angestellter im öffentlichen Dienst den vollen PKV-Beitrag entrichten müsste, wäre das natürlich äußerst ernüchternd.

    Das habe ich doch nirgendwo gesagt.
    Ich hatte Grundkenntnisse des Systems vorausgesetzt und nur auf die Falle hingewiesen.
    Wenn du mehr als die Beitragsbemessungsgrenze als Angestellte verdienst, darfst du dich privat versichern oder freiwillig gesetzlich. Wenn du dich für die PKV entscheidest, gibt der Arbeitgeber immer die Hälfte des Beitrags dazu, maximal allerdings die Höhe des GKV-Beitrags (Arbeitgeberanteils).
    ABER: Wenn du einmal privat versichert bist (wie du aktuell als Beamtin), kannst du / darfst du nicht in die GKV, ES SEI DENN, du hast einen Statuswechsel: Du wärst also PFLICHTversichert, mit einem Einkommen innerhalb der Beitragsbemessungsgrenze (2026: 69.750 Euro jährlich (5.812,50 Euro/Monat)). Wenn du aber drüber bist, darfst du eben NICHT wechseln, weil du weiterhin freiwillig privat versichert bist. Und da hängt es von der Höhe deines Beitrags ab (jetzt und in 10 Jahren), ob es egal ist oder nicht.

    Es ist mir teilweise unerklärlich, warum vielen Kolleginnen und Kollegen nicht ganz klar ist, was der Unterschied zwischen Tvöd und TV-L ist.

    aber doch nur teilweise, oder?
    Viele KuK haben höchstens auf Minijobbasis ein paar Jahre vor der Verbeamtung gearbeitet und sich nie Fragen des Arbeitsrechts und über Tarifvertrags gestellt.
    Sei denen gegönnt (aber schlimm, dass sie Teile der Berufsorientierung übernehmen).

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