natürlich will das auch jede*r.
Solange man aber die Leute nicht ZWINGT, zu gucken, ob es nicht zufälligerweise auch eine gute Frau gibt, schaut man sich nicht um.
Komischerweise gehen Unternehmen, die Frauen in Führungspositionen haben und fördern, nicht Bankerott. Ein Unternehmen arbeitet weiterhin wirtschaftlich, sein Ziel ist also gute Leute, diese werden grundlegender gefördert. Statt ins Traineeprogramm 20 Männer zu haben, passt man auf, dass es auch Frauen gibt, damit man später keinen "Fremden" "einkaufen" muss, um irgendwelche Quoten zu erfüllen.
Mit Frauenförderprogrammen, aber auch mit Nachwuchsförderprogrammen, die auf Menschen aus strukturell diskriminierten "demographischen Gruppen" zugeschnitten sind, sorgt man dafür, dass kein Potential unausgeschöpft bleibt.
Genauso wie keine Gesellschaft es sich leisten kann, die Schwächeren liegen zu lassen, kann sich keine Gesellschaft leisten, ihr Potential nicht auszuschöpfen. Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen mit Behinderung, ... all diese Menschen, die sich aufgrund einer bisherigen Unterrepräsentation in der Gesellschaft, aufgrund von Vorverurteilungen, aufgrund von negativen, unbegründeten Rückmeldungen ("Ach, komm, du hast eh keine Chance...", "Ach, als Frau Ingenieurwesen studieren? Du wirst es eh zu schwer haben unter den ganzen Männern") nicht trauen, sollen gefördert werden. Und nein, die durchschnittliche Bauingenieurin soll nicht die Führung bekommen, sie bleibt im Team, soll respektvoll (wie alle anderen männlichen Teammitglieder) behandelt werden und gut. Wenn sie allerdings gute Führungsqualitäten mitbringt, soll sie auch zur Weiterbildung "BWL und Führung für Ingenieure", damit sie auch die Möglichkeit hat aufzusteigen.
Es gibt zuviele BEreiche, die bisher und noch in der Raucherecke, abends am Tresen oder auf dem Golfplatz entschieden wurden und werden. Und es ist an sich nicht verwerflich. Wenn mein Schulleiter mich fragt, ob ich weiß, wo er eine Vertretung für Fach X findet, dann denke ich sofort an meine arbeitslose Studienkollegin. Man denkt sofort an die Menschen, mit denen man etwas zu tun hat. Seinesgleichen. Seine Umwelt. Solche Regelungen sollen nur dafür sorgen, den Blickwinkel zu öffnen und alle anderen Schätze zu entdecken.