Beiträge von Ilse2

    Da Problem, das ich sehe, ist einfach, dass Inklusion ausschließlich als Sparmodell gedacht wird. Schule muss sich verändern, auch für viele Regelkinder. Ich arbeite seit 2009 im Gemeinsamen Lernen und es ist frustrierend, zu beobachten, wie sich in den 17 Jahren genau gar nichts verändert hat. DAS ist in meinen Augen das Problem. Inklusion ist nicht, das Kind muss in die Schule passen. Inklusion ist, was muss die Schule verändern damit es für das Kind passt? Es gibt Kinder, die eine kleine Gruppe brauchen, aber warum das z.B. nicht in Form von Klein Klassen an Regelschulen passieren kann, verstehe ich nicht. Naja, vielleicht doch. Das kostet Geld. Und so schließt sich der Kreis

    Das klingt so, als hätte man als gesetzlich Versicherter kaum eine Überlebenschance. In meinem hier hatte ich bisher nie ein Problem einen passenden Arzt oder auch einen MRT- Termin zu bekommen. Ich würde vor zwei Jahren operiert, größere OP über mehrere Stunden. Ich würde nicht vom Chefarzt behandelt, sondern von Assistenzärzten, die ihre Arbeit wunderbar gemacht haben und dabei durch den Oberarzt auch kontrolliert wurden. Vielleicht wird einer dieser Assistenzärzte ja Mal Chefarzt, wer weiß. Ich bin gesetzlich versichert, war aber im Referendariat privat versichert und habe darum auch die andere Seite kennengelernt ( gut, das liegt jetzt ein paar Jährchen zurück). Ich habe ganz ehrlich keine gravierenden Unterschiede festgestellt. Ja, manchmal wartet man länger auf einen Termin, aber nicht dann, wenn es dringend ist. Dann gibt es entweder Akutsprechstunden oder eine Notüberweisung durch den Hausarzt.

    Gut, ich wohne in einer größeren Stadt, die Versorgung mit Ärzten ist ganz ok.

    Welche Qualifikationen als Bundesbeamtin hast du denn, die einen Quereinstieg an die Grundschule überhaupt möglich machen könnten? Ich kann mir ehrlicherweise gar nicht vorstellen, was da passen könnte.

    Ich weiß es nicht, aber ich denke nicht, dass man als Bundesbeamter als Landesbeamter an eine Grundschule versetzt werden kann. Ich denke, du müsstest aus dem Dienst austreten und dich neu bewerben.

    Es ist ja fraglich, welche Akten überhaupt zur Verfügung stehen. Meiner Erfahrung nach gehen Erziehungsberechtigte, die ihre Kinder ohne Grund nicht in die Schule schicken eher keinen Weg in Richtung z.B. medizinischer Diagnose. Und damit ist die Akte vermutlich eher dünn. Wahrscheinlich bestehend aus Berichten der Schule. Daraus ein wasserdichtes AOSF- Gutachten zu erstellen erscheint mir nicht möglich. Auch wenn ich inhaltlich bei Palim bin. Zuerst Mal muss Schule so gestaltet sein, dass das Kind gerne kommt, damit es eben wieder kommt. Da ist Leistungsdruck natürlich kontraproduktiv. Ggfls. könnte man Richtung ESE gehen und im zieldifferenten Bildungsgang LE unterrichten, damit Schulangst (falls sie denn da sein sollte) abgefedert werden kann.

    In meinem Hier, wäre übrigens unter solchen Umständen die Beantragung eines Inklusionshelfers ganz sicher nicht erfolgreich. Würde wegen nicht vorhandener ( vermutlich) medizinischer Diagnosen abgelehnt. "Nur" LE würde auch nicht ausreichen.

    Ich kann von sowas nur abraten. Vielleicht ist das an anderen Schulformen anders, aber an meiner Schulform (und ich bin nicht an einer Brennpunkt-Gesamtschule) ist das ganz klar ein Zeichen von Respektlosigkeit und es wird faktisch nur bei den Kolleginnen und Kollegen gemacht, wo man weiß, dass sie Autoritätsprobleme haben.

    Nur meine Meinung, aber ich denke, Respekt bekommt man nicht durch Machtdemonstration. Respekt als Lehrkraft bekommt man durch Fairness und Berechenbarkeit. Auch und gerade im Brennpunkt.

    Ich glaube, du tust dir selbst keinen Gefallen, wenn du versuchst, da einen Machtkampf draus zu machen. Du nimmst dir damit selbst die Autorität. Wichtiger als die Demonstration von Macht ist es in meinen Augen, zu versuchen an der Beziehung zu den Schülern zu arbeiten. Je mehr du darauf reagierst, desto mehr zeigst du Hilflosigkeit. Versuch, das gelassen zu sehen. Augenbrauen heben und weitergehen. Oder mit Humor reagieren, dich verbeugen und huldvoll winken.

    Aufsicht schon, Vertretungsunterricht i.S.v. 'fachgerecht vertreten und Noten geben' sicher nicht. Wenn sie Aufgaben mit den SuS bearbeitet, dann nur nach Absprache. Selbständig in den Arbeitsheften der Kinder weiterarbeiten würde ich nicht "erlauben".

    Bei uns ist es viel Absprache, wenig Festlegung. Von Angeboten mit der gesamten Klasse (Lehrkraft anwesend) über Angebot extern organisieren (Anti-Gewalt-Training etc.) bis hin zu 'Eltern können sich mit Anträgen helfen lassen' oder 'kannst du versuchen, einen Kontakt zu diesen Eltern aufzubauen' ist alles Mögliche dabei. Wie gut die Zusammenarbeit ist hängt stark von den Fähigkeiten der Person ab, finde ich.

    Das was du beschreibst,macht bei uns die Schulsozialarbeit. Das ist in NRW ein Unterschied zur sozialpädagogischen Fachkraft in der Schuleingangsphase.

    Bei uns ist die Sozialpädagogische Fachkraft für Klasse 1 und 2 für präventive Förderung zuständig. Sie ist in den Klassen und bietet Kleingruppenförderung zu verschiedenen Bereichen wie Graphomotorik, Konzentration, phonologische Bewusstheit, mathematische Basisfähigkeiten usw. an. Sie hat Aufsichten, Vertretungsunterricht macht sie nicht.

    Dafür hätte ich gern eine Quelle. Das ist so definitiv nicht korrekt. Man kann das machen, aber die meisten Schulen haben das Personal nicht. Eben deshalb stellen sie ja Quereinsteiger ein. Das macht ja auch den finanziellen Unterschied, denn als LAA bekommt jemand deutlich weniger.

    Ich will jetzt gar nicht auf alles antworten, aber auch an meiner Schule ist es so, dass Quer- und Seiteneinsteiger vor allem am Anfang viel in Doppelbesetzung gesteckt sind. Sie sollen lernen können, denn auch wenn viele denken, Lehrer sein kann jeder, ist dem leider nicht so. Wir hatten erst einen Quereinsteiger , der Unterrichtsmäßig tatsächlich ähnlich wie die LAAs behandelt wurde. Ich habe auch schon etliche Seiteneinsteiger das Handtuch werfen sehen. Eben weil Lehrer sein doch nicht das war, was es von außen schien. Und um mal ganz offen zu sein, nein, nicht jeder Quer- oder Seiteneinsteiger ist eine Hilfe und Unterstützung fürs Kollegium. Manche bedeuten für das Stammkollegium sehr viel Extraarbeit und Raum für Ärgernis.

    Es gibt aber auch wirklich gute Quer- und Seiteneinsteiger.

    Es zählen Resultate! Wenn sehr viele Abiturienten z.B. mit der Rechtschreibung noch Probleme haben, spricht es Bände. Und dann verstehe ich nicht, dass es so viele Einserabituren gibt.

    Die Probleme pflanzen sich dann im weiteren Leben fort. Lehrherren und Universitätsprofessoren sind mit ihren Auszubildenden/Studenten mehr als unzufrieden. And den Unis gibt es sogar Elternsprechtage. Irgendwas haut da wohl nicht hin.

    Wir müssen die Realität anerkennen, dass sich Gesellschaft und Schule in keinem so guten Zustand befinden. So ähnlich wie mit der Bundesbahn.8)

    Und wenn Abiturienten die Rechtschreibung nicht beherrschen, sind die Grundschulen schuld daran?

    Der Erwerb der Rechtschreibekompetenz ist in Klasse 4 nicht abgeschlossen.

    Es geht laut dieser Quelle hier nicht nur um körperliche Gesundheit, sondern auch um soziales Verhalten, sprachliche Entwicklung, Konzentrationsfähigkeit, etc. Womöglich können die Grundschulkollegen aber Genaueres dazu sagen ( Zauberwald ?) .

    Zumindestens in NRW ist die Schuleingangsuntersuchung nicht dafür da, noch nicht schulreife Kinder nicht einzuschulen. Das geht nur noch in absoluten Ausnahmefällen. Die Kinder kommen in die Schule, wenn sie das passende Alter haben, komplett unabhängig davon, was sie können oder nicht. Es besteht Schulpflicht.

    Nicht, dass man mich missversteht. Ich beobachte schon auch, dass die Kinder zumindest an meiner Schule von Jahrgang zu Jahrgang immer weniger Kompetenzen mitbringen, die vor einiger Zeit noch völlig selbstverständlich gewesen sind. Ich glaube auch, dass wir Erwartungen an sich nicht runterschrauben dürften und bei entsprechenden Leistungen eben auch die passenden Rückmeldungen geben müssen.

    Nichts desto trotz ändert das aber nicht die Tatsache, dass die Kinder nun einmal mit den Kompetenzen kommen, die sie haben oder eben auch nicht haben. Wir können aber die Fähigkeiten nicht in die Kinder hineinstecken, völlig egal, was weiterführende Schulen nun erwarten. Die Kinder sind, wie die sind, wir müssen schauen, dass sie so viel Bildung wie möglich bekommen, das funktioniert aber nicht, wenn an ihnen vorbei unterrichtet wird. Lamentieren nutzt auch wenig, wir vor Ort müssen uns an die Kinder anpassen, denn die Kinder können sich nicht anpassen, wenn ihre Entwicklung nun mal noch nicht so weit ist, wie das ein Lehrplan erwartet.

    Können wir. Es ist aber problematisch, wenn die Arbeitsweise an Grundschulen die übergeordneten Systeme zwingt ähnliche Ansätze zu adaptieren, weil unpassende Schüler angeliefert werden. Ihr werkelt ja nicht im luftleeren Raum, sondern mit Konsequenzen.

    Es ist nicht Aufgabe der Grundschule, den weiterführenden Schulen "passende" Schüler zu liefern. Wir fördern, so gut es geht. Förderung hört aber nicht nach der 4. Klasse auf.

    Ich habe jetzt vieles hier gelesen und ich bin ehrlich, ich verstehe nicht, wieso es doch einige gibt, die möglichst alle Schüler, die irgendwie schwierig sein könnten, zu separieren. Inklusion ist ein Grundrecht, und nicht erst seit gestern. Natürlich funktioniert unser Schulsystem aktuell alles andere als gut. Es muss sich an die aktuelle Situation anpassen, das geht aber nicht, in dem man einfach so weitermacht wie bisher. Wenn man mal seine Mittelschichtbrille abnimmt, dann sieht man viele Kinder, die eigentlich Potential haben, aber durch die Eltern keine Förderung ( wie wir sie verstehen) erfahren. Aber wir brauchen in unserer Gesellschaft auch diese Kinder, sie haben verdient, eine Chance zu bekommen und nicht aussortiert zu werden, weil ihre Eltern eine andere Vorstellung davon haben, was sie fürs Leben brauchen. Inklusion gilt doch auch nicht nur für die schwachen, sondern auch für die fitten Kinder. Schule muss sich verändern und das geht nur, wenn auch wir Lehrer uns verändern und eine andere Rolle einnehmen als bisher an vielen Schulen.

    Ergänzend zu vielen bisherigen Beiträgen, läuft es an meiner Schule so, dass die Leistungen der Kollegen von unserer Schulleitung vollkommen anders wahrgenommen wird, als die meisten Kollegen es wahrnehmen. Ein Kollege, der sehr gut darin ist, sich zu verkaufen und viel heiße Luft zu verströmen wird extrem, ich möchte es mal bevorzugt nennen, aber in seiner Klasse läuft eigentlich nichts. Die Noten sind gut, also beschwert sich auch niemand (von Seiten der Eltern).

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