Beiträge von Sissymaus

    Dich hat meinen Beitrag verwirrt und ich habe auf das Beispiel mit dem 24jährigen geantwortet. Aber egal. Das es Fälle gibt, wo Leute über 18 sind aber noch schulpflichtig sind, haben wir doch inzwischen geklärt, oder?

    Es bleibt trotzdem dabei, dass die meisten "freiwillig" ihre Ausbildung machen und kündigen könnten ohne eine weitere Schulpflicht zu haben.

    Heißt also: Der Azubi könnte Dir sagen: Schulpflicht? Mir doch egal. Ich könnte ja morgen am Tag kündigen, dann hätte ich keine. Und Du würdest sagen: Ok, dann erfassen wir die Fehlzeiten nicht, bist ja freiwillig hier.

    Oder wie denkst Du Dir das?

    Anna Lisa Es geht eigentlich nicht um die Elternzeit, sondern um den Bezug von Elterngeld! Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass das nicht an gleiche Aufteilung zwischen Vater und Mutter gekoppelt ist.

    Die 3 Jahre können natürlich anders aufgeteilt werden, dann kannst Du als Zwillingsmama auch 3 Jahre zuhause bleiben. Das ist aber nichts, was die Allgemeinheit bezahlen sollte.

    Ich habe mein erstes Kind übrigens bekommen, da gabs überhaupt kein Elterngeld. Es ist schon sehr gut, dass es das gibt, aber die ursprüngliche Intention war meiner Erinnerung nach eine andere: Es sollten die gut ausgebildeten Frauen (studiert oder sonst wie weitergebildet) einen Anreiz bekommen, Kinder zu bekommen. Und ich muss sagen, dass es auch dazu beigetragen hat, dass ich das zweite bekommen habe. Ich war nämlich nicht bereit, mich in eine finanzielle Abhängigkeit zu begeben.

    In meinem direkten Umfeld kenne ich NIEMANDEN, der nicht mindestens einen Tag (die meisten mehrere bis quasi ausschließlich) im Home Office arbeitet. Ich bin da weit und breit der einzige, der täglich auf der Arbeit präsent sein muss, offensichtlich.

    Ich schon. Mann und Tochter. Beide Maschinenbau studiert, arbeiten aber Produktionsnah. Homeoffice nur in Ausnahmefällen möglich, aber beide wollen das auch nicht.
    Ansonsten haben wir auch viele in Familie und Freundeskreis, die in Berufen arbeiten, in denen kaum Home Office möglich ist ( Handwerk, Logistik…)

    Chemietechnik als berufsbildender Leistungskurs geht mit Chemie als weiteren Leistungskurs zusammen, drittes Abiturfach ist dann Deutsch oder Englisch und das vierte dann Gesellschaftslehre, Wirtschaftslehre oder Religionslehre. Da fällt Mathe wohl hinten durch.

    Interessant: Ich dachte bisher immer, dass der 2. LK ein allgemeinbildendes Fach ist, was dazu passt. So wie Bio bei Gesundheit und eben Mathe in den technischen Fächern.

    Haltet Ihr es dann für sinnvoll, für so einen spezialisierten Rahmen die allgemeine Hochschulreife zu vergeben?

    Ich finde es schon etwas absurd, wenn man als sportlich talentierter Mensch den Bildungsgang für Gesundheit und Soziales mit dem Schwerpunkt Sport belegt, um einen guten NC für das Jurastudium zu erreichen.

    Man erwirbt doch die allgemeine Hochschulreife? Die wird doch nicht allein durch die LKs begründet. Es ist doch legitim, um den besten Durchschnitt zu bekommen, Leistungskurse nach Neigung zu wählen und damit das Beste rauszuholen.

    Mit diesem Argument müsste am Gym/Ges auch die Wahl der Leistungskurse vom später gewählten Studium abhängen. Oder anders gesagt: Jemand mit einem LK in Pädagogik und Religion kann dann kein Sport studieren.

    Ich glaube der Vorteil am BK liegt vor allem auch am Klassenverband, eher kleine Klassen/Kurse und gemeinsamer Stundenplan (bis auf wenige Ausnahmen).

    Und an den berufsbezogenen Aufgaben, die oft sehr greifbar sind. Wenn ich ans Maschinenbau-Abitur denke, sind die Aufgaben sehr anwendungsbezogen und nicht so abstrakt.

    Wir müssen auch nicht darum streiten, ob Artikel 7 in NRW einschlägig ist, die Schulpflicht gilt in NRW auch für die meisten erwachsenen Schüler:

    Hab ich jetzt hier auch schon mehrfach drauf hingewiesen, aber anscheinend unterscheiden hier User zwischen der Schulpflicht für einen 13-jährigen und der Schulpflicht für einen 23-jährigen. Ich wüsste zwar nicht, dass es da Unterschiede gibt, bin aber auch kein Jurist.

    Das NRW-Abi wird zumindest an einer Uni in Bayern ohne Anerkennungsverfahren akzeptiert. Anekdotisch: Die Studierenden aus Bayern hatten auch keine gute Meinung vom nrw-Abi, mussten dann aber anerkennen, dass sie damit nicht ganz richtig lagen.

    Du sagst also, dass Schülerinnen und Schüler widerspruchslos alle Entscheidungen der Lehrpersonen hinnehmen sollen? Da bin ich völlig anderer Meinung. Da ich meine Klassen zu mündigen Bürger erziehen möchte, ermutige ich sie, auch meine Arbeit zu hinterfragen und mir entsprechende Hinweise zu geben, wenn ich mich ggf. nicht ganz klar und transparent verhalten habe. Ich nehme diese Hinweise gern, erkläre entweder, warum ich so handle oder gebe ihnen Recht und passe meine zukünftigen Handlungen an.
    Natürlich dürfen da auch Nachfragen zu Nachschreibklausuren kommen.

    Welcher Azubi lässt sich denn wöchentlichen Urlaubstag in der Schule entgehen? Die Leistungen in der Schule habe ja fast gar keine Auswirkung auf die Ausbildung. Länger Schlafen fand ich immer prima.

    Und noch länger schlafen finden auch einige prima. Es gibt sie schon, die schulabsenten. Auch im dualen System. Aber sie sind eher selten. Meist ist das Geschichte, wenn sie das vom Lohn und/oder von den Urlaubstagen abgezogen wird.

    Ja, das weiß ich.

    Ich war mal bei einer Schulung vom VLB (Lehrerverband Berufsschule) und dort wurde die Berechnung genau zum mitrechnen vorgezeichnet. Mir wird fast alles von der gesetzliche Rente abgezogen und wahrscheinlich auch mein Anteil der Zusatzversorgung. Zum aktuellen Stand kann ich ohne Verlust 2-3 Jahre früher in Pension gehen, oder über mehrere Jahre Teilzeit machen.

    Vorerst plane ich erst mal ein Sabbatical ein, nachdem das endlich für meine Schulform wieder erlaubt ist.


    Grundsätzlich finde ich das reichlich ätzend, denn ich habe meinen Anspruch an die gesetzliche Rente ehrlich erarbeitet und die Zusatzversirgung steht mir auch zu, denn das ist quasi ein Gehaltsbestandteil. Und auch die Jahre für die Pension bekomme ich fast voll (vorausgesetzt ich halte durch). Gefühlt wird man bestraft, dafür dass man alles richtig gemacht hat

    Wieso bestraft? Du kannst eher gehen ohne Abzüge! Das ist doch ein Geschenk!

    Ich freue mich jedenfalls darauf, dass ich nicht mehr bis zum Ende muss.

    Das ist so eine typische Nanny-Staat-Forderung.

    Wieso sollte man die Freiheit der Gestaltung der Elternzeit einschränken, nur weil es Menschen gibt, die nicht in der Lage sind für sich selbst Verantwortung zu übernehmen und das für sich passende Modell zu wählen?

    Du hast weiterhin die Wahl, Du wirst nur nicht in gleichem Maße bezuschusst. Ist für mich völlig legitim, dass ein Staat bestimmte ANreize schaffen muss. Dass die Mehrheit der Frauen in Altersarmut landet und da weiterhin subventioniert werden muss, ist jedenfalls Realität.

    Frauen wird vielfach eingehämmert, sie gehörten zum Kind. Engere Verbindung, Mutterinstikt blabla. Sich von solchen Vorstellungen zu lösen, ist nicht einfach. Ich hab jedenfalls ne Zeitlang mal gedacht, mit mir stimmt was nicht, weil ich in der Mutterrolle nicht so aufgehe wie andere. Das eine Jahr zuhause war für mich die Hölle und doch hat keiner von uns (auch ich nicht) das in Frage gestellt. Heute würde ichs tun. Damals kam ich nicht auf die Idee, es anders zu machen, weil ausnahmslos alle in meinem Umfeld das so gemacht haben.

    Es gibt nur wenige Szenarien in der Praxis, in denen das wirklich passiert. Wie man aus der Kombination von RV und Pension den Höchstbetrag der Pension sprengen soll, ist mir mit Blick auf die maximal mögliche RV-Leistung schleierhaft. In Kombination mit üppigen Betriebsrenten macht das noch denkbar sein, dürfte aber auf die wenigsten zutreffen.

    Also ich schaffe das.

    Grundrechte? Jeden Tag wird bei jedem schulpflichtigen Schüler in Deutschland das Grundrecht ausgehebelt, dass jeder seinen Aufenthaltsort selber wählen kann. Indem man ihn in die Schule zwingt, auch gern per Polizeigewalt. Und wo gibts das Grundrecht zum Alkohol trinken?

    Also: Ich hab auch nichts gegen ein Bierchen abends auf einer Klassenfahrt, wenns denn dabei bleiben würde. Das tut es meiner Meinung nach nicht und in NRW ist die Rechtslage eindeutig: Kein Alkohol auf Schulveranstaltungen (=Klassenfahrt). Ich bin natürlich auch nicht weltfremd und weiß, dass es oft anders läuft am BK.

    Unsere Schulkonferenz hat übrigens beschlossen, dass die Schule und dazugehörige Veranstaltungen alkoholfrei bleiben sollen. Begründung war, dass man hier einen Raum ohne Alkohol vorfinden sollte. Es gibt also auf keiner Verabschiedung einen Sekt, auch nicht in der Fachschule. Die bekommen ihr Zeugnis (Schule) und anschließend geht man essen (privat-saufen bis der Arzt kommt möglich). Damit sind alle fein.

    Rein aus Vernunftsgründen macht es natürlich sinn, dass, wenn in der Partnerschaft entschieden wird, dass ein Partner aus familienpolitischen Gründen beruflich kürzer tritt, dies der Partner ist, der vorher schon weniger verdiente, sodass die finanziellen Einbußen geringer ausfallen.

    Es gibt Berechnungen darüber, dass es langfristig eben nicht die beste Idee ist, dass der schlechter verdienende Partner kürzer tritt. Es gehen Karriere- und Fortbildungschancen verloren. Das wirkt sich stark auf den Lebensverdienst aus und damit auch auf das Familieneinkommen.

    Ich teile Dr. Rakete Meinung und auch Sicht, dass Frauen da selber mehr tun müssten und könnten, aber man sollte eben nicht die Zementierung der Rollen bereits im Kindesalter verachten. Ich bin so aufgewachsen, dass meine Eltern mit immer suggeriert hat, ich könnte als Frau das gleiche wie als Mann. Wenn aber sogar in Kinderbüchern nur von Krankenschwestern und Ärzten die Rede ist, dann wachsen Kinder eben auch mit einem Rollenbild auf, das sich schwer lösen lässt. Und wie das auf dem Dorf aussieht, ist nochmal ne andere Nummer. ALs meine Tochter vor knapp 30 Jahren mit 2 (!) in den Kindergarten kam, weil ich weiter studieren wollte, hab ich mir Sachen angehört, die werde ich nie vergessen. Von "abschieben" bis hin zu "Karriere-Tussi" war alles dabei.

    Aber die Sache mit den Erziehungszeiten ist genau der Punkt, an dem man ansetzen solle. Man kann 14 Monate nehmen und es wird meistens 12/2, aber dann auch die letzten 2 zusammen. Das ist keine Elternzeit sondern Urlaub. So werden Frauen selten Sachen abgeben und Männer selten übernehmen, weil die Rollen schon völlig eingeschliffen sind.

    Ich würde sagen: Es können 14 Monate genommen werden, aber jeder maximal eine Hälfte, also 7 Monate. Nimmt einer weniger, kann der andere auch nur maximal die gleiche Anzahl an Monaten nehmen. Und schon würde sich da einiges tun. Die Politik kann da schon steuern, wenn sie wollte. Fehlende Betreuungsplätze sind natürlich der Sargnagel für die meisten Frauen.

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