Tod des Vaters eines Schülers

  • In meiner Klasse (6. Klasse) ist der Vater eines Schülers überraschend gestorben, ohne Vorwarnung. Das Kind kommt morgen wieder in die Schule.
    Ich möchte gerne ein kleines Kärtchen schreiben, habe aber zu dem stillen Schüler nicht so viel Kontakt gehabt bis vorher, weil er auch nicht viel erzählt.
    Ich finde Kondolenzschreiben sowieso schon immer schwierig, weil es auch immer so floskelhaft wirkt, andererseits möchte ich aber auch nicht nichts schreiben. Habt ihr einen Tipp für mich, was ich schreiben kann?

  • Guck doch mal unter "Notfallseelsorge für Kinder", gerade Bayern hat speziell für solche Fälle gute Tipps.

    Wer nie verliert, hat den Sieg nicht verdient.

  • Hatte letztes Jahr einen ähnlichen Fall...
    Ich kannte die 6. Klasse auch erst wenige Wochen. Da die Schüler auch etwas machen wollten, haben alle ein Papier mit einer Wolke o.ä. bekommen und sollten Etwas draufschreiben (wir sind auch traurig, sei nicht traurig oder nach eigener Entscheidung...) Das hat gut funktioniert und wir haben die Sammlung dann vom besten Freund in der Freizeit übergeben lassen... ALlerdings hab ich die Zettel vorher angesehen, damit niemand einen unqualifizierten Kommentar weitergibt...
    Gruß woelkchen

    • Offizieller Beitrag

    Der Vater stirbt und die Kinder sollten so etwas wie "sei nicht traurig" schreiben?? 8o
    Ich hoffe mal sehr, dass das nicht wirklich jemand getan hat!

    WE are the music-makers, and we are the dreamers of dreams,
    World-losers and world-forsakers on whom the pale moon gleams
    yet we are the movers and shakers of the world for ever, it seems.

  • Zitat

    Original von Meike.
    Der Vater stirbt und die Kinder sollten so etwas wie "sei nicht traurig" schreiben?? 8o
    Ich hoffe mal sehr, dass das nicht wirklich jemand getan hat!


    Genau das habe ich auch gedacht, als ich es gerade gelesen habe.
    "Nicht traurig sein" funktioniert nicht, wenn gerade ein Familienmitglied gestorben ist - im Gegenteil, Trauerarbeit ist soogar sehr wichtig.

  • Ohja, das ist sehr schwer!
    In meiner Schule war das am Ende des Schuljahres auch der Fall, dass der Vater eines 11.-Klässlers gestorben ist.
    Der Klassenleiter hat dann mit dem Schüler gesprochen und dieser wollte, dass man das Thema gar nicht anschneidet, sondern einfach so weitermacht, als sei nichts. Hm. Naja, seine Entscheidung.


    Evtl kann man eine Trauerkarte kaufen, wo vorne etwas in der Art "Herzliches Beileid" steht und innen reinschreiben: "Wir fühlen mit dir" oder "Wir sind für dich da" und alle Schüler unterschreiben lassen.

  • Ich war auch gerade in der Situation. Von der Mutter erfuhr ich, dass der Sohn sehr große Schwierigkeiten hat, den Tod des Vaters an sich heran zu lassen. Er treibt momentan drei Stunden pro Tag Sport und vergießt keine Träne. Wir Lehrer haben nichts gesagt...In gewisser Weise übersteigt das auch unsere Kompetenz.

  • Hallo Aktenklammer,
    biete ihm die Möglichkeit an mit dir reden zu können, wenn er das Bedürfnis dafür verspürt. Ansonsten hab ein Auge auf ihn wie er sich in nächster Zukunft in der Schule verhält, sowohl während des Unterrichts wie auch in den Pausen. Hast du das Gefühl, dass er abrutscht biete der Mutter ein Gespräch an, gemeinsam zu überlegen, wie man dem Schüler in der Schule hefen kann. Denn es trauert vermutlich die ganze Familie und jeder auf seine Art. So könnte es sein, dass er mit seinen schulischen Belangen in nächster Zeit alleine dasteht oder er Vorfälle in der Schule verheimlicht, um seiner Familie nicht weiteren Kummer zu bereiten.oder,oder,oder...
    Gruß Bieba

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