Fortführung des Stumpenhorst-Verfahrens auch am Gymnasium?

  • Zitat

    Original von Aktenklammer...A propos: was macht genau einen Tintenkiller böse? Das habe ich bis jetzt noch nicht verstanden ?(

    ... wenn er in der Grundschule nur verteufelt wird, bringt das nichts. Grundschullehrer wollen gern die Ursprungsfehler der Kinder sehen, um dann daran zu arbeiten. Und wenn der Umgang mit dem "Killer" nicht eingeübt wird, werden im Extremfall.ganze Zeilen und Absätze ausgekillert. Ich finde, es ist kein Problem, mit diesem nützlichen Teil schon in der Grundschule zu arbeiten, wie gesagt, nach "Einübung".
    Gruß,
    "weil's hier gerade so schön O.T. ist"
    Peter

  • 1) zu Sommer-STumpenhorst:
    Wir arbeiten auch an der Schule mit diesem Rechtschreibkonzept. In einer Fortbildung hat der große Meister selbst erklärt, dass das Konzept auf 6 Jahre ausgelegt ist, so dass es anscheinend kein Wunder ist, wenn die Kinder noch so viele Fehler machen.


    Ich versuche nun auf unserer Schule die Diskussion anzuregen, wie man das Konzept verändern kann - denn ich in NRW habe nun mal keine 6 jährige Grundschulzeit.



    2) Dahinter steht ja das Problem, dass Kinder immer schlechter Rechtschreiben können - meines Erachtens ist es ein Problem des Stellenwertes und des Zeitkontingentes, das in der Schule zur Verfügung steht. Wenn z.B. in den neuen Richtlinien ein großer Anteil am mündlichen Sprachgebrauch gefordert wird - ist es kein Wunder, dass die Kinder immer schlechter Rechtschreiben.



    3) Das ortsansässige Gymnasium hat einen Info-Abend zum Thema Rechtschreibung durchgeführt. Das beschäftigt mich immer noch.


    In Zusammenarbeit mit einem ortsansässigen, überregional aktiven Institut, das auch an Erhebungen deutschlandweit beteiligt war, wurde das Ganze veranstaltet. Zuerst stellte die Dame fest, das Rechtschreibung die Kernkompetenz für das aktuelle Jahrhundert sei, denn z.B. bei google finde man Informationen nicht, wenn man Wörter unkorrekt eingeben würden. - Sehe ich erst mal so nicht, naja!!!


    Rechtschreibung wäre ein Entwicklungsprozess, der aus 2 Teilbereichen besteht, Rechtschreibwissen , Grammatikwissen. Die Grundlagen werden in der Grundschule gelegt - müssen sie auch, weil im Gymn. keine Zeit ist, zu viele Kinder in einer Klasse sitzen und Lehrer nicht kompetent genug sind für richtig ausgeprägte Lernschwächen. Rechtschreibung sei im Unterricht nur in untergeordneter Rolle vorgesehen (1/22 oder so des Gesamtstoffes). Rechtschreibung sei aber Aufgabe aller anderer Fächer, so dass in jedem Bereich 1 Note abgesenkt wird bei schlechten Leistungen. (heißt Aufgabe nur das Anstreichen????)



    Man zeigte eine umfangreiche Tabelle, was alles beherrscht werden müsse, was Thema in der GS ist.Stimmt wahrscheinlich so, aber nicht alles, was ich berühre, wird auch immer beherrscht.


    Alle schimpften nun auf die Inkompetenz der Grundschullehrer, die natürlich die Kinder so schlecht vorbereiten. Dass bei uns in NRW Rechtschreibung auch eher eine untergeordnete Rolle spielt im Zeitrahmen, dass ich auch 26 Kinder in meiner Klasse habe (allerdings noch gemischt aus 1/2. Klasse mit ganz anderen Schwierigkeiten) wurde nicht erwähnt. Dass ich nur 6 Semester studiert habe, inzwischen Leute ausgebildet werden, die noch nicht einmal Deutsch als Fach studiert haben, wurde gar nicht ierangesprochen. Das ich etwas mehr weiß über Rechtschreibung liegt an meinem selbstfinanzierten Fernstudium.
    Das Gymnasium löst sein Problem nun so:
    In Klasse 5 wird flächendeckend eine Erhebung durch das Institut durchgeführt, wer es finanziert, weiß ich nicht (angeblich 50 Euro pro Klasse, andere Info 1 Euro pro Schüler).
    Eltern und Lehrer erhalten Ampel-Auswertung der Bereiche, grün o.k, , gelb leichte Entwicklungsrückstände, rot erheblich. Bei gelb können Eltern mit Schule aufarbeiten (allerdings sind die Ressourcen begrenzt, also eher die Eltern), bei rot sollte man das institut um Hilfe bitten, was sehr viel kostet.


    Das Institut ist wirklich seriös und leistet meiner Erfahrung gute Arbeit. Ich habe aber immer noch den Traum von Changengleichheit.


    Nun bin ich auf den Elternabend als Kollegin und Mutter gegangen.
    Als Mutter rollen sich mir ebenso die Fußnägel hoch.
    Es ist ein Systemfehler.Wenn Rechtschreibung so einen hohen Stellenwert bekommt, dann muss es sein, dass es auch in der Unterrichtszeit so einen hohen Stellenwert bekommt. Den hat er definitiv nicht. Mein Sohn hat eine Lehrerin , die sich konsequent an die Richtlinien hält, er hat in der 4. Klasse sieben Lehrer, so dass bei 9 Stunden Deutsch und Mathe als Klassenraum kein Raum für irgendetwas besteht. Wir zu Hause müssen Hausaufgaben kontrollieren, es wird nur abgezeichnet, ob sie gemacht werden - Systemfehler fallen nie auf!!!! Aufsätze werden nur mündlich korrigiert, nie wurde ein Aufsatz mal probeweise von der LEhrerin nachgeschaut (um an ihre Korrekturhinweise zu gewöhnen). Üben findet nicht statt, das müssen wir Eltern machen. Kinder, die einen klassenlehrer mit mehr Stunden vom alten Schlag haben, haben eindeutig einen Vorteil. Er nützt auch die anderen Fächer, macht vielleicht nicht so einen guten Kunst- und Religionsunterricht, hat dafür aber mehr Zeit, um mit schwachen Kindern zu üben und auf die Anforderungen der weiterführenden Schulen vorzubereiten.


    Wenn ich bestimmten Kollegen, die keine Kinder in der Schule im Moment haben, davon erzähle, bekomme ich zu hören: Dann hat dein Kind nichts auf dem Gymnasium zu suchen. Ich sehe es als Systemproblem, denn er ist fitter, als ich es war und ich habe es immerhin zur Grundschullehrerin gebracht.


    Mittlerweile sind in NRW durch die Reduzierung auf 12 Jahre bis zum Abi so hohe Anforderungen, dass für NAcharbeiten von Lücken, die durch Einhalten der Richtlinien in der GS entstehen, gar keine Zeit besteht.




    flip, die sich über so eine Diskussion freut, weil sie d i e Misere unseres Schulsystems zeigt.

    • Offizieller Beitrag

    <Ironie ON>

    Zitat

    Zuerst stellte die Dame fest, das Rechtschreibung die Kernkompetenz für das aktuelle Jahrhundert sei, denn z.B. bei google finde man Informationen nicht, wenn man Wörter unkorrekt eingeben würden. - Sehe ich erst mal so nicht, naja!!!


    Schlechte Rechtschreibung ist sogar hilfreich. Wenn man sich bei ebay bei der Suche vertippt, landet man nämlich bei falschgeschriebenen, eingestellten Angeboten. Diese werden seltener aufgerufen. Man kann also so manches Schnäppchen machen. ;)


    </Ironie OFF>


    Die Aussage von der Dame vom Institut ist aber insofern falsch, als dass google bei falsch geschriebenen Wörtern oft neben den Suchergebnissen auch noch einen Link auf eine neue Suche mit der richtigen Schreibweise anbietet.


    kl. gr. Frosch

    • Offizieller Beitrag

    *lol* Frosch :D
    Nebenbei bemerkt finde ich das Googleargument ein bisschen armselig.
    Es gibt ja wohl trifftigere Gründe für gute Rechtschreibung.


    Zu Flips Posting kann ich sagen, dass ich als Klassenlehrerin auch immer einige Stunden der "Nebenfächer" für den Deutschunterricht nutze, obwohl ich mich nicht als "vom alten Schlag" bezeichnen würde. Die Zeit ist einfach verdammt knapp.
    Richtig froh bin ich damit nicht.

    • Offizieller Beitrag

    Zunächst mal muss ich mich ein wenig entschuldigen, sollte mein Post so geklungen haben, als hätte ich den Grundschullehrern die Schuld zugeschoben. Ich weiß nämlich, dass es nicht so einfach ist. Nur die Aussage, Aufsätze seien lebensfern, hat mich sauer gemacht.
    Ich persönlich sehe es durchaus so, dass im Grundschulaufsatz "Mein schönstes Ferienerlebnis" wichtige Fundamente für die späteren Aufsätze gelegt werden. Als nächstes werde ich übrigens mit meinen Fünftis einen persönlichen Brief einüben- ist das nicht lebensnah genug?
    Ich habe mir auch sagen lassen, es wäre nicht schlecht, wenn manche Elftklässler mal gelernt hätten, wie man Tee kocht :D. Alles baut doch irgendwie aufeinander auf.
    Gelegentlich frage ich mich doch, wo der Unterschied zwischen meinem damaligen Rechtschreibunterricht und heute liegt- und ich hab ihn gefunden (trörö!): Damals gab es keine Flex-Klassen, keine Klangsignale, wir waren meist von selbst ruhig, meine Lehrerin musste auch äüßerst selten irgendwelche Schüler unter den Tischen hervorziehen, und es gab auch keine Verwendung von Katzenstreu in irgendeiner Form..... und warum weiß ich auch nicht, wir haben auch genau das abgeschrieben/abgemalt, was da an der Tafel stand, ohne fantasievolle Eigenkreationen.
    Ihr Grundschullehrer seid jetzt tatsächlich mehr gefordert.
    Ähja, was mir jetzt noch fehlt, sind konkrete Tipps für Gymnasiallehrer der fünften Klassen, so es denn so etwas gibt (ich würde mich wirklich drüber freuen, denn es gibt keinerlei Rechtschreibungs-FoBis bei uns- hab gerade geguckt):
    Soll ich den Kleinen zusätzlich zu den normalen Hausaufgaben noch weitere Lernwörter aufgeben? Wie kann man die denn dann abfragen?
    Und wann hört man damit auf ? Das muss ja dann mal irgendwann vor dem Abitur sein?
    Einfach warten geht nunmal leider, leider nicht- und mehr Stunden- ihr wisst es ja selbst.
    Liebe Grüße
    Hermine

  • Ich habe meinen Sohn durch den Lernserver testen lassen - und nun Fördermaterial bekommen - eben weil ich glaube, dass er einen noch besser gepackten Rucksack für die Gesamtschule/Gymnasium braucht.


    Vielleicht kannst du gerade den Eltern von rechtschreibschwächeren Kindern diesen Tipp geben - dann haben sie wenigstens Fördermaterial und müssen nicht so einen teuren Förderunterricht bezahlen
    flipi

  • Hallo Elefantenflip,
    kannst du das etwas genauer beschreiben, ich habe auch viele rechtschreibschwache Schüler (LRS oder grenzwertig), die LRS Institute sind meist zu teuer, deine Variante wäre eine Alternative.
    Gruß Nof.

    Wir helfen einem Menschen mehr, wenn wir ihm ein günstiges Bild seiner selbst vorhalten, als wenn wir ihn unablässig mit seinen Fehlern konfrontieren.
    A. Camus

  • Am Tag der offenen Tür immer wieder dieselben Aussagen von Eltern der Viertklässler: (sinngemäß) "Mit dieser Art des Schreibenlernens ist es ja klar, dass sie nichts können. Mein Sohn schreibt wie er will. Und jetzt macht er es auch in Englisch so. In Englisch lernen sie ja auch nichts. Er schreibt "kuhl" und es wird nicht korrigiert. Wir setzen uns mit unserem Kind am Wochenende hin und korrigieren alles und üben" *allgemeines Nicken der umstehenden Eltern*


    Wenn es so läuft bzw. die Eltern anscheinend das Verfahren nicht verstanden haben oder dagegen sind, ist doch alles hinfällig, oder?
    Dann soll ich (die ja nicht für diese Methode ausgebildet wurde) den Eltern erklären, was sie (hätten) tun und sein lassen sollen ....? Oder warum die GS-Lehrer dieses Verfahren anwenden? ?(?(

  • Danke Flip!

    Wir helfen einem Menschen mehr, wenn wir ihm ein günstiges Bild seiner selbst vorhalten, als wenn wir ihn unablässig mit seinen Fehlern konfrontieren.
    A. Camus

  • @AK
    Das sehen nicht nur die Eltern so, viele Sek1 Lehrer sind auch der Meinung, dass die Schüler in der GS nichts merh lernen und die Rechtschreibung so fatal sei, weil sie schreiben dürfen, wie sie wollen.


    Du hast natürlich recht, es ist ätzend für dich als Sek1 Lehrerein den Eltern erklären zu müssen, warum die GS das so macht, vor allem werden solche Eltern wie diese das nicht verstehen.

    Wir helfen einem Menschen mehr, wenn wir ihm ein günstiges Bild seiner selbst vorhalten, als wenn wir ihn unablässig mit seinen Fehlern konfrontieren.
    A. Camus

  • Ich verstehe aber andererseits auch nicht, warum wir als Sek. I-Lehrer nicht im Referendariat auch über die GS-Verfahren informiert werden.
    Wir werden mit Schülern konfrontiert, die Rechtschreibung mittels bestimmter Methoden erlernt haben, deren Lernprozess im Hinblick auf die Methode nicht abgeschlossen ist und müssen uns dann ja das Wissen darüber anlesen und verstehen es ggf. gar nicht richtig.


    Und wie gesagt, alle mir bekannten Deutschbücher - ich habe glaube ich 6 verschiedene hier stehen - bauen NICHT auf einer solchen Methode auf.


    Mangelnde Kooperation zwischen Studienseminaren? Mangelndes Wissen in Verlagen? Mangelnde Überzeugung vom Wert der Methoden?


    Mich nervt es langsam an, ich habe einerseits Schüler, die sehr gut rechtschreiben und andere - ich erwähnte es - die noch nicht mal einen Punkt zwischen Sätzen setzen, die Nomina sehr oft kleinschreiben, die einfachste Rechtschreibregeln nicht anwenden. Dann sind da die Eltern, die der Überzeugung sind, ihre Kinder können nix und auch die weiterführende Schule bringt da nichts und SIE müssen sich am WE hinsetzen. Und dann ist da die Grundschule, die sauer auf uns ist, weil wir das Sommer-Stumpenhorst-Verfahren nicht anwenden.

    • Offizieller Beitrag

    Was ich in dem Zusammenhang nicht verstehe:
    Beschweren sich denn die Eltern nicht schon in der Grundschule? Bemerken die erst in der SekI, dass da was schiefläuft?
    Übrigens finde ich persönlich es unmöglich, dass eure Grundschullehrer in irgendeiner Weise sauer auf die Sek I -Lehrer sind. Wir haben nunmal andere Prioritäten als sie und können auf Grund des fehlerhaften Systems nicht mal auf den Fundamenten aufbauen, die wir uns wünschen würden und wenn ich mir den Lehrplan für unsere Fünfte anschaue- da ist keine Zeit, Lücken zu stopfen, zumindest nicht ohne die Mithilfe der Eltern...- und das kann es ja wohl auch nicht sein.
    Abgesehen davon gehe ich ja auch nicht in die Grundschule und verlange, dass deren Unterricht genau auf meinen weiterführenden Unterricht abgestimmt wird- das fände ich persönlich anmaßend.
    Etwas anderes sind Grundschul-SeKI-Lehrer-Treffen, bei denen sich darüber unterhalten wird, warum einiges so ruckelt und hängt. Allerdings ohne gegenseitige Vorwürfe und Wünsche.
    Letztes Jahr kam zum Beispiel in einer Grundschule heraus, dass die kaum mehr Aufsätze schreiben, weil es nicht mehr ausdrücklich im Lehrplan verlangt wird. Da müssen wir praktisch bei Null anfangen. Das kostet wieder Zeit, die keiner hat. Dafür schreibt betreffende Grundschule Dikate en masse- die Rechtschreibung der Kinder ist deshalb nicht besser, also zwei Fronten, an denen aufgearbeitet werden muss. Dafür sind die Kinder dieser Grundschule aussergewöhnlich diszipliniert, sehr auf Klassengeist bedacht etc.
    Bei uns gibt es jedes Jahr so ein Treffen, das ist aber nur dann fruchtbar, wenn keiner an den anderen irgendwelche Ansprüche stellt oder gar Vorwürfe macht.
    Liebe Grüße
    Hermine

    • Offizieller Beitrag

    Äh, ich habe mir gerade den lernserver angeschaut und wäre sehr dankbar, wenn mir jemand durch das Dickicht helfen würde:
    - Wie kann ich mich registieren?
    - Muss ich tatsächlich mindestens 3,50 +2 Euro zahlen, um das Programm mit meinen Schülern durchführen zu können und dann ein individuelles Förderprogramm für den Schüler zu erhalten?
    - wie geht das dann weiter? Ich hätte mir sehr gerne erst einmal eine Version eines Testbogens angesehen, bevor ich mich entschließe, das mit meiner Klasse zu machen oder es den Eltern zu empfehlen.
    Liebe Grüße Hermine

  • Das Problem ist doch auch, dass ich am Gymnasium Kinder aus 5-6 verschiedenen Grundschulen sitzen habe, die meist mit verschiedenen Methoden Rechtschreiben gelernt haben. Selbst wenn ich eine Methode fortführen würde, würde ich wiederum 2/3 meiner Klasse nicht gerecht werden.
    Und die Frage ist ja auch, ob man bei allen Methoden später nocheinsteigen kann.


    Ich persönlich finde es also unsinnig in der Grundschule eine Methode einzuführen, die nach 4 Jahren nicht zuverlässig abgeschlossen ist und bei der man offensichtlich so viel falsch machen kann.


    Ich steige in Klasse 5 mit der rhythmisierenden Methode (FRESCH) ein, die einige Kinder schon aus der GS kennen und die man relativ schnell lernen und umsetzen kann. Mit meinen LRS-Kindern vertiefe ich diese Methode dann noch.
    Man denkt im RP aufgrund einiger Studien inzwischen darüber nach, diese Methode in Primar- und Sekundarstufe verbindlich zu machen, was sicher sehr hilfreich ist.
    Im Bezug auf Förderunterricht gilt diese Verbindlichkeit in BW glaube ich schon, so dass ich Kinder, die schon in der GS gefördert wurden, nahtlos weiterfördern kann.


    Wir ziehen von 18 Grundschulen aus zwei verschiedenen Bundesländern Schüler ein und es ist fast unmöglich alles unter einen Hut zu bringen, auch wegen unterschiedlichen Stundentafeln und Lehrplänen.
    Auf zahlreichen Veranstaltungen mit Grundschullehrern kristallisiert sich mehr und mehr heraus, dass die Lehrpläne von Grundschule und weiterführender Schule nur sehr schlecht abgestimmt sind und wir dank G8 weniger Zeit haben um mehr aufzuarbeiten.
    Wir haben uns z.B. in Bezug auf Englisch geeinigt uns in der Mitte zu treffen, denn einerseits sollen die Kinder in der GS fast nichts schriftliches machen, aber Anfang von 5 soll es dann plötzlich da sein - Tatsache ist jedoch, dass sich bei vielen Schülern dadurch eine katastrophale Rechtschreibung eingeschliffen hat, die nur sehr schwer wieder gerade zu biegen ist, so dass der Zeitvorteil, aufgrund dessen man uns Stunden gestrichen hat, grade wieder futsch ist.
    Also werden die GS-Lehrerinnen versuchen im 2. HJ Klasse 4 vermehrt auf korrekte Rechtschreibung zu achten und (rechtlich in einer Grauzone) auch schon mal Vokabeltests zu schreiben.


    Wir hoffen so einen besseren Übergang zu bekommen.


    Grüße
    Lolle

  • Ich denke, dass gegenseitiges Vorwerfen überhaupt nichts bringt. Ich selber habe es so gespürt, als ich auf dem besagten Elternabend am Gymnasium war und es unmöglich fand, wie auf die Grundscihulen herumgehackt wurde.
    Auf den weiterführenden Schulen, insbes. auf dem Gymnasium herrscht das absolute Fachlehrerprinz - jedenfalls auf den Gymnasien in meinem Umkreis, so dass ich glaube, dass die Arbeit eben anders aussehen muss und S-St. gar nicht zu verwirklichen ist, wenn du 5 qualitative Diktatanalysen machen musst- geht nicht.....


    Was mich ärgert, ist die poitische Schiene, die es nicht schafft, eine Verzahnung hinzubekommen. Es kann nicht sein, dass bei einem Gymnasium Zeichensetzung in der ersten Arbeit angestrichen wird, was wohl nur einmal geübt wurde, es bei uns aber allerhöchstens Randgebiet ist (in schwächeren Umfelden hat man es mit ganz anderen Problemen zu tun). Geht nicht, dann müssten ganz klare Vorgaben her. Mein Sohn schreibt kaum Aufsätze - weil in den Grundschulrichtlinien besonders das Mündliche betont wird - im Gymnasium werden gute Kpmpetenzen erwartet. Kann er so gar nicht haben- der GS-Lehrerin kann ich gar keine Vorwürfe machen, sie hält sich genau an die Richtlinien.


    In meiner Schule wird auch S-St. verwendet, allein deswegen sinnvoll, weil ich eine jahrgangsübergreifende Klasse 1/2 habe und deswegen eine Methodik benötige, die selbständiges Arbeiten in einem Stufenmodell fördert. S-St. hat in einer Fortbildung gesagt, dass sein Modell auf 6 Jahre ausgelegt sei - ich muss es also evaluieren und verändern, so dass es passt. Ich kann ja wirklich nicht vorschreiben, wie die Leute nach mir arbeiten sollen. Leittragende sind die Eltern.


    Äußerst du so etwas auf Fortbildungen oder bei bekannten Didaktikern, wirst du in die Ecke gedrängt, nicht auf der Höhe zu sein...


    Es ärgert mich, dass am Gymnasium die Verkürzung auf 12 Jahre beschlossen wurde, ohne etwas aus dem Stundenplan zu streichen - was ich höre, dass eben aus Zeitgründen Übungsphasen gestrichen werden. Eltern sitzen immer mehr Nachmittags. Wenn ich so etwas vorhabe, muss ich mir doch im Vorhinein Gedanken um die Umsetzung machen und als Verantwortliche nicht denken: Die Praktiker werden es richten.... So viel ich weiß, gibt es noch nicht neue Bücher in der Schule, sonders es werden die Bücher von zwei Jahrgängen benutzt. Mist ist das!!!


    Mist ist das, was in 5 Jahren in den Grundschulen sein wird. Ich komme mir im Moment wie der Rufer in der Wüste vor. Wir werden Kinder in die Grundschule bekommen, die 5 1/2 Jahre alt sind. Wie jeder weiß, hängt einiges auch von der Reifung ab. Ergo: Z. B. in Mathematik werde ich nicht so weiterarbeiten können, denn viele Kinder werden die Invarianz noch nicht verstehen können, eine Grundlage, um überhaupt erst in die Numerik einsteigen zu können. Wenn ich davor warne, kommt bei den meisten Leuten: Ich habe eine Schüerin cy, die ist aber sehr weit entwickelt, die kann den 7 jährigen das Wasser reichen. Ich spreche aber nicht von weit entwickelten Kindern, sondern von ganz normaler Entwicklung. Schaffen soll ich das alles durch Differenzierung. Geht aber nur sehr begrenzt bei 26 Kindern. Ich muss ganz viel Material einsetzen, konkrete Handlungen im pränumerischen Bereich, um die Kinder so weit zueit bringen. Aber diese Kinder spielen dann gerne mit dem Material, ich brauche also eine kleinere Lerngruppe. Die anderen in der Zwischenzeit beschäftigen, geht, aber nicht andauernd. Ist ja nicht so, dass ich mir im Moment an den Füßen herumspiele.... Diese Kinder haben noch viel kürzeeiten, brauchen viel mehr Bewegung, Spiel, wo und wie sind die Lebensräume bei uns dafür? Ich kann sie ja nicht einfach auf den Schulhof s<hicken. Konzentrationszere Konz
    Außerdem scheint der gleiche LEhrplan weiterzugelten, wie der, der im Moment gilt. Also bekommen diese Kinder sofort am anfang zu spüren: Ich kann weniger als die anderen Kinder.


    Dann habe ich immer mehr schlecht ausgebildete Lehrer: Wenn ich in derGS arbeiten kann, ohne Deutsch und Mahte studiert zu haben, bin ich auf gute Konzepte angewiesen. Für Fachleute ist es aber schon schwer sich durch das Dikicht zu kämpfen und seriöses von unseriösem zu unterscheiden.



    Ergo: Für mich ist das ganze ein Systemproblem und das System kann ich nciht ändern. Ich kann Eltern Hilfestellungen geben und Tipps, wie sie ihre Kinder durch das System begleiten können. Und da ist der Lernserver für mich eine Möglichkeit, obwohl es bestimmt auch noch viel bessere Alternativen gibt.
    flip,

  • Zum lernserver:
    Dort gibt es gestaffelte Preise und erst einmal e ischluckst du, wie teuer das Ganze ist. Ist eben auch kommerziell ausgerichtet.Der Vorteil ist dabei aber, dass du für eine relativ kleine Mark eine Fülle an Übungsmaterial bekommst, direkt auf das eigene Kind zugeschnitten, so dass die Eltern zu Hausepte die Förderung vornehmen können. Ich könnte mir als Schule vorstellen, dass man 9. Klässler darauf ansetzt, in regelmäßigen Übungsstunden mit den 5. Klässlern zu üben, für 2 Euro, so dass Eltern, die keinen Zugang zum Kind haben, entlastet werden. Natürlich müssten die Eltern die Kohle abdrücken und das Fördermaterial bezahlen.... Aber immer noch besser als ein kommerzielles Institut. Ich weiß, weil ich mich etwas in dem Bereich auskenne, dass es sog. Fachleute gibt, die diese Materialien nutzen und sich die Förderung aber sehr teuer bezahlen lassen.
    Maile doch mal den Professor Schönweiß an, vielleicht kannst du ein Kind probeweise testen, um das Konzept praktisch zu testen. Er hat mir auch zurückgemailt.


    Eine andere Alternative ist das Gutschrift institut, dass anscheinend günstiger eine Klassentestung vornimmt - allerdings scheint damit nicht die Möglichkeit gegeben, dass man Fördermaterial en bekommt - http://www.gutschrif-institut.de ist die Adresse, Dr. Löffler, die an mehreren Studien beteiligt war, ist dieLeiterin. Natürlich ist das Ganze sehr kommerziell ausgerichtet.


    Hermine: wenn du nicht weiter kommst, maile mich mal an, ich habe versch. Infos zum Lernserver gesammelt.

    • Offizieller Beitrag

    @ elefantenflip


    Von welchem Bundesland redest Du? Bawü? Es stimmt definitiv nicht, dass nichts aus dem LP für G8 gestrichen wurde. Das Spiralcurriculum wurde in allen Fächern gekürzt bzw. Vertiefungen aus späteren Klassen so mit den Vorübungen zusammen gelegt, dass auch Inhalte gestrichen wurden. Und da könnte man auch streiten, ob nicht wichtige Inhalte auf diese Weise gestrichen wurden.

  • Nach einem Mailkontakt mit Prof. Schönweiß vom Münsteraner Lernserver habe ich folgende Antwort bekommen. Ich habe die Erlaubnis, sie weiterzugeben. .


    Stefan, Daniela, ich hoffe, ihr versteht es nicht als Werbung. Ich habe davon nichts. Mir als Mutter hilft der lernserver im Moment, dass ich mein Kind zielgerichteter fördern kann, ohne tausende von Marken zu inverstieren. Ich habe die Empfindung, dass mehr Leute von diesem Angebot wissen müssten, weil es erheblich kostengünstiger ist als Therapien. Weil es nicht nur eine Testung bietet, sondern für viele Leute in machbarem Rahmen Fördermaterial bereitstelllt. Ich weiß auch, dass es Therapeuten gibt, die damit arbeiten, dann aber zu ganz anderen Kursen.
    W



    "Betreff Einsatz des LS in der Sekundarstufe

    Der Lernserver besteht ja aus einer Reihe von Modulen, die auf
    unterschiedlichste Weise miteinander kombiniert werden können. Insofern gibt es
    keine Ideallösung, die wir pauschal den Schulen empfehlen. In Abhängigkeit von
    den je gegebenen personellen Möglichkeiten muss entschieden werden, was im
    Einzelfall die sinnvollste Lösung wäre.
    Eine Rolle spielt, wie viele Lehrkräfte zur Verfügung stehen, ob Studierende
    oder ältere Schüler mit eingebunden werden können; ob und wie viel
    Selbständigkeit man bei den Schülern unterstellen kann; wie sich die Abstimmung
    zwischen dem regulären Unterricht und unterrichtsbegleitenden Förderangeboten
    gestaltet (z.B. im Offenen Ganztag), ob und in welchem Umfang die Eltern mit
    eingebunden werden können etcpp.


    Manche Schulen ordern für jeden Schüler individuelles Fördermaterial. Dies
    macht jedoch nur dann Sinn, wenn sichergestellt ist, dass Sie mit der Fülle an
    Material auch umgehen können. Als einzelne Lehrkraft kämen Sie sehr rasch an
    Ihre Grenzen.
    Wenn es Ihnen dann nur noch möglich wäre, den Schülern ihren jeweiligen Ordner
    auszuhändigen, wäre dies nicht nur demotivierend; sie blieben letztlich ein
    ganzes Stück weit alleingelassen, und eine besonders gute Rückenschulung ist es
    auch nicht gerade.


    Unser gesamtes Konzept ist darauf ausgerichtet, der Lehrkraft all das an die
    Hand zu geben, was sie für eine Rechtschreibförderung benötigt. Adressat
    insbesondere der Lösungsblätter samt der dort oft angebrachten didaktischen
    Hinweise (ganz abgesehen von den Diktaten, die immer wieder eingestreut sind)
    ist also nicht der Schüler. Zwar ist es wichtig, die Schüler an selbständiges
    Arbeiten heranzuführen; wir verfolgen jedoch nicht die Illusion, mit unserem
    Angebot den Lehrer ersetzen zu wollen – auch wenn manche Lehrer in ihrer Not
    den Lernserver entsprechend missverstehen. Es sind also keine
    Selbstlern-Materialien.


    Vor allem sollten die wichtigsten Dinge gemeinsam bzw. mit dem Schüler bzw. der
    Gruppe oder Klasse besprochen werden. Überhaupt möchte ich dafür plädieren, das
    Gespräch und den Austausch mit und zwischen den Schülern nicht zu kurz kommen
    zu lassen. Das ist zwar eine Selbstverständlichkeit, die leider aber manchmal
    etwas kurz kommt, wenn eben die Kinder mit unserem Material alleingelassen
    werden. Dabei wäre es ja auch für die Lehrkraft entlastend und zugleich
    aufschlussreich, wenn Schüler anderen das erklären, was sie verstanden haben.
    Ganz abgesehen davon, dass dabei der Lerneffekt nicht zu unterschätzen ist.


    Empfehlen würde ich Ihnen, die zentralen Punkte (s. Handbuch) gemeinsam, mit
    der gesamten Klasse, zu erarbeiten. Dies gilt gerade für den oft
    vernachlässigten Bereich der Betonung, für den wir zusammen mit Lehrern
    Unterrichtsentwürfe entwickelt haben. Der Band zur Dopplung ist inzwischen
    ebenfalls fertiggestellt worden.


    Auch haben wir uns dafür entschieden, Ihnen als Lehrkraft lieber mehr Material
    als zu wenig mitzugeben. Es ist immer leichter, etwas zu überspringen, als das
    Passende hinzuzusuchen. Auch möchten wir Sie dabei unterstützen, wenn Sie
    bearbeitete Dinge zum Üben und Festigen mit nach Hause geben.


    So könnten Sie z.B. den Lernserver nutzen:
    Nach einer Diagnose aller Ihrer Schüler können Sie jene herausfischen, die in
    der Tat eine individuelle Förderung bräuchten. Dabei stellt sich durchaus in
    Einzelfällen auch die Frage, ob Sie und Ihre Kollegen wirklich alle Probleme
    auffangen können. Selbst mit dem Lernserver (der ja seine Wurzeln in der
    Lerntherapie hat) können Lehrer nicht alles leisten. Nicht selten gibt es ja
    Schüler, die bereits seit längerem LRS-Probleme mit sich herumschleppen und die
    von Grund auf systematisch an die Schriftsprache herangeführt werden müssten.
    Und bei denen womöglich die ganze Problematik auf ihre Persönlichkeit
    ausstrahlt, so dass im Grunde eine ergänzende lerntherapeutische Förderung
    anzuraten ist.


    Sie können die Diagnose-Ergebnisse aller Schüler zueinander ins Verhältnis
    setzen („Quickreport“) und entscheiden, welche Kinder Sie in einer Gruppe
    zusammenfassen möchten. Dabei bieten wir Ihnen an, diese Prüfung nach
    unterschiedlichen Kriterien vorzunehmen.
    Also: Falls Sie keine weiteren Lehrkräfte oder pädagogische Hilfskräfte zur
    Verfügung haben (wir hier in Münster geben den Schulen ca. 120 ausgebildete
    Studierenden an die Hand; dies wollen wir auf andere Unistädte ausweiten.),
    stellt sich für Sie die Frage, wie Sie am besten die Gruppen- und die
    Einzelförderung miteinander kombinieren könnten.


    Was die Gruppen-Förderbücher angeht, haben wir es bislang so gehalten, dass wir
    ein Exemplar den Schulen zukommen ließen. Die Lehrkräfte (wie auch unsere
    studentischen Förderkräfte) entscheiden dann, was und wie viel sie für die
    Schüler davon kopieren und ihnen jeweils für die Stunde bzw. für die häusliche
    Arbeit aushändigen bzw. mitgeben wollen.
    In diesem Zusammenhang: Da wir zu jedem Aufgabenblatt ein Lösungsblatt
    anbieten, wird meist auf das Kopieren aller Lösungsblätter verzichtet; dadurch
    reduziert sich auch etwas der Kopieraufwand und alles wird etwas
    übersichtlicher – es sei denn, man möchte die dafür geeigneten Blätter zur
    Selbstkontrolle oder zum gegenseitigen Überprüfen nutzen.


    Vielleicht könnte man ja auch ältere Schüler damit betrauen, die in Absprache
    mit der zuständigen Lehrkraft die jeweilige Portion kopiert, locht und für die
    Förderstunden vorhält.
    Die Schüler bräuchten dann Mappen, in die sie die bearbeiteten Dinge ablegen
    könnten.
    Wenn diese älteren Schüler dann auch noch als Tutoren fungieren könnten, wäre
    allen damit geholfen."




    flip

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