Wo das eigene Kind einschulen?

  • Hallo,
    meine Frage betrifft mein eigenes Kind, das 2012 eingeschult wird. Ich bin selbst Grundschullehrerin und unterrichte in einer Ganztagsklasse.
    Ich muss mich demnächst entscheiden, in welche Schule mein Kind gehen soll, und weiß nicht wirklich, was am besten wäre.


    Ich versuche mal, die Lage zu schildern und hoffe auf eure Meinungen:
    Grundsätzlich müsste mein Kind im Ort A in die Schule gehen.
    Vorteil: kleine Dorfschule, Kinder aus dem Kiga wären in der Klasse, Betreuung nach Schulschluss wäre möglich
    Nachteil: Mein Mann und ich müssen um 6.45 Uhr das Haus verlassen, der Schulbus fährt aber erst um 7.30 Uhr. Ich weiß nicht, wie das Kind am Morgen betreut werden soll. Im Dorf wüsste ich keine geeignete Anlaufstelle.


    In Frage käme für mich also, einen Gastschulantrag zu stellen entweder
    - im Ort B: dort war ich selbst als Kind in der Schule, ich könnte mein Kind am Morgen bei meiner Mutter abliefern, von dort fährt es mit dem Bus zur Schule und mittags zurück. Es wären auch Kinder aus dem Kiga in der Klasse. Allerdings habe ich ein schlechtes Gewissen, meiner Mutter jeden Tag die Betreuung zuzumuten.
    oder
    - im Ort C in meiner eigenen Schule, etwa 20 Min. Fahrzeit entfernt. Vorteil: Ich nehme mein Kind mit hin und zurück. Aber vermutlich kennt es keine Mitschüler und kann sie auch nicht so oft am Nachmittag treffen. Nachteil: Wer fährt das Kind, wenn ich mal krank bin?
    Oder doch ganz anders planen, auf meine berufliche Karriere erstmal wieder verzichten und Kind Nr. 2 bekommen, ein paar Jahre daheim bleiben? Dann ist meine sichere Stelle, auf die ich Jahre gewartet habe, wieder weg. Dazu kann ich mich im Moment nicht entscheiden. Wenn ich mich etwas später dann doch dafür entscheiden möchte, könnte ich aber Kind Nr. 1 wieder umschulen, weil der Grund für den Gastschulantrag ja wegfällt.


    Ich grübel ewig hin und her, muss es aber ja irgendwann wissen.


    Wo gehen denn eure Kinder in die Schule?


    Vielen Dank für eure Meinungen!


    Alexa09


    PS:
    Wenn mein Beitrag hier stört, eventuell bitte verschieben in Off Topic ..

  • Ich persönlich würde Ort A wählen und für die Zeit 6.45-7.30 eine Lösung zu finden versuchen.
    Du schreibst, du würdest evtl. nochmal pausieren - daraus schließe ich jetzt mal, dass ihr nicht dringend auf dein Gehalt angewiesen seid. Kannst du dann nicht notfalls die Stelle um 5 Stunden reduzieren, so dass du jeden Tag erst zur 2.Stunde startest? Oder eine Kinderfrau bei euch im Ort oder im Schulort A finden bzw. in einem der umliegenden Orte, die zum Einzugsgebiet des Schulbusses gehören? Oder deine Mutter kommt ausnahmsweise in der Anfangszeit vorbei und bringt sie zum Schulbus bzw. ihr bringt sie erst zu den Eltern und Oma fährt dann statt Schulbus in Schule A. Es ist ja vermutlich nur für ein Jahr und im 2.Schuljahr könnte Kind ja evtl. schon alleine zum Bus gehen... (sagt sich in der Theorie so leicht, ist mir klar...)
    Aber vielleicht bist du in 2012 wirklich schon wieder Mama oder schwanger, versetzt, umgezogen oder hast im Lotto gewonnen, so dass sich alles von selbst zum Guten klärt. Übrigens eine Erfahrung, die ich schon oft im Leben gemacht habe. Also nicht so viel sorgen, sondern genieße die restliche Kindergartenzeit. Gestattungsanträge kann man ja auch noch kurzfristig stellen, so dass die wirkliche Entscheidung noch Zeit hat ;-)

  • Zitat

    Original von Annie111
    Ich persönlich würde Ort A wählen und für die Zeit 6.45-7.30 eine Lösung zu finden versuchen.
    Du schreibst, du würdest evtl. nochmal pausieren - daraus schließe ich jetzt mal, dass ihr nicht dringend auf dein Gehalt angewiesen seid. Kannst du dann nicht notfalls die Stelle um 5 Stunden reduzieren, so dass du jeden Tag erst zur 2.Stunde startest? Oder eine Kinderfrau bei euch im Ort oder im Schulort A finden bzw. in einem der umliegenden Orte, die zum Einzugsgebiet des Schulbusses gehören? Oder deine Mutter kommt ausnahmsweise in der Anfangszeit vorbei und bringt sie zum Schulbus bzw. ihr bringt sie erst zu den Eltern und Oma fährt dann statt Schulbus in Schule A. Es ist ja vermutlich nur für ein Jahr und im 2.Schuljahr könnte Kind ja evtl. schon alleine zum Bus gehen... (sagt sich in der Theorie so leicht, ist mir klar...)
    Aber vielleicht bist du in 2012 wirklich schon wieder Mama oder schwanger, versetzt, umgezogen oder hast im Lotto gewonnen, so dass sich alles von selbst zum Guten klärt. Übrigens eine Erfahrung, die ich schon oft im Leben gemacht habe. Also nicht so viel sorgen, sondern genieße die restliche Kindergartenzeit. Gestattungsanträge kann man ja auch noch kurzfristig stellen, so dass die wirkliche Entscheidung noch Zeit hat ;-)


    Das würde ich auch so machen! :)

  • Schwierige Situation.. ich kann nicht so sehr viel dazu sagen.. sorry, aber ich gebe zu bedenken, dass man nicht davon ausgehen kann, dass man einen Stundenplan bekommt, der beinhaltet, dass man jeden Tag erst zur 2. Stunde anfangen kann. Bei uns wäre das nicht so einfach möglich.


    Wollte ich nur zu bedenken geben...


    Wünsche Dir, dass Du eine Entscheidung treffen kannst zusammen mit Deiner Familie, mit der Ihr alle leben könnt.

  • also ich glaube, dass du ziemlich sicher davon ausgehen könntest, dass du bei einer stundenreduzierung aus den nachvollziehbaren gründen erst zur 2. Stunde eingesetzt werden müsstest!
    kann es noch einen wichtigeren grund geben??!!
    wenn dein kind älter wäre und morgens alleine losgehen kann, wäre das etwas anderes. mein kind geht schon auf die weiterführende schule und da ist das kein problem mehr.
    aber von einem sechsjährigen kind kann man das nicht erwarten!!


    vielleicht ergibt sich ja dann später eine alternative, zb eine mutter in der nähe, zu der dein kind zb zum frühstück kann und dann gemeinsam mit dem anderen kind zur schule startet...


    sprich doch mit shculleitung und falls die sich querstellt, dann mit dem personarat.
    letzte alternative wäre ja, dass du dich deswegen versetzen lassen müsstest und um das zu vermeiden, wird man dir sicher entgegenkommen!!


    viel glück!!

  • Vielen Dank für eure Antworten!


    Meinem Gefühl nach wäre Schule A wohl doch die für das Kind beste Möglichkeit, zumindest auf 4 sichere Jahre an der gleichen Schule gesehen.


    Im Moment ist es sogar schon so, dass ich an 3 Tagen später anfange. Darauf ließe sich meine Schulleitung sicher in Zukunft auch ein. Heute morgen hat mir auch eine Kindergartenmama angeboten, mein Kind zu betreuen. Allerdings würde ich ihr eher nicht vertrauen, weil ich denke, dass in der Familie rechtes Chaos herrscht. Jetzt versuche ich mal die Schule im Ort A überhaupt auf die fehlende Betreuungsmöglichkeit am Morgen hinzuweisen. Vielleicht lässt sich ja bis 2012 daran etwas ändern, ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass wir die Einzigen sind, die damit ein Problem haben.


    Die Möglichkeit mit dem Lottogewinn würde mir allerdings am besten gefallen... :D


    Danke also schon mal!


    Alexa09

  • Bietet bei euch nicht evtl. der Kiga morgens eine Hortbetreuung an?
    Aus meiner 1. Klasse werden zwei Kinder morgens um halb 7 von ihren Müttern in den Hort im Kiga gebracht und die beiden gehen dann von dort aus eine Stunde später zur Schule.

  • Zitat

    Original von silke111
    also ich glaube, dass du ziemlich sicher davon ausgehen könntest, dass du bei einer stundenreduzierung aus den nachvollziehbaren gründen erst zur 2. Stunde eingesetzt werden müsstest!
    kann es noch einen wichtigeren grund geben??!!


    Und wie soll eine Schule das regeln, wenn mehrere Mütter so einen - natürlich absolut nachvollziehbaren - Wunsch haben?
    Ich bin an unserer Schule mit der Rektorin zusammen für den Stundenplan zuständig. Es gibt so viele Kriterien, die dabei berücksichtigt werden müssen, die noch gar nichts mit den Kollegen sondern vor allem mit Sachzwängen zu tun haben, dass es äußerst schwierig ist, einen Stundenplan so zu erstellen, dass es für eine Lehrerin möglich ist, an den Tagen, an denen sie arbeitet immer zur 2. Stunde anzufangen, vor allem, wenn es, wie schon angesprochen mehrere betrifft.


    Ich denke auch, dass man Dir sicher entgegenkommen wird, wenn Du die Angelegenheit ansprichst und die Dringlichkeit deutlich machst, aber eine Gewissheit hast Du damit nicht. Zumindest an den Schulen, an denen ich bisher war, war es so.


    Sorry, etwas OT, aber das war mir jetzt schon wichtig zu schreiben.

  • Hallo!
    Ich würde mich wohl auch für die GS in Ort A entscheiden, aus den bereits genannten Gründen. Meine Schulleitung nimmt z.B. nach Möglichkeit immer Rücksicht auf die persönliche Situation, kann mich diesbezüglich nicht beklagen (arbeite in der Schule, die auch meine Tochter besucht). Aber mal eine andere Frage: Wieso musst du so früh aus dem Haus? Vor 8:00 Uhr fängt doch sicher auch bei euch die erste Stunde nicht an? Selbst bei einer halben Stunde Fahrtzeit könntest du theoretisch um 7:30 gemeinsam mit Kind das Haus verlassen.......

  • An manchen Schulen beginnt der Unterricht durchaus schon halb Acht.


    Kommst du mit dem Klingelzeichen in der Schule an? Das wäre in meiner Schule nicht gerne gesehen. Theoretisch hast du auch die Pflicht eine halbe Stunde vor Unterrichtsbeginn da zu sein. So habe ich das zumindest mal im Ref.gelernt.


    LG Anja

  • Hallo,
    also ich habe dasselbe Problem und weiß auch keine wirkliche Lösung.
    Grundsätzlich sagen miir meine "Mama"-Gefühle wohnortnahe Schule ist das bester fürs Kind.
    Aber meine Tochter selbst äußert jetzt schon ständig, "wenn ich in die Schule komme, fahre ich mit meiner Mama mit, habe bei der und der Kollegin vielleicht Unterricht etc." Dennoch soll sie sich ja auch nachmittags problemlos und selbstständig mit ihren Mitschülern treffen können, was dann aber nicht möglich wäre.
    Zur 2. Stunde darf bei uns niemand kommen, da wir ein sehr kleines Kollegium sind. Ich denke, ich werde immer kurz vor knapp kommen und mit meiner Tochter gemeinsam um 7:25Uhr das Haus verlassen. Dann ist sie die 1. auf dem Schulhof und ich die letzte in der Schule.
    LG Alema

  • Bei uns beginnt der Unterricht um 7.40 Uhr, wir müssen um 7.25 Uhr im Klassenzimmer stehen - Aufsicht in der Vorviertelstunde. Wenn ich vorher noch etwas kopieren möchte und etwa 20 Min. fahre, muss ich schon gegen 6.45 Uhr starten. Übrigens macht bei uns der Hausmeister ab 7.00 Uhr Aufsicht in der Pausenhalle, da stehen immer schon einige Schüler frierend vor der Tür.

  • Hallo alexa09!


    Wir wohnen in einem kleinen Dorf genau zwischen zwei Städten, unser Dorf selbst hat gar keine Schule, nur einen Kindergarten (in dem beide Kinder waren).


    Mein älterer Sohn ging zu der Schule, in die er gehörte (nahe Stadt B). Damals hatte ich Teilzeit und musste nie um 8 Uhr in der Schule sein (Stadt A), sein Schulbus fuhr direkt um die Ecke los gegen 8 Uhr.


    Bei meinem 4 Jahre jüngeren Sohn ging dann auch das Überlegen los. Mittlerweile war ich Klassenlehrerin und hatte mit den Stunden aufgestockt, so dass ich jeden Tag um 8 Uhr Unterricht hatte (Stadt A).


    Nach langem Überlegen habe ich mich entschlossen, ihn an meiner Schule anzumelden, auch wenn alle seine Kindergartenfreunde zu der anderen Schule gingen.


    Meine Gründe:


    1. Mein älterer Sohn ging mittlerweile zur Realschule, auch in Stadt A, ich nahm ihn morgens meistens mit und konnte so auch meinen jüngeren Sohn mitnehmen.


    2. Seine Kindergartenfreunde konnte Sohn2 auch nachmittags treffen, außerdem waren sie im selben Fußballverein. Also kamen neue Freunde hinzu und es fielen keine weg.


    3. Wenn mal irgendwas passiert wäre, wäre ich bei beiden Kindern schnell dagewesen (da ich ja auch in Stadt A arbeite).


    4. (wichigstes Argument!):
    Da bereits Sohn1 in Stadt A zur Realschule ging, war klar, dass auch Sohn 2 in Stadt A zur weiterführenden Schule gehen würde.
    Dort ist er also zusammen mit den Kindern, die mit ihm zu "meiner" Schule gegangen sind.


    5. Sohn 2 war immer schon sehr selbständig und kontaktfreudig.
    Es war also zu erwarten, dass er erstens nicht an meinem Rockzipfel hängen würde und zum anderen schnell neue Freunde finden würde.
    Die gelegentliche Fahrerei nachmittags (wegenTreffen) nahm ich gern in Kauf.


    6. Wenn ich - selten- mal krank war/bin, konnte ihn eine Kollegin mitnehmen bzw. meine Eltern hätten ihn fahren können. Meist konnte ich aber selber noch fahren (solange man nicht fahruntüchtig ist, ist das allemal drin und nicht zu vergleichen mit mehreren Stunden Unterricht).


    7. Unsere Schule hat/te eine gute Mittagsbetreuung.


    Für uns war es die richtige Entscheidung, vor allem im Hinblick auf die weiterführende Schule (inzwischen ist er in der Oberstufe und ich kann ihn noch immer jeden Tag morgens mitnehmen und ihm so fast eine Stunde Busfahrt ersparen).


    Wie du meinen Ausführungen entnehmen kannst, ist durchaus - meines Erachtens - die Persönlichkeit des Kindes entscheidend, neben der Zukunftsperspektive.


    Ob das bei Sohn1 genauso gut gegangen wäre, weiß ich nicht.
    Für Sohn 2 war es allemal okay, zumal keiner seiner Kindergartenfreunde mit ihm zum Gymnasium geht, aber viele seiner Klassenkameraden von "meiner" Schule.


    Ein bisschen Zeit hast du ja noch. Ich hatte auch erst die Schuluntersuchung an seiner "Pflichtschule" machen lassen und mich erst danach entschieden, ihn doch an meiner Schule anzumelden (weil dann klar war, wo Sohn1 zur weiterführenden Schule geht).
    Dort gabs nochmal eine "kleine" Schuluntersuchung zum Kennenlernen.


    Ich wünsche Euch eine Entscheidung, mit der alle gut leben können.


    Liebe Grüße,


    samonira

  • Hallo,


    erstmal würde ich mich auch für Ort A entscheiden. Und wenn am Anfang die "chaotische" Kiga-Mama hilft, wird das schon irgendwie gehen. Vielleicht ergibt sich dann auch noch in der Schule ein noch günstigerer Kontakt.


    Auf Kind 2 würde ich nicht bauen, denn das ist nur ein verlagertes Problem. Was ist dann, wenn Kind 2 eingeschult wird. Da stehst du auch wieder vor dem gleichen Problem. Ich würde jedes Problem für sich lösen.


    Und was ich nie machen würde: mein Kind an meine Schule nehmen.
    1. Sowie dein Kind etwas angestellt hat, wirst du gleich immer von den Kollegen angesprochen und möglicherweise heißt es irgendwann man, du hast dein eigenes Kind nicht im Griff...
    2. Wenn die Eltern der Klassenkameraden mitbekommen, dass du an der Schule selbst unterrichtest, wirst du entweder in gewissen Situationen ausgegrenzt oder du gerätst zum Spielbal zwischen den Fronten. Hier machst du dich viel zu angreifbar. Entweder bist du Mutter oder Lehrerin an einer Schule. Beides verträgt sich meistens nicht so gut.
    3. Stell dir vor, dein Kind hat Freunde in der Klasse, die auch zu euch nach Hause kommen wollen (viell. sogar mit Übernachtung). Und schwuppdiwupp wird an der Schule erzählt, wie es bei Lehrerin XY zu Hause ausschaut ... und stellt euch mal vor....


    Nein danke- das ist für mich ein NO-GO!


    LG grittigirasol

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