Dringend Literatur gesucht

  • Hallo,


    wie ihr ja sicher in meinem anderen Beitrag gelesen habt, werde ich ab Februar kommissarisch die Schulleitung übernehmen. Leider hat meine jetzige Schulleitung keine Zeit mich in die neue und verantwortungsvolle Aufgabe einzuweisen. Damit ich dennoch gerüstet bin, wenn ich dann ins "kalte Wasser" springe, würde ich mich über gute Literaturtipps sehr freuen.


    Was muss man wissen und was für Literatur sollte jeder, der so eine Aufgabe übernimmt gelesen haben? Was wird empfohlen (außer Schulrecht)???


    VIelen Dank im Voraus.


    LG

    • Offizieller Beitrag

    Da gibts kaum DAS Handbuch, was man lesen kann, um dann fit zu sein. Es scheint ja ziemlich doof gelaufen zu sein bei dir. Als erstes wäre Geduld angesagt - in die Schulleitung wächst man hinein.


    Mir helfen beim Hineinwachsen folgende Sachen, bzw. halte ich sie für informativ - auch wenn du sagst "außer Schulrecht" - grad in dem Bereich sollte man hie und da mal mehr wissen, als in der reinen Schulordnung steht:


    der Verlag Pro Schule ist hier recht aktiv.


    http://www.schulleiter.de/ (regelmäßiger Newsletter)


    http://www.schulleitung.de/de/html/content/696/Startseite/


    Im Carl Link Verlag gibts einige Reihen, die sehr informativ sind, zu rechtlichen Themen (regelmäßige Veröffentlichgungen) und zu Pädagogischen ebenso, Personalführung etc.


    http://www.carllink.de/de/html/content/818/Startseite/#


    http://www.schulleitung.de/de/…t/1000/Zeitschriftenpool/


    Mein Chef hat die abonniert und gibt mir abgelegte Exemplare zum Nachlesen - die haben meiner Meinung nach Hand und Fuß.


    Ihr müsstet, in Bayern ist dies Pflicht, ein Abo haben für schulrechtliche Sammlungen. Dazu kommen regelmäßige Ergänzungsbände (Schulrecht konkret) - in diesen werden an konkreten Beispielen Entscheidungen im Schulrecht dargestellt - wertvoller als jeder Blick in die Paragrafen.


    http://shop.wolterskluwer.de/wkd/shop/schulrecht,16/


    Weiterhin den Tipp: an die Schulleitungen anderer Grundschulen der Gegend wenden. Hier in der Gegen sind in den letzten Jahren die Netzwerke ziemlich beliebt geworden. Heißt, dass die Schulleitungen zusammen arbeiten auf der jeweiligen Dienstrang-Ebene.


    Dann an die Sekretärin wenden. Ich weiß z.B., dass unsere in vielen Dingen mehr weiß als ich. (leider....grrrr...ich bin so schlecht)

  • Vielen Dank für die Antwort und die Links.


    Ich werde mal durchstöbern und mal Literatur sichten.


    Leider ist unsere Sekretärin jetzt längerfristig erkrankt und auch da hab ich keinen auf den so richtig zurückgreifen kann. Aber ich werde mal mit den anderen GS mal Kontakt aufnehmen und versuchen dort etwas Unterstützung zu erhalten.


    Wie hast du das gemacht Hawkeye? Kannst du mir ein paar Tipps geben?


    LG

  • wie ihr ja sicher in meinem anderen Beitrag gelesen habt, werde ich ab Februar kommissarisch die Schulleitung übernehmen. Leider hat meine jetzige Schulleitung keine Zeit mich in die neue und verantwortungsvolle Aufgabe einzuweisen.


    "Keine Zeit" für eine vernünftige Dienstübergabe und Einweisung in die Aufgabenbereiche? Was ist das denn für eine unprofessionelle Frechheit?


    Auf jeden Fall solltest du die Rechtsvorschriften (Schulgesetz etc.) inklusive der Durchführungserlasse sehr sorgfältig lesen. Außerdem ist es sicherlich hilfreich für dich, bei deiner oberen Schulaufsicht (Dezernent, Schulrat) etwas dringender um Rat zu ersuchen - es ist in niemandes Interessse, wenn du mit deinen Aufgaben in der Luft hängst. Ich würde mich auch mit anderen Schulleitungen in deinem Einzugsbereich verschalten.



    Nele

    • Offizieller Beitrag

    Was gemacht? :)


    Netzwerke aufgebaut?


    Wie gesagt: mein Einstieg ist etwas leichter - es gibt spezielle Fortbildungen für meine "Art" - dort trifft man alle entsprechenden Kollegen, tauscht Emails aus etc. Außerdem sind viele in meinem Alter, d.h. man kennt sich sowieso oder hat schon voneinander gehört.


    Da bei dir so viel versäumt wurde, würde ich das abkürzen und einfach offensiv andere Grundschulen anrufen. Gesprächstermine erbitten und mal so Grundsatzfragen erörtern. Ich werde Ähnliches z.B. in nächster Zeit machen, um mich von den Kollegen bzg. Stundenplanmacherei Briefen zu lassen.


    Und wie Nele sagt: auch mal weiter nach oben wenden...wenn du so ins kalte Wasser geworfen wirst, dann müssen die sich eigentlich auch ein wenig mehr kümmern. Vor allem bzg. der Erlasse - die kannst du nicht einfach mal so in den Ferien inhalieren.


    Vielleicht auch dem Kollegium vertrauen - die sind ja in der Regel gut geölte Maschinen. ;)


    Und: ich war auch schon mal kommissarisch "was". Kommissarisch hieß damals, dass der Chef nicht weiter gesucht hat. Also hieß das auf Dauer.

  • Hallo,


    mal sehen was das neue Jahr bringt. Vielleicht weist mich ja doch noch mal jemand ein, man sagt ja, die Hoffnung stirbt zuletzt.


    Hat jemand schon das Buch "Neu in der Schulleitung" von Helmut Lungerhausen gelesen? Ist das zu empfehlen?

  • Hallo,
    wenn Du Dir einen Gefallen tun willst, dann lies zunächst "SchulRecht!: Aus der Praxis - für die Praxis" von Günther Hoegg. Der Autor ist Lehrer UND Rechtsanwalt. Ich habe die Lektüre vor zwei Jahren (als Vorbereitung auf meine Bewerbung auf einen Koordinatorenposten) sehr genossen, da es sehr unterhaltsam geschrieben ist und durch Wortwitz brilliert. Wie ich eben bei der Recherche gesehen habe, gibt es jetzt auch einen zweiten Teil "für schulische Führungskräfte". Verdammt, den hätte ich mir doch zu Weihnachen wünschen können...
    Wie dem auch sei, ich habe mir natürlich auch das Schulgesetz durchgelesen. Am meisten habe ich aber aus dem o.g. Buch mitgenommen!

  • mal sehen was das neue Jahr bringt. Vielleicht weist mich ja doch noch mal jemand ein, man sagt ja, die Hoffnung stirbt zuletzt.


    Das ist der falsche Ansatz. Niemand wird hinter der herlaufen und etwas ungefragt für dich tun - zu hoffen gibt es da nichts. Da musst du schon von dir aus nachdrücklich Initiative ergreifen. Das ist sowieso ein Grundsatz von Leitungsfunktionen: wenn du es nicht veranlasst, wird es nicht passieren!


    Nele

  • Hallo Neleables,


    Initiative habe ich schon ergriffen. Ich habe immer wieder darauf hingewiesen, dass ich eine Einweisung wünsche und mir auch schon so Einblick in einige Dinge verschafft. Untätig bin und war ich nicht. Ich kann aber nicht einfach an die Unterlagen und Akten gehen und darin rumstöbern, denn noch bin ich ja meiner Chefin unterstellt. Ich frage jedoch immer nach und lasse mir einige Dinge erklären. Nur weiß ich noch nicht, was ich alles wissen muss. Das wird sich hoffentlich alles nach und nach ergeben.


    Weiterhin habe ich mich schon auf die Suche nach Literatur gemacht, damit ich weiß, worauf es ankommt. Bin da aber leider noch nicht fündig geworden. Aus diesem Grund wende ich mich an Euch. Ich will so gut wie möglich vorbereitet sein, wenn ich dann die Leitung übernehme.


    Ich bin für gute Tipps sehr dankbar.

  • Hallo,
    den Tipp zu dem Schulrechtshandbuch (für Führungskräfte) von Hoegg kann ich nur unterstützen ("Führungskräfte" bezieht sich allerdings genauso auf Fachleitungen oder Klassenlehrer - ist also auch für andere interessant).


    Falls du dich mit Zeitschriften "eindecken" möchtest: "Schulverwaltung Niedersachsen " (wurde weiter oben schon empfohlen) halte ich meist für besser als "Schulleitung heute ".


    Du übernimmst die Aufgabe an deiner jetzigen Schule, oder? Dann passt das hier vielleicht nicht ganz: Die ersten hundert Tage. Schulmanagement-Handbuch 131 . Dort finden sich auch Tipps, wie man sich einen Überblick über Aufgabengebiete / Mitarbeiter an einer neuen Schule verschafft etc. Bleibst du an deiner Schule, ist das vielleicht nicht ganz so wichtig für dich. (Interessanter in dem "Büchlein" / ein Gedanke nebenbei: Es findet sich auch eine kurze "Checkliste Sicherheit" für die ersten Tage (etwa zu Aufsichtplan, Schülerbeförderung oder Datenschutz). Wenn die jetzige Amtsinhaberin keine Zeit hat für ein Gespräch mit ihrer zukünftigen Vertreterin, stellt sich mir spontan die Frage, ob sie sonst alle Aufgaben erledigt hat oder etwas Wichtiges hat "liegenlassen"...)


    Sehr umfangreich (für die kurze Zeit wohl zu umfangreich) ist auch das Professionswissen Schulleitung . In den verschiedenen Kapiteln kann man aber immer wieder mal "schmökern"...


    Beim Suchen der Links oben bin ich noch über dieses Buch gestolpert: Selbst-Coaching für Schulleiterinnen und Schulleiter [Anzeige] . Kenne ich also nicht "persönlich". Sieht aber interessant aus...

  • Hallo,
    den Tipp zu dem Schulrechtshandbuch (für Führungskräfte) von Hoegg kann ich nur unterstützen ("Führungskräfte" bezieht sich allerdings genauso auf Fachleitungen oder Klassenlehrer - ist also auch für andere interessant).


    so interessant das Buch ist, aber es ist m.E. eher was für blutige Anfänger, ich rate Referendaren immer dazu, für Leitungen fehlen essentielle Dinge finde ich.




    Zitat


    Sehr umfangreich (für die kurze Zeit wohl zu umfangreich) ist auch das Professionswissen Schulleitung . In den verschiedenen Kapiteln kann man aber immer wieder mal "schmökern"...


    das fand ich auch sehr interessant, wenn auch viele Dinge erst nach und nach relevant werden (alles kann man eh nicht direkt angehen).


    in manchen Bundesländern gibt es strukturierte Fortbildungprogramme, so etwas kann ich nur dringend empfehlen, auch wenn der Aufwand enorm ist (hat mich mal eben 5 Wochen während der Schulzeit und Ferien gekostet, in denen die Arbeit natürlich liegen bleibt). Das Wissen, was man so relativ kompakt bekommen kann plus der Kontakt zu Leidensgenossen ist sehr viel Wert.


    Was ich als sehr viel wichtiger als das Schulrechtswissen empfunden habe, waren ganz pragmatische Dinge: wann/wo/wie sind Schulträgerausschusssitzungen, wer vertritt da gerade meine Schulart, wie ist die Verwaltung oberhalb der Schule organisiert, wer sind Ansprechpartner für was (vor allem Juristen!), bei Ganztagsschulen kommen ja noch Dinge wie Einstellung/Arbeitszeugnisse/Verträge dazu, wie ist das geregelt, wann hat der Personalrat wieviel mitzureden bzw. muss informiert werden, also sowas wie Personalvertretunggesetz und Beamtenstatusgesetz waren für mich vorher böhmische Dörfer. Also viel mehr strukturelles Wissen vor Ort, um die Alltagsarbeit überhaupt machen zu können als Detaifälle des Rechts (die klär ich direkt mit nem Juristen der dafür bezahlt wird, ich bin für Pädagogik zuständig).

  • Ganz wichtig sind Fortbildungen in Betriebsmanagment und Mitarbeiterführung - nach den Dingen, die man so aus Lehrerkreisen und -foren hört, gibt es da gerade in Grundschulen katastrophale Kompetenzdefizite.


    Nele

  • Zitat von rauscheengelsche:


    "Was ich als sehr viel wichtiger als das Schulrechtswissen empfunden habe, waren ganz pragmatische Dinge: wann/wo/wie sind Schulträgerausschusssitzungen, wer vertritt da gerade meine Schulart, wie ist die Verwaltung oberhalb der Schule organisiert, wer sind Ansprechpartner für was (vor allem Juristen!), bei Ganztagsschulen kommen ja noch Dinge wie Einstellung/Arbeitszeugnisse/Verträge dazu, wie ist das geregelt, wann hat der Personalrat wieviel mitzureden bzw. muss informiert werden, also sowas wie Personalvertretunggesetz und Beamtenstatusgesetz waren für mich vorher böhmische Dörfer. Also viel mehr strukturelles Wissen vor Ort, um die Alltagsarbeit überhaupt machen zu können als Detaifälle des Rechts (die klär ich direkt mit nem Juristen der dafür bezahlt wird, ich bin für Pädagogik zuständig)."




    Genau das ist, was ich auch wissen möchte und wozu ich Informationen benötige. In Nds gibt es Fortbildungen, jedoch wird man dazu erst zugelassen, wenn man die Leitung "fest" macht und nicht kommissarisch. Schade! Vorher ist man auf sich selbst gestellt.

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