Baby-Vollzeitstelle-Berufsschule

  • Hallo,


    ich habe ein Baby und werde demnächst wieder mit einer vollen Stelle einsteigen. Da ich keine private Betreuungsmöglichkeit habe, bin ich darauf angewiesen, die Krippezeiten einzuhalten.
    Gibt es rechtliche Rahmenbedingungen, nach der die Schule bis zum 3. Lebensjahr des Kindes (da bis dato die Zeiten der Betreuung max. 35 Stunden betragen) dazu aufgefordert wird Rücksicht bei der Planung zu nehmen? Wenn ja wo finde ich diese? Oder fällt es einfach unter persönliches Pech wenn keine Rücksicht genommen wird?
    Das nächste Problem stellen neben der Vor- und Nachbereitungszeit die Konferenzen, Elternabende, Fortbildungen und Sitzungen dar, welche bei uns recht oft und an Zeiten ausserhalb der Krippenbetreuung sind.
    Leider soll ich u. a. in einem für mich neuen Bereich eingesetzt werden, was wiederum eine Steigerung der Vorbereitungszeit
    bedeutet.
    Hat hier noch jemand eine volle Stelle mit Baby und kann berichten wie es läuft? Gerne auch per PN


    VG

  • Ich kann nicht berichten, weil ich noch in der Elternzeit bin, aber das Thema interessiert mich auch.

  • Hallo,


    ich habe auch wieder voll gearbeitet, als meine Kleine 13 Monate alt war. Allerdings habe ich von rechtlichen Vorschriften noch nie etwas gehört. Meine Schulleitung hat dennoch so weit "Rücksicht" genommen, dass ich einen sehr humanen Stundenplan hatte - fand ich - und sogar eine Poolstunde, weil mein Stundenplan so "unruhig" wäre. Ich fand ihn toll, habe aber natürlich nicht widersprochen und das dankbar als Entgegenkommen gesehen. Ach ja, vor dem festen Stundenplan war ich mobil und hätte einmal schon um 7.15 Uhr in 20km Entfernung anfangen sollen - die Krippe öffnet aber erst um 7. Da habe ich einfach gesagt, dass es nicht geht, das war dann auch ok. Mehrtägige Fortbildungen kannst du halt jetzt eine Weile nicht machen - die Zeit ist ja begrenzt und in nicht allzu ferner Zukunft geht es ja wieder. Wenn schulische Verpflichtungen knapp über die Abholzeit dauern, gehe ich einfach etwas früher - zu Elternabenden habe ich am Anfang meine Tochter mitgenommen und später, als sie zu störend war, eine Schülerin als Babysitter engagiert, die kommt dann in die Schule, bekommt was bezahlt und im Notfall wäre ich ja da.


    Am Anfang ging meine Tochter schon so um 7 ins Bett und schlief dann auch zuverlässig - da hat man grundsätzlich genügend Zeit, sich vorzubereiten - jetzt, mit drei und bei der Hitze erst um halb 10, das ist dann schon knapp und ätzend, jetzt lasse ich sie länger im Kiga, dass ich direkt nach der Schule schon mal einiges erledigt habe.


    Grundsätzlich sollte man aber die Geduld anderer nicht überstrapazieren - im Gegenzug war ich aber nach der Elternzeit nicht einen Tag krank, habe nur einen einzigen "Kind-krank-Tag" genutzt (da waren wir im Krankenhaus) und schaue schon, dass ich in der zur Verfügung stehenden Zeit ordentliche Arbeit mache.

  • Baby, volle Stelle und auch noch neuer Bereich - puh, eine harte Kombination!


    Ich habe Teilzeit gearbeitet mit meinen Kindern und hatte "Glück", dass mein Koordinator meinen einen "guten" Stundenplan gebastelt hat. Ich denke aber, es gibt keine rechtliche Grundlage, auf der die Schulleitung auf deine Situation Rücksicht nehmen muss (zumindest kenne ich keine). Hast du schon mal mit deinem SL darüber gesprochen? Weiß sie, wie deine Lage aussieht?


    Die Vor- und Nachbereitungen, Konferenzen u.a. sind bei uns ebenfalls "Privatsache". Zur Teilnahme sind wir verpflichtet und das müssen wir irgendwie organisieren! Wobei bei uns keiner etwas sagt, wenn man sich abmeldet, weil z.B. ein Kind krank ist. ;)

  • Tina, das ist natürlich was ganz anderes, da muss man als Arbeitgeber einfach Rücksicht nehmen.

  • Darf ich mal was fragen? Seid ihr alle alleinerziehend?

    Offiziell nicht, aber mein Mann ist beruflich sehr stark eingespannt, auch oft im Ausland, dass ich alles alleine managen muss. Familie habe ich auch nicht hier am Ort.

  • Ich glaube nicht mal, dass man das rein rechtlich muss, oder? Ich bin natürlich trotzdem froh, dass es so ist.


    Und siehe Mondbär - viele Mütter sind alleinerziehend - oft auch die mit offiziellem Mann/Vater. :D

  • Hallo!


    Ich bin auch alleinerziehend und kann aus meinen Erfahrungen an zwei Schulen folgendes berichten:
    - Bei einer einfachen Wegstrecke von 100 km zur Schule hin wollte ich wegen meines Sohnes keine volle Stelle ausüben. Es wär nur dann realsisierbarl gewesen, wenn ich wenigestens einen Tag nicht hätte zur Schule fahren müssen, damit sich die Benzinkosten etwas reduzierten. Aber das wäre nur bei einer Reduzierung um die Hälfte der Stundenzahlen möglich gewesen. Dann aber wären die finanziellen Einbußen zu groß gewesen. Also kein Entgegenkommen!


    - Nach einem Wechsel zu einer anderen Schule hatte ich darum geben, dass ich einen fürühen Unterrichtsbeginn und -schluss habe, außerdem wäre als freie Tag Mittwoch oder Donnerstag ideal zu gewesen. Allerdings hatte ich dann einen Stundenplan mit zwei Tagen Schulbeginn, immer bis zur 6. Stunde, der freie Tag war am Freitag und außerdem hatte ich am "Konferenztag" nach der 5. Stunde Schulschluss, so dass ich oft doch noch in der Schule beiben musste. Also kein Entgegenkommen!


    - An fünftägigen Klassenfahrten kann ich momentan nicht teilnehmen, da ich mein Kind nicht so allein alleinlassen will. Das habe ich so gegeüber der SL geäußert.Somit brauche ich bei der nächsten Fahrt nicht teilzunehmen, aber danach dann doch bitte schon wieder. Das finde ich schon recht schade, dass mein Kind darunter "leiden" muss!!!


    Es gäbe noch wiede andere Beispiele, aber ich denke es reicht! Die vielbeschworene Familienfreundlichkeit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf vermisse ich in großem Maß.
    Es sind alles Umstände, die sich leicht und unproblematisch aus der Welt schaffen ließen. Aber solange es keine rechtlichen Grundlagen gibt, auf die man sich berufen kann, gibt es keine Chance, sondern man ist auf das freiwillige Entgegenkommen angewiesen. Schade, schade, schade!


    lisasil

  • Soweit ich weiß, gibt es da bei uns z.B. rechtlich keine Verpflichtung zu. Viele Schulen versuchen aber schon entgegen zu kommen. Allerdings ist das bei einer Schule mit 100 Kollegen deutlich einfacher, als einer Schule mit 10 (oder noch weniger) Kollegen.
    Ich denke, dass du auf jedenfall eine private Betreuung (Babysitter, Kinderfrau, Tagesmutter) außer der Krippenzeit zur Verfügung haben musst, da eben Konferenzen, Sitzungen und Elternabende immer nachmittags/abends sein werden.

  • danke für eure Antworten. Tja keine Rechtsgrundlage ist ungünstig, also komlette Abhängigkeit vom guten Willen der Vorgesetzten und wenn dieser nicht vorhanden ist , kannst du sehen wie du klar kommst und deine Nerven kaputt machen. Naja ist ja in der freien Wirtschaft nicht anders, aber im Lehrerberuf hängt einfach viel davon ab wie und wann man eingeteilt ist. Das dies oft personengebunden ist brauche ich glaube ich hier nicht zu erwähnen.
    Eine zusätzliche Tagesmutter neben der Krippe erleichtert die Sache natürlich, ist aber nicht nur ein zusätzlicher Kostenfaktor sondern auch ein emotionaler Faktor. Das Gefühl mein Baby als Wanderpokal zu behandeln ist da leider nicht weit ;(
    Eine Studenreduktion wäre eine Möglichkeit aber wird finanzielle problematisch, zudem die Rechnung dadurch bessere Einsatzzeiten zu haben nicht unbedingt aufgeht. Habe dies leider schon bei Kollegen gesehen, die dann die ersten und letzten Stunden hatten oder am Konferenztag keinen Unterricht hatten usw. und dafür ist die Fahrtstrecke zu weit.
    Freue mich weiterhin über Antworten.

  • Bei uns wird auch versucht, Rücksicht zu nehmen. Aber jeder Vollzeitlehrer muss bei uns zwei Nachmittage und zwei frühe Vormittage übernehmen. Da es bei uns keinen Konferenztag gibt, sondern die Konferenzen abwechselnd auf Montag bis Donnerstag verteilt werden, ist leider jeder mal "dran" mit am Konferenztag einen Freitag zu haben, bzw. nur kurz Schule.


    Liebe Grüße vom kleinen roten Stern

  • Welche Uhrzeiten würde denn dein Krippenplatz abdecken?


    Wenn ich mal eine "normale" Rechnung aufstelle, dann ist es ohnehin schwierig, alle Zeiten, in denen du arbeitest mit Krippenbetreuung zu überbrücken:
    Beamte haben eine Pflichtarbeitszeit von 40 Stunden (korrigiert mich wenn das in NRW falsch ist, in Hessen liegen wir derzeit bei 42 Stunden) - die Betreuungszeit beträgt 35 Stunden, macht schonmal ein Minus von 5 Stunden. Fahrtzeiten sind noch gar nicht eingerechnet.
    Ich denke, dass das echt schwer wird..

  • Puh, das finde ich schwierig. Wenn du Teilzeit arbeiten würdest, dafür gibt es ja Bestimmungen, aber bei Vollzeitlern gibt es sowas glaub ich nicht? Außer: Stillst du noch? Wenn ja, dann stehen dir da Stillzeiten zu.


    Ich denke allerdings, dass du bei nur 35 Stunden Betreuungszeit (hier sind 45 Std. normal und selbst das macht bei mir teilweise den Einsatz von Oma oder Papa notwendig) Probleme bekommen wirst. Ich fürchte du wirst um eine zusätzliche Tagesmutter/Au Pair/Leihoma oder so nicht herumkommen.
    Ohne dir Angst machen zu wollen, aber ich denke das wird wirklich insgesamt sehr schwierig - selbst wenn die Schule Entgegenkommen zeigt. Denn die Kleinen werden gerade in der ersten Zeit, wo sie in die KiTa gehen auch andauernd krank. Da sind deine Kinderkranktage schnell aufgebraucht.
    Ich würde dir dringend davon abraten, so zu planen. Vollzeit bedeutet immerhin über 40 Stunden Arbeitszeit pro Woche plus deine Fahrzeiten und wenn dein Kind generell nur 35 Std betreut ist, dann bedeutet das ja, dass du jeden Abend und jedes Wochenende noch was für die Schule machen musst, um hinzukommen. Und das kenne ich von mir selber (habe mein erstes Kind im Ref bekommen und wiedereingestiegen als es 8 Monate alt war), das ist soooo verdammt hart, wenn man sich nach einem anstrengenden Schultag und nachmittags Alltag mit Baby abends noch arbeiten muss (vor allem wenn man selber aufgrund nächtlicher Störungen sooo müde ist). Und gerade wenn die Arbeitswochen schon so anstrengend ist und am Wochenende endlich der Papa da ist und man als Familie mal zusmmen Zeit verbringen könnte, dann auch noch für die Schule Sachen machen muss. Das ist wirklich nicht schön. Klar geht es, aber es ist einfach hart und bei mir wäre es definitiv nicht ohne große Mithilfe durch Papa und Oma gegangen.

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