Unschöne Weihnachtsüberraschung für SE-Vertretungskräfte...

  • :geschenk: ... hi ihrs, was im Grunde zu erwarten war - die Planstellennot ist voll auf die Vertretungsstundenvergabe durchgeschlagen. Für uns "Ungelernte" bedeutet das Folgendes Ungutes - frisches Beispiel von gestern Abend: Der Personalrat der BR Arnsberg hat mehreren Vertretungsvertragsverlängerungen (puh, Zungenbrecherkonstrukt), die meine SL beantragt hatte, in erster Runde nicht zugestimmt - genehmigt wurden nur diejenigen Verträge, die an fertige Referendare ohne bisher feste Stelle vergeben werden. SL war völlig überrumpelt, ebenso wie wohl die Personalverantwortlichen in Arnsberg, denn bei dieser Sitzung wurden weder die bisherigen Vertretungserfahrungen der betroffenen Kräfte berücksichtigt noch ihre Fächerqualifikation (beides evtl. nicht ganz unwichtig für die Schule) und ebenso wenig alles Weitere, was sonst für ihre Weiterbeschäftigung an dieser Schule spräche. Groteskerweise betrifft das NO sogar eine Kollegin, die sogar fertige Lehrerin IST, die ihr 2. Stx allerdings bereits vor 15 Jahren gemacht hat und nun seit 3 Jahren mit stets variierender Stundenzahl (wenigen Stunden) flexibel einspringt. Jetzt sollen aber erst mal die arbeitslosen Referendare von der Straße. Grundsätzlich nachvollziehbar, aber m.E. zugleich wieder mal eine völlig unreflektierte Aktion, die ohne Rücksicht auf die spezifischen Bedürfnisse der jeweiligen Schule per Gießkanne verordnet wird. Von den noch stellenlosen Reffis an unserer Schule wollte übrigens keiner die jetzt im Raum stehenden Vertretungsstunden haben - und die SL ist umgekehrt auch nicht auf Vertretungskräfte scharf, die sich bei der ersten Gelegenheit wieder (nachvollziehbarerweise!) in eine feste Stelle verabschieden. Jo.
    - Zum Glück sieht meine SL der nächsten Personalratssitzung im Januar entspannt entgegen, da die BR signalisierte, die Schulen müssten für die Weiterbeschäftigung ihrer langjährigen Vertretungskräfte jetzt eben stichhaltige Gründe liefern. Da fallen ihm (und mir selbst natürlich auch) zum Glück genügend ein :victory: .... doch letzten Endes ist der Drops noch nicht gelutscht. Hmmh. Eigentlich sollte man doch meinen, eine Personalvertretung wäre das gesamte Personal verantwortlich, einschließlich für das angestellte und zeitlich befristete. Tja...
    - Interessieren würd´ mich, ob noch andere hier von dieser neuen Order betroffen sind...?


    Gruß aus dem Wald.

  • Ich hab mir schon gedacht, dass es für SE künftig schwierig wird, eine Vertretungsstelle zu finden oder verlängert zu bekommen. Bin zwar selber als glücklicher Obasler direkt nicht betroffen, schau mir aber immer noch in verena die Angebote an. Und dort habe ich jetzt immer öfter diesen Spruch gelesen: " Die Stelle richtet sich ausschließlich an Lehrkräfte mit der Lehrbefähigung für Sek. I und II, die in den letzten drei Jahren vor der geplanten Einstellung nicht in einem Beschäftigungsverhältnis (nicht gemeint ist etwa ein Ausbildungsverhältnis, wie etwa der Vorbereitungsdienst) mit dem Land NRW gestanden haben." Und das bei Mangelfächern wie Physik....Können sich die Schulen leisten, so "anspruchsvoll" zu sein?

  • Friesin: Nicht nur Bayern. Meine mitbetroffene Kollegin hat ja ebenfalls das 2. Stx! (Vermutlich ist aus Sicht der BR das Verfallsdatum inzwischen abgelaufen.)
    Luke: Ob die Schulen sich das leisten können? Tja, manche denken das wohl, doch aus meiner Sicht ist das zu kurz gedacht. Denn jeder Jung-Grundständige wird natürlich bei der ersten guten Gelegenheit auf eine feste Stelle seiner Vertretungsschule wieder abspenstig, und zwar sofort (der Vertrag ist ja nicht mehr bindend bei einer Festanstellung) und völlig unabhängig davon, ob der Vertretungsbedarf der Schule weiterhin existiert (wie bei mir jetzt seit zwei Jahren schon). Der so gebetsmühlenhaft heraufbeschworenen Kontinuität für die Schüler zollt dies ebenso wenig Rechnung wie der Planungssicherheit für die Kollegien sowie der Möglichkeit für die SL, flexibel auf unterschiedliche Vertretungsbedarfe zu reagieren - denn sowohl meine Kollegin wie auch ich können mit 22 ebenso wie mit 12 Stunden leben. Und vor allem werden wir der Schule garantiert nicht (mehr) wegen einer plötzlichen Festanstellung abspenstig.
    Ärgerlich wird es m.E. dann, wenn nicht die Schule selbst, sondern irgendwelche überhaupt nicht mit den Schulinterna vertraute Personalratsmenschen in Arnsberg glauben entscheiden zu können, wie die Schule ihre Vertretungssitution am sinnvollsten regelt. Denn unsere SL will ja gerade aus sehr triftigen Gründen (nicht nur aus persönlichen Sentimentalitäten) an ihren "Oldies" festhalten. Darf sie nun aber nicht bzw. soll sie nicht dürfen. :autsch: Soviel selbstbestimmte Intelligenz traut man den Schulleitungen aber offensichtlich nicht zu - ODER es geht (mal wieder) rein darum, die Statistiken zu schönigen und die leer ausgegangenne Refis möglichst unauffällig und dezent "unterzubekommen", damit das Desaster der derzeiten Lehrereinstellungspolitik möglichst unter dem Teppich gehalten wird. Und nach den Schülern fragt bei all dem kein Mensch und nach den Kollegien, die sich bewährte Personalstrukturen gewöhnt haben, ebenso wenig.
    - Gruß aus dem Bürokratenwald.

  • Für jeden einzelnen persönlich tut mir das sehr leid, gar keine Frage!! ABER: Es wäre doch wirklich ein starkes Stück (und auch finanziell extrem fragwürdig), wenn das Land seine auf Steuerzahlenkosten 5,5 bis 6,5 Jahre lang ausgebildeten Lehrer mit 2. Staatsexamen nachrangig gegenüber Seiteneinsteigern, die eben eine deutlich geringere Qualifikation für den Lehrerberuf aufweisen, behandeln würde. Das ist sicher ärgerlich, aber so, wie SE jahrelang davon profitiert haben, dass es zu wenige Bewerber mit der nötigen Ausbildung gab (und Eltern und Schüler das hinnehmen mussten), so liegt es in der Natur der Sache, dass bei ausreichender Bewerberzahl die qualifizierteren bevorzugt werden. Alles andere wäre doch ein Schlag ins Gesicht derer, die sich die Mühe gemacht haben, Lehramt zu studieren und das Ref. mit allen Strapazen und schlechter Bezahlung urchzuziehen! Und es hat ja auch was mit Qualität der Schulbildung zu tun, die an der Qualifikation der Lehrer hängt. Sicher gibt es in Einzelfällen den einen oder anderen naturbegabten SE, der im direkten Vergleich mit einem ungeeigneten ausgebildeten Lehrer besser abschneiden mag - aber die Regel ist das eben nicht, Lehrer kann man eben nicht "einfach so", da gehört doch viel mehr dazu als fachspezifisches Wissen und genug Selbstbewusstsein, sich "Lehrer" zuzutrauen. Ich habe es noch nie verstanden, wieso die Leute glauben, dass jeder "Lehrer kann" und entsprechend diesen ihre Kinder (!!!) anvertrauen, während keiner auf die Idee kommen würde, sich den Blinddarm von einem Lehrer entfernen zu lassen. Ich denke, man sollte das Thema "Seiteneinstieg" in erster Linie mal von dieser etwas objektiveren Seite her betrachten.


    Just my five cents...


    Sunny

  • :sterne: o du fröhliche, na endlich mal wieder pauschales Draufdreschen auf Seiteneinsteiger.
    - Ich feier jetzt Weihnachten, evtl. bis nach die Tage.


    Gruß aus dem finsteren Wald der Inkompetenz. :autsch:

  • Und das bei Mangelfächern wie Physik....Können sich die Schulen leisten, so "anspruchsvoll" zu sein?

    Jein ... hier muss man aber ganz klar zwischen Vertretungskräften (egal ob "nix", 2. StEx. oder SE) und "richtigen Seiteneinsteigern (OBAS)" unterscheiden.


    Die Geschichten mit den Vertretungsstellen ist zunächst mal eine Bürokratiegeschichte, siehe die "Ausführungen aus dem Walde" ;) Auf der einen Seite logisch, dass man zunächst einmal die "nicht einstellbaren Refs" versorgen will - also kommt so eine Anordnung. Schulinterna interessieren den Sesselsitzer in der BR erst einmal nicht. Wie es dann bei den Nicht-Mangelfächern weiter geht ??? ... bei den Mangelfächern kommt dann in der Regel später eine Öffnung - wenn man niemanden findet ...


    So wie jetzt z.B. beim Mangelfach Physik Sek II Gy im Fall "richtiger Seiteneinstieg" (OBAS) geschehen. Erst Stelle ohne SE-Öffnung veröffentlichen, kommt niemand, erneut auschreiben und öffnen. Wird also doch den einen oder anderen SE im Lehramt GyGe geben ...
    Wenn das auch im Moment die Ausnahme ist, ändert das aber nichts am tatsächlichen Bedarf der Schulen - sie haben halt im Moment nur keine Stellen zum Ausschreiben frei, sondern sogar Überhang, aber eben zu viele XY-Lehrer.
    Bei uns im Seminar machen "Physiklehrerbedarfsprognosen" der Schulen des RB die Runde, d.h. die Refs, die im Herbst fertig werden wissen, dass sie wohl nicht alle zum 1.2.2014 eine Stelle bekommen können, aber sie wissen auch, dass sie nach wie vor viel zu wenige sind, um den tatsächlichen Bedarf zu decken. Sobald die Schulen den rechnerischen Personalüberhang abgebaut haben - was je nach Schule mehr oder weniger lange dauern wird - sind die Mangelfächer die ersten, die wieder regulär ausgeschrieben werden, weil die Schulen ja dann "scharf" darauf sind, sich aus dem Pool dieser Bewerber zu bedienen. Und die Bewerber werden, etwas verzögert zu ihrem Abschluss, ein gutes Angebot vorfinden.
    Was im Umkehrschluss aber auch heißt, dass alle Nicht-Mangelfach-Bewerber noch länger auf eine merkliche Anzahl an regulären Ausschreibungen werden warten müssen.

    "Der erste Schritt zum Lernen ist die Liebe zum Lehrer - weil man die Liebe zur Wissenschaft von Heranwachsenden noch nicht erwarten kann."


    Erasmus von Rotterdam



  • Hi step! Erst mal Danke für deine Antwort (und schöne Weihnachten allen hier nachträglich). Habe eben Aktuelles efahren. So hat der P-Rat der BR Arnsberg bei der berüchtigten Sitzung vor Weihnachten ein Drittel der Vertretungsanträge in Bausch und Bogen abgelehnt - befinde mich also in bester Gesellschaft. :prost: Die frühere Kollegin und Ex-Refin, von der ich das weiß, hat eine sichere Quelle in Arnsberg sitzen. Sie steht selbst mit 2,0-Examen (keine Mangelfächer, aber auch keine Todeskombi) Knall auf Fall ohne Stelle da, weil ein schon frühzeitig von ihr kontaktiertes Gymnasium trotz mündlicher "sicherer Zusage" von der Bewerberflut dieses Jahrgangs offenbar so hellauf entzückt aus dem Vollen schöpfte, dass nicht einmal anstandshalber eine Absage kam. Sie kann letztlich froh sein, dort nicht anzufangen. Da sie nun aber zwischen Studiumsende und Refbeginn so dumm war (so muss man es sarkastisch im Rückblick sehen), bereits fleißig Vetretungsunterricht zu geben, hat sie jetzt zusätzlich die A... karte, dass sie sich nur auf einschlägig befristete Vertretungsstellen bewerben kann (aus Gründen wie Elternzeit) - ansonsten wird der Antrag ebenso in Bausch und Bogen abgelehnt wie jetzt meiner im ersten Anlauf (ich hoffe ja auf die Runde 2, mein SL sammelt gerade jedenfalls seitenweise Begründungen für seine beiden Vertretungsoldies - und er hat ja sogar Schwangerschaften als Begründungen vorzuweisen!). Immerhin fast tröstlich, dass diese hohlbirnige Auslesepraxis nicht nur uns inkompetente Seiteneinsteiger betrifft :autsch: , sondern auch ausgelernte Grundständige und erfahrene Lehrkräfte, womit wir ziemlich alle in einem Boot sitzen. Wie mir besagte Jungkollegin berichtete, dürfen alle Vertretungsstunden ohne bestimmten Grund (wusste bisher gar nicht, dass es so was gibt) rechtlich nur (noch) an Personen vergeben werden, die (wie man das im Gros der Vertretungsausschreibungen momentan liest) "in den letzten drei Jahren nicht in einem Beschäftigungsverhältnis beim Land NRW gestanden haben" (aus dem Kopf heraus zitiert) - also sind aktuell gerade diejenigen Refis bestraft, die vor ihrem 2. Stx noch Unterrichtserfahrung gesammelt haben.
    Hirnrissiger geht´s kaum noch.
    Eine weitere Schweinebackennummer übrigens für gerade frisch fertige Refs (sorry für off topic, denn das betrifft jetzt ganz kurz mal nicht den SE): Wer sich als fertiger Gym-Ref in NRW an Haupt- oder Realschulen bewirbt (spreche jetzt von Planstellen), wird als ANGESTELLTER eingestellt (no Beamtung vorgesehen) und zudem - oberdreist - noch eine Stufe unter üblichem TV-L für fertige Lehrer bezahlt, bei Realschule also TV-L 11 statt 12.
    Holla die Waldfee und Grüße aus dem Toll-Wald.
    die Waldkauzine.

  • Hallo Waldkauz,


    weißt du, warum es rechtlich nur noch möglich ist, dass die meisten Vertretungsstellen nur noch für Bewerber, die frisch aus dem Ref kommen und vor diesem keine Vertretungtätigkeit gesammelt haben, offen sind? Irgendwie doch iditiosch. :autsch:


    Die ganze Bildungspolitik ist doch im Moment für den A* (warum werden nicht alle Refs eingstellt, um kleinere Klassen zu bilden, um die Kids besser fördern zu können, um die Grundlagen für die Inklusion zu legen)?


    ich drück die die Daumen, dass ihr Seiteneinsteiger an euren derzeitigen Schulen bleiben dürft (im Sinne von Kontinutität doch gerade gut und ihr habt doch Erfahrungen, die manch frischer Ref nicht unbedingt mitbringt).

  • :rose: Vielen Dank für deine netten Worte, Flipper, das tut gerade sehr gut. (Anders als solch pauschale Seiteneinsteigerschelte wie oben zwei Posts weiter... aber Differenzierungskunst ist manchmal auch Charaktersache.) Wieso auf einmal diese Einschränkung kommt "während der letzten drei Jahre noch nicht beim Land NRW angestellt" - so zuhauf vor allem (ich beobachte den "Markt" auf Verena seit drei Jahren, und bisher hatte dieser Zusatz Seltenheitswert) - - ich nehme an, dass die BR den Schulen aufgrund der so urplötzlichen (war ja gaaar nicht absehbar :autsch: ) Junglehrerschwemme auf die Füße getreten hat und noch peinlicher als zuvor darauf bedacht ist, dass ja keine Vertretungskraft durch die Hintertür einen Klagegrund auf Festanstellung erhält - denn unbegrenzt in Vertretungsverträgen darfst du ja "nur" arbeiten, wenn die Befristung eben "begründet" ist (nackte Not an Lehrpersonal zählt offiziell nicht zu diesen "Gründen"). Ansonsten hast du irgendwann das Recht auf Festanstellung. Und möglicherweise (ich spekuliere hier mal) zieht das Land den Schulen jetzt deshalb so stark die Daumenschrauben an, weil eben derart viele Reffis frisch ausgebildet auf der Straße stehen und man den Flurschaden möglichst gering halten will.
    Noch eine Bemerkung (jetzt doch noch) zum obigen Post mit der pauschalen SE-Schelte. Ich könnte durchaus verstehen, dass die BR die Schulen zur Bevorzugung frisch arbeitsloser Reffis anweist, wenn die betroffene Schule nicht schon bewährte und einearbeitete Vertretungskräfte HAT. Das hat sie aber nun (in meinem Fall gleich zwei) und will uns unsere Verträge ja aus guten Gründen wieder und wieder verlängern, da wir beide auch einen Mehrwert für die Schule mitbringen (welchen genau, möchte ich hier nicht nennen, es sind jedenfalls spezielle Fähigkeiten, die ein frisch ausgebildeter Reffi schlicht nicht mitbringen kann). DIe BR bevormundet mit dieser Pauschalanweisung die Schulen und traut ihnen nicht zu, selbst die intelligentesten Personalentscheidungen für ihre speziellen Zwecke treffen zu können - bzw. ist das zweitrangig, und in der Hauptsache geht es um eine Schönung der Statistik, arbeitslose Ex-Reffis von der Straße, so viele wie möglich, um das jämmerliche Scheitern dieser kurzsichtigen (Aus-)bildungspolitik zu verschleiern. So leid es mir ganz ehrlich um jeden einzelnen dieser jungen Menschen tut - ich glaube im Leben nicht daran, dass das Land sich aus Menschenliebe oder "Fürsorgepflicht" den Junglehrern gegenüber jetzt plötzlich die Seiteneinsteiger vornimmt. Es geht um Vermeidung von Flurschaden. Auf Kosten der Schüler (Kontinuität Fehlanzeige), der Kollegien (verlässliches Arbeiten Fehlanzeige) und auch der Junglehrer selbst, da jeder in einen Vertretungsvertrag "gepresste" Exreffi ja erst mal offiziell "versorgt" ist. Dass man so keine Zukunft planen kann, ist dem Land egal. Für jedes berufliche Angebot gibt es Kandidaten, die darauf passen, und als langfristige (stundenflexible!) Vertretungsreserve passen nun mal am besten ältere, zeitlich und finanziell flexible "Zweitberufler" am besten - sofern sie gut sind natürlich, aber das setzen wir bei einer Wunschbesetzung der Schule nun mal voraus. Frisch ausgebildete Junglehrer mit Ambitionen auf die erste feste Stelle sowie Familienplanung (!) mit Vertretungsstunden abzuspeisen finde ich hingegen entwürdigend.
    So, das waren MEINE fünf Cents. :cash:

  • Ich verstehe das nicht... Heißt das, dass Lehrer nach dem 2. Staatsexamen keine feste Einstellung bei Euch kriegen, wenn sie VOR dem Ref eine Vertretungsstelle hatten (dann würden hier nicht mehr allzu viele eine Stelle kriegen). Das heißt aber ja auch gleichzeitig im Umkehrschluss, dass man nach den Ref, bei nicht direkter Festeinstellung auf gar keine Fall eine Vertretungsstelle annehmen sollte, oder habe ich das nicht richtig verstanden?

  • Nein, jole. Mein Post bezieht sich nicht auf feste Stellen, sondern auf Vertretungsverträge. DIESE sollen neuerdings wegen der Planstellenkatastrophe an Gymnasien wenn irgend möglich aber mit frisch arbeitslosen oder erst noch fertig werdenden (und danach arbeitlsosen) Reffis besetzt werden, wie ich eben aus einer weiteren sicheren Quelle erfuhr - der Personalrat wolle in der akuten Situation (die sich im Sommer noch ungleich verschärfen wird) alles tun, um seine Fürsorgepflicht für die Refs zu erfüllen. DIe Fürsorgepflicht für angestellte (befristete) Lehrkräfte bleibt vorerst hinten angestellt. AUCH betroffen sind jedoch (dies zu deiner Frage) solche jetzt gerade fertigen Refs, die zwischen 1. Stx und Ref bereits auf Vertretungsstellen gearbeitet haben: Denn für sie greift ebenfalls die Einschränkung: "Zugelassen sind nur solche Bewerber, die IN DEN LETZTEN 3 JAHREN (!) in keinem Beschäftigungsverhältnis mit dem Land NRW gestanden haben." (Steht inzwischen vorbeugend bei jeder zweiten Verena-Vertretungsstelle, man mag gar nicht mehr hinsehen.) Lt. meiner Quelle will das Land damit auch der Gefahr vorbeugen, dass sich "Kettenvertragsinhaber" irgendwann einklagen - diese Gefahr bestand zwar vorher natürlich ebenfalls schon, aber da nahm man es wohl aufgrund des Lehrermangels in Kauf.
    So ist das im Moment.


    Guten Rutsch erst mal allen! :spritze:

  • Nach einer mehrstündigen hitzigen (wie zu vernehmen war) Erörterungsdebatte hat der Personalrat gestern nachmittag allen zunächst abgelehnten Vertretungsanträgen unserer Schule zugestimmt. Darauf ein :prost: !! Grundlage war schwere Munition unserer SL sowie des Lehrrats nebst der Schulpflegschaft in Form eines dreieinhalbseitigen eindringlichen Begründungsschreibens für alle drei betroffenen Lehrkräfte. (Einschließlich mich.)
    Ich kann nur jedem und jeder ebenfalls Betroffenen dringendst empfehlen, bei ähnlich gelagerten Fällen die Schulleitung heiß zu machen. Die Offensive unserer SL macht bereits in umliegenden Schulen die Runde - einem Gymnasium einer großen Nachbarstadt sind gleich 15 Vertretungsanträge abgeschmettert worden. Die (jetzt auch offizielle) Begründung der BR: Man wolle alles tun, um die arbeitslosen Referendare unterzubekommen. Und das geschieht im ersten Anlauf wohl grundsätzlich in Form von Pauschalablehnungen ohne Blick auf die jeweils individuellen Umstände.
    Gruß aus dem Wald von einer hoch erleichterten Waldkauzine! :rofl:

  • Herzlichen Glückwunsch! Ich freu mich für dich :top:

    Schöne Grüße,
    dzeneriffa



    Am Ende wird alles gut! Wenn´s noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende =)

  • .. ihr seid hier echt nette Mitforinen /- gibt´s davon eigentlich auch ne männliche Form? Egal, bin dann mal gespannt auf die künftige EINSTELLUNGspraxis von SE-VertretungsBEWERBERN, denn unter den aktuellen Bedingungen müsste die BR ja konsequenterweise generell vorab die Order ausgeben: arbeitslose Reffis grundsätzlich vor.
    - Die Order gilt für Sek.I-Schulen offenbar (noch) nicht, jedenfalls hätte ich bei einer solchen - im Fall des Nichtverlängerungsfalls - von jetzt auf gleich anfangen können. (Ok, auch DAS hätte erst durch den Personalrat gemusst...) Jedenfalls konnte der dortige SL weder von BR-Ordern berichten noch durfte er sich über Bewerberfluten freuen.


    Muss man alles nicht verstehen.

    Im Sommer geht die Proezedur fürs nächste Halbjahr los. Same procedure.
    Aber jetzt ist erst mal Winter, Gruß deshalb vorerst aus dem Wald, der hier heut nacht leicht überzuckert ward. :engel:

  • Die Order gilt für Sek.I-Schulen offenbar (noch) nicht, jedenfalls hätte ich bei einer solchen - im Fall des Nichtverlängerungsfalls - von jetzt auf gleich anfangen können. (Ok, auch DAS hätte erst durch den Personalrat gemusst...) Jedenfalls konnte der dortige SL weder von BR-Ordern berichten noch durfte er sich über Bewerberfluten freuen.


    Muss man alles nicht verstehen.

    Da freu ich mich doch glatt erst einmal mit :party:


    Dann zur Sache ... das ganze Prozedere ist aber sehr einfach zu verstehen ;) ... da ich aber gerade das diesbezügliche Material zum selbstgesteuerten Schülerlernen nicht parat habe, probiere ich es mal so :P


    In der Sek I herrscht Lehrermangel - im Gegensatz zum ab sofort von Halbjahr zu Halbjahr wachsenden Berg der fertigen Sek II-Refis.
    Das konnte man schon an der Anzahl der Stellenausschreibungen sehen ... und daran, das bis auf wenige Ausnahmen die Stellen in der Sek II nicht für Seiteneinsteiger ohne jedes Lehramt geöffnet waren. Solche Stellen gab es aber dagegen in merklicher Anzahl in der Sek I. Zwar nicht so viele wie früher üblich war, aber es waren einige da. Auch hier schlägt sicher der Sek-II-Refi-Berg durch, denn man wird in der Sek I mit Bewerbern mit Lehramt Sek II rechnen.


    Das wird übrigens im ZfsL auch ganz offen so gesagt ... (Abschluß im Herbst) ... sinngem. Zitat aus einem der letzten Mathefachseminare: "Wo ist das Problem mit den schlechten Einstellungsaussichten im Bereich GyGe? Sie können sich doch sofort auf Stellen an HS, RS und vor allem der neugeschaffenen Sekundarschule bewerben. Dort werden sie sicherlich mit Kußhand genommen, zumal man sie nicht erst für die Fortbildungen freistellen muss, die die Bewerber aus HS und RS absolvieren müssen!".


    Und ich habe ja schon immer ("böse") behauptet, dass das auch der Grund ist, warum man den Refi-Zugang ins Lehramt GyGe nicht beschränkt. Man könnte die Leute brauchen, nur eben nicht in der Sek II - was sie studiert haben. Sagt man ihnen das aber VOR dem Ref ... also schlägt es NACHher durch. Die Quote derer, die am Ende in der Sek I landen, wird dadurch sicherlich höher sein als umgekehrt - also wenn man sie direkt nur ins Sek I - Ref. läßt - weil dann sicherlich eine merkliche Anzahl gar nicht in Richtung Lehrer weitermachen würde. Steckt man aber erst einmal drin ... hat eine lange Ausbildung hinter sich ... will endlich/muss Geld verdienen ...


    Grundsätzlich stimmen da also in beiden Fällen (Sek I und Sek II) die Prognosen (zumindest was die groben Trends angeht), die das MSW alle 5 (?) Jahre herausgibt. Darin konnte man das bereits seit 2005 (mindestens, denn das war die erste Prognose, die ich damals in die Finger bekam ... weiß nicht, ob es sowas davor schon - öffentlich - gab) nachlesen. Die Prognose findet man über die Seite des MSW ...

    "Der erste Schritt zum Lernen ist die Liebe zum Lehrer - weil man die Liebe zur Wissenschaft von Heranwachsenden noch nicht erwarten kann."


    Erasmus von Rotterdam



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