Diktat 1. Klasse?

  • Hallo zusammen,


    schreibt Ihr in der 1. Klasse schon Diktate?


    Habe momentan eine erste 1. Klasse in Deutsch und würde nun gern ein einfaches Wortdiktat (10 Wörter, die die Kinder inzwischen gerlernt haben) schreiben.


    Danke,


    Kiefernwald

    Beste Grüße
    von und aus dem Kiefernwald

  • Nein, ich schrebe keine. Auch in Klasse 2 nicht.
    Allerdings mache ich Schreibproben, wo die Kinder zu Bildern Wörter schreiben sollen. Das liegt aber auch daran, dass bei uns die KInder Lesen durch Schreiben lernen.

  • Nein. Habe ich bisher noch nicht gemacht und werde ich wohl auch nie machen. :angst: Die Mäuse sind doch grad man mitten im lese- und Schreiblernprozess...


    Welches Ziel möchtest du denn mit dem Diktat erreichen?

  • In der 1. habe ich auch noch nie Diktate geschrieben. In der 2. fange ich gaaanz langsam damit an, aber ehrlich gesagt auch hauptsächlich deshalb, weil ich weiß, dass es dann in der dritten von Ihnen erwartet wird und ich sie darauf vorbereiten will (meine Stufenkolleginnen sehen das aber anders, die schreiben in Klasse 2 wöchentlich ein kleines Diktat....).

    "Die Wahrheit ist ein Zitronenbaiser!" Freitag O'Leary

  • Diktate sind ja nun wirklich total überholt, dann lieber die Hamburger Schreibprobe (in Hamburg verpflichtend) oder ähnliche normierte Testverfahren.


    LG Anja

  • Diktate sind ja nun wirklich total überholt,

    Mein Sohn geht in die erste Klasse. Zum Glück ist er an eine altmodische Lehrerin geraten, die über einen großen Erfahrungsschatz verfügt. Er schreibt nächste Woche schon sein drittes Diktat. Wobei die Bezeichnung Diktat bei den wenigen Wörtern, die da abgefragt werden, sehr hoch gegriffen ist.
    Das Diktat und auch der Rest wird von den Kindern in Schreibschrift zu Papier gebracht, was ja auch keine Selbstverständlichkeit mehr ist.



    Also, Kiefernwald. ich als Mutter würde mich wundern, wenn du nie testest, was du den Kindern beigebracht hast.

  • wenn du nie testest, was du den Kindern beigebracht hast.

    Wer sagt denn das? Ich kann auch ohne Diktate sehr genau den Lernstand der Kinder ermitteln (allein schon weil ich wirklich täglich alles durchsehe, was die Kinder erarbeitet haben), einige Testverfahren wurden hier ja auch schon genannt.

    "Die Wahrheit ist ein Zitronenbaiser!" Freitag O'Leary

    Einmal editiert, zuletzt von immergut () aus folgendem Grund: Zitat repariert

  • Das darfst du ja machen, wie du willst.


    Ich schreibe hier als Mutter, die Diktate nicht so erschreckend finde. Ich verstehe das Problem so gar nicht. Auch bei meinem Sohn wird das tägliche Schreiben geprüft/gesichtet. Und wie ich schon schrieb, hat mein Sohn eine sehr erfahrene Lehrerin. Sie wird ihr Gesamturteil nicht nur von einem Diktat abhängig machen.

    Zitat

    Einmal editiert, zuletzt von MarlenH ()

  • MarlenH: Dein Kind lernt in der 1. Klasse Schreibschrift als Anfangsschrift? Nach welchem Lehrwerk wird es unterrichtet? Was es nicht alles gibt in anderen Bundesländern... Hachja, die gute alte Zeit...

    Volk und Wissen.


    Ja, wir sind hier wohl sehr sehr rückständig. Die Kinder schreiben auch mit Füller, der eine Feder hat und nicht mit Bleistift, wie ich es aus anderen Bundesländern gehört habe. Da mein Kind auch noch in den Hort geht, sehe ich hin und wieder auch mal Hefte von anderen Kindern. Ich muss sagen, das sieht nicht schlecht aus.

  • Marlen, als Mutter kannst du ja schreiben was du willst, als Sek1-Lehrerin solltest du einfach auch mal akzeptieren, dass der heutige Stand eben ein anderer ist. Auch wenn das nicht deine Altersklasse ist.


    Oder unterrichtest du deine Schüler auch wie vor 20 Jahren...


    Schreiben mit Federfüller und Tinte finde ich in der 1.Klasse totalen Blödsinn... Aber jeder wie er es mag....

  • Ich könnte jetzt natürlich das Kreuz anklicken, aber ich hab das Bedürfnis zu kommentieren.
    Hm, versteh jetzt auch nicht so wirklich, was dagegen spricht, den Kindern mal zu diktieren "schreibe Mama, schreibe die Silbe de ..." Das sagt doch nicht, dass es später zu den vertrackten 20Wörter Diktaten nach Note führt. Ich finde schon merkwürdig, wie alles, was es schon vor 15 Jahren gab, verteufelt wird und alles Neue fast schon unreflektiert mitgemacht wird ... Von einigen Kollegen. Alles hat seine Vor-und Nachteile .. Und nur weil etwas in aller Munde ist, muss es nicht perfekt sein. Mal gucken, was mein Kommentar nun auslöst


    Schmeili, es wäre vielleicht besser gewesen, deinen Beitrag zu ändern statt ihn ganz zu löschen

  • Und weil ich das sehr interessant war, habe ich mir mal den Rahmenplan Sachsen vorgenommen und zitiere mal:


    " Unter Berücksichtigung der Erfahrungen der Kinder mit Schrift beim Lesen wird auch beim Schreibenlernen von der Druckschrift ausgegangen. Verbunden mit realen
    Schreibanlässen lassen sich mit dieser Schriftart schon frühzeitig kleine Texte verfassen, so dass Schreiben für Kinder einen Sinn erhält. Die Freude am Schreiben kann so geweckt und erhalten werden."


    "Klassenstufen 1/2
    Die Schüler eignen sich in einem
    sachsystematischen Lehrgang die Schulausgangsschrift an und schreiben gut lesbar. Dabei achten sie
    auf eine zweckentsprechende Gestaltung des Geschriebenen."


    Standardschrift scheint also die Schulausgangsschrift sein.


    Als Diktate werden dort übrigens Formate wie das Dosendiktat genannt, was ja auch heute noch anerkannte Formen sind...


    LG Anja


    cubanita: Weil wir nicht mehr die Kinder von vor 15 Jahren haben. Gerade zu Zeiten der Inklusion ist es einfach unsinnig 25-30 Kindern die gleichen langen Sätze zu diktieren. Kennt ihr überhaupt Formen, wie die HSP? Das ist viel effektiver... und da kannst du genauso und viel realistischer den Lernstand nachvollziehen.

  • :aufgepasst:

    Marlen, als Mutter kannst du ja schreiben was du willst, als Sek1-Lehrerin solltest du einfach auch mal akzeptieren, dass der heutige Stand eben ein anderer ist. Auch wenn das nicht deine Altersklasse ist.


    Oder unterrichtest du deine Schüler auch wie vor 20 Jahren...


    Schreiben mit Federfüller und Tinte finde ich in der 1.Klasse totalen Blödsinn... Aber jeder wie er es mag....

    Auch wenn ich nicht gemeint bin, finde ich deinen Ton ziemlich persönlich angreifend ... Viele meiner Erstklässler sind super hinterher, endlich mit einem Füller schreiben zu können ... Wir schreiben allerdings mit Silbenstift und auch mit einem Tintenroller. Sehr feinfließend und für mich die Alternative zum Bleistift, wo einige heftig aufdrücken ...
    Wie gesagt, alles hat Vor- und Nachteile. Deshalb sollte auch jeder selbst seinen Weg finden und andere Wege akzeptieren und nicht alles mitmachen, nur weil es gerade didaktisch diskutiert wird oder medienträchtig breitgetreten wird. Ein Rückgrat ist entscheidend und eine Überzeugung. Dann kann fast jede Methode gut funktionieren. Meine Meinung.

  • Erstmal sind Tintenroller ja nun was ganz anderes als ein Füllfederhalter. Und von Beginn an sind die Kinder scharf auf den Füller? Dann ticken hier in Hamburg die Uhren etwas anders. Ich habe nicht wenige Kinder die sogar mit dem Bleistift motorisch mehr als überfordert sind. Ich habe auch gerade eine 1. Klasse und da ist nach einem halben Jahr noch keiner scharf auf den Füller und ich habe fast nur Kinder mit älteren Geschwistern.


    Unsere Drittklässler machten gerade den Füllerführerschein und mir tut in der Seele weh, wenn ich die Federn bei einigen Kindern sehe. Warum sollte ich Erstklässler ab der Einschulung damit quälen? Wir haben hier in Hamburg ganz andere Sorgen...


    Meine Tochter geht auch gerade in die 1. Klasse, allerdings in Niedersachsen. Sie hat eine Muskelerkrankung, die es ihr sehr schwer macht zu schreiben. Sie hat schon mit dem Bleistift Mühe und ihre Motivation sinkt. Meinetwegen kann jeder Lehrer machen, was er für richtig hält. Wäre ich allerdings an so eine Lehrerin geraten, die meint Nostalgie ist immer gut, hätten wir ein kleines Problem gehabt.... ;)

  • " Das sagt doch nicht, dass es später zu den vertrackten 20Wörter Diktaten nach Note führt. Ich finde schon merkwürdig, wie alles, was es schon vor 15 Jahren gab, verteufelt wird und alles Neue fast schon unreflektiert mitgemacht wird ...

    Das scheint in Sachsen aber schon noch so gewollt zu sein.


    "3.2.4 Diktate sind in der Regel als Tests zu schreiben. Sie können Bestandteil einer
    Klassenarbeit sein, wenn der diktierte Text für die Lösung weiterer Aufgaben
    verwendet wird. Vor Diktaten sind hinreichende Übungsphasen vorzusehen."

  • Was soll ich darauf antworten? Ja, es ist so in meiner Klasse. Einige wollen auch unbedingt schon wie Erwachsene eine verbundene Schrift lernen und verbinden die Druckbuchstaben ... So zwei drei Mädels ... Das ist nicht geschürt oder gequält, damit kommen die Kinder. Und nun? Wie gehst du damit um? Ich wiederhole mich nochmal, dass ich deine recht scharf formulierten Sätze recht angreifend finde. Außerdem finde ich auch wichtig, dass du genau liest. Niemand hat von gleichlangen Sätzen für so große Klassen geschrieben. Diktat kann vielerlei sein, ... Ach, und ums auf die Spitze zu treiben, vor 15 Jahren waren auch nicht alle Kinder gleich ...


    Und wenn es in Sachsen so vorgeschrieben ist, kann man der Lehrerin noch weniger einen Vorwurf machen. Nicht zu ignorieren ist außerdem, dass Sachsen immer vordere Plätze bei Studien belegt. Warum das so ist, vermag ich nicht zu sagen, weil ich nicht genug Einblick habe. Aber leben und leben lassen, ist meine Devise. Die Lehrerin wird sicher auch individuell auf die Kinder eingehen ... Diktate, Schreibschrift und Federfüller bringen die Kinder sicher nicht um ...

  • Lass es gut sein. Da Hamburg immer eher hinten bei Studien landet, habe ich sicher Unrecht. *gg* Weißt du, ich bin schon froh, wenn die Hälfte meiner Klasse die deutsche Sprache beherrscht, wenn sie in die Schule kommen...


    Und natürlich differenziere ich auch nach oben... Vor 15 Jahren gab es noch keine Inklusionskinder, jedenfalls nicht in der Menge, und meiner Tochter würde es umbringen, wenn man sie zwingt mit Füller zu schreiben... ;) Gute Nacht.

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